Path:
Volume H. 9/12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 16.1919 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
109 
den aus dem Tal austretenden Fluß. Die Haupt 
verkehrs- und Landstraßen durchziehen daher das 
Stadtgebiet in diesen senkrecht aufeinanderstehenden 
Richtungen: in der Ebene längs des Gebirges von 
Norden nach Süden und aus dem Tal heraus grad 
linig fortgesetzt in die Ebene von Osten nach 
Westen. Diese Verkehrsstraßen kreuzen sich in 
der inneren Stadt auf dem Bismarckplatz, der lang 
gestreckt in der Richtung Ostwest die Nordsüd 
straße in die Ostwestrichtung umbiegt und ver 
kehrstechnisch günstig den sonst sich kreuzenden 
Verkehr in seiner Länge ausgleichend nebenein 
ander führt; der Kopf des neuen Baugeländes liegt 
nahe diesem Verkehrsmittelpunkt und steht noch 
unter seinem Einfluß. Um den Durchgangsverkehr 
Nordsüd von der Innenstadt fernzuhalten, ist eine 
westliche Umgehung geplant, die das Bahnhof 
gelände an seinem westlichen Ende auf dem neuen 
Bahnhofplatz kreuzen soll. Wichtig, mit Verkehr 
stark belastet, sind die Kreuzungspunkte dieser 
Ringstraße mit den radialen Verkehrsstraßen, der 
Landstraße nach Westen und einer Zugangstraße 
zum Güterbahnhof weiter südlich; beide sind sorg 
fältig nach den Verkehrsmöglichkeiten zu bear 
beiten. (Diese breite Ringstraße und die erwähnten 
Straßenkreuzungen konnten in dem Baumassenplan 
nicht weiter geklärt werden, da die Unterlagen 
der angrenzenden Stadtteile nicht zur Verfügung 
standen.) 
Der Hauptstraßenraum des zu erschließenden, 
langgestreckten Geländes wird die eigentliche Ver 
bindungsstraße des Bahnhofs mit der inneren Stadt, 
dem Bismarckplatz sein; in ihrer Wichtigkeit als 
erstem Zugang zur Stadt wird sie für die Bebauung 
maßgebend sein und sie daher beherrschen. Monu 
mental auszugestalten ist ihr Ausgang von der 
innerstädtischen Verkehrsstraße beim Bismarck 
platz, ebenso ihr Ende beim neuen Bahnhof; ihr 
Straßenraum ist allgemein durch Bauvorschriften 
der Fronthäuser einheitlich zu regeln. 
Über Baublöcke: Alle diese angeführten 
Elemente werden die Baublöcke gleichmäßig 
orientieren, Ostwest und Südnord sind die natür 
lichen Hauptachsen; nur der neue Bahnhof steht 
wegen der Gleisanlagen diagonal hierzu. Da der 
Bahnhofplatz und die Bahnhofstraße sich nach ihm 
richten, werden, soweit dieser Einfluß reicht, die 
Baublöcke dieser diagonalen Orientierung folgen; das Zu 
sammenstößen beider Systeme der Bauordnung wird in 
Einzelheiten zu bearbeiten sein. 
Für die also meist regelmäßigen Baublöcke gelten die 
Straßenfluchten als Bauliniem Die inneren Baumassen wer 
den sich in Quer- und Längsbauten lösen, deren Verteilung 
sich nach der vorgeschriebenen Bebauungsdichte und Stock 
werkzahl (Vordergebäude vier-, Innengebäude dreistöckig) 
richten wird. Die Parzellierung in Einzelgrundstücke ist 
hiernach auszuführen (das Gelände ist zum größten Teil in 
einer Hand), so daß Grundstücke mit Vorder-, Seiten- und 
Querbauten entstehen. Damit die Grenzen gleichsinnig be 
baut werden und sich Brandmauer an Brandmauer schließt, 
ist nach § 23 der LBO. über das Zusammenlegen der Höfe 
zu bestimmen, wo an die Grenze gebaut werden darf und 
jTkuuqaa/tn für fltifen-ffntpfien- und'äntri-Jdefn/iutivtlJe Mixffn 3try>fraxe nJändhfMfiffSner&ndtfniise 
Abb. 34—35. Baumassen für Reihen-, Gruppen- und Einzelwohnbauweiscn 
zwischen Bergstraße und Handschuhsheimer Landstraße. 
wo Höfe aneinanderstoßen müssen, um einen einheitlichen 
Zusammenschluß des ganzen Blockes zu ermöglichen. In 
gezeichneter, schematischer Darstellung wird hierdurch ein 
Baumassenplan erhalten, der die Verteilung der Bauten über 
das ganze Gelände ordnend angibt, und der besonders bei 
unregelmäßigen Baublöcken richtunggebend eine Lösung 
zeigt. Die hiernach mögliche Überbauung der Parzellen 
ist in einzelnen Beispielen auf dem Übersichtsplan an 
gegeben. 
Einzelne Bauvorschriften: Um den gewoll 
ten einheitlichen Straßeneindruck besonders in der großen 
Bahnhofstraße zu erhalten, müssen neben den bisher ent 
wickelten Bestimmungen über die allgemeine Baumassen 
ordnung Einzelangaben festgelegt werden über die Gestal 
tung der Fronthäuser. Bei gleichmäßiger Parzellierung
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.