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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 8.1911 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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zeichnet sich vor allen anderen eingesandten Entwürfen aus durch 
die vornehme, einfache Anordnung des Kleberplatzes unter Belassung 
des Denkmals an seiner bisherigen Stelle, durch die wirtschaftlich 
und künstlerisch günstige Umänderung der westlichen Platzwand 
beim Roten Haus, durch die reizenden Straßenbilder bei der Ein- 
Überbauungen, teils durch Anlage von Terrassen den Hausbesitzern zu 
geteilt und nutzbar gemacht werden. Der Aufbau der Neubauten zeigt 
gute Verhältnisse und sichert unter Anwendung bescheidener Gliederungen 
schön wirkende Platz- und Straßenbilder, Zu beanstanden ist der Ge 
danke, die vier Seiten des Platzes mit Straßenbahngleisen zu umgeben. 
Abb. 3. 
mündung der Großen Stadelgasse in den Kleberplatz, endlich durch 
die ausgezeichnet schöne, schlichte Architektur in heimischer Art, unter 
Berücksichtigung aller Anforderungen der Neuzeit. Alle die großen Vor 
züge vereinigen sich mit weiser Sparsamkeit und praktischer Durchführ 
barkeit in hohem Maße. Nach dem einstimmigen Urteil des Preisgerichtes 
ist das Projekt „Blondel A“ No. 28 eine hervorragend gute Lösung der 
gestellten Aufgabe. 
No. 16 „Argentoratum“, Entwurf des Architekten Berst und seines 
Mitarbeiters Olbricht, Straßburg i. E. — siehe Abb. d und e der 
Tafel 72. Die von 
der Stadtverwaltung 
vorgeschlagene Be 
bauung ist im we 
sentlichen beibehal 
ten. Nur zeigt die 
Stelle an dem Zu 
sammenfluß der drei 
Straßenzüge räum 
liche Erweiterungen, 
die vorteilhaft zu 
bebauen sind. Zu 
loben ist die geringe 
Veränderung am 
Kleberplatz selbst. 
Es ist gedacht, den 
Höhenrücken abzu 
tragen, dem Kleber- 
denkmal eine Stufen 
terrasse zu geben. 
Die Tiefenachse des 
Platzes deutlich aus 
zusprechen, ihn nach 
den Gewerbslauben 
zwischen flankieren 
den bescheidenen 
Pavillons zu öffnen, die Längsseiten je durch eine Baumreihe zu 
säumen und die Rückseite vor dem Roten Haus durch ein niedriges, 
langgestrecktes Gebäude abzuschließen, das die Hauptwache, einen 
Spritzenraum, einen Straßenbahnwarteraum, einen Milchausschank, die 
Bedürfnisanstalten und die Feuerwache aufnehmen soll. Das Straßen 
gelände vor dem Roten Haus und den Nachbargebäuden kann teils durch 
No. 30 „Blondel B“, zweiter Entwurf derselben Verfasser wie vor — 
siehe Abb.f und g der Tafel 72. Im Verfolg des im achtzehnten Jahrhundert 
mit dem Bau des Aubette-Gebäudes gefaßten Gedankens der Schaffung 
einer einheitlichen, symmetrischen Platzanlage verlegt der Verfasser die 
Verbindung mit dem neuen Straßenzug in die Mitte der Südseite des 
Platzes, und zwar in die Achse des Aubette-Gebäudes und des um ein 
Geringes gedrehten Kleberdenkmals. Wenn eine derartige Anlage auch 
einer Verbindung in der Südwestecke nachsteht, bedeutet dieselbe doch 
einen künstlerisch reifen, selbständigen Gedanken. Die Architektur der 
die Straßenmündung 
flankierenden Ge 
bäude der Südseite 
ist einfach und vor 
nehm und ästhetisch 
befriedigend. Der 
selben fehlt jedoch 
der speziell straß 
burgische Charakter 
und an der Straßen 
mündung eine ge 
wisse Gliederung der 
vertikalen Silhouette. 
Die Anordnung des 
für die Aufnahme 
der Hauptwache u. 
dergl. bestimmten 
Gebäudes, sowie 
dessen Architektur 
gestaltung ist ge 
schickt und bedeutet 
eine glückliche Ver 
deckung der wenig 
günstigen Fassaden 
der jetzt die Südseite 
begrenzenden Ge 
bäude. Die Einfassung des Platzes an den beiden Langseiten durch 
eine bzw. mehrfache Baumreihen paßt sich, abgesehen von dem schief 
winkeligen Verlauf derselben, dem Charakter des Platzganzen und der 
Architektur der umgebenden Bauten an. Die Verbindung der Straßen 
bahngleise an der Ecke des Kleberplatzes und der Gewerbslaubenstraße 
ist ungenügend. Zweckmäßig würde in der Südwestecke noch eine Fuß- 
Abb. 4. Angekaufter Entwurf: Block A von Professor P. Bonatz und Architekt Scholer in Stuttgart.
	        
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