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Volume H. 5/6

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 18.1921 (Public Domain)

JAHRG. XVIII 
HEFT 5/6 
1921 
46 
PER STAPTEBAÜ 
MONATSHEFTE FÜR STÄDTEBAU UND SIEDLUNGSWESEN 
HERAUSGEBER H. DE FRIES, BERLIN 
GEGRÜNDET VON THEODOR GOECKE UND CAMILLO SITTE :: VERLAG VON ERNST WASMUTH A.-G., BERLIN W8 
INHALTSVERZEICHNIS: Stadtplanung fUr Reval. Von Architekt Professor Eliel Saarinen, Hdsingfora, Dazu die Tafeln 21—26. — Klein Wohnungs 
bau in der Großstadt. Vorschläge von Eduard Hallquisth, Stockholm« Dazu die Tafeln 27—29. — Etwas über ältere und neuere städtebauliche 
Arbeiten in Trondhjem (Norwegen). Von Sverre Pedersen, Professor an der Technischen Hochschule Norwegens, Trondhjem. Dazu die Tafeln 30—32. 
Chronik, 
Nachdruck der Aufsätze ohne ausdrückliche Zustimmung der Schriftleitung verboten. 
STADTPLANUNG FÜR REVAL. 
Von Architekt Professor ELIEL SAARINEN, Helsingfors. Im Jahre 1913. Hierzu die Tafeln 21—26. 
Der Zweck des Wettbewerbs. Der Zweck dieses 
Wettbewerbs war nicht, der Stadt Reval einen Regulierungs 
und Erweiterungsplan zu schaffen, der in allen seinen Einzel 
heiten durchgeführt werden könnte. Dazu müßte man nicht 
nur mit den lokalen Verhältnissen bis ins Genaueste ver 
traut sein, sondern auch die Forderungen der einzelnen 
Baustellen- und Grundbesitzer genau kennen. 
Der Zweck des Wettbewerbs ist, einen Regu- 
lierungs- und Erweiterungsplan zu schaffen, in 
welchem im Prinzip die Maßregeln festgesetzt wer 
den, welche allmählich durchgeführt werden müs 
sen, um der Stadt eine ruhige, gesunde Entwicklung 
zu ermöglichen, und damit in der Stadt während 
ihres weiteren Anwachsens alle die verschiedenen 
Forderungen verwirklicht werden können, welche 
die moderne Stadt plan technik in praktischer, hygie 
nischer und ästhetischer Beziehung an eine Stadt 
stellt. 
Der Regulierungs- und Erweiterungsplan muß in der 
Weise projektiert werden, daß er auf der Grundlage des 
gegenwärtig Vorhandenen auf all den verschiedenen Gebieten, 
die hierbei in Frage kommen können, ein rationell durch 
geführtes Programm vorzeichnet. Es wird sich vielleicht 
in Zukunft zeigen, daß dieses Programm nicht in allen 
Punkten durchgeführt werden kann, es soll aber trotzdem 
geeignet sein, als Richtschnur für die Stadt für eine lange 
Zeit zu dienen. 
Nach dem Programm des Wettbewerbs muß insbeson 
dere die Entwicklung in Betracht gezogen werden, welche 
die Stadt während der folgenden 25 Jahre nehmen wird. 
Für diese Zeitperiode soll der Erweiterungsplan im ein 
zelnen ausgearbeitet werden. 
Die wichtigsten Hauptzüge mit den großen Verkehrs 
adern und der Disposition der Landgtebiete im großen ge 
sehen, müssen für eine weit längere Zukunft genau aus 
gearbeitet werden. Hierdurch sind wir in der Lage, unseren 
Nachkommen Möglichkeiten offen zu lassen, die Stadt in 
Übereinstimmung mit den Forderungen weiter zu entwickeln, 
welche spätere Lebensbedingungen und die schnell fort 
schreitende Evolution der Stadtplantechnik an diese stellen 
werden. 
Die vorliegende Aufgabe zerfällt in zwei Hauptteile: 
1. Die Regelung des bereits gegenwärtig Vor 
handenen. 
2. Die Planbearbeitung für die Gebiete, die 
noch nicht für Siedlung disponiert wor 
den sind. 
Glücklicherweise liegt kein Anlaß vor, Regulierungen in 
der alten Stadt innerhalb der Festungsmauer vorzunehmen. 
Dieser Stadtteil muß mit seinen pittoresken Straßen und ur 
alten geschichtlichen Denkmälern unverändert bleiben. 
Da die neueren Teile der gegenwärtigen Stadt haupt 
sächlich provisorisch mit Holzhäusern bebaut sind und zum 
großen Teil in einer nicht fernen Zukunft mit modernen 
Steinhäusern bebaut werden sollen, kann die Regulierungs 
arbeit in hohem Grade zu einer bloßen Bauordnungsfrage 
werden. Diejenigen Straßen, die hauptsächlich Wohn 
straßen verbleiben sollen, können hinsichtlich des Fahr 
damms und der Trottoire ihre gegenwärtige Breite be 
halten. Die Bauordnung braucht nur die äußeren Baugrenzen 
zu bestimmen, so daß die Breite der Straße mit den Be 
stimmungen des Gesetzes übereinstimmt. Der Teil des 
Grundstücks, der zwischen die Straße und das Gebäude 
fallt, kann zu Gärten oder Grasflächen benutzt werden oder 
auch allmählich zur Verbreiterung der Straße dienen, je 
nach den Umständen in jedem einzelnen Fall. 
An solchen Straßen wiederum, welche als Geschäfts- 
und Verkehrsstraßen dienen sollen, muß die Straßenbreite
	        
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