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Volume H. 2

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 21.1926 (Public Domain)

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begrenzt) befinden sich zur Zeit noch 
1081 Wohnungen mit 2600 Zimmern, 
139 Läden, 113 Werkstellen. Bevor mit 
dem Abbruch begonnen wird, sollen für 
die Bewohner zunächst Ersatzwohnungen 
geschaffen werden und zwar an ver 
schiedenen Teilen der Stadt. Die Ham 
burger Bürgerschaft hat kürzlich eine 
erste Rate von 5 Millionen Reichsmark 
für die Schaffung von etwa 600 Woh 
nungen über das sonstige Wohnungsbau 
programm hinaus bewilligt, so daß im 
kommenden Sommer mit der Dislokation 
der Familien und dem Abbruch begonnen 
werden kann. Der im Jahre 1912 aufge 
stellte Bebauungsplan für das Sanierungs 
gebiet soll dabei einige Änderungen er 
fahren. Der Burchardplatz ist zu einem 
geräumigen Stadtgebilde erweitert, um 
hier Parkplätze für die Aufstellung von 
Kraftwagen zu schaffen, für die in dieser 
Gegend ein dringendes Bedürfnis vor 
liegt. Die Burchardstraße und die 
Straße Pumpen sollen aus Verkehrsrück 
sichten verbreitert werden, dafür fällt 
die Niedernstraße fort. Die übrigen Auf 
teilungsstraßen sollen einstweilen nicht 
festgelegt werden, um bei der Block 
aufteilung eine gewisse Bewegungsfrei 
heit entsprechend den auftretenden 
Bedürfnissen zu haben. Für die Her 
richtung der Straßen (Pflasterung, Siel 
bauarbeiten, öffentliche Beleuchtung) sind 
außerdem noch rund 1 Million Reichs 
mark bewilligt. Sobald das Gelände, 
das sich vollständig im Besitz des ham- 
burgischen Staates befindet, hergerichtet 
ist, wird es öffentlich verkauft, so daß 
voraussichtlich ein großer Teil der auf 
gewandten Kosten wieder gedeckt wird. 
Es liegen bereits mehrere große Bau 
anträge vor, darunter ein Theater und 
ein Industriehaus. Für Wohnzwecke 
kommt das Gebiet kaum noch In Frage. 
Jedenfalls ist eine Reihe interessanter 
Bauvorhaben zu erwarten, auf die bei 
Gelegenheit näher eingegangen werden 
soll. 
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DIE ERWEITERUNG DER HAMBURGISCHEN CITY UND DAS MESSEHAUSPROJEKT 
Zu dem Aufsatz mit der obigen Überschrift in „Städtebau“, 
1925, Heft 9/10 erhält der Schriftleiter von sachverständiger Seite 
folgende Erwiderung: 
Die Vorschläge der Architekten Gerson und des Schriftstellers 
Götz für den Ausbau der Hamburger City enthalten eine Menge 
wertvoller Gedanken, die den Ansichten vieler Hamburger Kreise 
durchaus entsprechen. So werden die Bedenken gegen die Errichtung 
des Messehauses am Hauptbahnhof vielfach geteilt. Auch ist man 
sich allgemein darüber einig, daß der Zoologische Garten, die Zoll 
vereinsniederlage und der Schlachthof mit dem Viehbahnhof in 
absehbarer Zeit einmal verlegt werden müssen. Ebenso beschäftigt 
man sich schon lange mit der Frage, wie eine Entlastung in den 
Verkehrsverhältnissen der heutigen City geschaffen werden kann 
und stimmt der Auffassung zu, daß im Innern der City eine Be 
bauung mit Hochhäusern aus verkehrstechnischen Gründen ver 
mieden werden muß. Das eigentlich Neue an den Vorschlägen ist 
die Errichtung eines Kongreß- und Messehauses auf dem Gelände 
am Dammtorbahnhof und die geplante Hochhausstraße. Das Projekt 
des Kongreß- und Messehauses ist sehr beachtenswert und liegt 
durchaus im Bereich des Möglichen, wenn auch nicht verhehlt werden 
darf, daß viele Kaufmannskreise dem Gedanken eines Messehauses 
ablehnend gegenüberstehen. Dagegen ist das eigentliche Kernstück 
der Gersonschen Vorschläge, die geplante Hochhausstraße, praktisch 
wohl kaum durchführbar. 
Es soll hier nicht die technische Seite dieses Projekts in Frage 
gestellt werden. Auch würde die Reihung der vierzehnstöckigen
	        
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