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Volume H. 8/9

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 14.1917 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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bis zum Agidicnmarkt. Von da wäre über den Spohrplatz 
wohl eine schlankere Verbindung mit dem Augustplatz zu 
erreichen, wenn dies nicht eine verlorene Steigung erschwerte. 
Es verbleibt deshalb besser bei der Herumführung der August 
straße nach dem Augusttor bzw. der Wolfenbüttler Straße. 
2. West-Ostverkehr. Die Möglichkeiten sind hierfür 
noch geringere, da der Hagenmarkt sowohl als auch die Burg 
vom Westen her nur durch Engpässe zugänglich sind. Mit 
allem Vorbehalt werden daher folgende Vorschläge zur Er 
wägung gestellt. 
Die von dem Madamenweg kommende Straßenbahn 
zwängt sich durch die sehr enge Sonnenstraße (Haupt 
verbindung), die zu entlasten ein Durchbruch am Hohen- 
torwall, wo auch die Broitzemer Straße einmündet, vom Wall 
aus über die Echtem-, Gülden- und Schärrenstraße hin 
weg durch das hinter dem Altstädtischen Rathause der Stadt- 
gemeindc gehörige Grundstück, über die Breite Straße und 
durch die „Passage“ über die Gördelinger Straße bis zur 
Neuen Straße vorgeschlagen wird, um zum Sack zu gelangen. 
Von diesem geht ein zweifach gewundener Weg über die 
Höhe und den Ruhfäutchenplatz zum Steinweg, von wo er 
sich nach der Kaiser-Wilhelmstraße und Roonstraße bzw. 
über den Sandweg und die zu verbreiternde Stechertstraße zur 
Helmstedter Straße verzweigt. 
Der Sack über den Packhof verlängert würde mit der 
Verbreiterung der Stechertstraße eine schlankere Verbindung 
über die Fallersleber mit der Gliesmaroder Straße erhalten, 
deren Eingang allerdings nicht einwandfrei ist und sehr 
wohl mit Durchquerung des Botanischen Gartens verbessert 
werden könnte. Doch da die Pallersleber Straße sich über 
die Humboldstraße fortsetzt und diese durch den später bis 
zur Nebenstraße durchzuführenden Hagenring eine gute 
Verbindung mit der Gliesmaroder Straße erhält, dürfte auf 
jene Lösung zu verzichten sein. 
Die am Friedrich-Wilhelm-Platz über den Kohlmarkt 
nach Hutfiltern und dem Damm umbiegende Straßenbahn 
fehlt der Anschluß an die vom .Madamenweg zum Altstadt 
markt führende Straßenbahn, und zwar auch wohl nur des 
Engpasses an der Ecke der Poststraße wegen, gegenüber 
dem Gewandhaus. Ob die Einbauung eines Laubenganges 
an dieser Ecke genügend Raum auch für die Verbindung 
mit einer durch die Poststraße anzulegenden Straßenbahn 
schaffen würde, mag dahin gestellt bleiben; jedenfalls würde 
sifr die Verkehrs Verhältnisse im allgemeinen verbessern. 
Schlimmer ist die Durchfahrung des Langen Dammes mit 
einer Straßenbahn. Der Eingang am Bohlwege läßt sich 
wieder durch Einbau eines Laubenganges verbessern, weiter 
hin dürfte es aber kein anderes Mittel zur Verbesserung 
geben, als die teilweise oder auch gänzliche Beseitigung des 
schmalen, mit kleinen meist verwahrlosten Häuschen be 
setzten Blocks zwischen dem Langen Damm und Ölschlä 
gern, so daß eine platzartige Erweiterung gegenüber dem 
Herzogi. Marstallgebäude entstände und es erlauben würde, 
den Baublock parallel zu Kuhstraße über die Kittelstraße hin 
weg aufzuschneiden, um mit einem Knick über den Löwen 
wall zur Ottmer- und Campeststraße zu gelangen. Damit 
würde ein neuer Ausgang gewonnen zur Entlastung des 
alten jetzt mit einem Umwege — wenn auch später durch 
eine Brücke abzukürzenden Ausganges — zur Leonhard 
straße führenden „Am Magnitore“, wo auch nur eine Unter 
führung der nördlichen Häuserreihe mit Laubengängen 
möglich wäre* 
III. Grünanlagen. 
Zu Punkt 2 des Programms, die Grünanlagen und deren 
Verbindungen untereinander und mit der Stadt betreffend. 
Soweit die Gehölze und Wiesen sich im Privat- oder Ge 
nossenschaftseigentum befinden, werden sie im allgemeinen 
auch darin verbleiben können. Nur an ihren Rändern sind 
etwa schon vorhandene, den Anliegern gehörige Wege jeder 
mann zugänglich zu machen und da, wo keine vorhanden 
sind, möglichst solche als öffentliche anzulegen bzw., falls 
sie an bebauungsfahiges Gelände stoßen, als Straßen ein 
fachster Art mit Gehwegen für die Erholung suchenden 
Menschen auszubauen. Es empfiehlt sich, diese Wege und 
Straßen gegen die Wiesen durch Baumreihen oder Stauden 
pflanzungen abzugrenzen. Ebenso sind die im Gemeinde 
eigentum befindlichen Geholze und Wiesen einzufassen, 
darüber hinaus aber auch, wo angängig, zur Anlage von 
Spielplätzen, Waldschulen und Waldfriedhöfen bzw. von 
Pachtgärten (Schrebergärten) Laubensiedelungen mit Hecken 
wegen unter Umständen zur gärtnerischen Bewirtschaftung 
mit vereinzelter Bebauung, die keines Anschlusses an eine 
unterirdische Entwässerung bedarf, herzugeben — darüber 
müssen besondere Freigebietssatzungen, die ein allgemeines 
Bauverbot einschließen, von Fall zu Fall befinden. 
Ferner wird an eine Vogelwiese zu Volksfesten, die 
älteste Form deutscher Spiel- und Festgelegenheiten, zu 
denken sein, an eine landschaftliche Ausgestaltung größerer 
Wiesenflächen mit Einzelbäumen und Baumgruppen, im 
Norden der Stadt an der Oker entlang, vielleicht auch an 
einen Volkspark mit Planschwiesen, im Winter zum Eislauf, 
Badeplätzen, Bootsanlegestellen, alles im engen Anschluß 
an das von der Natur Gegebene ohne viel Aufwand und 
Künstelei. Die Wiesen ziehen sich meist an der Oker 
hin, an der Wabe und kleinen Bachläufen entlang, oft längs 
den Gehölzen, die Schutz gegen Nord- und Westwinde 
bieten. Sie bilden namentlich im Norden und Osten ein fast 
ununterbrochenes grünes Band. Auch die durch die Ge 
hölze führenden Wege sind möglichst als einfache Wald 
wege zu belassen. 
Die Grünflächen untereinander und mit der Stadt zu 
verbinden, sind je nach den örtlichen Verhältnissen Straßen 
mit breiten Baumwegen für die Fußgänger (in der Mitte 
der Nordsüdstraßen, an der Sonnenseite der Westoststraßen), 
die nur schmale Fahrdämme begleiten, ferner Grünstreifen 
mit Fußwegen oder einfache Baumstraßen vorgesehen. 
Die Gehölze sind im Plane dunkelgrün, die Wiesen, 
öffentlichen Parkanlagen, Friedhöfe, Grünstreifen und Baum 
straßen hellgrün angelegt. Darunter befinden sich der Voll 
ständigkeit halber auch die schon vorhandenen Gartenplätze, 
der Bürgerpark am Bahnhofsgelände usw. 
So umgibt fast ein natürlicher Kranz von Grünanlagen 
mit geringen künstlerischen Nachhilfen das ganze Zukunfts 
gebiet, in das von Süden her der Bürgerpark und zukünftig 
auch von Norden her die Okerwiesen tief hineinreichen, um 
die alten Wallanlagen anzugliedern. Damit wird für ferne 
Zeiten den gesundheitlichen Anforderungen zu genügen sein. 
Der Exerzierplatz sollte mit Schutzpflanzungen eingefaßt 
werden. Einige wichtige Punkte ragen daraus hervor, von 
denen die Höhe am Schölk'ebach (zwischen Roß- und Geller 
Straße) sich zur Aufstellung eines Denkmals eignet, der 
Abhang des Nußberges mit den Wabewiesen, in dem cfle 
Anlage eines Sportplatzes geplant ist; die von der Höhe den 
Gartenstadt Riddagshausen herabkommende, zwischen der
	        
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