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Volume H. 7/8

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 7.1910 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
StockwerkhäuScr. Sie wird erreicht sowohl durch Steintreppen als durch 
elektrische Aufzüge. Der Fußweg ist namentlich für den in gewissen Zeit 
räumen nach Hamburg strebenden Atbeiterstrom im einen und seinen 
Rückstrom im andern Tunnel bestimmt, so daß eine Begegnung ver 
mieden wird, ln den Tunnels befinden sich zu beiden Seiten der Fahrbahn, 
in der Mitte Fußwege. Der Fußverkehr wird bei rüstigem Schreiten 
zwischen dem einen und dem andern Ufer in 5—6 Minuten überwunden; 
der Fährverkehr beginnt mit Einfuhr der Droschken usw. In die Aufzüge. 
Zwischen Fuß- und Fährverkehr treten Pausen nach Bedarf ein. Jeder 
Schacht bietet 6 elektrische Aufzüge, a von 9,20 m Länge für 120 Personen, 
2 je 7 m lange für 80 Personen, 2 in Länge von 3,20 m für 20 Benutzer. 
Die unter Leitung des Tunnelingenieurs Baurats Wendemuth stehenden 
Arbeiten erheischten neben erheblichen Kosten eine besondere Ausdauer 
der Beschäftigten und waren für diese teilweise mit zwar nicht lebens 
gefährlichen, aber lästigen Erkrankungen (sog. Caisson-Krankheit) ver 
knüpft. Die AusfUhrung liegt in den Händen der bewährten Weltfirma 
Ph. Holtzmann in Frankfurt und ist bis jetzt normal verlaufen. 
Franz Gerstner, Frankfurt a, M, 
"PREISAUSSCHREIBEN FÜR EINE NEUE RHEIN- 
* BRÜCKE IN KÖLN A. RH. Zur Erbauung einer neuen festen 
Rheinbrücke an Stelle der jetzt vorhandenen Schiffbrücke sollen Entwürfe 
und Angebote unter reichsdeutschen Firmen in Verbindung mit deutschen 
Künstlern im öffentlichen Wettbewerbe eingefotdert worden. Zu diesem 
Zwecke sind 55000 Mark zur Verfügung gestellt. Die fünf besten Ent 
würfe sollen gegen eine Vergütung von je 7000 Mark in das Eigentum 
der Stadt übergeben, vier weitere sollen für je 2500 Mark angekauft werden. 
Angebote sind bis zum 1. April 1911 einzureichen. Die Anbieter ver 
pflichten sich bis zum x. Dezember an ihr Angebot und müssen sich dazu 
auch ausdrücklich bereit erklären, die Ausführung des gesamten Bauwerks 
nebst allen Nebenanlagen zu übernehmen. Die Fahrbahn der Brücke soll 
zi,20 m, die Fußgängersteige 3,25 m Breite erhalten. Bei der künst 
lerischen Gestaltung der Brücke ist Wett darauf zu legen, daß sie als 
Ingenieurbauwerk in die Erscheinung tritt, ln erster Linie sollen, ent 
gegen der Dom- und Südbrlicke, die hochliegende Bogen-Fachwerkträger 
haben, hierbei die Kettenform in Betracht kommen. 
AUSSTELLUNG DES WESTFÄLISCHEN VEREINS 
Ä ZUR FÖRDERUNG DES KLEIN - WOHNUNGS 
WESENS. In Verbindung mit seiner diesjährigen Hauptversammlung 
hat der Westfälische Wohnungsverein in Münster I. W. eine Ausstellung 
veranstaltet, die eine Übersicht des Standes und der Entwicklung des 
Kleinwohnungswesens der Provinz Westfalen geben soll. In einer durch 
die sachliche Bedeutung keineswegs gerechtfertigten Bescheidenheit haben 
die Veranstalter auf jede Anpreisung und Bekanntmachung für weitere 
Kreise verzichtet. Ein Hinweis an dieser Stelle scheint umsomehr ange 
bracht, als die Ausstellung vorläufig am 8. August geschlossen werden soll. 
Die Ausstellung bringt eine erstaunliche Fülle von Material auf dem 
Gebiete des selbständigen Kleinwohnungsbaus. Grundsätzlich sollten nur 
ausgeführte Bauten dargestellt werden, wobei indes sowol Bauformen der 
jüngsten Zeit, wie solche aus älteren Jahrgängen Aufnahme fanden. 
Dieses von den Veranstaltern selbst als „realistisch“ bezeichnete Programm 
gibt der Ausstellung einen hohen erzieherischen Wert. Die vorgeführten 
Bautypen lassen sich in drei Kategorien scheiden: 1. ungünstige Bau- 
formcn, deren Ausführung der Vergangenheit angehört; 2, ungünstige 
Bauformen, die von den Urhebern noch in der Gegenwart festgehalten 
werden; 3. gute und zum Teil vorbildliche Bauformen. 
Als eine der rührigsten Kräfte in der Fortbildung des Bauwesens tritt 
die bautechnische Abteilung des Westfälischen Vereins (geleitet von Re 
gierungsbaumeister Hellweg) hervor. In einer Reihe von Beispielen und 
Gegenbeispielen wird gezeigt, wie technisch und wirtschaftlich fehlerhafte 
Bauformen sich günstig gestalten lassen, wobei für den Bauherrn nicht 
nur kein Mehraufwand, sondern zum Teil eine Ersparnis an Baukosten 
und ein Gewinn an dem Wert des Gebäudes eintritt. —- Eigentümlich 
berührt es, daß unter den anfechtbaren Bauausführungen mehrfach Bauten 
der Reichs- und Staatsbehörden vertreten sind. Einzelne fiskalische Wohn 
hausbauten — im System des Vielwohnungshauses und der Stockwerka- 
bäufung ausgeführt — stellen fast Musterbeispiele fehlerhafter Bauformen 
dar, in ihrer Häufung von stilwidrigem Aufputz und kostspieligem, dabei 
rasch verwahrlosendem Zierat, Es ist dies um so bemerkenswerter, als 
gerade neuerdings der staatseigene Wohnhausbau im einzelnen treffliche 
Lösungen aufweist; es sei nur an die Bauten von Cäsar, Holtmeyer u. a. 
erinnert. 
Die weitaus überwiegende Zahl der ausgestellten Gegenstände gehört 
indes den guten Bauformen des Kleinwehnungahauses an. Bei dem 
Reichtum des Gebotenen erscheint es fast untunlich, einzelne Namen von 
Ausstellern zu nennen, wie Friedrich Krupp, der aus westfälischem Boden 
eine der reifsten Schöpfungen Baurat Scbmohls, die Kolonie Emscher Lippe, 
errichtet hat; die umfassende und eindrucksvolle Gesamtausstellung der 
Celsenkirchener Aktiengesellschaft und die der großen Anlagen des 
Bochumer Vereins für Bergbau; die Bauten der Spinnerei von Gebrüder 
Laurenz, die eine besonders bemerkenswerte Reihenfolge des Arbeiter 
wohnungsbaus vom Jahre 1858 bis 1910 darstellen. Unter den Bauvereinen 
erfreuen insbesondere die Bauten des trefflich geleiteten Gronauer Bau 
vereins, ferner die des Kreisbauvereins von Arnsberg, die der Bauvereine 
von Horst, Warendorf und Wertstem u. a. m. In der Abteilung „Be 
hörden“ treten die Stadtgemeinde und die Königliche Bergwerksdirektion 
in Recklinghausen, sowie die Königliche Eisenbahndirektion Elberfeld 
durch ansprechende Ausgestaltung ihrer Bauten hervor. Die Tätigkeit 
von Baurat Siebold-Biclcfeld begegnet uns nicht nur in eigenen Bauten, 
sondern in der sich Dank seiner Anregung immer weiter verbreitenden 
Anlegung von Rentengütern. Heivorzuheben ist schließlich, daß bei sämt 
lichen Bauten die Baukosten, bei Erwerbshäusern auch die Beträge für 
Abtrag, angegeben sind. Rud. Eberstadt, 
^ur Erlangung von Vorentwürfen zu einem BEBAUUNGSPLÄNE 
" FÜR DIE GEMEINDE GLADBECK I. W. ist unter deut 
schen Architekten und Ingenieuren ein Wettbewerb ausgeschrieben. Drei 
Preise von 3000, 1750 und 1250 Mark. 
Preisgericht: Ober- und Geheimer Baurat Dr. ing. StUbben in Berlin, 
Regierungsbaumeister Hellweg in Münster, Beigeordneter Schmidt in Essen- 
Ruhr, Amtmann Körte, Gemeindevorsteher Hahne, Amtsbaumeister Lien 
kamp, Gemeindevcrordnctcr von Meer in Gladbeck. 
Unterlagen vom Amte Gladbeck gegen Einsendung von 15 Mark, 
die bei Einreichung eines Entwurfs oder bei Rückgabe der unversehr 
ten Unterlagen zurückerstattet werden, Entwürfe bis spätestens zum 
15. Januar 1911, 
TT* in ungewöhnlicher Erfolg ist der Denkschrift zuteil geworden, 
die Eberstadt, Möhring und Peteraen als Erläuterungsbericht 
zu ihrem Entwurf für den WETTBEWERB GROSS* 
BERLIN herausgegeben haben. Die gesamte Auflage war 
wenige Monate nach dem Erscheinen im Buchhandel vergriffen — 
ein sicherer Beweis für den Wert der städtebautechniscb, volks 
wirtschaftlich und künstlerisch gleichbedeutsamen Schrift. -— Eine 
zweite Auflage ist im Erscheinen; sie wird gegenüber der ersten 
wesentlich erweitert und insbesondere die Bearbeitung großstädtischer 
Bebauungspläne und Verkehrsanlagen noch eingehender berücksich 
tigen als dies bei der ersten Auflage der Fall war, 
Bestellungen auf die neue Auflage nimmt der Verlag Emst 
Wasmuth A.-G, entgegen. 
Die Unterlagen aller zur Ausschreibung gelangenden Wettbewerbe 
können in den Geschäftsräumen des Verlags Emst Wasmuth A.-0, 
Berlin W., Markgrafenstraße 35, wochentäglich in den Stunden von 
10—4 Uhr unentgeltlich eingesehen werden. 
Verantwortlich für die Schriftleitung: Theodor Goecke, Berlin. — Verlag von Emst Wasmuth A.-O., Berlin W., Markgrafenstraße 35. 
Inseratenannahme C. Behling, Berlin W, 66, — Gedruckt bei Julius Sittenfeld, Hof buchdrucker., Berlin W. — Klischees von Carl Schütte, Berlin W.
	        
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