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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 9.1912 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
gedanken seines Bebauungsplanes für das Schöneberger SUdgelände ver 
deutlicht hatte. 
Es ist erfreulich, zu ersehen, wie sich Grundriß und Aufbau schon ver 
vollkommnet haben, wietrefFIicheLösungenauchinnerhalb enger wirtschaft 
licher Grenzen erzielt werden, wie wenig berechtigt also das Vorurteil 
erscheint, daß die. Architekten nicht zweckmäßig und zu teuer bauten! 
Darin liegt ein außerordentlicher Fortschritt; denn wenn erst überall 
Architekten; bauen, dann werden wir wieder auf zweckmäßige und schöne 
Städte, Dörfer, - Gartenstädte und Kleinwohnungssiedelungen rechnen 
können. Dem rührigen, zielbewußten Oberbaurat Schmidt in Dresden 
kann man für die.Bekundung dieser Auffassung sowohl als auch für die 
Herausgabe dieser Werke, denen.eine weit über Sachsens Grenzen hinaus 
gehende Bedeutung zuzuerkennen ist, nicht dankbar genug sein. 
N euere ländliche Volksschulen. Herausgegeben 
mit Unterstützung des Kgi. Sachs. Ministeriums des Kultus und 
öffentlichen Unterrichtes vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz in 
Dresden. Bearbeitet von L. F. Karl Schmidt, Kgl. Sachs. Oberbaurat. 
3i Tafeln mit Text und 22 Abbildungen. Verlag Gerhard Kühtmann, 
Dresden. Preis in Mappe 24 Mk. 
Auch dieses Mappenwerk stellt sich in vornehmer Ausstattung dar 
und bietet durchaus gediegene geschmackvolle Lösungen, die ebenso weit 
vom Schema einer vorgeschriebenen Norm entfernt bleiben, als von der 
Aufgeblasenheit städtischerSchulpaläste, wie die Einfügung einiger Gegen 
beispiele in den Text drastisch erläutert. Bauformen und Baustoffe sind 
stets der Umgebung angepaßt beziehungsweise entnommen, Unterrichta- 
räume und Lehrerwohnung in der jeden von ihnen entsprechenden Zweck 
erfüllung eingeordnet, wobei sich reiche Abwechslung in der Gruppierung 
ergibt. Besonders wertvoll ist die Angabe der Baukosten sowohl im 
ganzen als für die Einheit der bebauten Fläche oder des unbebauten 
Raumes. Auch den Trinkbrunnen- und Spielplatzanlagen sind einige 
treffende Ausführungen gewidmet. Bei der Bedeutung, die das Schulhaus 
—• nächst der Kirche meist das einzige öffentliche Gebäude — im Dorf 
CHRONIK. 
D er PARK VON SCHLOSS RUHWALD, das van Schwatlo 
1867 gebaut wurde, soll dem Hörensagen nach aufgeteilt werden. 
Der Park ist durch Ludwig v. Schäffer-Voit angelegt und wäre wert, 
für die Stadt Charlottenburg erhalten zu werden. Er ist etwas über 
40 Morgen groß und liegt an der Spandauer Chaussee. 
M oderne gärten auf der internationalen 
BAUFACH-AUSSTELLUNG, LEIPZIG 1913. Der Ent 
wurf und die Ausführung der Repräsentationsgärten auf der Internationalen 
Baufach-Ausstellung zu Füßen des Völkerschlacht-Denkmals ist der Firma 
Jakob Ochs, Gartenbau-Hamburg 1 (künstlerische Leitung: Lebrecht 
Migge) übertragen worden. - Es soll in Übereinstimmung mit den bau 
leitenden Architekten Weidenbach und Tschammer, Königl. Bauräten in 
Leipzig, nicht nur versucht werden, die Architektur mehr, als bisher auf 
Ausstellungen geschah, zu einem Zusammenklang mit der Bepflanzung 
zu bringen, sondern es wird womöglich auch ein neuer Ausstellungs 
gartentyp aufgestellt werden. Da die Ausstellung schon im Frühjahr 1913 
eröffnet werden soll. und die Arbeiten erst vor kurzem in Angriff ge 
nommen werden konnten, so stellt die Anlage dieser Gärten auch nicht 
geringe organisatorische Anforderungen. 
ykUS DER STATISTIK DER ERSTEN DEUTSCHEN 
^ GARTENSTADT HELLERAU BEI DRESDEN. Ob 
gleich die Statistik als treues Spiegelbild der wirklichen Vorgänge in 
einer so jungen Siedelung wie Hellerau in den ersten Jahren noch durch 
mancherlei Nebenumstände beeinflußt wird, bieten die ersten Feststellungen 
über die Sterblichkeit und den GeburtsUberschuß in Hellerau dem Woh 
nungsreformer doch schon interessante Anhaltspunkte und beweisen den 
unmittelbar wohltätigen Einfluß des Flachbaues in gesunder Gegend auf 
plane einnimmt, darf auch' der „Städtebau“ ein derartiges Werk bestens 
empfehlen. 
RASA NASEHO DOMOVA (Die Schönheit unseres Heims) 
betitelt sich eine Zeitschrift, die mir schon seit einigen Jahren 
regelmäßig zugeht. Sie erscheint in Prag und wird ausschließlich in 
tschechischer Sprache gedruckt, was ihrer Verbreitung in deutschen Landen 
gerade nicht förderlich sein dürfte und mich auch verhindert, ■ mehr von 
ihrem Inhalte mitzuteilen, als mir die Herren Schriftleiter Bset, Jedlicka- 
Brodsky und J. Emler selbst in deutscher Sprache geschrieben haben. 
Dies will ich aber tun, um meinen Dank abzustatten. Wie die deutsche 
Übersetzung des Titels schon verrät, ist sie dem Schutze und der Ver 
schönerung der Heimat gewidmet; als Organ des Verbandes böhmischer 
Verschönerungsvercine, des Klubs „Alt-Prag“, des Aufforstung»- und 
Verschönerungsvereins für Prag und Umgebung und des Böhmischen 
Landesverbandes zur Förderung des Fremdenverkehrs. 
Ursprünglich als Organ von 350 Verschönerungsvereinen in Böhmen, 
Mähren und Schlesien, fast ausschließlich dem Verschönerungswesen, dem 
Naturschutze und der Denkmalpflege dienend, hat sie im fünften Jahr- 
gange (1909) ihr Arbeitsfeld auch auf den Städtebau und die Wohnungs 
reform erstreckt. - Sie bringt Aufsätze und Berichte von Fachleuten und 
in ihren Bildern eine Fülle von Beispielen zur Regulierung kleinerer 
Städte und Erhaltung alter Baudenkmäler, erteilt überdies Ratschläge und 
schreibt Wettbewerbe aus. 
Während unser Heimatschutz oft noch im Gegensatz zur Tätigkeit der 
Verschönerungsvereine steht, scheint es den tschechischen Herren gelungen 
zu sein, die Verschönerungsvereine in den Dienst des Heimatschutzes zu 
stellen — dies würde Nachahmung verdienen. Im übrigen aber mögen die 
Herren nicht vergessen, daß die Schönheit ihrer Städte deutscher Kulturarbeit 
mit zu verdanken ist. Ungerecht erscheint es mir deshalb, daß ein mir von 
denselben Herren freundlichst übergebenes, prächtig ausgestattetes Werk, 
wie das über Prag (erschienen 1909), neben einem tschechischen Texte einen 
französischen und einen englischen aufzuweisen hat, aber keinen deutschen! 
die Gesundheit der Bewohner, ln Hellerau begann die Bautätigkeit im 
Jahre 1909, die ersten zehn Familien zogen im Herbst in ihre Wohnungen 
ein. Die nachstehenden Angaben beziehen sich auf das ganze Jahr 1911, 
wo die Einwohnerzahl am 1. Januar 652, am 1. Juli 1100 und am 31. De 
zember 1450, im Durchschnitt also ca. 1000 betrug. Die zum Vergleich 
angeführten Ziffern aus Dresden, Chemnitz und Leipzig stammen aus dem 
Jahre 1910 und sind dem Statistischen Jahrbuch für das Königreich 
Sachsen entnommen. In Hellerau kamen also ign auf 1000 Einwohner 
sechs Todesfälle (Dresden 13,7, Leipzig 13,8, Chemnitz 15,—) und drei 
Totgeburten (Dresden 0,9, Leipzig 0,9, Chemnitz 28,4). Von 100 Lebend 
geborenen sind im ersten Lebensjahre in Hellerau fünf gestorben (Dresden 
14,81, Leipzig 17,12, Chemnitz 22,3). 
ROSSSTADTANLAGE UND KLEINWOHNUNGSBAU. 
(Mit Lichtbildern.) Geh. Baurat Goecke, Professor an der Tech 
nischen Hochschule zu Berlin. 
Die moderne Stadt: Geschichtliche Einleitung, allgemeine Anforde 
rungen in gesundheitlicher und wirtschaftlich-sozialer Hinsicht, 
Einteilung der Großstadt: City- und Vorortsbildung, Abstufung der 
Bauweise und Freihaltung gewisser Flächen von jeder Bebauung. 
Hausbau, insbesondere Kleinwobnungsbau; Einfamilienhaus und 
Massenroietshaus, Reihenhaus und Wohnhof. — Grundrißbildung 
der Kleinwohnung. 
Bebauungsplan: Radial-, Ring- und Parallelsystem, Ausfallstraßen und 
Verkehrsmittel, — Gestaltung der Baublöcke, Verkehrs- und Wohn 
straßen, Vorgärten. 
Stadtbild, Grünanlagen und Gartenstadt, 
2-Stunden: Donnerstag vormittags g’/a Uhr pünktlich bis H Uhr 
(bis Weihnachten). 
Verantwortlich für die Schriftleitung: Theodor Goecke, Berlin. — Verlag von Emst Wasmuth A.-G., Berlin W., Markgrafenstraße 35. 
Inseratenannahme C. Behling, Berlin W. 66. — Gedruckt bei HerrosÄ & Zicmsen, G. m. b. H., Wittenberg. — Klischees von Carl Schütte, Berlin W.
	        
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