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Volume H. 5

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 10.1913 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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Verhältnis der Bauberatung zur Baupolizei, die Ansiedlung von Archi 
tekten in kleineren Städten und auf dem platten Lande, die Frage, ob 
die Bauenden nur durch mündliche Einwirkung und Belehrung (Verweisung 
an tüchtige Architekten) oder auch durch Bereitstellung von Skizzen 
unterstützt werden sollen, die Veranstaltung von Vorträgen und Aus 
stellungen durch die Bauberatungsstellen und endlich die von mehreren 
Seiten empfohlene Maßnahme, daß durch die „Rheinische Bauberatungs 
stelle“ zu Düsseldorf eine Art von Zusammenschluß für sämtliche Bau 
beratungsstellen der Provinz gesucht werden möge. Die dieserhalb in 
den Leitsätzen gemachten Vorschläge wurden im allgemeinen gutgeheißen. 
Es soll aber noch der Ausschuß der „Rheinischen Bauberalungsstelle“ — 
u. a. unter Zuziehung geeigneter Personen — ein Programm vorlegen, 
das Stellung und Aufgaben der „Rheinischen Bauberatungsstelle“ als 
Mittelpunkt und Sammelstelle des näheren zu umschreiben haben wird. 
I NTERNATIONALER WOHNUNGSKONGRESS. Vom a.Sep- 
tember d. J. an wird der internationale Wohnungskongreß kraft einer 
durch die niederländische Regierung und die Haager Gemeindeverwaltung 
ergangenen Einladung zum erstenmal in Holland tagen, und zwar im Kur 
haus zu Scheveningen. 
Die Fragen der Wohnungsfürsorge in den Städten und auf dem 
Lande and der zweckmäßigen Stadterweiterung ziehen immer mehr die 
Aufmerksamkeit auf sich. 
Die diesmal zur Verhandlung gelangenden. Punkte sind folgende: 
i. Verbesserung der Wohnungsverhältnisse auf dem Lande; 
2. Verbesserung und Beseitigung schlechter Wohnungen; 
3. Wohnungsüberfüllung; 
4, Stadterweiterung. 
Die Verhandlungen und Debatten über diese Punkte werden durch 
Berichte vorbereitet. Zur Erstattung dieser Berichte wurden für jeden 
einzelnen Punkt der Tagesordnung die bekanntesten Fachmänner des In- 
und Auslandes gewonnen. Sämtliche Berichte über die Fortschritte der 
Wohnungsreform während der letzten Jahre, denen wir aus den ver 
schiedenen Ländern entgegensehen, werden den Teilnehmern im Laufe 
der dem Kongreß vorangehenden Monate zugesandt. 
Zu gleicher Zeit wird den Kongreßbesuchern die Gelegenheit ge 
boten werden, an Ort und Stelle Kenntnis zu nehmen von dem, was in 
den letzten Jahren in verschiedenen Teilen Hollands auf dem Gebiete der 
Wohnungsreform und Stadterweiterung zustande gekommen ist. Das 
freundliche Entgegenkommen und die Mitwirkung einiger Ortsbehörden 
und Privatpersonen ermöglicht es für alle, lehrreiche Ausflüge nach 
Amsterdam, Arnhem, Hengelo und vielleicht auch nach Rotterdam und 
Enschede zu machen, wobei den ausländischen Abgeordneten einige der 
schönsten landschaftlichen und großstädtischen Bilder Hollands vorgeführt 
werden sollen. Amsterdam, die durch ihre aus dem 17. Jahrhundert 
stammende Anlage berühmte Hauptstadt des Reiches, die seit einigen 
Jahren auch ein gutgebautes Wohnungsviertel in der Nähe des Reichs- 
museumsgebäudes aufzuweisen hat, und wo die vielen während der Kon 
greßtage zu veranstaltenden Ausstellungen zu einem Besuche einladen, 
Städte wie Rotterdam mit seinen großartigen Hafenwerken, Arnhem, wo 
die Anlage der Stadt und die Schönheit der Natur um den Vorrang 
streiten, Enschede und Hengelo mit ihrer regen Industrie werden bei dem 
Ausländer zweifellos eine angenehme Erinnerung zurücklassen. Nicht 
weniger wird dies der Fall sein mit der schönen Residenz und dem mit 
ihr verbundenen Badeorte Scheveningen, wo der Kongreß seine Sitzungen 
abhalten wird. 
Wahrscheinlich werden sich die Kongreßbesucher auch noch in 
anderer Weise ein anschauliches Bild von dem, was Holland auf dem 
Gebiete der Wohnungsfürsorge geleistet hat, machen können. Der Verein 
„Niederländischer Kongreß für öffentliches Gesundheitswesen“ plant näm 
lich eine Sonderausstellung, welche die bedeutendsten in Holland auf dem 
Gebiete der Wohnungsreform erzielten Ergebnisse in sachverständiger 
Auswahl zu veranschaulichen bezweckt. 
Die Beiträge sind; Für Mitglieder 17 Mk. Sie sind berechtigt, 
dem Kongresse beizuwohnen und sich an den damit verbundenen Fest 
lichkeiten und geplanten Ausflügen, deren Programm und Kosten näher 
bekanntgemacht werden, zu beteiligen. Sämtliche Kongreßschriften 
werden den Mitgliedern unentgeltlich zugesandt. 
Für Damen, die der Verwandtschaft der Kongreßmitglieder ange 
hören und in ihrer Begleitung sind, ist der Beitrag auf g Mk festgesetzt 
worden. Ihnen steht gleichfalls das Recht zu, dem Kongresse beizu 
wohnen und an den Ausflügen und weiteren Festlichkeiten teilzunehmen. 
Sie erhalten aber keine Schriften. 
Für Subskribenten ist der Beitrag 10 Mk. Nach dem Kongreß 
werden ihnen die Berichte zugesandt. 
F örderung der Bauweise durch die staat 
liche UND KOMMUNALE VERWALTUNG, über die 
„Förderung der Bauweise durch die staatliche und kommunale Verwaltung 
hatte der bei der Zentralstelle für Volkswohlfahrt bestehende Hauptausschuß 
für Bauberatung in den Tagen vom 7. bis 16. April einen Kursus veran 
staltet, der dazu bestimmt war, Verwaltungsbeamten und leitenden Bau 
beamten einen Überblick über das in Frage kommende Gebiet zu ge 
wahren, sie über die Probleme zu unterrichten und die in Betracht 
kommenden Mittel und Maßnahmen an der Hand praktischer Erfahrungen 
vor Augen zu führen. Der Kursus war veranstaltet mit Unterstützung 
des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, das auch die nachgeordneten 
Behörden auf das Unternehmen aufmerksam gemacht hat. In den Vor 
trägen wurden die Fragen der Bauweise, des Heimatschutzes, der modernen 
Aufgaben im Bauwesen, die Verunstaltungsgesetze, die Bauberatung sowie 
die sonstigen Mittel einer Beeinflussung der Bauweise behandelt. Be 
sondere Vorträge behandelten das Bauernhaus, das Arbeiterhaus auf 
dem Lande, das Kleinhaus für Industriearbeiter, das kleinere und 
größere Miethaus sowie ferner den Fabrikbau, die städtische Fassaden-
	        
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