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Volume H. 9/10

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 18.1921 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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schöne Worte bereden oder durch effektvoll gemalte Per 
spektiven bestechen, sind aber hinterher enttäuscht, wenn 
alles anders wird, als sie sich eingebildet. 
Das Modell ist schon die Wirklichkeit im Kleinen. 
Die Wirkung kann durch die Übertragung in den großen 
Maßstab der Natur nicht geschmälert, sondern nur gesteigert 
werden. Statt der oft verzeichneten unmöglichen Perspek 
tiven lassen sich durch photographische Aufnahmen des 
Modells alle erdenklichen Bilder schaffen, die stets den 
Vorzug der Wahrheit verbürgen und viel leichter anzu 
fertigen sind, als mühselig konstruierte Perspektiven. 
Um noch einige Gedanken wiederzugeben, aus denen 
heraus der vorliegende Bebauungsplan entstanden ist, 
durchwandern wir, vom Bahnhof ausgehend und zu 
ihm zurückkehrend, die Modellstraßen des neugeplanten 
Stadtteiles. (Abb. Tafel 42 rechts und Tafel 43 oben.) 
Der Bahnhofsplatz, der Zutrittsraum zur Stadt soll dem 
Ankömmling einen freundlichen und würdigen Empfang 
bieten. Alles steht bequem bereit an der richtigen Stelle; 
Droschken, Gepäckkarren, Autos und Straßenbahn. Die 
Mitte des Platzes ist in weitem Umfang vom Fährverkehr 
freigehalten. Hier kann der Fußgänger ungestört Umschau 
halten, die ersten Eindrücke in sich aufnehmen und seinen 
Weg weiter in die Stadt wählen. Hier ist auch der Treff 
punkt von Gesellschaften und Vereinen, die ein gemein 
sames Reiseziel zusammenführt und der Platz für festliche 
Empfänge. 
Auskunftsstelle, Polizei und Sanitätswache sowie Warte 
räume für die Autoverbindungen nach auswärts und für 
die Straßenbahnlinie zu den Dampfern nach Eckwarden, 
Wangeroog und Helgoland sind in zwei Torhäuschen unter 
gebracht, welche den Bahnhofszugang flankieren. Diese 
beiden Platzhäuschen geben dem rastlosen Verkehr sichere 
Stützpunkte und teilen den Platz der Länge nach rhyth 
misch auf. 
Die den Platz in der Längsrichtung durchlaufende Ver 
kehrsstraße mit Straßenbahn liegt soweit abgerückt vom 
Bahnhof, daß sie den Verkehr unmittelbar vor dem Bahn 
hof nicht stört. Die beiden auf den Bahnhof zulaufenden 
Straßen münden nicht konzentrisch auf den Eingang, son- 
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