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Volume H. 6

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 8.1911 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
62 
Photograph G. Pattendotfer. 
Abb. I. 
also auch nicht, ob etwa zum Ersatz für die Höhen 
entwicklung auf die beabsichtigte Verbreiterung der Löwen 
grube verzichtet werden könnte, oder ob es zulässig sei, den 
Ettplatz etwas zu verkleinern, oder ob es sich empfehlen 
würde, eines der drei Anwesen an uns neben der Ecke von 
Frauenplatz und Löwengrube anzukaufen, die nicht in den 
Bauplatz für das Polizeigebäude einbezogen sind — das 
alles wäre Sache der Behörden und des Architekten. Jeden 
falls aber ist Theodor Fischers Name Bürgschaft, daß er 
eine Lösung finden wurde, die befriedigen müßte. 
„Wohlan denn, München, rüste dich zu einem herz 
haften Entschluß - ganz Deutschland sieht auf dich, ob 
du den Ruf als Kunststadt auch in diesem Falle zu wahren 
verstehen wirst!“ So hat der Herausgeber dieser Zeitschrift 
bei der eingangs erwähnten Besprechung des Vortrages 
Friedrich von Thierschs gerufen. Dieser Ruf soll heute 
wiederholt werden; mög’ er nicht wieder ungehört verhallen! 
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noch in die 
Planung für 
das neue 
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gebäude mit aufzunehmen, wenn diese auch schon — oder 
endlich, wie der Architekt und die beteiligten Behörden 
nach den langwierigen Kämpfen um das Schicksal der 
ehemaligen Augustinerkirche aufatmend gesagt haben 
werden! — als abgeschlossen gelten sollte. Gerade die 
Vorgeschichte des Bauplans gibt den Mut, aufs neue zu 
hoffen! Handelte es sich dabei doch um einen Ausgleich 
zwischen Denkmalpflege und neuen Anforderungen, um 
die Erhaltung und Bereicherung eines schönen Straßen 
bildes, um die Rücksichtnahme einer Neuschöpfung auf 
das Gewordene und seine Umgebung. Bis zu einem ge 
wissen Grade spielte auch da schon die Frauenkirche 
mit hinein; inwieviel höherem Maße tut sie das aber 
jetzt und wird sie das in Zukunft tun! Die Rücksicht 
die der früheren Augustinerkirche zuteil geworden ist, 
gebührt erst recht dem alten Wahrzeichen Münchens, 
der Frauenkirche mit ihrem Turmpaar und dem mäch 
tigen Dache. 
Abb. 2 
BAULINIENPLAN FÜR ERLANGEN. 
Von OTTO LASNE, München. 
Die Universitätsstadt Erlangen liegt im bayerischen 
Regierungsbezirk Mittelfranken zu den Füßen des südwest 
lichsten Ausläufers der Fränkischen Schweiz, des Burgberges, 
und im Zuge der alten Landstraße Nürnberg—Bamberg, die 
hier die Schwabach, nahe deren Einmündung in die Regnitz, 
überschreitet. Seit 1846 wird ihr Gebiet auch vom Ludwig- 
Donau-Main-Kanal durchflossen, der unmittelbar vor der 
Schwabachmündung über diese hinweggeführt ist. 
Der städtische Burgfrieden umfaßt eine Fläche von 
900 ha; bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 besaß
	        
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