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Volume H. 9/10

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 18.1921 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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auch noch eines einseitig interessierten Kreises anzusehen ist? Wenn 
überhaupt der Gedanke der Schaffung einer ,,Deutschen Akademie des 
Städtebaues“ auf Grund von Wahlen weiter verfolgt werden soll, so muß doch 
die Kandidatenfrage nicht nur von einem Wahlausschüsse, sondern von der 
Gesamtheit der Fachgenossen eingehend erwogen und erörtert werden. 
Wenn auch der mit den Drucksachen übersandte Wahlvotschlag nur 
ein Anhaltspunkt für die Wahl sein soll, so ist er doch fraglos gleich 
zeitig eine Beeinflussung der Wähler. Den Wählern wird zugemutet, 
bis zum 35. Januar die Wahl vorzunehinen, also in einer Frist, in der 
die Aufstellung einer Gegenliste, die eingehende Besprechung und Er- 
CHRONIK. 
B ERLIN; Zum Generaldirektor für Städtebau, Wohn- und Siedlungs 
wesen wurde der bisherige Stadtbaurat für Hochbau in Spandau 
Karl Elkart gewählt. Die Wahl dauerte über ein Jahr ■— ein Beweis 
für die Kämpfe, die sie erforderte. Abgesehen davon, daß die offizielle 
Ausschreibung völlig ergebnislos verlief, und zwar wegen der geringen 
Achtung vor dem Werte dieser Stellung durch die ausschreibende Stelle, 
drohte sie zum Schluß parteipolitisch aufgezogen zu werden. Die Gefahr, 
einen lediglich politisch gefärbten Kandidaten, dessen Urteil nur wenig 
von Sachkenntnis getrübt ist, zu wählen, war eine Zeitlang groß. Um 
so mehr muß die Entscheidung zugunsten Eikarts, der sich, nebenbei 
bemerkt, nicht offiziell beworben hatte, begrüßt werden. In Fachkreisen 
war er als bewährter Leiter der einzelnen Hochbauämter in Bochum und 
Spandau, sowie als künstlerisch hochstehender Architekt längst geschätzt. 
Außer einer Zahl Hochbauten entstand in den letzten Jahren von seiner 
Hand eine Reihe vorbildlicher Siedlungen, die zum Teil mit außerordent 
lichem Feingefühl der Örtlichkeit angepaßt sind — z. B. beim Rathaus 
Spandau. Die Groß-Berliner Verhältnisse kennt er von seiner bisherigen 
amtlichen Tätigkeit zur Genüge, so daß ihm volles Vertrauen entgegen 
zubringen ist. Es ist zu hoffen, daß endlich auch Berlin nicht das 
länger vorenthalten bleibt, was anderswo seit Jahren durchgeführt ist, 
nämlich eine gesunde Erneuerung des Wohn- und Siedhmgswesens und 
ein straffes, städtebauliches Ordnen des neuen Großstadtgebildes als Ein 
heit. In den meisten Fällen ist es leider schon zu spät. Berlin ist eben 
der Typ verpaßter Gelegenheit. 
I n dem von der Turmhausbau-A.-G., Berlin, ausgeschriebenen WETT - 
BEWERB FÜR EIN HOCHHAUS auf dem Terrain gegen 
über dem Bahnhof Friedrichstraße erhielt den I. Preis von 30000 M. 
der Entwurf der Architekten J. Brahm und R. Kasteleiner (Kassel), 
Mitarbeiter Alfred Becker; den II. Preis von 25000 M. erhielten 
Gebrüder Luckhardt und Hoffmann (Berlin); den III. Preis von 
15000 M. W. G. Koch (Stuttgart). Sechs IV. Preise zu je 5000 M, 
erhielten die Entwürfe der Architekten Adolf Abel (Stuttgart), Professor 
Martin Elsässer (Köln) t W. Langstein (Karlsruhe), Krekel und Leykauf 
(Düsseldorf), Otto Kohtz (Friedenau) und Dr.-Ing, Otto Schubert (Dresden), 
Für je 3000 M. wurden die Entwürfe von Hans Scharoun (Insterburg) 
und Tiedemann (Charlottenburg) angekauft. 
Tm WETTBEWERB für einen GENERALBEBAUUNGS- 
A PLAN FÜR BRESLAU sind 40 Entwürfe eingegangen, die zur 
Zeit der Vorprüfung durch die in Breslau ansässigen Mitglieder des Preis 
gerichts unterliegen. 
ER STUMM-•KONZERN hat zur Gewinnung von Plänen für ein 
Bureauhaus in Düsseldorf einen beschränkter.WETTBEWERB 
ausgeschrieben unter folgenden Architekten: Prof. Wilhelm Kreis, Düssel 
dorf, Prof. Friedrich Becker, Düsseldorf, Prof. Karl Wach, Düsseldorf, 
Architekt Paul Lenz, Düsseldorf, Prof. Peter Behrens, Neubabelsberg bei 
Berlin, Prof. Pölzig, Potsdam-Wildpark, Prof. Otto Orlando Kurz, Mün 
chen. Prof. Paul Bonatz, Stuttgart. 
Das Preisgericht, bestehend aus den Herren: Exz, Wilh. v. Stumm, 
Berlin, Exz, Dr» Rieh, von KUhlmann, Berlin, Generaldirektor Eugen 
Köngetcr, Düsseldorf, Prof. Bestelmeyer, Berlin, Prof, Schumacher, Köln, 
Prof. Muesmann, Dresden, und Reg.-Baumeister Meyer, Düsseldorf, hat 
zuerkannt: den I. preis dem Entwurf des Prof. Paul Bonatz, Stuttgart, 
örterung der Kandidatenfrage im Kreise von Fachgenossen ausgeschlossen 
erscheint. 
Aus den angeführten Gründen protestiert der Unterzeichnete gegen 
die Schaffung einer „Deutschen Akademie des Städtebaues“ auf den 
bisher vorgeschlagenen Grundlagen. Er lehnt für seine Person jede 
Beteiligung an einer derartigen Gründung ab und bittet alle Fach 
genossen, sich auf den gleichen Standpunkt zu stellen und die Herren, die 
dankenswerterweise die Anregung zu einer Zusammenfassung der Städte 
bauer gegeben haben, zu veranlassen, andere Vorschläge zur Verwirklichung 
ihrer Ideen auszuarbeiten und vorzulegen. Dr.-Ing. Siedler. 
den II, Preis dem Entwurf des Prof. Wilh. Kreis, Düsseldorf, den III. Preis 
dem Entwurf des Prof, Peter Behrens, Berlin. 
AGDEBURG. Ein Architektur-Wettbewerb für eine be 
deutsame Stelle im Magdeburger Stadtbild ist jetzt vom Magistrat 
nach Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung unter Magdeburger 
bzw. in Magdeburg geborenen Architekten ausgeschrieben. Es handelt 
sich darum, für eine gute Bebauung des städtischen Grundstücks 
am Kaiser-Wilhelm-Platz, Ecke Listemannstraße, brauchbare 
Ideen zu erhallen. Besondere Raumforderungen werden nicht gestellt; 
die Form der Ausnutzung des Grundstücks für Bureaus, Läden, Bank 
zwecke u dgl., auch für Säle, Restauration, Kino u. a. bleibt den Be 
werbern vollkommen überlassen. Städtebaulich ist Rücksicht auf eine 
Ausgestaltung des Platzes im ganzen zu nehmen, gegebenenfalls unter 
Beachtung der vom Hochbauamt entworfenen und zur Zeit im Bürger 
saal des Rathauses ausgestellten Entwürfe für die Bebauung des Kaiser- 
Wilhelm-Platzes, Die Einhaltung der normalen Gebäudehöhe wird 
empfohlen; es bleibt jedoch dem Bewerber überlassen, Vorschläge für die 
Vermehrung der Stockwerkszahl zu machen, insbesondere für die 
zurückliegenden Teile des Grundstücks, wobei die Stadtsilhouette zu be 
achten ist. Das Preisgericht besteht aus Direktor Walter Gropius, 
Weimar, Prof. Dr.Paul Me bes, Berlin,Prof. Hans Poe 1 zi g, Potsdam, Reichs- 
kunstwatt Dr, Redslob, Berlin, und Stadtbaurat Bruno Taut. An 
Preisen wird der Betrag von 24 000 M. verteilt. Die Bewertung und 
Preisverteilung soll in neuartiger Weise nach Punkten erfolgen, 
und zwar so, daß jeder einem Entwurf zugesprochene Punkt einen Grund 
preis von 500 M. darstellt. Jeder Preisrichter hat dabei eine gleiche An 
zahl von Punkten zu verteilen. Die Arbeiten müssen bis zum 1. März 
beim Städtischen Hochbauamt, Stephansbrücke 39, eingereicht sein; von 
dieser Stelle sind auch die Unterlagen gegen Einzahlung von 5 M. und 
Portovergütung zu beziehen. 
f”'LAUCH AU. Um dem Baugewerbe und den Bauherren der Stadt 
Glauchau und des angrenzenden Bezirks eine Anregung zu geben, 
beabsichtigt der Stadtrat zu Glauchau, in der Osterzelt 1922 eine Aus 
stellung zu veranstalten über „Die Farbe in der Architektur“, Es soll 
gezeigt werden, wie wertvoll die Farbe als Schmuck des Bauwerkes ist, 
und welche schönen und künstlerischen Wirkungen mit ihr erzielt werden 
können. Es ist beabsichtigt, die Ausstellung in folgende Abteilungen zu 
gliedern; z. Abteilung: Farbige Entwürfe (Fassaden, Innenräume, Deko 
rationen). 2. Abteilung; Abbildungen ausgeführter farbiger Archi 
tekturen (eventuell auch gute Photographien mit Beschreibung der 
betreffenden Farben); a) Alte Bauten, b) Bauten der Jetztzeit, 3. Ab 
teilung: Technische Abteilung (Farbenfabriken, Muster). 4. Abteilung: 
Ausstellung der Werkstelle für Farbkunde, Dresden (Geheimrat W. Ost 
wald), Es wird gebeten, geeignete Sachen dem Stadtbaudirektor Ged- 
schold zur Verfügung zu stellen. Falls die Ausstellung reichhaltig aus 
fällt, ist durch Anregung des Herrn Stadtbaurat Bruno Taut, Magdeburg, 
eine Wanderausstellung durch ganz Deutschland geplant. Die Gegen 
stände müßten spätestens acht Tage vor Ostern in Glauchau sein. Eine 
PlatzgebUhr für die Ausstellung wird nicht erhoben. Der Aussteller hat 
nur die Kosten des Transportes zu tragen. 
IN ZEHNSTÖCKIGES BUREAUHAUS IM WESTEN 
BERLINS. Es besteht die Absicht, in Berlin-Wilmersdorf am
	        
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