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Volume H. 10/11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 13.1916 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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verbesserte man die Lange^Jatistraße und gab ihr eine 
regelmäßige Form. 
Im Jahre 1616 schloß die Stadt eine Übereinkunft mit 
dem Marienkapitel, wobei das Kapitel guthieß, daß man 
den Graben rings um den Marienplatz ausfüllte, die Mauern 
abtrug und den Platz pflasterte. 
Vorher war die Nieuwstraat eine Sackgasse und endete bei 
der Paulusabtei. Man trachtete schon im Jahre 1595 danach, 
diesen Nachteil aus dem Weg zu schaffen. Dieser Versuch 
schlug fehl, aber im Jahre 1618 kam die Verbesserung zu- 
stände. Einige Grundstücke der Abtei wurden gekauft und 
in Baustellen aufgeteilt. Eine Kommission legte die neue 
Straße an, ebnete das Gelände ein, stellte fest, daß es nach 
der „Alten Gracht“ entwässern sollte, und bestimmte die 
Straßenbreite auf 1V* Ruten. Die Hausbesitzer bekamen 
das Recht, hier Treppen vor ihren Häusern zu machen. 
Im Jahre 1621 wurde auf dem Gebiete des vormaligen 
Baginenklosters die Bagijnenstraße angelegt. Beim Ver 
kaufe der Klosterhöfe an der Zuilenstraße verordnete die 
Stadtregierung, daß die neuen Grundbesitzer die Straße an 
der Nieuwstraßenseite 43 Fuß, an der Oude Grachtseite 
35 Fuß breit machen sollten. 
Die Cathrijnegasse wurde im Jahre 1633 verbreitert, 
indem man die Mauer des Cathrinenklosters zurückstellte. 
Der Nieuwe Kamp wurde im Jahre 1635 von der Obrigkeit 
angelegt, wonach man die Grundstücke des Bregittenklosters 
verkaufte. 
Die Pieterstraße verdankte ihre Entstehung privater 
Tatkraft. Im Jahre 1640 wollte Jacob von Asch von Wijck, 
ein Großgrundbesitzer, zwischen Kromme Nieuwe Gracht 
und Pieterskirchhof seinen Grund aufschließen. Er entwarf 
zu diesem Zweck die Straße. Eine Kommission der Stadt 
regierung setzte die Breite auf 24 Fuß fest. 
Im folgenden Jahre wurde befohlen, in Übereinstimmung 
mit einem dazu gemachten Plan, an der Stelle des Domtrans 
in der besten Weise eine 30 Fuß breite Straße anzulegen. 
Man kaufte zu diesem Zweck Grundstücke und unter 
handelte mit den Besitzern. So entstand Achter den Dom. 
Der Vuile Sloot, der auch nach den erwähnten Ver 
besserungen noch immer krumm war, wurde im Jahre 1642 
verbessert und geradlinig gemacht. Als Freiherr Adam 
von Lokhorst in diesem Jahr bei der Obrigkeit beantragte, 
seine unbebauten Grundstücke bebauen zu dürfen, wurde 
ihm das zugestanden, wenn er nm: geradlinig baute zwischen 
zwei mit Namen genannten Häusern in dieser Straße. 
Im folgenden Jahr wurde durch Magistratsverfügung 
die Nobelstraat verbessert und entwässert; aber es dauerte 
noch vier Jahre, ehe man ein voraussteckendes Tor und 
eine Mauer abtrug und die Straße geradlinig und überall 
gleich breit machte. 
Im Jahre 1643 bekam die Bregittenstraße eine schnur 
gerade Fluchtlinie. Man trug eine Kirche ata und bekam 
auf diese Weise den nötigen Boden. Auch wurde der 
Oudmunstertrans verbessert, indem man alte Mauern abtrug 
und neue Häuser baute. Auch wollte die Stadt Grundstücke 
Inder Nachbarschaft der Servetsteeg kaufen und mit Häusern 
bebauen. Allein die Staaten des Landes bewilligten nicht 
die Bitte. Jedoch erreichte man sein Ziel in anderer Weise. 
Als der Graf von Solms eine Wohnung umbauen wollte, 
benutzte man diese Gelegenheit, um die Straße zu ver 
breitern. Ein Haus wurde gekauft und das Haus des 
Grafen in die neue Fluchtlinie gestellt. 
Ebenso wurde der Zustand bei der Hoogt verbessert 
Es war da sehr winklig und unregelmäßig und kein 
würdiger Zugang zum Verwaltungsgebäude. Darum ließ 
die Stadt einen Plan machen und führte das Werk nach 
dieser Zeichnung aus. 
Im Jahre 1637 hatte man schon die DriehaHngensteeg 
eingehend verbessern wollen. Die Stadtregierung unter 
suchte den Zustand an der Stelle und machte einige Skizzen. 
Als dann ein Haus in dieser Gasse umgebaut werden sollte, 
knüpfte man an die Genehmigung zum Umbau Bedingungen. 
Diese waren dem Besitzer zu schwer, und er baute infolge 
dessen nicht. Aber im Jahre 1643 gab die Obrigkeit mildere 
Bedingungen, und so kam die Verbesserung zustande. Auch 
mußte eine Kommission die Treppen, Fenster und Vordächer 
einfluchten und ordnen „zur schönsten Zierde“. 
Die Körte Jansteeg wurde sehr gebessert. Man ließ die 
Häuser an der Westseite abtragen und mehr westlich 
wieder aufbauen. Die Besitzer bekamen zu diesem Zweck 
eine große Unterstützung. Man hätte die Straße lieber in 
der Verlängerung der Domsteeg gemacht, aber die Kosten 
davon waren zu bedeutend. 
Im Jahre 1645 wurden Schoutenstraat und Teelingstraat 
verbessert, ln der ersteren kürzte man ein Eckhaus bei 
dem Gänsemarkt, bei der zweiten ordnete man den Zu 
stand bei dem Verkaufe einiger Baustellen des ehemaligen 
Franziskanerklosters, 
Es war eine große Schwierigkeit, daß man von dem 
Südende der Nieuwstraat nicht nach der Oude Gracht 
kommen konnte, da Häuser des Agnietenklosters den 
Durchgang versperrten. Im Jahre 1621 bat der Magistrat 
den Verwalter des Klosters, eine Straße über dem Kloster 
gelände zu machen und Baustellen an dieser Straße zu 
verkaufen. Die Bitte wurde nicht bewilligt. Darum kaufte 
die Stadt im Jahre 1651 Boden und Wohnungen und machte 
selbst die Straße. Sie wurde von 18 bis 20 Fuß breit. 
Im Jahre 1647 kaufte sie die alte Münze, teilte den 
Grund in Bauparzellen und plante eine Straße. So entstand 
die Muntstraat in ihrer heutigen Gestalt. 
Im Jahre 1648 verbesserte man die Körte Smeestraat, 
im Jahre 1650 die Wijde Watersteeg, im Jahre 1656 den 
Vischmarkt. 
Eine eingehende Verbesserung war die Anlage der Booth- 
straße. Schon im Jahre 1645 hatte Freiherr von Malapert 
einen Plan eingeliefert, um auf seinem Besitze, an der Nord 
westseite des Janskerkhofs, eine Straße zu machen. Dieser 
Plan wurde nicht gutgeheißen. Als aber im Jahre 1658 
Häuser und Grundstücke verkauft wurden, welche die ge 
wünschte Richtung hatten, machte die Stadt bekannt, daß 
sie über diesen Gründen eine Straße anlegen und selbst 
die Kosten bezahlen wolle. Der Käufer, Bürgermeister 
Booth, und der Besitzer eines angrenzenden Hauses gerieten 
bald mit der Stadt zur Übereinstimmung. In dieser Weise 
kam die Boothstraße zustande. 
Im Jahre 1663 wurde von Obrigkeits wegen die Keistraat 
angelegt als eine Verbindung zwischen Achter-Sint-Pieter 
und Janskerkhof. Im folgenden Jahr wurde die Donkere 
Gaard erweitert, indem man eine Scheune an der Südseite 
der Straße abtrug. 
Dem Rathause gegenüber, an der anderen Seite der 
Oude Gracht, lag früher eine Straße als Verlängerung der 
Lijnmarkt und Choorstraat. Der Ausblick auf die Hinter 
giebel dieser Häuser verdroß den Magistrat, und er ver-
	        
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