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Volume H. 2

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 9.1912 (Public Domain)

9. Jahrgang 
1912 
2. Heft 
13 
STÄDTEBAU 
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FÜR DiE KÜNSTLER!$01E AUJGE5TAL 
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SOZIALEN-GRUNDSÄTZENi GEGRÜNDET VON 
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** NEBST EINER SONDERBEILAGE; LITERATURBERICHT, HERAUSGEGEBEN VON RUDOLF EBERSTADT 
** 
INHALTSVERZEICHNIS: Der Wettbewerb um die Ausgestaltung des Parkringes auf dem Tempelhofer Felde in Berlin. — Städtische Bodenpolitik. 
Von Stadtlandmesser Groll, Hersfeld. — Zum Bebauungsplan-Wettbewerb für Gladbeck in Westfalen. Von Professor Dr. Rud. Eberstadt. — Mitteilung, — 
Neue Bücher und Schriften. Chronik, 
Nachdruck der Aufsätze ohne ausdrückliche Zustimmung der Schriftleitung verboten. 
DER WETTBEWERB UM DIE AUSGESTALTUNG 
DES PARKRINGES AUF DEM TEMPELHOFER 
FELDE IN BERLIN. 
A, Vorbemerkung der Schriftleitung. 
Der Kampf um das Tempelhofer Feld hatte im ver 
gangenen Jahre viel Staub aufgewirbelt. Vom Deutschen 
Reiche hätte man nach der Meinung der Einen wohl 
verlangen dürfen, daß es auf seinem Grundbesitze durch 
eine von sozialem Geiste erfüllte, die Wohnbedürfnisse 
Groß-Berlins voll befriedigende Bebauung vorbildlich zu 
wirken habe, denn die Stadtgemeinde besitze in gleicher 
Lage kein Gelände mehr und sei deshalb auf das Ent 
gegenkommen des Staates oder Reiches angewiesen, auch 
wohl zu Opfern für diesen Zweck bereit gewesen. Dem 
gegenüber wiesen die Anderen und mit ihnen der glück 
liche Besitzer darauf hin, daß das Gelände nun einmal 
durch die Bauordnung in die mit fünf Wohngeschossen 
überbaubare Zone aufgenommen sei und dementsprechend 
auch be- und verwertet werden müsse. Bekanntlich hat 
sich der Reichstag dieser Meinung angeschlossen. 
Damit war die wirtschaftliche Grundlage für die Be 
bauung des Tempelhofer Feldes gegeben und kam es nur 
noch darauf an, eine sachliche Lösung für die großstädtische 
Ausgestaltung zu finden. Demzufolge wurden von der Ge 
sellschaft, der die Gemeinde Tempelhof das in ihrem Gebiete 
liegende Feld zur Aufschließung überlassen hatte, eine An 
zahl von Entwürfen eingefordert, von denen der Entwurf 
des früheren Stadtbaurates der von der Planung mit 
berührten Stadt Schöneberg, Geheimen Baurats Gerlach, 
unter Zustimmung der zuständigen Behörden von der Ge 
sellschaft zur Ausführung gewählt worden ist. Textbild 1 
gibt diesen Entwurf in seiner für die Ausführung festgesetzten 
Form wieder; dazu wird in Abbildung 2 der Wettbewerbs 
entwurf unseres Herausgebers gefügt. Beide enthalten 
einen Parkring, der im Programm gefordert war und damit 
die zu einer möglichst regelmäßigen Anlage hindrängende 
Lösung der Aufgabe erschwert hat. Diese Schwierigkeit 
ist noch schärfer in dem Wettbewerbe hervorgetreten, der 
im folgenden besprochen wird. Die Aufgabe war zu eng 
begrenzt, denn die Wandungen des Parkringes standen 
unverrückbar fest, wenigstens auf dem Papier. Raum 
gestaltung war also fast ausgeschlossen, zum mindesten arg 
beschränkt, es kam fast nur auf eine Flächendekoration an. 
B. Besprechung von WALTER LEHWESS, Berlin- 
Zehlendorf. 
Es ist als ein bedeutungsvolles Zeichen zu betrachten, 
daß die Gemeinde Tempelhof, der das Tempelhofer Feld 
dem Namen nach gehört, oder besser die Gesellschaft, die 
zur Verwertung des Geländes herangezogen worden ist, ein 
gesehen hat, daß mit der Ausnutzung des Landes bis auf
	        
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