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Volume H. 9

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 7.1910 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
Etwaige notwendige Ergänzungen des Preisgerichts werden durch den 
Magistrat bestimmt und veröffentlicht. 
V. Preise: 
der i, Preis 10 ooo M, 
„ a. „ 6 ooo „ 
„ 3- „ 3 ooo „ 
Durch Mehrheitsbeschluß kann das Preisgericht den Gesamtbetrag 
der Preise auch in anderer Weise verteilen, falls nach seiner Ansicht die 
Bewertung der Entwürfe dies angezeigt erscheinen läßt. Das Preisgericht 
behält sich vor, weitere Entwürfe zum Ankauf zu empfehlen. 
Die preisgekrönten und angekauften Entwürfe gehen durch die Aus 
zahlung der Preise in das unbeschränkte Eigentum der Stadt über. Das 
Recht der Veröffentlichung steht in allen Fällen den Verfassern zu. 
Die Entscheidung des Preisgerichts wird in der Zeitschrift „Der 
Städtebau«, der „Deutschen Bauzeitung«, im „Zentralblatt der Bauverwal 
tung«, in der „Süddeutschen Bauzeitung«, in der „Bauzeitung für WUrt- 
temberg, Baden, Hessen und Elsaß-Lothringen«, in der „Schweizerischen 
Bauzeitung« sowie in der „Wochenschrift für den Österreichischen Archi 
tekten- und Ingenieur-Verein« bekanntgegeben. Die Entwürfe werden 
nach Entscheidung des Preisgerichts zwei Wochen lang öffentlich aus 
gestellt werden, Ort und Zeit der Ausstellung werden in den genannten 
Zeitschriften bekanntgegeben. 
VI. Seitens der Bewerber sind an Zeichnungen einzureichen: 
a) ein allgemeiner Bebauungsplan im Maßstabe i: 2000 mit den 
erforderlichen Quer- und Längenprofilen, 
b) Typen von Häusern der einzelnen Bauklassen und zwar An 
sichten, Grundrisse und Schnitte im Maßstab 1; 100, 
c) Darstellungen von Straßeneinblicken an besonders wichtigen 
Punkten, 
d) Aufteilungszeichnungen einzelner, besonders wichtiger Straßen 
und Baublöcke im Maßstab 1: 500, 
e) ein Erläuterungsbericht. 
VII. Zur Erläuterung der zu lösenden Aufgaben dienen die folgenden 
allgemeinen Gesichtspunkte: 
1. Das für die Bebauung zu erschließende Gelände wird umschlossen 
von der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn, der Rubensstraße, der 
Steglitz-Mariendorfer Grenze, Dresdener und Anhalter Eisenbahn und dem 
Sachsendamm, 
s. die zurzeit bestehende für dieses Gelände maßgebende Bau 
ordnung vom 15, März Iglo Schreibt landbausmäßige Bebauung vor, 
ein Umstand, der für die Erschließung dieses Geländes ein erhebliches 
Hemmnis bildet, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Außerdem erscheint 
es auch aus künstlerischen Rücksichten ratsam, eine staffelförmige Ab 
stufung der Bebauung eintreten zu lassen, derart, daß für die Hauptver 
kehrsstraßen vierstöckige geschlossene Bebauung, für Straßen zweiter 
Ordnung geschlossene dreistöckige Bebauung, für einen weiteren Teil des 
Geländes eine Bebauung mit Einfamilien-Reihenhäusern (zum Teil in 
Gruppen) durchgeführt würde, während der Rest für freistehende Land 
häuser vorzubehalten wäre. 
Es wird damit gerechnet, daß die Bestimmungen der erwähnten 
Baupolizeiordnung hinsichtlich des Bauwichs geändert werden. Dem 
Antrag auf Änderung der bestehenden Bauordnung nach diesen Gesichts 
punkten soll ein Bebauungsplan als Grundlage dienen, der den neuzeit 
lichen städtebaulichen Anforderungen in künstlerischer, verkehrstechnischer, 
wirtschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht entspricht. Für das an das 
Südgelände der Stadt nördlich der Ringbahn anschließende Gelände ist 
eine fünfstöckige Bauweise mit höchstens 22 m Höhe, vom Bürgersteig bis 
Hauptgesims gerechnet, zulässig; für die Übrigen angrenzenden Gebiete 
gilt die Baupolizeiverordnung vom 15. März igio für die Vororte außer 
halb der Ringbahn. 
3. Das zu erschließende Gelände soll zum überwiegenden Teil eine 
ruhige Wohngegend bilden; die Errichtung von Fabrikanlagen innerhalb 
des Geländes ist unstatthaft. 
4. Im einzelnen ist bei der Ausarbeitung des Bebauungsplanes auf 
folgendes Rücksicht zu nehmen: 
a) Im Lageplan (Anlage B) ist die Linie der Schnellbahn cingc- 
zeicbnet. Diese verläuft bis zum Punkt p als Untergrundbahn, 
von da ab südlich als Einschnittbahn, Die Lage der drei ge 
planten Schnellbahnböfe sowie die voraussichtliche Lage eines 
im südlichen Teil des Geländes geplanten Staatsbahnhofs an 
der Strecke nach Groß-Lichterfelde-Ost zwischen den Bahnhöfen 
Papestraße und SUdende geht ebenfalls aus dem Lageplan 
hervor. 
Die Hauptverkehrsstraße des Südgeländes soll der Schnell- 
bahnlinie im allgemeinen folgen und eine Mindestbreite von 
50 m erhalten, wobei auf die Bahn 20,20 m, auf die Bürger 
steige je 4.5—9 auf die Fahrdämme je 7,5— »5 tn Und auf 
die Promenadenwege zu beiden Seiten der Bahn je 2,9—5.6 m 
gerechnet werden. 
Die übrigen wünschenswerten Verkefarsstraßen sind Im Lage 
plan punktiert eingetragen, nämlich von dem nördlichen Ende 
der mittleren Hauptstrecke nach Nordosten (Sachsendamm) und 
vom südlichen Ende nach Südosten (Südende) sowie ferner im 
Zuge der Hedwigstraße. Hierbei wird ausdrücklich hervorge 
hoben, daß diese Einzeichnungen weder hinsichtlich der Breite 
noch hinsichtlich der Lage bei der Bearbeitung des Bebauungs 
planes maßgebend sein sollen. 
b) Im Lageplan sind > — 2 Plätze vorzusehen, die dem Markt 
bedürfnis des ganzen SUdgeländes Rechnung tragen; 
c) desgleichen eine Parkanlage von mindestens 12 ha Gesamtfläche 
(ohne Straßenland) als Abschluß des Geländes längs den Bahn 
körpern der Anhalter bezw, Militärbahn. Am nördlichen Ende 
dieses Parks ist die Errichtung eines Schwimmbades geplant. 
Mindestens 4 ha des für den Park bestimmten Geländes sind als 
Kinderspielplätze vorzusehen, wobei auf die Schaffung einer 
Spielwiese Wert gelegt wird. Es wird den Bewerbern anbeim- 
gestellt, die gesamte Parkfläche auch in anderer Weise auf dem 
Gebiete des SUdgeländes zu verteilen, falls ihnen das aus be 
sonderen Gründen ratsam erscheint. 
Für die längs des Parks an der Anhalter bezw. Militärbahn 
anzulegende Straße empfiehlt es sich nicht, ausschließlich ein 
seitige Bebauung zu wählen; vielmehr ist es erwünscht, auch 
auf der östlichen Seite der Straße eine teilweise Randbebauung 
etwa mit Villen vorzusehen. 
d) An Öffentlichen Gebäuden sind im Bebauungsplan Weiterhin 
vorzusehen: 
aa) eine Feuerwehrkaserne, 
bb) eine höhere Knabenschule, 
cc) eine Fortbildungsschule, 
dd) eine höhere Töchterschule, 
ee) zwei Volksschulen, 
ff) eine Kirche, 
wobei für die höheren Schulen eine Lage mehr in der Mitte des 
Geländes, für die beiden Volksschulen dagegen mehr im Süden 
des Geländes in Frage kommt. 
Die Lage dieser Gebäude ist im Bebauungsplan In den 
Umrißlinien einzutragen. 
5. Es wird großer Wert darauf gelegt, daß die wellenförmige Form 
des Geländes beibehalten wird. 
6. Rücksicht auf die zurzeit bestehenden Grundstücksgrenzen ist 
nicht geboten, da eine spätere Umlegung der Grundstücke beabsichtigt ist. 
BERICHTIGUNG: Wie auf der Tafel 38II des die Berliner Städtebau- 
Ausstellung behandelnden Doppelheftes schon ersichtlich, stellt die 
Abbildung links die Kreuzungsetation zweier Röhrenbahnen in 
London dar und nicht, wie im Text irrtümlich angegeben, das Gebäude 
und die Inneneinrichtung des Endbahnhofes der Hudson- und Manhattan- 
Untergrundbahn in New York. Abgesehen von einigen Druckfehlern, die 
der Leser schon von selbst verbessert, ist auf Seite 92 im dritten Absatz 
der linken Spalte zu berichtigen „modernste aller modernen« statt ande 
ren Großstädte. 
Die Unterlagen aller zur Ausschreibung gelangenden Wettbewerbe 
können in den Geschäftsräumen des Verlags Emst Wasmuth A.-Q. 
Berlin W., Markgrafenstraße 35, wochentäglich ih den Stunden von 
10—4 Uhr unentgeltlich eingesehen werden. 
Verantwortlich für die Schriftleitung: Theodor Goecke, Berlin. —Verlag von Ernst Wasmuth A.-G., Berlin W„ Markgrafenstraße 35, 
Inseratenannahme C. Behling, Berlin W. 66. — Gedruckt bei Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker., Berlin W. — Klischees von Carl Schütte, Berlin W.
	        
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