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Volume H. 10/11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 13.1916 (Public Domain)

Doppelheft 10/11 
13. Jahrgang 
1916 
97 
IPER STÄDTEBAU. 
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** NEBST EINER SONDERBEILAGE: LITERATURBERICHT, HERAUSGEGEBEN VON RUDOLF EBERSTADT 
** 
INHALTSVERZEICHNIS: Bebauungsplan für Meißen. Verfasser; Geheimer Hofrat Ewald Gemmex, ord. Professor an der Technischen Hochschule 
Dresden. — Utrecht. Von Dr.-Ing. W. B. Peteri, Soerobaya (Java). — Laubensiedelung und Grünfläche. Von Harry Maaß, Gartenarchitekt, Lübeck. — 
Über den künstlerischen Städtebau als Kulturfrage. Von Franz Steinbrucker, Architekt, Berlin-Friedenau. — H. P, Berlage und sein Erweiterungsplan 
Amsterdam-Süd. Von Max Eisler, Wien. — Neue Bücher und Schriften. — Chronik. 
Nachdruck der Aufsätze ohne ausdrückliche Zustimmung der Schriftleitung verboten. 
BEBAUUNGSPLAN FÜR MEISSEN. 
Verfasser: Geheimer Hofrat EWALD GENZMER, ord. Professor an der Technischen Hochschule Dresden. 
A. ALLGEMEINES. 
I. Ausdehnung des Stadterweiterungsgebietes. 
Der vorliegende Bebauungsplan-Entwurf umfaßt einen 
rund 400 ha großen Teil des Meißener Stadtgebietes rechts 
der Elbe. Von diesem Gebiet wird aber ein beträchtlicher 
Teil durch bereits vorhandene und durch neu zu schaffende 
Wald- und Wiesenflächen in Anspruch genommen, während 
für den größten Teil des verbleibenden zukünftigen Bau 
gebietes infolge der bergigen Beschaffenheit des Geländes 
nur eine verhältnismäßig sehr weiträumige Besiedelung 
möglich ist. Man wird daher die Besiedelung nur mit etwa 
50 bis 75 Personen auf den Hektar veranschlagen können. 
Immerhin würde aber schon bei Zugrundelegung dieser 
geringen Bevölkerungsziffer das Stadterweiterungsgebiet für 
20000 bis 30000 Personen Platz gewähren und daher groß 
genug sein, um für die Ausdehnungsmöglichkeit der Süd 
hälfte des rechtselbischen Meißener Stadtgebietes auf ab 
sehbare Zeit vollständig zu genügen. 
II. Besiedelungsart und GeLändeaufteilung. 
Seiner Geländegestaltung nach zerfallt das hier in Rede 
stehende Stadtgebiet in zwei voneinander völlig verschie 
dene Teile. Es sind dies: 
1. das bergige Gebiet des sogenannten „Spaargebirges“ 
zwischen Zaschendorfer Straße und Elbe („Hoch 
gebiet“) ; 
2. das nahezu vollständig ebene Gebiet zwischen Zaschen 
dorfer Straße und Sächsischer Staatseisenbahn („Tief 
gebiet“). 
a) Hochgebiet. (Lageplan-Doppeltafel 55/56.) 
In dem „Hochgebiet“ ist wegen der bergigen Gelände 
beschaffenheit die Anlage von Hauptverkehrsstraßen aus 
geschlossen; auch verbieten sich in ihm von selbst in 
dustrielle Ansiedelungen, weil die dazu erforderlichen Eisen 
bahnen oder Wasserstraßen nur in größerer Entfernung 
vorhanden sind und nur unter den größten Schwierigkeiten 
zugänglich gemacht werden könnten. Andererseits weist 
das ganze Gebiet des Spaargebirges hervorragende land 
schaftliche Schönheiten und gesundheitliche Vorzüge auf, die 
bei der Errichtung von Wohnhausbauten vortrefflich aüs- 
genutzt werden könnten. Es ist daher das ganze „Hoch 
gebiet“ lediglich für die Besiedelung zu Wohnzwecken be 
stimmt. 
Da das Baustellengelände, das sich hierbei gewinnen 
läßt, fast durchweg sehr stark geneigt ist, so würden sich 
der Anwendung der geschlossenen Bauweise (Reihenhaus 
bau) bedeutende Schwierigkeiten entgegenstellen. Es wird 
daher vorgeschlagen, für das gesamte Hochgebiet die „offene 
Bauweise“ vorzuschreiben; denn nur bei dieser, die Stellung 
des einzelnen Gebäudes auf dem Grundstück völlig frei 
lassenden Bauweise ist es möglich, in jedem einzelnen 
Falle für die Lage des zu errichtenden Hauses die denkbar
	        
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