Path:
Volume H. 7

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

»76 
Schwebebahn 
Schwebebahn 
mit 
zwei Fahrbahnen. 
Hochbahn 
l 
Untergrund - 
bahn 
Fterflvftfkei* 
Ahb. 3 / Vergleich der Bahnkorperlängen 
für gleiche Baukosten 
Abb. 4 (nebenstehend) J Zweistöckige Bauart 
hei Schwebebahnen 
7 m bei Hochbahnen), wegen des Fehlens jeglicher Bettung, 
ferner des Vorhandenseins nur einer, dazu leichteren Schiene 
und der geringeren. Fahrzeuglast wesentlich geringere Eisen 
mengen. Der Bahnkörper wird also erheblich billiger als der 
einer Hochbahn. Infolgedessen ist ein wesentlicher Faktor, die 
Verzinsung, geringer. Die Erneuerung kommt bei rostfreier 
Erhaltung und Nichtüberlastung kaum in Frage, da die 
Lebensdauer der Brücken eine fast unbegrenzte ist. Auch die 
Unterhaltung des Bahnkörpers erfordert geringere Aufwen 
dungen als eine Hochbahn. Sämtliche Teile sind leicht zugäng 
lich und können daher dauernd in Ordnung gehalten werden. 
Etwa alle sieben Jahre sind die Bauwerke zu streichen, so daß 
jährlich etwa 2 km in Frage kommen. Die Bahnhöfe werden 
im Interesse des Aussehens häufiger gestrichen. 
Die Lebensdauer der Fahrschienen schwankt zwischen 8 und 
20 Jahren, Aus- und Einbau vollziehen sich in der einfachsten 
Weise, da nur Schrauben zu lösen und zu befestigen sind. Alles 
Nachrichten und Stopfen usw,, wie es bei Standbahnen der Fall 
ist, entfällt. 
Die Wagen sind aus Eisen. Da viele Teile auf Zug beansprucht 
sind, da ferner die sehr schmalen Radgestelle leichter werden, 
so ist das ganze Wagengewicht erheblich geringer als bei gleich 
großen Standbahnwagen: 
ein Schwebebahnwagen für 75 Personen wiegt 12,5 t 
ein Standbahnwagen für 75 Personen wiegt 24,0 t. 
Dieses geringere Wagengewicht, verbunden mit einem für 
die ganze Strecke fast gleichmäßigen Widerstand verursacht 
naturgemäß einen geringeren Stromverbruach. 
SEfTtN-iMSICHT 0£ß LAHDSTKCME 
Was die Erhaltung der 
Betriebsmittel anlangt, so 
ist diese ebenfalls geringer 
als bei Standbahnen. Die 
Wagen schwingen in Kur 
ven aus, sind daher viel 
geringeren Beanspruchen- 
gen unterworfen als ein 
Standbahnwagen und er 
leiden dadurch auch 
geringere Schäden. Er 
wähnt sei auch, daß die 
Schwebebahn zur Tren 
nung von Nah- und Fern 
verkehr zweigeschossig 
ausgebildet werden kann 
(Abb. 4). 
Abb. 3 zeigt die Bahn 
körperlängen bei Schwebe 
bahn, Hochbahn und 
Untergrundbahn, die für 
das gleiche Geld zu er 
stellen sind. Man wird da 
her Direktor König von 
der Schwebebahn-Gesell 
schaft beistimmen, wenn 
er auf einem in der Haupt 
versammlung des Vereins Deutscher Straßenbahnen usw. ge 
haltenen Vortrage im Anschluß an die hier wiedergegebenen 
Angaben ausführte; „Unser Wirtschaftsleben, das unter den 
bekannten Dawes-Lasten zu arbeiten gezwungen ist, verlangt 
nach schnelleren und b|lligeren Verkehrsmitteln, und viele un 
serer 5 größten Städte müßten" längst Schnellbahnen besitzen. 
Sie werden vor der Wahl stehen, ob sie warten sollen, bis sie 
Geld genug haben, um unsichtbare und teuere Untergrundbahnen-” 
bauen zu können und inzwischen ihr Wirtschaftsleben nicht 
vorwärts zu bringen, oder ob sie mit heute aiifbringbareft GfSld'df n 
sich in den Besitz einer billigen Schwebebahn bringen wollen.“ 
Leider ist die Erkenntnis von der höheren Wirtschaftlichkeit 
der Schwebebahn gegenüber Hoch- und Untergrundbahnen noch 
nicht überall verbreitet, wie es z. B. die jetzigen Erweiterungen 
des Berliner Schnellbahnnetzes beweisen (vgl. „Städtebau“ 1927, 
Heft 5, Seite 80); die neuen Strecken werden in Berlin nach 
wie vor als Untergrundbahnen ausgebildet. Erstaunlich ist, 
daß hier die Zurückdrängung der Vertreter des Grundbesitzes 
in den städtischen Körperschaften durch sozial denkende Männer 
und Frauen nicht die geringste Änderung herbeigeführt hat. 
Statt billige Schnellverkehrsmittel zu schaffen, scheinen sogar 
die Sozialisten sich damit zufrieden geben zu wollen, die selbst 
süchtigen Vorurteile der städtischen Grundbesitzer zu über 
nehmen und deren Geschäfte zu besorgen. • L. A. 
Die, Abbildungen 1 bis 5 auf Seite i?4 bis i7 5 sind dem Sonder 
druck „25 Jahre Schwebebahn 11 aftSjjdejf^ Niederschrift über die' 
XXII. Hauptversammlung dsi Vereins Deutscher Straßenbahnen, 
Kleinbahnen,, und Privateisenbahnen E. V. entnommen. 
Quatsatm 
WSTQ715 
I mr tr8m 
nma.' 
irOrit 
Ahb. 5 / Landstrecke der Schwebebahn Elberfeld-^ Barmen
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.