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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 14.1917 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
184 
Abb. 2. 
Üblicher Berliner Mietswohnungagrundriß. 
die eingangs erwähnten Nachteile haften ihm nach wie 
vor an (Abb. 3). 
Die Bauart B des „Laubenhauses“ (Tafel 73) stellt nun 
einen Versuch dar, mit dem geringsten Aufwand das Typische 
dieser Wohnform im Großhaus hervorzukehren. Von einem 
gemeinsamen Treppenhaus fuhren offene, balkonartige Gänge 
nach einem hellen, kleinen Vorraum, über den hinweg der 
Abort belichtet wird, in die unmittelbar durchlüftbare 
Wohnung. Eine 8 qm große Laube ist den Räumen vor 
gelagert mit massiven Becken für Anpflanzungen; sie ge 
währt außerdem Raum für einen Arbeitstisch und Kleinvieh 
ställe. Es dürfte wohl für das städtische Großhaus kaum 
ein geeigneteres Mittel geben, den gesundheitlichen und 
praktischen Anforderungen der kleinen Wohnung gerecht 
zu werden, als die große Laube, die um so bedeutungsvoller 
ist, je mehr der Wohnraum eingeengt, d. h. je kleiner die 
Wohnung wird. Hier kann der Säugling in freier Luft ge 
deihen, das heranwachsende Kind sich im Spiel ergehen und 
Schularbeiten machen, und die Hausfrau einen großen Teil 
ihrer Arbeiten verrichten. Zur weiteren Erleichterung der 
Wirtschaftsarbeiten befindet sich in jedem Stockwerk un 
mittelbar am Treppenhaus eine Waschküche und ein Müll 
schlucker. Die große Laube spart der Hausfrau Zeit und 
Abb. 3* 
Verbesserter Mictswohnungsgnmdriß für die zukünftige Bautätigkeit. 
Mühe. Sie braucht den Kinderwagen nicht über Treppen 
und durch staubige Straßen nach dem Spielplatz zu schleppen, 
nach diesen Sammelstellen von Frauen und Kindern, die 
durchaus nicht alle gesund sind. Man kann mit Recht 
zweifelhaft sein, ob der Segen dieser Pläfze in den Massen 
vierteln wirklich so groß ist, ob nicht gerade hier die Mög 
lichkeit der Ansteckung für die kleineren Kinder geradezu 
gefördert wird. Jedenfalls ist es doch besser, wenn die 
Mutter ihr Kind bei ihrer Arbeit unter eigener Aufsicht hat; 
sie kann es bei Regen und Wettersturz sofort selbst schützen. 
Jetzt müssen die Kleinen oft halberwachsenen Nachbars 
kindern anvertraut werden. Den heißen Wohnungen fallen 
viele Säuglinge zum Opfer. Das Laubenhaus ist im Sommer 
kühl, bei schlechter Witterung sind die Außenwände gegen 
Nässe und Wetterschlag geschützt. 
Typ A (Tafel 73) stellt eine höher entwickelte Wohn 
form dar, die man als „Einfamilienhaus mit Garten im 
Stöckwerkshaus“ bezeichnen könnte. Wie aus dem Block 
querschnitt des Textbildes (Abb. 1) ersichtlich ist, enthält 
das Haus 4 Hauptgeschosse von 6 ra Hohe, die je in ein 
Wohn- und ein Schlafgeschoß geteilt sind. Wie bei Typ B 
gelangt man vom Treppenhaus, an dem wieder die Wasch 
küchen und Müllschlucker für jedes Geschoß liegen, über
	        
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