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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 22.1927 (Public Domain)

WETTBEWERB FÜR DEN NEUBAU EINER HÖHEREN SCHULE IN KASSEL 
Mit Recht hob das Preisgericht die städtebaulichen Schwierig 
keiten der Aufgabe hervor, die „durch Bauprogramm, Platzan 
lage und Form und durch die groß angelegte Achse der Her 
kulesanlage, die sich in der Landschaft fortsetzt,“ hervorge 
rufen sind. 
Das Preisgericht, dem u. a. als Fachleute Professor Caesar, 
Architekt Hoeger, Professor Roth angehörten, kam zum Schluß, 
daß „keiner der eingereichten Entwürfe eins restlos befriedigende 
Lösung darstellt.“ Deshalb wurden drei Entwürfe mit je Mk. 5000.—. 
und zwei weitere mit je Mk. 2500.— ausgezeichnet. 
Das Erfreuliche an diesem Wettbewerb ist, daß trotz der 
— leider fast zur Gewohnheit gewordenen — Nichtverleihung 
eines I, Preises, die weitere Bearbeitung einem der Preisträger, 
Heinrich Tessenow, Berlin übertragen wurde. Es gelang ihm, 
die Stadt von der Unzweckmäßigkeil des vorgeschlagenen Bau 
platzes zu überzeugen und die Wahl eines anderen in der Nähe 
gelegenen Bauplatzes durchzusetzen, für den die Baupläne sich 
zurzeit in Bearbeitung befinden. Der Verzicht auf den ursprünglich 
vorgesehenen Bauplatz darf als mittelbares Ergebnis des Wett 
bewerbes begrüßt werden, der somit doch einen Zweck erfüllt hat. 
L. A. 
Abb, 1—3 / Wettbewerb für den Neubau 
einer höheren Schale in Kassel / Entwurf 
von Heinrich Tessenow, Berlin 
Ein Preis von 5000 Mark 
Aus dem Urteil des Preisgerichtes; „Die 
Rücksicht auf den großartigen Abschluß, 
den die Natur mit ihren auf Fernblicke 
berechneten Bauten des Herkules und des 
Schlosses bietet, leitete den Verfasser bei 
der Gruppierung der Baumassen. Er 
stellte daher vorn in die Platzfront nur 
einen zweigeschossigen Baukörper . . . Die 
rechtwinklig zum Frontbau verlaufenden, 
einen großen Schulhof umschließenden 
hohergefuhrten Flügelbauten umrahmen 
mit ihren . . . gut abgewogenen Massen 
Jenes Abschlußbild rahmenartig . , , Auf 
bau wie Grundrißanlage (Hof, Eingangs 
halle, Laube und Saalgestallung) läßt eine 
äußerst feinsinnige, fast poetisch anmutende 
Hand erkennen.“ 
kJ/-. 
183 
12 
Städtebau 1927, Heft 12
	        
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