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Volume H. 10/11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 11.1914 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
134 
NEUE BÜCHER. 
Besprochen von THEODOR GOECKE, Berlin. 
Otto Wagner. Eine Monographie von Joseph August 
Lux, Mit 120 Abbildungen. Delphinverlag, München. 
Ein Buch in Quartformat von 168 Druckseiten mit 
81 Lichtdrucktafeln in vornehmer Ausstattung, dessen Ein 
teilung insofern nicht glücklich gewählt erscheint, als sie 
den Verfasser zu häufigen, den Fluß der Darstellung 
hemmenden Wiederholungen verführt hat. Leider hat sich 
der Verfasser auch nicht von allzu Persönlichem in der 
Bekämpfung von Wagners Gegnern frei gehalten und in 
der Hitze des Gefechts nur zu oft im Ausdruck vergriffen. 
Mit der Verkleinerung der Gegner wächst nicht ein Großer. 
Und ein Großer ist Otto Wagner doch! 
Das Versöhnliche in dem Buche ist eine immer wieder 
durchdringende Wärme der eigenen Überzeugung von der 
Bedeutung Wagners für die Kunst und der Eifer, auch 
kühler Denkende an dieser Wärme zur Begeisterung zu 
entflammen. Gewiß, das 13jährige Ringen des Meisters 
um den Bau des Stadtmuseums ist ergreifend. Wie die 
Schilderung des letzten entscheidenden Wettbewerbes von 
Professor Dr. Eisler in No. 9 unserer Zeitschrift jedem 
Unbefangenen dargetan hat, war Wagners Entwurf der 
weitaus reifste; man muß wohl Wiener sein, um zu be 
greifen, warum er nicht zur Ausführung gewählt wurde. 
Doch hat gerade der Verlauf dieses langen Kampfes uns 
die Stärke des Meisters enthüllt, dessen Kunst zwar im 
Wiener Boden wurzelt, sich aber in alle Welt verzweigt 
in dem Streben, der modernen Großstadt zu einem künstle 
rischen Ausdruck zu verhelfen. Otto Wagner ist Städtebau 
künstler im großen Stile, der nicht nur das zufällig in Aus 
sicht stehende Bauwerk sieht, der die Umgebung, den 
Straßen- und Platzraum, das Stadtbild mit umfaßt, ohne 
Preisgabe der Zweckbestimmung des einzelnen Bauwerks 
die Massen meistert, die heute den Kern unserer Millionen 
städte — in Europa wie in Amerika — bilden. Diese seine 
Stärke ist zugleich auch seine Schwäche, indem er sich 
gegen die auf die Gründung von Gartenstädten, auf eine Ab 
flachung der Bauweise mit Einfamilienhäusern gerichteten 
Bestrebungen ablehnend verhält — unseres Erachtens 
brauchen wir beides. Doch das erstere erfordert sicherlich 
die größere Kraft, die höchste, künstlerische Meisterschaft. 
Dies dem Leser nahegebracht zu haben, ist das Haupt 
verdienst des Buches, dessen Studium dem Lehrenden wie 
dem Lernenden hiermit empfohlen sein möge! 
Städtebauliche Studien. Schriften zur Förderung 
eines besseren Städtebaues und der Kleinwohnungsfürsorge 
in Städten. Von Dr.-Ing. Emerich Forbäth, Privatdozent 
an der Technischen Hochschule zu Budapest. Leipzig 1912. 
Verlag von F. Leineweber, 
Eine Sammlung von Aufsätzen, die zum größten Teil 
bereits im „Fester Lloyd“ veröffentlicht worden sind, um 
in Ungarn und namentlich in seiner Haupt- und Residenz 
stadt Budapest für eine Reform des Städtebaues zu wirken. 
Darunter befindet sich auch ein der Städtebau-Aus 
stellung 1910 in Berlin gewidmeter Aufsatz mit der Nutz 
anwendung, daß insbesondere Budapest einen neuen Be 
bauungsplan nebst entsprechender Bauordnung bedürfe unter 
ausdrücklichem Hinweis auf die dort herrschenden schlimmen 
Wohnungsverhältnisse. Diesen Hinweis sowohl als auch 
die Zusammenstellung seiner Aufsätze mit den weiteren 
über die staatliche und kommunale Kleinwohnungsfürsorge 
in Budapest sowie in Glasgow und Sheffield zeigt den Ver 
fasser auf der Höhe der Anschauung, daß die Reform des 
Städtebaues mit dem Kleinwohnungsbau steht und fallt. 
Der Aufsatz über das Englische Städtebaugesetz vom 
3. Dezember 1909 ist den Lesern unserer Zeitschrift schon 
im Jahrgang 1912 Heft 4 bekannt geworden. 
NEU EINGEGANGENE BÜCHER UND SCHRIFTEN. 
T BERICHTE über die XII. Mitgliederversammlung des Westf. Ver- 
eins zur Förderung des Kleinwohnungswesens am n. Oktober 1913 
in Münster i, W. und über den XI. Verbandstag des Verbandes der west 
fälischen Baugenossenschaften am 14. Oktober 19*3 in Münster l, W. 
11. JAHRESBERICHT des Westfälischen Vereins zur Förde- 
• rung des Kleinwohnungswesens, Universitätsbuchdruckerei Johannes 
Bredt, Münster i. W. 
WECK UND FORM IM HOCHBAU. Ein Handbuch für 
Bauleute und Bauschulen. Von Dipl,-Ing, A. Muschter. Teil 1. Die 
Formgestaltung der einfachen Baumaasen« Verlag von Seemann & Co„ 
Leipzig. 
UBMISSIONSWESEN UND HANDWERKERNOT. Ein 
Überblick von Richard Lang, Landesbauinspektor Berlin. Sonder 
druck der „Einleitung“ zum elften Jahrgange 1914 des „Deutschen Bau 
jahrbuchs“ für Veranschlagung und Verdingung. Verlag von J. J. Arnd. 
Leipzig 1914. 
CHRIFTEN DES BADISCHEN LANDES-WOHNUNGS- 
VEREINS. Hefte. Kle inwohnungsbauten. Ergebnisse eines 
Wettbewerbs. Sonderdruck aus der Zeitschrift deutscher Konkurrenzen 
vereinigt mit Architektur-Konkurrenzen — Verlag von Seemann & Co. in 
Leipzig. Kommissionsverlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei Karls 
ruhe i. B. Preis i,8o Mk. 
ITTEILUNGEN DER ZENTRALSTELLE FÜR WOH 
NUNGSREFORM IN ÖSTERREICH. Nummer 35,36. 
Juli 2914. Die Mitteilungen erscheinen in zwangloser Folge sechsmal im 
Jahre. Der Bezugspreis beträgt jährlich 3 Kr. Preis der einzelnen 
Nummer 50 Heller. Herausgeber und Verlag: Zentralstelle für Wohnungs- 
reform in Österreich. Wien IX, Peregringasse 3. 
AYERISCHE UND PFÄLZISCHE STÄDTE- UND GE 
MEINDE-ZEITUNG. 4. Jahrgang No. 2. Neustadt (Haardt). 
Februar 1914. Druck, Verlag und Redaktion; D,Meininger, Neustadta.d.Hdt. 
Abonnementspreis bei einmaligem monatlichen Erscheinen z Mk. pro Quartal. 
/■^ARDEN CITIES. A Paper read before the third National Hous- 
ing Conference. Held at Cincinnati, Ohio, Dec. 3. 19x3. By 
George E. Hooker — Civic Secretary of the City Club of Chicago« Re- 
printed from „The Journal of the American Institute of Arcbitects“. 
February 19x4.
	        
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