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Volume H. 9/19

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 22.1927 (Public Domain)

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Abb, 1 bis 3 / Siedlung Glauchau / Erdgeschoß-Grundrisse der drei Typen / Maßstab 1:150 
Der linke Grundriß stellt den ersten Typ dar, der unter dem Einfluß von Forderungen der Siedler zum Typ III (rechts) umgewandelt wurde, wobei eine weitere Kammer 
im Dachgeschoß antergebraeht ist 
Streit nur örtlich schlichten läßt. Es spielen so viele verschiedene 
Verhältnisse mit: Preise der Baustoffe bis zur Baustelle, Löhne, 
Baustellenpreise, Anliegerleistungen und vieles mehr. Was für 
einen landwirtschaftlichen Bezirk in Pommern richtig ist, braucht 
für den dichtbesiedelten industriellen Chemnitzer Bezirk nicht 
zu gelten. Für Glauchau hat sich ergeben, daß sich die vier- 
räumige Normalwohnung am billigsten im eingeschossigen Ein- 
familien-Reihenhaus erstellen läßt. 
Es sollte versucht werden, mit den reinen Baukosten möglichst 
an die Friedenspreise heranzukommen, d. h. rd. 6000 Mk. für die 
Wohnung. Selbstverständlich konnte man eine solche Senkung 
der Baukosten nur dadurch erreichen, daß man sich von vielen 
Ansichten der Friedenszeit frei machte und neuzeitliche Wirt 
schaftsführung und Bautechnik verwertete. Minderwertigkeit in 
der Bauausführung, sowie in der Grund- und Aufrißgestaltung 
schloß eine derartige Baugesinnung naturnotwendig aus. 
Ferner sollte das freie Baugewerbe wieder am Wohnungsbau 
interessiert werden. 
Im Herbst 1925 konnte der erste Versuch mit acht Einfamllien- 
Reihenhäusern gemacht werden. Eine Ausschreibung unter den 
am Orte ansässigen Baugeschäften ergab für ein Reihenhaus 
(Abb. 4 ) den Gesamtpreis von RM. 7400 (schlüsselfertig). 
Weitere Verbilligung ist, ohne Herabminderung der Wohnungs 
kultur, nur durch weitgehende Vereinfachung der Konstruktion, 
durch Typisierung und Normung der einzelnen Bauteile und 
nicht zuletzt durch weitgehendes Entgegenkommen der Bau 
polizei möglich. 
Um zu einer solcher Verbilligung zu kommen, haben wir uns 
entschlossen, eingeschossig zu bauen: Küche und sämtliche 
Wohnräume liegen in einem Geschoß (Abb. 1). Jede Haustreppe 
ist erspart; der Raum des Treppenhauses kommt den Zimmern 
zu Gute. Nur die Hälfte des Gebäudes ist unterkellert, und da 
das Dach nicht ausgebaut wurde, konnte das Zwischenge 
bälk und das Dachgespäre aus Bohlen hergestellt werden. Die 
Außenmauern wurden 25 cm stark mit einer 12 cm starken 
Luftschicht und Edelverputz auf Zementunterputz hergestellt. Im 
Wohngeschoß enthält das Haus bei insgesamt 62 qm Wohn 
fläche die Wohnküche und drei Wohnräume, daueben lunenklosett, 
Wandschänke für Speisen und Reinigungsgerät, Raum für die Bade 
wanne, Vorraum und Windfang. Im Kellergeschoß, das vom Vor 
raum über eine Treppe zugängig ist, liegt eine geräumige Wasch 
küche und ein Wirtschaftskeller. Im Dachgeschoß, zu dem eine fahr- 
Abb. 4 / Siedlung Glauchau I Lageplan 
Die romiicften Ziffern bedeuten die Haustypen
	        
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