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Volume H. 9/19

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 21.1926 (Public Domain)

Abb. 6 / Gartenvorstadt Beth Hakerem bei Jerusalem / Architekt: Richard Kauffmann, Jerusalem 
Terrassenanlagc (vgl. Abb. S Mitte) 
151 
Abb. 5 / Gartenvorstadt Beth Hakerem bei Jerusalem Architekt: Richard Kauffmann 
Bebauungsplan (vgl. Abb. 4 und 6) 
Abb. 7 / Siedlung Montefiore / Architekt: Richard Kauffmann, Jerusalem 
Bebauungsplan 
Eine Hauptstraße zieht als Rückgrat des Ganzen von dem Ein 
gangsplatz über die Höhe und dann südlich abwärts zu dem an 
schließenden Erweiterungsgebiet von „Mar Eliash.“ 
Die Größen der einzelnen Grundstücke sind mit rund 1 Du- 
nam vorgesehen, so daß nach Abzug der für Straßen und öffent 
liche Plätze sowie Grün- und Sportanlagen vorgesehenen 28 v. H. 
des Ganzen etwa 800 Plätze erstellt werden. 
Im Nordwesten von Jerusalem liegt das Gelände von Beth 
Hakerem (Abb. 4—6) in einer Gesamtausdehnung von ungefähr 
280 Dunam, ca 25 ha. Es hat die typische Geländegestaltung des 
judäischen Berglandes, in seinem Hauptteil charakterisiert durch 
eine Hügelkuppe. 
Zwei Wadis (Bergtäler) ziehen in terrassenförmiger Abstufung 
zu beiden Seiten abwärts, um sich an ihrem Fuße zu einer brei 
ten Talmulde zu erweitern. In diesen Wadis befindet sich die 
beste Gartenerde. Der Humus, der von den felsdurchsetzten, un 
bewaldeten Bergen im Laufe der Zeit hinabgeschwemmt wurde, 
hat sich dort abgelagert. Die Wadis ergeben so die natürliche 
Stelle für die Anlage zweier Parkstreifen (Abb. 6). 
Wie Jerusalem voraussichtlich das kultu rel le Zentrum Palästinas 
sein wird, so kann man andererseits als gegeben annehmen, daß 
Haifa das Industrie- und Handelszentrum Palästinas werden 
wird. Haifa liegt nicht nur in günstiger Lage zu dem Lande 
selbst, sondern ist auch der Ausgangspunkt für die Verkehrs 
wege nach den Nachbarländern. Bei Haifa beginnt die west-öst 
liche Durchbruchspforte durch die süd-östlichen Gebirgsmassive 
Palästinas. Schon jetzt ist es der Ausgangspunkt für die Bahn 
linie nach Oslsyrien, dem Hauran und Transjordanien, Die Bahn 
linie nach Egypten beginnt in Haifa, ebenso die Bahn nach Akko, 
die jetzt fortgeführt werden wird, um den Anschluß nach Aleppo 
und Beirut und dadurch nach Konstantinopel und Europa, 
zu erhalten. Die Küstenlinie Palästinas zieht in praktisch geradem, 
etwa nordsüdlichem Verlaufe den ganzen Mittelmeerstrand entlang. 
Nur bei Haifa ist durch den Golf von Haifa-Akko eine natürliche 
Bucht entstanden, die an sich schon die beste Vorbedingung 
für die Anlage eines Hafens bildet (Abb. 19). 
Im Westen der Stadt und der Bucht erhebt sich dasCarmelgebirge 
bis zu einer Höhe von etwa 350 m. Kaum ein idealeres Wohngebiet
	        
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