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Volume H. 3

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 7.1910 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
33 
heit, immer zwei und zwei Häuser zusammenzubauen, 
einer Gewohnheit, die sich aus den Bauvorschriften ergibt, 
abgewichen wird. Anstelle von Doppelhäusern sollen 
Gruppen von drei und vier Häusern entstehen, so daß die 
einzelnen Gruppen zwar eine jede für sich ein harmoni 
sches Ganzes bilden, unter sich aber verschiedenartig 
ausgestaltet werden. 
Um die gute Fernsicht auf Cöln noch besser auszunutzen, 
hat die Baufluchtlinie derKolonie die Form einer großenKurve 
angenommen — siehe Tafel 19. Im Scheitel der Kurve liegen 
die Häuser 35 m hinter der Straßenkante, an den Enden 
der Kurve treten sie auf 13 m an diese heran. Hierdurch 
wird der Blick auf Cöln von jedem Hause aus ermöglicht. 
Die Kurve hat weiter den Vorteil, daß sie beim Heran 
treten an die Kolonie einen günstigen geschlossenen Bild-^ 
winkel erzeugt und jede Gruppe gut zur Geltung kommen 
läßt. Endlich hat sie den praktischen Vorteil, daß die zum 
Teil bis 100 m tiefen Baugrundstücke eine zweckmäßige 
Teilung der Gärten erhalten, von denen der vor dem Gebäude 
liegende Teil als Schmuckgarten gedacht ist, während der 
hinter dem Gebäude liegende Teil den Nutzgarten bilden 
soll. Auch die Himmelsrichtung begünstigt diese Teilung* 
Der hinter dem Gebäude liegende Teil liegt im geschützten 
Süden und ist deshalb als Obst und Gemüsegarten besonders 
geeignet. Der Zwischenraum zwischen den Baugruppen ist 
auf eine Weite von 20 m gebracht. Die Gruppen sind unter 
langgestreckten Dächern vereinigt und die einzelnen Häuser 
durch hervortretende Giebel voneinander geschieden. In der 
weiträumigen Stromlandschaft werden die großen Drei- und 
Vierhäusergruppen mit ihren breiten Zwischenräumen einen 
erheblich günstigeren Maßstab abgeben, als er von Zwei- 
häusergruppen mit den üblichen Abständen der Häuser von 
5 m erwartet werden kann. In dankenswerter Weise hat 
der Stadt-Cölnische technische 
Beigeordnete Herr Landes 
baurat a. D. Rehorst und die 
Gemeinde Rondorf den Be 
bauungsplan unterstützt. 
Die Landhäuser sollen als 
einfache zweigeschossige Putz 
bauten errichtet werden und die 
eingebauten Häuser in jedem 
Geschoß drei Zimmer enthalten, 
während die Eckhäuser auf je 
vier Zimmer in jedem Geschoß 
gebracht werden. Siehe Tafel 
20 und Textbild. Wie schon 
aus dem Vogelschaubilde er 
sichtlich, ist auf die Beziehung 
von Haus und Garten durch 
Vorlagerung von Terrassen, 
Hallen und Gartenhäusern der 
größte Wert gelegt, um auf 
diese Weise den Bewohnern 
einen freien, ] luftigen und 
gesunden Aufenthalt in der 
sonnigen Stromlandschaft des 
Rheins zu bieten. Von der 
Straße aus werden die Vor 
gärten durch eine hohe Mauer 
dem Auge entzogen. Die Tren 
nung der schmalen und tiefen 
Vorgärten unter sich ist durch 
Laubengänge und hohe Hecken 
bewirkt. Es darf gehofft werden, 
daßnachVollendung derKolonie 
die angeschlagene Bauweise 
und Form der Ansiedlung 
bald Nachahmer finden wird.
	        
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