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Volume H. 7

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 11.1914 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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ihre Fortsetzung fänden beide in der Von-der-Heydt-Straße, 
wo ebenfalls noch Vorgärten Raum bieten; an der Ecke der 
Hohenzollernstraße einerseits und an der Corneliusbrücke 
andererseits fängt erst die Schwierigkeit an. Betrachten 
wir zunächst die Corneliusstraße — vgl. Textbild 10 —, so 
wäre» um ein bequemeres Einschwenken in den Kurfürsten 
damm zu erreichen, die Corneliusbrücke, die sehr schmal 
und auf die Hitzigstraße gerichtet ist, durch eine breitere 
oder mit Rücksicht auf den Kanalverkehr zweigeteilte Brücke 
(wie an der Potsdamer Brücke) zu ersetzen, die sich sowohl 
nach der Hitzigstraße als auch nach der Keithstraße (auch 
eine gefährliche Ecke!) zu öffnen und zugleich die Achse 
des Kurfürstendamms fortzusetzen hätte. Wählt man aber 
das Lützowufer — und das scheint einem Gerüchte zufolge, 
nach dem der Berliner Magistrat gegen die Absicht der 
Großen Straßenbahngesellschaft, die jetzt schon von der 
Lichtensteinallee bis zur Corneliusbrücke in der Cornelius 
straße verlaufende Straßenbahn bis zur Friedrich-Wilhelm- 
Straße durchzuführen, Einspruch erhoben haben soll, um 
den Charakter der Wohnstraße zu wahren, eher in Frage 
zu kommen —, so wäre die Umbrechung der Block 
spitze zwischen Kurfürstendamm und Keithstraße weiter 
zurückzurücken, so daß hier ein den Knick im Verkehrs 
zuge erweiternder Platz entstünde, und vom Lützowufer 
über den Kanal eine neue Brücke (siehe b im Zuge a—c 
des Textbildes) im Zuge der Von-der-Heydt-Straße zu 
schlagen sein, um die scharfe Wendung an der Herkules 
brücke zu vermeiden, die ohnehin durch den von Moabit, 
dem Vorgarten nach dem Lützowplatze und der Tauentzien- 
straße hinziehenden Verkehr reichlich belastet ist. 
Ließe sich die eine Schwierigkeit also mit verhältnis 
mäßig einfachen Mitteln (in der Hauptsache Verbesserung 
und Vermehrung der Brückenübergänge) überwinden, so 
steht es schlimmer mit der anderen, weil sie größere, unter 
Umständen sehr'viel größere Opfer erfordern würde. Schon 
jetzt durchzieht ein lebhafter Automobilverkehr die Hohen 
zollernstraße von bzw. nach der von-der-Heydt-Straße, 
obwohl der Übergang von der einen zur anderen durch die 
scharfe Ecke an der Königin-Augusta-Straße sehr beengt 
ist. Diese Ecke müßte mindestens kräftig abgestumpft 
werden. Besser wäre es jedoch und auch wohl mit ge 
ringeren Aufwendungen zu erreichen, die von-der-Heydt- 
Straße über die Königin-Augusta-Straße hinaus schräg bis 
zur Hohenzollernstraße durchzubrechen (c—d). Es verbliebe 
dann immer noch ein gut verwertbarer Dreiecksblock, und 
um die zum Durchbruch erforderlichen Häuser wäre es an 
beiden Straßen nicht Schade. Die Hohenzollernstraße könnte 
auf Kosten der beiderseitigen Vorgärten verbreitert und ihre 
Einmündung in die Tiergartenstraße (bei e) leicht erweitert 
werden. Es würde sich dann ein Verkehrszug a b c d e 
ergeben (erster Vorschlag). 
Soll aber radikaler vorgegangen werden, so wäre der 
Durchbruch über die Hohenzollernstraße fortzuführen, wo 
bei hier sowohl als auch in der Hildebrandtschen Privatstraße 
nur anspruchslose Häuser älteren Datums zu beseitigen sein 
würden, bis zu dem einen neuen Ausgang nach der Tier 
gartenstraße bietenden zum Teil noch unbebauten Grund 
stück No. 16. — Bis zur Bendlerstraße durchzubrechen, 
würde die Niederlegung einiger wertvoller Häuser (z. B. von 
Messel) erfordern. Dann entstände der Verkehrszug a b c d f 
(der zweite und radikalste Vorschlag!). Durch diese Durch 
bruchsstraße würde der Block nicht viel anders aufge 
schnitten werden, wie schon andere des Tiergartenviertels 
durch Wohnstraßen, sodaß die Entstehung einer Geschäfts 
straße kaum zu befürchten sein dürfte. 
Einfacher wäre es jedoch der Mündung derVon-der-Heydt- 
Straße gegenüber von der Königin-Augusta-Straße herüber zur 
Tiergartenstraße eine neue Straße über das Parkgrundstück 
No. 28 anzulegen von c nach g (dritter Vorschlag). 
Während nun in der Vossischen Zeitung vom 31. Mai 
d. J, (Erste Beilage des Morgenblattes) ein Aufsatz „Berliner 
Verkehrsprojekte“ des Geh. Baurat H, Techow von all der 
artigen Durchbrüchen des Tiergartenviertels überhaupt nichts 
wissen — solange wenigstens nicht die Tiergarten- bzw.
	        
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