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Volume H. 5/6

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

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Damit steht dann der Elektroschlepper zu weiteren Schlepp 
transporten zur Verfügung. 
Einer der wesentlichen Vorzüge des Elektrokarrens sowohl wie 
des Elektrohubkarrens liegt in der außerordentlich großen Wen 
digkeit dieser Fahrzeuge (kleinster Fahrkreisradius: innen 
0,5 m, außen 2 m). Damit kann das Transportgut meistens 
bis an seine Verwendungs- oder Lagerstelle, selbst bei recht 
engen Raumverhältnissen, gebracht werden. Die Elektrokarren 
werden sowohl mit Zweirad- wie mit Vierradlenkung hergcstellt. 
In Abb. 2 bis 5 sind verschiedene Sonderausführungen von 
Elektrokarren dargestellt, wie sic bereits in städtischen Be 
trieben laufen. 
Die für den Betrieb des Elektrokarrens erforderliche Akku 
mulatorenbatterie, die in zwei Kasten zu je 20 Zellen in dem 
Karren eingebaut wird, besteht je nach Fahrbereich und Be 
schaffenheit der Fahrbahn entweder aus einer Großoberflächcn- 
batterie oder aus einer Gitterplattenbatterie. Die erstere ist 
gegen mechanische Erschütterungen und zeitweise Überlastungen 
weniger empfindlich. Bei längeren Fahrstrecken auf guter Fahr 
bahn (Asphalt, Holzpflaster usw.) kommt dagegen die Gitter 
plattenbatterie wegen ihrer größeren Kapazität in Frage. 
Die Lebensdauer der positiven Platten der Großoberflächen 
batterie beträgt etwa 1000, die der Gitterplattenbatterie etwa 
250 Entladungen. 
Das wesentlichste im Elektrokarrenbetricbe ist die große Ein 
fachheit in der Bedienung, sowohl was den Fährbetrieb, als 
auch was die Ladung der Batterie anbelangt. Letztere erfolgt 
am einfachsten, wenn die Batterie im Fahrzeug verbleibt. Es 
braucht dann nur die eigens zum Laden vorgesehene Ansteck 
dose mit einem Kabel an die Ladevorrichtung angeschlossen zu 
werden. Die Ladung wird zweckmäßig des Nachts vorgenommen 
zu einem von dem zuständigen öffentlichen Elektrizitätswerk zu 
erwirkenden sehr billigen Nachttarif (5 bis 10 Pfennig je kWh), 
an dem jedes Elektrizitätswerk zum Ausgleich seiner Tages 
belastungskurve ein wesentliches Interesse hat. 
Die Ladung der Elektrokarrenbatterie erfolgt vollkommen 
automatisch und bietet nicht die geringsten Schwierigkeiten, 
so daß die dazu erforderlichen wenigen Handgriffe von jedem 
ungelernten Arbeiter ausgeführt werden können. Durch den 
„Pöhlerschalter“ ist jeder Fehlgriff in der Bedienung aus 
geschlossen und auch jede Überwachung des Ladevorganges 
überflüssig, sobald er einmal für eine bestimmte Batteriegröße, 
d. h. für einen bestimmten Karrentyp richtig eingestellt und die 
Schaltung entsprechend fcstgclegt ist*). 
*) Näheres hierüber: AEG-Mitteilungen Heft 3/1927, S. 134 
Abb. 4 j Elektrokarren als Sprengwagen 
Mit Hilfe dieses 
Ladeschalters (Sy 
stem Pöhlcr) kön 
nen die verschieden 
artigsten Schaltun 
gen durchgeführt 
werden, wobei zu 
beachten ist, daß 
im allgemeinen jeder 
Ladestromkrcisbzw. 
jede Batterie einen 
Ladeschalter erhal 
ten muß. Auf diese 
Weise können aus 
einem Netz von 110 
Volt beliebig viele 
Batterien von 40 
oder weniger Zellen 
über je einen fest 
abgestimmten 
Ladewiderstand und 
Ladeschalter ein 
wandfrei nebenein 
ander aufgeladen 
werden. Man kann auch die parallel geschalteten Battcrie- 
hälften einer 80 - Zellen - Batterie mit einem Ladeschalter 
von einem Ild-Volt-Netz aufladen, weil ja beide Hälften gleich 
mäßig entladen sind, so daß beim Abschalten des Ladeschalters 
auch beide wieder ordnungsmäßig voll aufgcladen sind. 
Die Ladung je zweier Batterien in Reihenschaltung von 
höherer Spannung, also z. B. zweier 40-Zellen-Batterien von 
220 Volt ist mit Hilfe von zwei Ladeschaltern ebenfalls einwand 
frei möglich. Sobald eine der beiden Batterien fertig geladen ist, 
wird sie durch ihren Ladeschalter abgcschaltet und dafür ein 
Ersatzwiderstand eingeschaltet, bis schließlich auch die zweite 
Batterie durch ihren Ladeschalter abgeschaltet wird. 
Für die Ladung zweier Batterien mit 40 Zellen von 110 Volt 
zeitlich hintereinander war auf der vorjährigen Leipziger Früh 
jahrsmesse u. a. eine Ladetafel neben einem Elektrokarren und 
Gleichrichter mit selbsttätiger Zündung ausgestellt. Mit Hilfe 
dieser Ladeschalttafel kann die gesamte zur Verfügung stehende 
Nachtladezeit mit billigem Strom (5 bis 10 Pfennig je kWh) 
für zwei Batterien restlos benutzt werden. 
Oberingenieur Fritz Foerster, Berlin 
Abb. 3 
Elektrokarren für Sinkkasten-Entleerung 
Abb. 5 / Elektrokarren als Kulissenwagen
	        
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