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Volume H. 1

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

Abbildung I zeigt den Normaltyp einer Hauswasser-Kreiselpunipc 
„Kristall“, Abbildung z die selbstansaugende Elrao-Kreiselpumpe, die 
eine von den gewöhnlichen Kreiselpumpen, abweichende Konstruktion 
und Wirkungsweise aufweist. Die Elmo-Kreiselpumpe saugt nach 
erstmaliger Füllung des Pumpenraumes mit der Förderflüssigkeit selbst 
bei leerem Saugrohr unbedingt sicher an. Kleine Undichtigkeiten in 
der Saugleitung beeinträchtigen kaum ihre Wirkung. Diese Kreisel 
pumpen sind umlaufende Wasserpumpen einfachster Bauart. Ihre 
Wirkungsweise sei an Hand der vier schematischen Darstellungen 
(Abb. 3—6) erklärt. In einem zylindrischen Pumpenkörper a (Abb. 3) 
sei ein Schaufelrad b zentrisch gelagert und der Körper selbst zum 
Teil mit Wasser gefüllt. Wird das Schaufelrad in drehende Bewegung 
versetzt, so suchen die Schaufeln das Wasser vor sich her zu treiben 
und in eine am Umfang des Pumpenkörpers kreisende Bewegung zu 
bringen. Hat das Schaufelrad seine volle Drehzahl und das Wasser 
ungefähr die gleiche Geschwindigkeit wie die Schaufeln erreicht, so 
läuft es infolge der Zentrifugalkraft in Form eines geschlossenen Ringes 
am Umfang des Pumpenkörpers um. Zwischen Schaufelrad und Wasser 
ring bilden sich nach Abbildung 4 sechs gleiche Lufträume. In Wirk 
lichkeit ist nun das Schaufelrad nach Abbildung 5 aus der Mitte heraus 
nach oben soweit verschoben eingesetzt, daß seine Nabe oben mit dem 
Wasserring in Berührung kommt. Hierdurch verändern sich die Luft 
räume derart, daß in Richtung des Pfeiles der Luftraum von Stellung 1 
nach 3 größer und von Stellung 4 nach 6 wieder kleiner wird. Die in 
dem Raum 1 enthaltene Luft muß sich also bei Drehung des Schaufel 
rades zunächst stark ausdehnen und dann wieder verdichten. Bringt 
man nun nach Abbildung 6 die Raume I bis 3 durch den sichelförmigen 
Kanal (Säugöffnung) mit dem Saugrohr in Verbindung, so wird durch 
diesen Kanal zuerst Luft und dann Wasser in die luftverdünnten Räume 2 
und 3 einströmen. Bei Weiterdrehung des Schaufelrades nach Stellung 4, 
5 und 6 wird die angesaugte Luft bzw. das Wasser verdichtet und durch 
den zweiten Kanal (Drucköffnung) in die Druckleitung getrieben. Durch 
diese Einrichtung und Wirkungsweise der Pumpe ist der erstrebte Ab 
schluß zwischen Saug- und Druckseite erreicht. 
Diese Kreiselpumpen können einen konstanten Fördergrad bis zu 
einem Vakuum von 95% und bei geschlossener Saugseite ein Höchst- 
vakuum von. 99,6% des theoretisch möglichen Vakuums erreichen. 
Der automatische Betrieb für eine Hauswasser-Pumpenanlage sowie 
für alle maschinellen Wasserbeschaffungsanlagcn auf dem Lande über 
haupt ist ursprünglich unter Verwendung eines Hochreservoirs oder 
Hochbehälters mit Schwimmerschalter und Koniaktvorrichtung durch 
geführt worden. Bei dieser Einrichtung wird, wie aus Abbildung 7 
ersichtlich, durch einen Schwimmer mit Gegengewicht, welcher dem 
Wasserstand des Hochbehälters folgt, ein auf einem gußeisernen Konsol 
aufgestellter Schalter betätigt. Dieser hat Momentschaltung, ist spritz- 
und tropfwasserdicht abgedeckt und enthält außerhalb der Abdeckung 
keine beweglichen Teile. 
Die Einrichtung eignet sich für Anlagen mit größerem Hochbehälter, 
der in einem Turm, auf einem Gerüst oder auf dem Dachboden des zu 
versorgenden Hauses aufgestellt wird. Die Größe des Hochbehälters 
ist abhängig von dem täglichen Gesamtwasserverbrauch, der sich leicht 
errechnen läßt. Nach statistischen Erhebungen ergeben sich für den 
Wasserverbrauch folgende Zahlen: 
a) Hauswasserverbrauch; 
zum Trinken, Kochen, Reinigen 
20 bis 301 je Tag und Kopf der Bewohner 
in Gasthöfen, Hotels usw. 
80 bis 100 1 je Tag und Kopf der Bewohner 
zu Bädern, je Wannenbad 230 bis 2501 
zur Wäsche, je 100 kg Trockenwäsche 400 ,, 450! 
b) Wasserverbrauch in landwirtschaftlichen Betrieben; 
für Großvieh und Pferd je Stück 40 bis 50 1 je Tag 
für Kleinvieh, Kalb, Schwein, Schaf 5 bis 101 je Tag u. Stück 
zur Gartensprengung 5 bis 8 1 pro Tag und m 2 Fläche. 
Abb. 7 / Schema zum Schwimmer 
mit Kontaktvorricbtung 
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Abb. 8 l Schema zur 
Pumpenanlage mit 
Schaltertopf 
a Saugkorb mit 
Rückschlagklappe 
b = Pumpe mit Motor 
c — Schalteriopf 
d Frischwasser- 
Steigeleitung 
e ■■ Frischwasser- 
Verteilungslei tung 
f -- Überlauf 
g — Abwasser-Leitung 
Die früher ganz allgemein, heute noch zum Teil übliche 
Wasserspeicherung in Hochbehältern hat den Nachteil, 
daß — abgesehen von den höheren Anlagekosten — eine 
Verunreinigung des Wassers im Hochbehälter nicht zu 
vermeiden ist. Der Hochbehälter muß frostfrei aufgestellt 
werden, damit das Wasser im Winter nicht einfriert. Im 
Sommer dagegen ist das Wasser wieder meist so warm, 
daß es zu Trinkzwecken nicht ohne weiteres verwendbar 
ist. Diesem Übelstand hat man abgeholfen zunächst durch 
den Schaltertopf, den man an Stelle des Hochbehälters 
an der höchsten mit Wasser zu versorgenden Stelle des 
Hauses, wie in Abbildung 8 schematisch dargestellt, an 
brachte, Der geringe Wasserinhalt erneuert sich ständig, 
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Städtebau 1928, Heft I
	        
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