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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 7.1910 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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Die Anlagen an der Wipper sind unter Beibehaltung 
des vorhandenen Promenadenweges zweckentsprechend 
angelegt. Die Straße nördlich der Wipper erscheint da 
gegen überflüssig; zweckmäßiger würde eine Ausbildung 
sein, wie sie in dem bereits bebauten Teile der Straße an 
gewendet ist. Die Straßenzüge am untern Teile des Berges 
sind gut angelegt, nur fehlt auf der großen Länge des 
Hauptweges eine fahrbare Verbindung mit der Landstraße. 
Die Beibehaltung der vorhandenen Wege am oberen Teile 
des Berges ist zu loben, dagegen ist die Annahme von 
Landhäusern unmittelbar an der Landstraße unter Ein 
ziehung des oberen Weges und der vorhandenen Futter 
mauer nicht als vorteilhaft anzusehen. 
Entwurf „Gartenstadt“ — Lageplan auf Tafel 70, Einzel 
heiten in den Textbildern 1—3 und unter a) Tafel 72. 
Abb. 1—3. Entwurf „Gartenstadt“. 
Architekten: Schönberg und Ehrlich, Hagen in Westfalen. 
neben dem bestehenden Promenadenwege anzulegen. Die 
Durchschneidung des mit schönen alten Bäumen bestan 
denen Schallschen Parkes durch eine Verbindungsstraße 
nach der Rottlebener Landstraße kann nicht als wünschens 
wert bezeichnet werden. Die Bauanlage am Berge mit 
einer Kirche als beherrschendes Hauptstück ist gut ge 
dacht; desgleichen der Abschluß durch eine Terrasse. 
Da das Gelände hier jedoch in erster Linie mit Land 
häusern bebaut werden soll, so erscheint die Anlage eines 
Monumentalgebäudes hier weniger vorteilhaft, als vielleicht 
auf der Kuppe des Berges. Die Wegeanlage am Berge 
ist nicht besonders günstig; besonders fehlt eine gute 
Verbindung des untern Berggeländes mit der innern 
Stadt. Die an der Rottlebener Straße gelegenen Grundstücke 
sind überhaupt nicht zugänglich gemacht. Die Beibehal 
tung der vorhandenen oberen Bergwege ist dagegen anzu 
erkennen. Die beigefügten Einzelzeichnungen und Skizzen 
sind anschaulich dargestellt, 
Entwurf „Aufbau“ — Lageplan Tafel 71. 
Eine gute Verbindung des Baugeländes der Talsohle 
mit dem Bahnhofe ist nicht vorhanden. Die Einteilung 
der Banblöcke und deren Größenverhältnisse ist zweck 
entsprechend. Durch die schön angelegte Schafgasse ist 
eine gute Verbindung mit der alten Stadt geschaffen. Durch 
Abb. 4 und 5. Entwurf „Sennerin-Sonntag“. 
Architekt: Hoff, Kiel. 
Der Hauptvorzug des Entwurfes ist die gute Verbin 
dung von der inneren Stadt und vom Bahnhofe nach dem 
Mittelpunkte des für die Bebauung in Aussicht genomme 
nen Berggeländes. In der Talsohle wird durch den Haupt 
straßenzug eine bestehende Achse betont. Die Baublöcke 
sind gut gestaltet, auch ist eine anmutige Platzanlage 
vorgesehen. Die Bebauung ist im wesentlichen als offene ge 
dacht; nur ist der westliche Teil des Geländes als Schutz 
gegen die Westwinde in geschlossener Bauweise ange 
nommen worden. 
Die Straße an der Wipper ist ohne besondere Prome 
nade angelegt. Es erscheint zweckmäßiger, die neue Straße 
Anordnung von Teichen und Wasserbecken, die sich mit 
geringem Kostenaufwand ausführen lassen, ist der Land 
schaft ein reizvoll malerisches Motiv hinzugefügt. Die An 
lage der Straßen und Plätze ist unter Betonung der Haupt 
punkte, insbesondere des schönen Aussichtspunktes im 
Berggelände, geschickt angeordnet. Nicht gut gelungen 
ist dagegen die Zugänglichkeit des Landhausgeländes von 
der Rottlebener und Kelbraer Straße. 
Entwurf „Sennerin-Sonntag“ Textbilder 4 und 5. 
Die Straßen und die Anlagen an der Wipper sind sehr 
reizvoll gedacht, doch sind die gärtnerischen Anlagen in 
diesem Teile des Geländes zu umfangreich, insbesondere
	        
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