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Volume H. 5/6

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 23.1928 (Public Domain)

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liehen Teil des Geländes wäre in den folgenden Jahren denkbar, 
vorausgesetzt, daß alles, was für das Jahr 1930 etwa schon an 
Dauerbauten errichtet werden muß, nahe genug an den alten 
Messehallen und derart gebaut wird, um für die ständig wachsen 
den und dauerhafteren Bedürfnisse der allgemeinen Messen vom 
Messeamt der Stadt Berlin übernommen werden zu können. Ein 
inniges Einverständnis zwischen dem Messeamt und dem Verein 
„Bauausstellung“ ist unerläßlich. Sie müssen sich gegenseitig 
helfen. Kenner der Dresdener Verhältnisse berichten, daß man 
dort die Festlegung auf eine zehnmalige jährliche Wiederholung 
der „Jahresschau“ innerhalb eines feststehenden baulichen 
Rahmens als eine schwere Last empfindet. Der Erfolg der eben 
falls auf zehn Jahre geplanten Bau-Ausstellung in Berlin kann 
am ehesten dann erhofft werden, wenn die Darbietungen nicht 
immer innerhalb desselben Rahmens erfolgen müssen. Auch die 
aus den Erfahrungen jeden Jahres sich ergebenden neuen Ge 
danken werden am erfolgreichsten dann verwirklicht werden 
können, wenn möglichst viele der Bauten möglichst provisorisch, 
möglichst verschiebbar, möglichst abwandclungsfähig gestaltet 
werden. Die Abbildungen 24—28 zeigen einen Vorschlag, die 
Hallen verschiebbar zu gestalten. Diese Anregung wirkt wie eine 
in größtem Maßstabe gedachte Wiederholung dessen, was Mies 
van der Rohe 1927 in kleinem Maßstabe innerhalb seines Stutt 
garter Mietshausblocks gezeigt hat, wo die Wände innerhalb der 
einzelnen Wohnungen verschiebbar waren und deshalb den all 
mählich wechselnden Bedürfnissen angepaßt werden konnten. 
Welche Gefahr allzugroße Starrheit für Ausstellungs- und Messe 
hallen bringt, hat (deutlicher noch als der 1926 erfolgte Umbau 
des alten Düsseldorfer Ausstellungspalastes) der für die „Pressa“ 
in diesem Jahre fertiggcstclltc sehr kostspielige Umbau der 
Kölner Messehallen gezeigt, die doch nur wenige Jahre alt waren. 
Nichts ist wandelbarer als die Bedürfnisse der großen Aus 
stellungen, die doch recht eigentlich das Versuchsfeld für unsere 
stets sich wandelnden Anschauungen und Bedürfnisse sein sollen. 
Wer die Pariser Ausstellungen verfolgt hat, weiß, wie fremdkörper- 
haft in den neueren Ausstellungen die alten Gebäude (Trocadero, 
Grand Palais, Petit Palais und selbst der Eiffelturm) hinein 
ragten. Welche Erfolge darf man den jährlichen Berliner Bau- 
Ausstellungen von 1935—1940 versprechen, wenn sie bei unseren 
Kantstraße unten links 
Abb. 15 u. 16 / Durch anerkennende Erwähnung ausgezeichnet / Kennwort: 
„Planung“ / Verfasser Karl Ed. Bangert, Berlin ] Starke Konzentrierung, 
bequeme Planungsmöglichkeit ) trennbare Ausführung der einzelnen Teile 
Kantstraße oben links 
Abb. 14 / Durch anerkennende Erwähnung ausgezeichnet 
Kennwort: „Am neuen Reichskanzlerplatz“ / Verfasser: Hans Herkommer 
und Hans Münzer, Stuttgart 
Ein rechtwinkliges Achsenkreuz auf der Verlängerung der Kantstraße und 
auf dem neuzugestaltenden Reichskanzler- Platz auf gebaut. Der alte 
Eisenbahneinschnitt ist verleugnet und dadurch große Freiheit der Ge 
bäudegruppierung gewonnen.
	        
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