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Volume H. 9/19

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 21.1926 (Public Domain)

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Abb. 11 ' Siedlung-Tel Adaschim ' Architekt: Richard Kauffmann. Jerusalem / Fliegerbild 
Abb. 12 (unten) / Weslcarmel Architekt: Richard Kauffmann, Jerusalem 
Bebauungsplan 
Gesamtfläche beträgt etwa 6000 Dunam, d. h. rd. 600 ha (Abb. 12). 
In bezug auf städ tische Siedlungen kann man heute zwei 
Wege dieses Vorgangs in Palästina wahrnehmen: die Entwicklung 
bereits bestehender Städte und die gänzliche Neuanlage von 
Städten. Eine Stadt ist in der letzten Zeit in Palästina neu ge 
gründet worden: Tel Aviv bei Jaffa. Sie ist im Lauf von etwa 
15 Jahren bis heute von einer kleinen Gartenvorstadt zu einer 
Stadt von über 40000 Einwohnern angewachsen. Leider wurde 
Tel Aviv ohne Generalbebauungsplan gebaut und weist daher alle 
schweren Schädigungen auf, die einer solch anarchischen Gründung 
anhaften. 
Die beschränkte Zahl von Plätzen in Palästina, die infolge 
ihrer natürlichen Lage dazu bestimmt sind, einmal städtische Sied 
lungen zu tragen, sind unschwer zu erkennen. Ein solcher Punkt 
ist der, an dem heute die Emekstadt angelegt wird (Abb. 8 —10, 
17-18, 21). 
Einmal befindet sich hier der Schnittpunkt von wichtigen Süd- 
Nord-Verkehrslinien mit den bedeutendsten West-Ost-Verkehrs 
linien des Landes. Dann liegt hier der Mittelpunkt eines aus 
gedehnten und fruchtbaren landwirtschaftlichen Hinterlandes. Von 
besonderer Bedeutung werden in der Zukunft nach erfolgtem 
Ausbau die West-Osl-Verkehrslinien sein. Nach dem Bau des 
Hafens von Haifa werden sie die verhältnismäßig leichtesten 
Verkehrs vege von diesem Teil der Mittelmeerküste durch Palästina 
rach den Ostländern sein. Zu einer gründlichen Erkenntnis der Enl- 
wicklungsmoglichkeiten einer solchen Stadt und entsprechen 
der Planung wäre es notwendig, die Vorbedingungen für ihre 
Entwicklung auf Grund sorgfältiger Untersuchungen zu er 
forschen. Ein solcher Vorgang ist selbstverständlich und verhältnis 
mäßig einfach für die Feststellung der Entwicklungsmöglichkeiten 
einer bestehenden Stadt auf Grund langjähriger, sorgfältiger sta 
tistischer Untersuchungen. Viel schwieriger ist die Beschaffung 
dieser Unterlagen bei der Neugründung und als fast unmöglich er 
wies es sich im vorliegenden Falle, da mit vielen Voraussetzungen 
zu rechnen ist, die — geschweige davon, daß sie statistisch über 
haupt nicht zu erfassen sind — heute unmöglich vorausgeseben 
werden können, so daß nur mehr oder weniger unbestimmte An 
nahmen der Planung zugrunde gelegt werden konnten. 1 ) 
Obwohl zahlenmäßige Angaben nicht zu erstellen waren, so muß 
andererseits darauf hingewiesen werden, daß dennoch Tatsachen 
*) Ein genaues Eingehen auf diese Fragen ist in dem Erläulerungsbericht des 
Verfassers zum Bebauungsplan der Emekstadt vom Mai 1925 zu finden.
	        
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