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Volume H. 4

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 7.1910 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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„Kabinen* 1 u. dgl. m. entsprechen unserem alten Grund 
sätze: den Verkehr nicht ineinander, sondern ausein 
ander zu führen. 
Endlich ist zu hoffen, daß eine radikale Vereinfachung 
und Vervollkommnung des Fernverkehrs (für die schon 
E. Engel verdienstvoll gewirkt hat) den unnatürlichen 
Gegensatz von Stadt und Land mit seiner steten Ver 
dickung der städtischen und Verdünnung der ländlichen 
Kultur überwinden werde. W. Pastor kommt in einer 
Besprechung der „Gartendörfer“ (Tägliche Rundschau“, 
20. Juni sgog Kr. 283) auch auf den jetzigen Schnellbahn- 
plan zu sprechen und trifft wohl das richtige, wenn er für 
die zunächst nötige Sache die hält: „Sorge zu tragen, daß 
nicht altes Land die Zwangsanpassung erleide an 
das mörderische Getriebe der Stadt“ usw. 
Von unseren Stadtbau-Aufgaben aus liegt die nächste 
Erlösung aus diesem Getriebe in der Überwindung der 
städtischen Einflächigkeit. Eine bloße Hoffnung ist es 
allerdings, daß diese Vervollkommnung des Verkehrs 
wesens und somit auch des Bauwesens die sozialen und 
seelischen Verwickelungen und Aufregungen des städ 
tischen Lebens nicht noch steigern, sondern sie Im Gegen 
teil vereinfachen und beruhigen werde — mindestens durch 
ihr vorbildliches Beispiel, 
WETTBEWERB: FRAUENPLAN EISENACH. 
Von Gartenarchitekt H. L. FOETH, CQln. 
Motto: Städtebau. 
Bei der Bearbeitung des Entwurfes wurde der Haupt 
wert gelegt auf die Erhaltung und die Verschönerung des 
so reizvollen alten Stadtbildes. Die alten Baufluchtlinien 
sollten soviel wie möglich beibehalten werden, besonders 
an der Ecke des Gr. Wiegardt — siehe Lageplan unter a, 
Tafel 28. Auch der Baublock zwischen Domstraße und 
Gr. Wiegardt wäre nach Möglichkeit in seiner alten male 
rischen Welse zu erhalten, was bei der Neubebauung zu 
berücksichtigen sein würde. — Für eine bessere Verbindung 
mit der Domstraße könnte Haus 47 fallen. Der hier 
durch entstehende malerische Abschluß des Frauenplanes 
würde durch die Anbringung des einfachen Pflanzstreifens 
vor den Häusern 39—43 und von Bäumen vor Haus 
30 und 32 erhöht. Der einspringende Winkel bei Haus 
32 muß auf jeden Fall erhalten bleiben. Ein ähnliches 
malerisches Zusammenschlüßen von Haus und Pflanzung 
wird auch durch die vor den Häusern 25—33, 23 und 
20 geplante Platzeinteilung erreicht. Die seitlich vorgeschla 
gene Bepflanzung statt einer Mittelanlage erhöht den male 
rischen Heiz der Gebäude. Eine ähnliche, vielleicht gün 
stigere Lösung (bei Haus 25—33) zeigt die Federskizze, als 
Variante in Textbild 4 beigegeben. 
Um das Bachhaus als Museum vor den anderen Häu 
sern mehr zu betonen, ist eine Terrassierung des Vor- 
geländes entworfen, die als architektonischen Pflanzen 
schmuck Fliederhecken tragen soll. Der Vorplatz des Bach 
hauses wird durch eine Mauer mit Holzzaun abgegrenzt, 
wie Bild b auf Tafel 28 zeigt. Da durch den Abbruch des 
Baublocks am Frauenberg die Geschlossenheit des Frauen 
planes, die unbedingt angestrebt werden muß, fortfalien 
würde, hat Verfasser die Geschlossenheit durch jene An 
lage wieder herzustellen gesucht. 
Der im nördlichen Teile sich befindende Sitzplatz 
(Bild c), umrahmt durch eine einseitige Pergola, gibt einen 
günstigen Abschluß von oben und gestattet einen Blick über 
die gesamte Platzanlage. Eng verbunden damit ist der 
kleine abgeschlossene Aufenthaltsgarten (Bild d) im süd 
lichen Teil. Dieser ist zum gemütlichen Aufenthalt vom 
Verkehr vollständig abgeschlossen. 
Doch nicht nur in diesem Teile ist für reichliche 
Sitzgelegenheit gesorgt worden, sondern auch in den übri 
gen Teilen des Frauenplanes. Der vorhandene große Baum 
bei der Lutherstraße ist für diesen Zweck zu erhalten und 
mit einer Rundbank zu versehen. Sämtliche Einzelanlagen 
des Platzes sind mit Holzzäunen zu umgeben. 
Auf den Verkehr zwischen Lutherstraße und Frauen 
berg ist genügend Rücksicht genommen worden. Sämt 
liche Eingänge der Häuser sind bequem zu erreichen. 
ZUR NIEDERLEGUNG 
IN DÜSSELDORF. 
Die Stadtverordneten-Versammlung hatte in ihrer Sit 
zung vom 3. August 1909 den Erwerb des Schlosses Jäger 
hof (eines früheren Jagdschlosses der hergischen Landes 
herren, spateren Eigentums der preußischen Krone, in dem 
DES JÄGERHOFPARKES 
viele Jahre hindurch Fürst Karl Anton von Hohenzoüern 
Hof gehalten hatte) nebst Park, die Festsetzung der Flucht 
linien für zwei neu anzulegende, .den Park durchschnei 
dende Straßen, sowie die Überweisung des Jägerhofgeländes
	        
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