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Volume H. 4

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 10.1913 (Public Domain)

10. Jahrgang 
1913 
4. Heft 
37 
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DTEBAU 
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NEBST EINER SONDERBEILAGE: LITERATURBERICHT, HERAUSGEGEBEN VON RUDOLF EBERSTADT ** 
INHALTSVERZEICHNIS: Ein Forum zwischen Brandenburger Tor—Siegesallee und Königsplatz. Von Geh. Archivrat, Professor F. Wolff, Potsdam. — 
Stand und Ziele der Städtebaukunst. Von Geh. Baurat Dr.-Ing. O. March, Charlottenburg. (Schluß.) — Die Forderungen des Städtebaues bei Eisenbahn 
anlagen. Von Stadtbaurat Krafft (Regierungsbaumeister a. D.), Hamm (Westf.). (Schluß.) — Bebauungsplan für die Qohliscr Schloßwiesen bei Leipzig. 
Von Stadtbauinspektor Hans Strobel, Leipzig. — Der Schutz künstlerisch (und geschichtlich) bedeutsamer Straßen und Plätze in Alt- und Neustadt auf 
Grund der Verunstaltungsgcsetze. Von Gerichtsassessor F. Landwehr in Köln. — Neu eingegangene Bücher. — Chronik. 
Nachdruck der Aufsätze ohne ausdrückliche Zustimmung der Schriftleitung verboten. 
—■ " 1 ' . 
EIN FORUM ZWISCHEN BRANDENBURGER 
TOR-SIEGESALLEE UND KÖNIGSPLATZ. 
Von Geh. Archivrat, Professor F. WOLFF, Potsdam. 
Die architektonischen und bildnerischen Anlagen vor 
dem Brandenburger Tor sind zu verschiedenen Zeiten ent 
standen, dienen jedoch alle einem Gedanken: der Erinnerung 
an große Zeiten und große Männer. Das 1793 fertiggestellte 
Brandenburger Tor mit seinem Viergespann der Viktoria 
ist nach der Rückkehr des Siegeswagens im Jahre 1814 und 
nach seiner Schmückung mit dem eisernen Kreuze ein 
Erinnerungsdenkmal der Kriege von 1813 bis 1815 geworden. 
Nach den Kriegen von 1864 und 1866 wurde das Sieges 
denkmal auf dem Königsplatz errichtet, und da die Bau 
ausführung bis in die siebziger Jahre dauerte, wurde sie 
auch der Erinnerung an diesen letzten großen Krieg von 
1870/71 geweiht: „Das dankbare Vaterland dem siegreichen 
Heere* 4 steht an seinem Sockel. Der auf die Siegessäule 
führende Straßenzug wurde zu einer „Siegesallee“ und erhielt 
einen Ehrenschmuck, welcher „die Entwicklung der vater 
ländischen Geschichte von der Begründung der Mark 
Brandenburg bis zur Wiederaufrichtung des Reiches zeigt“. 
Dankbarkeit und Verehrung haben auf dem Königsplatz die 
Denkmäler von Bismarck, Roon und Moltke entstehen 
lassen. Alles, was hier geschaffen und aufgestellt ist, hat 
einen und denselben Gedanken, die Verherrlichung nationaler 
Größe zum Ruhme unseres Vaterlandes. 
Aber dem gemeinsamen Gedanken fehlt die zusammen 
fassende architektonische Ausbildung — unübersichtlich liegt 
der Königsplatz da, jedes Denkmal steht für sich allein, er 
bildet kein gemeinsames Ganzes in sich noch mit seiner 
Umgebung; ohne architektonische Verbindung steht das 
Brandenburger Tor mit seinen davor aufgestellten Denk 
mälern allein und ohne Zusammenhang mit der Siegesallee 
und dem Königsplatz. Wenn es gelingt, diesen zugrunde 
liegenden Gedanken räumlich zusammenzufassen und aus 
zubauen, so kann die Anlage zu einer der großartigsten 
Kundgebungen der Dankbarkeit des Volkes für seine Helden 
und großen Männer und der Macht und Größe des neuen 
Deutschen Reiches werden. Bei der Beschreibung eines 
Versuches der Ausbildung soll vom Brandenburger Tor, 
das den Eingang zu dem „Forum“ bildet, ausgegangen 
werden, ohne jedoch auf die Gestaltung des Pariser Platzes 
näher einzugehen. Nur das möge erwähnt sein, daß die 
nebenliegenden Strackschen Hallen erhalten bleiben müssen, 
und daß die Torgebäude, in denen in dem einen jetzt die
	        
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