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Volume H. 2

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 9.1912 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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„Die schöne deutsche Stadt“ soll in drei Bändchen mit je 
160 Abbildungen jedem Deutschen die Schönheit seiner Heimat vor 
Augen führen. Dem eben erschienenen „Mitteldeutschland“ von 
Gustav Wolf wird im Frühjahr d. Js. „Süddeutschland“ von Julius 
Baum folgen. 
Das Heft, das neben herrlichen Bildern mit vorzüglichem Text aus 
gestattet ist, wird jedem Laien eine dauernde Quelle des Genusses sein. 
Für den Architekten und Städtebauer geht das Interesse an ihnen aber 
wesentlich weiter. Es macht ihn mit unseren schönen Städten und be 
sonders mit ihren malerischen Teilen bekannt, Dadurch wird es zum 
Ratgeber, wohin der Architekt in seiner Ferienzeit seine Schritte lenken 
soll, wenn er reizvolle Bauten und Städtebilder antreffen will. 
Aber das Büchlein erzählt auch, worin die Schönheiten bestehen, 
wie sie genossen sein wollen; was den Reiz des Städte- und Straßen 
bildes ausmacht. Es wird so zum Lehrmeister, wie man Städte sehen 
soll und — was für den Städtebauer am wichtigsten — mit welchen 
Mitteln schöne Städtebilder geschaffen werden können. 
Die Anordnung der Bilder und des Textes verfolgt ein System. In 
Einzelabschnitten werden uns die Anlage und Entstehung der Städte, 
die Innen- und Altstadt, der Marktplatz, der Kirchplatz, das Straßenbild, 
die Laubengänge, Uferstraßen und Terrassen, Brücken, Rathäuser, Kirchen, 
Brunnen und Stadttore in ihren Einzelwerten und Wechselwirkung, die 
Umgebung der Stadt, vor den Toren und der Ausblick auf die Stadt, 
deren charakteristisches Bild, der Aufbau der Silhouette vorgeführt. 
Das Büchlein entpuppt sich als ein Sehr willkommenes StädtebaU- 
buch, das durch Schaubilder die Wirkungen all dieser Einzelteile, der 
Plätze und Straßen, deren Versetzung, ihrer Verengung oder Erweiterung 
und endlich die Perspektivenwirkung auf gute Ausblicke veranschaulichen 
will. Deshalb sind Stadtteilpläne eingestreut, die durch Angabe des Stand 
punktes für die malerische oder städtebauliche Wirkung äußerst lehrreich 
werden. 
Die Bilder zeugen durchweg von einem feinen Verständnis für Bild 
wirkung: Verteilung der Massen und von Licht und Schatten, der 
Steigerung auf den Hauptschaupunkt oder Gegenüberstellung von Kon 
trasten, die das schöne Bild bedingen. Es ist die anschauliche Über 
tragung des wirkungsvollen Aufbaus vom Bauwerk auf das Straßen- und 
Städtebild. 
Bei der Vielseitigkeit des gebotenen Stoffes und dem geringen Preise 
von nur i,So Mk. für das Heft wird selbst der wenig bemittelte Architekt 
es erstehen, ist es doch an sich ein reizendes Bilderbuch und zudem ein 
guter, brauchbarer Reisebegleiter. 
N ummer zr der Mitteilungen der ZENTRALSTELLE FÜR 
WOHNUNGSREFORM IN ÖSTERREICH bringt einen 
Aufsatz des Regierungsrates Dr. Franz Cuhel über die „Vorschläge be 
treffend die Besteuerung der Häuser gemeinnütziger Wohnungsbau 
genossenschaften“ und desgleichen einen des Dr. Ewald Pribram über 
„Die Steigerung der Grundpreise in Wien während der letzten zehn Jahre“. 
Aus dem sonstigen reichhaltigen Inhalte dieses Heftes heben wir noch 
hervor den Aufsatz über „Englands Gartenstädte“, den Tätigkeitsbericht 
der Zentralstelle für Wohnungsreform sowie den Bericht über den Dritten 
Internationalen Wohnungshygiene-Kongreß in Dresden. 
NEUE EINGÄNGE, 
T OWN FLANNING CONFERENCE. London, io.-i 5 . Oc- 
tober igio. Transactions. Published by The Royal Institute of 
British Architects. g Conduit Street, Regent Street, London W. zgzx. 
T he making of a park System in la grosse. 
Report by John Nolen, Landscape Architect Cambridge, Mass, zgzx. 
— The Inland Printing Compagni La Crosse, Wisconsin. 
/"GENERAL FEATURES OF A PARK SYSTEM FOR 
CHATTANOOGA, TENNESEE. Report to the Board of 
Park Commissioners. By John Nolen, Landskape Architect Cambridge, 
Mass. — Boston, Gev. H. Ellis Co„ Printers, ign. 
OTÄDTEAUSSTELLUNG DÜSSELDORF 1912- Die Stadt 
Düsseldorf steht in städtebaulicher Beziehung vor einem ganz ent 
scheidenden Wendepunkt. Es soll ein neuer Bebauungsplan geschaffen 
werden, der tiefer greifende Umgestaltungen des Städtebildes im Gefolge 
haben wird. Zu dem Zwecke ist ein Wettbewerb ausgeschrieben, der 
durch die hohen Preise deutlich zeigen will, daß man auf die Mitarbeit 
der besten und tüchtigsten Männer rechnet. Die Beteiligung an diesem 
Wettbewerb ist denn auch heute schon eine derartig große, daß man 
wohl auf seinen Ausgang gespannt sein darf. Es ist kein Zweifel, 
daß die eingereichten Entwürfe nicht nur allein in Düsseldorf, sondern 
überall in Fachkreisen lebhafte Anziehungskraft äußern dürften. Die 
Pläne sollen im Juli 1912 öffentlich ausgestellt werden; um dieses Ereignis 
in der Geschichte Düsseldorfs gebührend zu würdigen, hat man beschlossen, 
eine Städteausstellung damit zu verknüpfen. 
Die Städteausstellung selbst nun soll in gewisser Weise eine Er 
weiterung der des Jahres zgio sein. Sie nennt sich deshalb auch nicht 
„Städtebau“-Ausstellung, sondern kurz Städteausstellung. — Neben den 
rein städtebaulichen Dingen werden insbesondere die Einrichtungen für 
die Gesundheit und für die Krankenfürsorge berücksichtigt werden. Was 
nun die erstere Gruppe anbetrifft, so hat man wieder unterschieden 
zwischen dem Städtebau an sich und den städtischen Hochbauten. 
Wenden wir nun unseren Blick der Gruppe Städtebau an sich zu, so 
kann man heute schon sagen, daß diese Abteilung in Überaus würdiger 
Weise die Fülle des Stoffes verarbeiten wird. 
In erster Linie kommen ihr die Vorarbeiten der Vereine für Heimat 
schutz in Rheinland und Westfalen zugute. In beiden Provinzen sind 
erhebliche Mittel bereitgestellt, um eine photographische Aufnahme der 
wertvollsten Städtebilder zu erreichen. Wer da weiß, welch wunderbarer
	        
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