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Volume H. 3

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 21.1926 (Public Domain)

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Abb. 5 Oben: Die Abschallierungen versinnbildlichen diejenigen Himmelsrich 
tungen, welche für die Besonnung der Wohnungen die günstigsten Voraussetzungen 
bieten: außerdem ist die Windfigur Stuttgarts eingetragen, wodurch veranschaulicht 
werden soll, daß, wenn auch die Windverhältnisse berücksichtigt werden sollen, die 
Zahl der sonst vorteilhaften Himmelslagen verringert werden kann. In unserem Bei 
spiel ist Südwest— Nordest die Hauplwindrichtung. Diese müßte also streng ge- 
nommen als Straßenrichtung ausscheiden, da solche Straßen sehr zugig wären. Bei 
den Südost-Nordweslstraßen bestünde die Gefahr der Staubwirbelbildung und die 
Hausfronten wären stark dem Wetter ausgesetzt. Unten ■ Die beiden über dem 
Kartenausschnitt gezeichneten Netze von Linien stellen die Richtungen dar, welche 
günstige Besonnungsmoglichkeit bieten. In der Hauptsache laufen im Talgrund wie 
auch an den Berghängen (besonders unterer Teil des Kartenbildes) die Höhenkurven 
mit den Linien guter Besonnung annähernd gleich. Das wäre sehr günstig, aber 
leider liegen sie in Hauptwindrichtung. Übereinstimmung von Höhenlinien und 
Richtungen günstiger Besonnung, welche nicht im Hauptwind Hegen, kommt nur 
an den Bergkuppen und Mulden des oberen Teiles häufiger vor. Diese Mulden sind 
aber keine guten Wohnlagen, weil der Berg steil gegen Süden ansteigt und daher 
die Mulden besonders in der kalten Jahreszeit stark beschattet. 
gleichmäßig besonnte Seiten mit im Hochsommer 14 */ 3 ständiger, 
im Frühling und Herbst 9 '/s ständiger und im Winter 5 ständiger 
Besonnungsmoglichkeit. Nachteile sind der tägliche Verlust der 
warmen Mittagssonne, der fast vollkommene Sonnenscheinmangel 
in den Wintermonaten, ferner der Umstand, daß die Straßen selbst 
über Mittag schattenlos sind und die Häuser ihre ganze Breitseite 
den im allgemeinen aus Westen heranschlagenden Wettern ent 
gegenstellen. Dies macht die Anlage von Nord-Süd-Straßen sehr 
bedenklich und hat mich veranlaßt, eine Anzahl verschiedener 
Himmelsrichtungen auf die Möglichkeit der tatsächlichen Besonnung 
zu untersuchen. Das Ergebnis für freistehende Reihenhäuser ist 
im nachfolgenden zusammengestellt. 
Abb. 6 / Windfiguren von vier nicht weit voneinander gelegenen Orten. Bei dem 
auf der schwäbischen Alb gelegenen Münsingen herrschen die westlichen Winde vor. 
Das nur 11 km von Stuttgart entfernte, auf der Fildcrhochebene gelegene Hohen 
heim hat in der Hauptsache Wind aus Südwest. Stuttgart, im Grunde eines von 
Südwest nach Nordost verlaufenden Talkessels, hat seiner Lage entsprechend vor 
wiegend Winde aus diesen Richtungen. Und die Windfigur von Cannstatt am 
Neckar (eine Vorstadt Stuttgarts), ähnelt wohl derjenigen Stuttgarts, ist jedoch, be 
sonders was die Ostwinde betrifft, von ihr in den Einzelheiten sehr verschieden, 
was eben von der landschaftlichen Lage herrührt. 
Himmelsrichtung 
N-S 
SSO-NNW 
und 
SSW-NNO 
SO-NW 
und 
NO-SW 
OSO WNW 
und 
ONO-WSW 
O-W 
Besonnung im Winter: 
Vorderseite 
Rückseite 
2 >/s Sldn. 
2V, * 
4 Stdn. 
Vs * 
5% Stdn. 
0 
7 V 2 Stdn. 
o 
8 Stdn, 
0 „ 
im Ganzen 
5 Stdn. 
4 V 3 Stdn. 
5»/* Stdn. 
7'/, Stdn. 
8 Stdn. 
Besonnung im Frühling 
u, Herbst: Vorderseite 
4 3 4 Stdn. 
6 Stdn. 
7 Stdn. 
8 1 2 Stdn. 
8 Stdn. 
Rückseite 
<’* - 
3 V, - 
2 .. 
0 
0 . 
im Ganzen 
9 V 2 Stdn. 
9 '/* Stdn. 
9 Stdn. 
8 2 Stdn. 
8 Stdn. 
Besonnung im Sommer: 
Vorderseite 
Rückseite 
7 */, Stdn. 
7-4 * 
8 Stdn. 
6 V* . 
7 */* Stdn. 
5',* n 
6 Stdn. 
3 V» - 
5 V» Stdn. 
3 
im Ganzen 
14 V* Stdn, 
14 V* Stdn. 
12' f Stdn 
9 '/j Stdn. 
8 V, Stdn.
	        
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