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Volume H. 9/10

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 20.1925 (Public Domain)

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Neustadt. Die Altstadt liegt 
nördlich, die Neustadt südlich 
der Bahn. Eine Verlegung ist aus 
vielen Gründen unmöglich und 
wäre auch kaum zu empfehlen. 
Um eine später etwa notwendig 
werdende Verbreiterung des 
Gcleiscbandes zu ermöglichen 
und zugleich einen Trennungs- 
Streifen zwischen den an 
schließenden Wohnquartiercn 
und der Bahnlinie zu bekommen, 
ist zu beiden Seiten der Bahn 
ein Grünstreifen mit Baum 
bepflanzung vorgesehen. Der 
Personenbahnhof Angora wird 
an die mit 1 bezw. la bezeichncte 
Stelle verlegt oder auch an dieser 
Stelle eine Haltestelle „An 
gora Regierungsstadt“ eingefügt, 
während der Hauptbahnhof viel 
leicht an seiner jetzigen Stelle 
belassen werden könnte, ganz 
bestimmt aber als Güterbahnhof 
weiter bestehen bleiben muß. 
Diese Bahnhof sverlegung ist aber 
auch zugleich eine finanzielle 
Frage, wie sie auch weitere 
Unterlagen vom Eisenbahn 
spezialisten erfordert, um restlos 
geklärt werden zu können. 
Das System der Straßen ist 
ganz einfach sowohl in der 
Linienführung als auch der 
Gliederung und Unterteilung. 
Als Hauptzug ist eine senkrecht 
auf der Bahnlinie stehende, vom 
neuen Bahnhof ausgehende, in 
südlicher Richtung ansteigende 
Achse anzusehen. Diese Haupt 
straße nimmt alle anderen Ab 
zweigungen auf und vermittelt 
die Verbindung mit der Alt 
stadt. Anfang dieser als Pracht- 
straßc aufgefaßten Linie ist der 
Bahnhof bezw. Bahnhofsplatz 
bei 1. Endpunkt ist das Parlament 
bezw. der Platz vor dem 
Parlament. Von 1—3 ist diese 
Hauptstraße eine Geschäfts 
straße mit großen drei 
geschossigen Gebäuden und Ge 
schäftshäusern, von 12—2 Forum 
der Regierung, mit den Mi 
nisterien, Museen, Bibliotheken 
usw. Eine zweite große Achse 
verbindet den unteren Sechseck- 
platz nahe am Bahnhof mit dem 
höchsten Punkt des Geländes. 
Sie mündet in einen National 
park mit großem Gebäude, evtl. 
Denkmal. Dieser Höhepunkt 
ist in westlicher Richtung 
wieder als Sichtpunkt in gerader Linie mit dem Platz vor dem Parlament verbunden. 
Alle übrigen Straßen ergeben sich durch die Gcländcart mit seinen Steigerungen und 
Senkungen, wie auch durch die Ausnutzung und Aufteilung in günstig bebaubare 
Baublocks. 
Die Hauptstraßen ermöglichen den Bau von elektrischen Straßenbahnen, eine ring 
artige Führung und Einbeziehung der Altstadt wird erwogen. Die Hauptstraßenzüge 
sollen geschlossen bebaut werden. Sonst sind offene Bauweise und Einzelhäuser an 
genommen. 
Die Theater sind an einer Stelle zusammengefaßt, bei 3 soll der Djomhouriete- 
Maydan mit besten Bauwerken geschmückt werden, ein Siegestor bei 12 soll 
die Befreiung der Türkei verkünden und zugleich Einführung in das Forum der 
Regierung sein.
	        
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