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Volume H. 7

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 21.1926 (Public Domain)

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DAS ERGEBNIS DES ZÜRICHER SEEUFERWETTBEWERBES (VGL. STÄDTEBAU 1925, HEFT 9/10) 
VON HEINRICH PETER, ZÜRICH 
Abb. 1 -3 / SccufcrWettbewerb Zürich und Vororte / Ein 2. Preis (Fr. 15000) / Verfasser: Architekten Gebrüder Pfister, Zürich 
Ansicht vom Bürkliplatz und Quaibrückc (vgl. Abb. 2). Aus dem Urteil des Preisgerichts: „Di^ Bebauung rechnet am Bürkliplatz mit zwei neuen Akzenten: mit einem 
aus dem See aufsleigenden, unmittelbar an der Quaibrücke errichteten Gcbäudcköiper, der in geschickter Weise die Ecke me>kiort, wo das Seeufer in das Flußutcr über 
geht, der zweite Punkt, der große Turm, der einerseits das Ende der Bahnhofstraße bezeichnet, anderseits die Gebnudcreihe am Alpenquai abschließt. Diese beiden 
Gebäude, im Verein mit der bestehenden Nationalbank und in bester Beziehung zu den verschiedenen Verkehrsstraßen und dem vor der Nationalbank liegenden Park werden 
der Situation gerecht und führen einen großen architektonischen Gedanken zu Ende." 
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Wenn es sich bei diesem Wett 
bewerb für die Stadt Zürich hätte 
darum handeln können, einen aus 
führungsreifen Entwurf zu erhal 
ten, dann müßte man fcststellen, 
daß kein Projekt diese Erwartung 
ganz erfüllt. Die Aufgabe war aber 
so vielgestaltig, daß gewisser 
maßen nur Diskusionsbeiträge 
zum Thema einlaufen konnten, 
was nicht ausschließt, daß sich 
einzelne wirklich hervorragende 
Stimmen äußerten. Je nach Ver 
anlagung und Neigung wandten 
sich die einen mehr den architek 
tonischen Problemen zu, andere 
den Verkehrsfragen und noch an 
dere der Gestaltung der Grün 
flächen. Das Preisgericht hat nach 
diesen Gesichtspunkten die Ar 
beiten beurteilt und 
allgemeine Richt 
linien aufgestellt. 
Der Verkehr, 
der naturgemäß das 
ebene Gelände am 
Ufer aufsucht, soll 
wenn möglich in die 
„zweite Linie” ge 
leite t werden, damit 
zwischen der Be 
bauung und dem 
See ein breiter 
Grünstreifen ver 
bleibt (Abb.5 u.7). 
Die Verfasser des 
letzteren Projektes 
schlagen überdies 
auf dem linken Ufer 
von der verlänger 
ten Alfred Escher- 
Straße eine Verbin 
dung nach der Al- 
bis-Straße (Sihllal- 
Luzern - Gotthard) 
vor, durch eine 
Überführung über 
die linksufrige Zü 
richseebahn, was 
beim Projekt von 
Egli, Wien, durch 
Abb. 2 / Sceuferwetlbewerb Zürich und Vororte / Ein 2. Preis / (vgl. Abb. 1 und 3) 
Bürkliplatz (Mitte oben) und Bellevueplatz (Mitte unten), dazwischen Quaibrücke 
Aus dem Erläuterungsbericht: „Der stark anwachsende Verkehr durch die sich ständig vermehrenden Kraftwagen ruft 
nach neuen Verkehrsstraßcn, durch die der überlastete Paradeplatz und die Sihlbrücke umfahren werden können. Der 
Schanzengraben ermöglicht den Bau einer modernen Straße, die den Verkehr von den beiden Secufern auf dem 
direktesten Wege Über die Stauffacherbrücke ins Limmattal überleitet. Der Ausgangspunkt dieser neuen Verfcchrsstraße 
und gleichzeitig der Ausgangspunkt der Hauptgeschäftsstraße, der Bahnhofsstraße, erfordert einen groß angelegten 
Verkchrsplatz (Bürkliplatz), der durch seine Lage am See zum Schwerpunkt des Seebeckens wird . . 
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Abb. 3 (vgl. Abb. 1 und 2 
Urteil des Preisgerichtes: 
Anlage 
Aus 
der Häfen, der Spielplätze, der Aussichtspunkte usw.. 
besonders aber die Anlage der großen Parkflächen 
auf dem linken Ufer, sind alle zweckmäßig und 
schön und sichern dem Projekt einen hohen Rang. 
Die beabsichtigte Anlage ist durchaus im Maßstab 
und in den Verhältnissen der Stadt gehalten 
und bewegt sich im Rahmen der Ausführbarkeit." 
narra:, ntje. xjvnMX- 
eine Überleitung- des Verkehrs 
nach der Beder- Straße erreicht 
wird (Abb. 17). Den Verkehr vom 
Alpenquai durch die Breilinger 
Straße nach der See- und Albis- 
Straße zu führen, wie esdasPreis- 
gericht vorschlagt, kann wegen der 
rechtwinkligen Einmündungen 
nur als Notbehelf gelten (Abb. 5). 
Eine Verbindung in diesem Sinn 
ist m. E. nur möglich durch ein 
Straßenstück, das beim Belvoir- 
park von der verlängerten Alfred 
Escher-Straße abzweigt und beim 
Tunnelportal der linksufrigen 
Zürichseebahn flüssig in die See 
straße mündet (also in entgegen 
gesetzter Richtung wie die in 
Abb. 7 dort projektierte Straße.) 
Auf dem rechten Ufer ist die 
Frage, welche der 
drei durchgehen 
den Straßen sich 
am besten zur Ent 
lastung der beiden 
andern eignet,noch 
nicht beantwortet. 
Die mittlere bietet 
hinsichtlich einer 
flüssigen Verbin 
dung mit der Quai 
brücke Schwierig 
keiten, da sie sich 
kurz vor dem Belle 
vueplatz am Stadt 
theater unvermit 
telt gabelt. Abb. 2 
zeigt von den aus 
führbaren Lösungen 
wohl die einfachste. 
Nicht minder 
wichtig istdieFrage 
der Bebauung der 
Seeufer oder besser 
gesagt die Ausfül 
lung der noch vor 
handenen Baulük- 
ken. Das Preisge 
richt begnügte sich 
mit der Fixierung 
der Dachgesims-
	        
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