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Volume H. 10

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 5.1908 (Public Domain)

t)ER STÄDTEBAU 
Für die drei besten Entwürfe sind Preise von loöö M., 700 M. 
und 500 M. ausgesetzt; außerdem stehen 300 M. zum Ankauf weiterer, 
guter Entwürfe zur Verfügung. 
Die Prüfung der Entwürfe und die Preisverteilung erfolgt durch 
ein Preisgericht, dem folgende Herren angehören: 1. Herr Architekt 
Peter Dybwad-Leipzig, 2. Herr Landesbaurat, Professor Goecke-Berlin, 
3. Herr Baurat im Fürstl. Schwarzburgschen Ministerium MÖhren- 
schlager-Rudolstadt, 4. Herr Oberregierungsrat Werner-Rudolstadt, 
5. Herr Oberbürgermeister Sternberg-Frankenhausen. 
Die Entwürfe sind portofrei bis spätestens 1. November 1908, abends 
6 Uhr, einzureichen, oder müssen vor diesem Termin aufgegeben sein. 
■ Aer von Professor Pützer-Darmstadt entworfene BEBAUUNGS- 
PLAN für das in die Stadterweiterung einbezogene Gelände an 
der Süd- und Südwestseite der Stadt Mainz, das sich von der Zitadelle 
und dem oberen Stadtteile bis nach Zahlbach hinzieht, ist von den Stadt 
verordneten genehmigt worden. Das Gebiet hat einen Flächeninhalt 
von 310 ha und soll sowohl mit Gebäuden wie mit Gartenanlagen be 
setzt werden. Die Kosten für Erdbewegung sowie Straßen- und 
Kanalbauten sind auf rund 8,5 Millionen Mark veranschlagt. 
T^in BEBAUUNGSPLAN-WETTBEWERB der Stadt Eise- 
nach, der das rd. 42 ha umfassende Johannistal umfaßt, wird 
mit Frist zum 1. Dezember d. J. vom Vorstand der Residenzstadt aus 
geschrieben, von dem auch die Unterlagen gegen 6 M., die zurück- 
erstattet werden, zu beziehen sind. Drei Preise von 2500, 1200 und 
€00 M., außerdem die Zusicherung des Ankaufes von 2 weiteren Ent 
würfen zu je 250 M. Im Preisgericht die Herren Landesbaufat Prof. 
Th, Goecke in Berlin, Prof. Schultze-Naumburg in Saaleck, Garten 
baudirektor Bertram in Dresden, Stadtbaurat Kreuter in Würzburg. 
Landbaumeister Brt. Welse, Stadtbaudirektor Köhler, Architekt und 
Maurermeister L. Freitag, sämtlich in Eisenach. 
Die Stadtgemeinde hat den bisher im fiskalischen Besitze be 
findlichen Teil des Johannistales, einschließlich des Forstortes „Gräb- 
ners Hölzchen“ mit einem Gesamtfiächeninhalt von 18 ha erwor 
ben, um das liebliche Waldtal vor einer zu starken Ausbeutung 
durch die Privatspekulation zu bewahren Zur teilweisen Deckung 
der recht beträchtlichen Kaufkosten soll ein Teil des erworbenen 
Geländes der Bebauung erschlossen werden, aber nur In einem Um 
fange, daß der Charakter des Waldtales nach Möglichkeit erhalten 
bleibt. Das Großherzogl. Sächsische Staatsministerium hat auch 
nach dieser Richtung hin bereits Vorkehrungen getroffen, indem es 
beim Verkaufe des Geländes angeordnet hat, daß die in dem den 
Wettbewerbsbedingungen beigegebenen Plane blau umränderte Fläche, 
die durchweg hohen Waldbestand hat, nicht bebaut werden darf, als 
Wald bewirtschaftet, dem öffentlichen Verkehr offengehalten und durch 
Promenadenwege zugänglich gemacht werden muß. Ein Abtrieb oder 
eine Verjüngung der der Bebauung entzogenen Fläche darf nur im 
Einverständnis mit den Großhcrzogl. Forstbehörden erfolgen, 
Auf dem Gelände darf zwar ein den Zwecken der Stadt Eisenach 
als Kurbad dienendes Kurhaus nebst den erforderlichen Anlagen und 
Gebäuden errichtet, im übrigen aber weder eine Gast- oder Schank 
wirtschaft noch eine Musikhalle erbaut werden. 
Der zur Bebauung freigegebene Grund und Boden darf nur in 
offener Bauweise und nur in der Weise bebaut werden, daß die ein 
zelnen Gebäude mindestens 10 m von einander entfernt zu stehen 
kommen, und daß auf beiden Seiten des durch das Tal zu führenden 
Hauptweges zwischen diesem und den Gebäuden Vorgärten von min- 
destens 5 m Breite angelegt werden. 
Bei der Bebauung von Flächen, die etwa von der Wartburg aus 
eingesehen werden können, ist der Hplzbestand tunlichst zu schonen 
und dafür Sorge zu tragen, daß diesen Bestand weit überragende Ge 
bäude nicht errichtet werden. 
Der Entwurf hat sich auch auf das weiter auf dem Plan dar 
gestellte, im Privatbesitz befindliche Gelände, bis zum Burschenachafts- 
denkmal, bezw. der Zusammenmündung der Panoramastraße mit der 
Straße 36 auszudehnen. 
ln dem Entwurf ist auf die Anlage von Sport- und Spielplätzen 
sowie auf die Möglichkeit der Errichtung eines Kurhauses und der in 
der Nähe eines solchen erforderlichen Anlagen Rücksicht zu nehmen. 
Es werden verlangt: 
a) ein Bebauungsplanentwurf, eingezeichnet ln den beigegebenen 
Lageplan, der auf Leinwand aufzuziehen ist. In diesem Entwurf 
ist auch anzugeben, wie die Aufteilung der der Bebauung frei 
gegebenen Flächen und in welcher Weise die bauliche Aus 
nutzung der einzelnen Grundstücke gedacht ist. Es soll mit der 
Bebauung nicht über i/ 4 der Grundstücksfläche gegangen werden; 
b) Längen und Querprofile der geplanten Straßen (unter Benutzung 
der Höhenkurven aufgetragen); 
c) ein ausführlicher Erläuterungsbericht; 
d) eine Berechnung der von dem gesamten städtischen Grundbesitz 
als Baugelände ausnutzbaren Fläche; 
e) es wird freigestellt, für Teile des Entwurfes (Straßenkreuzungen, 
Platzanlagen, Spielplätze, Aussichtspunkte usw.) Sonderpläne 
bezw. Schaubilder beizubringen, doch werden dieselben bei der 
Beurteilung der Entwürfe zunächst nicht berücksichtigt. 
Dem Programm ist beigegeben eia Plan Im Maßstab 1:1000 
sowie ein Stadtplan im Maßstab 1: 8000. Ferner sind als Anlage noch 
beigefügt je ein Abdruck des Ortsstatuts vom 15. Dezember 1904 und ein 
Exemplar der ministeriellen Bestimmungen über die Aufstellung von 
Ortsbauplänen vom 4. September 1873. Programm und Pläne sind 
gegen Barzahlung von 6 Mark vom Gemeindevorstand der Residenzstadt 
Eisenach zu beziehen. Dieser Betrag wird nach Einsendung eines den 
Bedingungen entsprechenden Entwurfes zurückgegeben 
Durch Zuteilung eines Preises oder durch Ankauf gehen die Ent 
würfe in das freie Eigentum der Stadt Eisenach über. Die Stadt er 
wirbt damit das alleinige Recht der Veröffentlichung und freien Verwer 
tung der preisgekrönten bezw. angekauften Pläne. Die nicht preis 
gekrönten bezw. angekauften Pläne werden den Verfassern portofrei 
zurückgesandt, nachdem sie 14 Tage in Eisenach ausgestellt worden sind. 
Die Stadt Eisenach übernimmt keine Verpflichtung, einen der 
preisgekrönten bezw. angekauften Pläne ganz oder in einzelnen Teilen 
zur Ausführung zu bringen. Die Bearbeitung des Ausführungsplanes 
bleibt dem Stadtbauamt Eisenach Vorbehalten. 
T DEEN -WETTBEWERB. Zur Erlangung von Entwürfen für 
-** Umgestaltung der Obertor-StraOe in St. Johann a. S. ist unter den 
in Deutschland wohnenden Architekten ein Ideen-Wettbewerb eröffnet. 
Drei Preise von 2000, 1500 und 1000 M. Der Ankauf weiterer 
Entwürfe zum Einzelbetrag von 500 M. bleibt Vorbehalten. 
Preisgericht: Bürgermeister Dr. Neff als Vorsitzender, Beigeord 
neter A, Klein, stellv. Vorsitzender, Geheimer Oberbaurat Professor 
Hofmann, Darmstadt, Stadtbaurat Schaumann, Frankfurt a. M., Land- 
Bauinspektor Schenk in St. Johann a. S., Stadtverordneter, Bauunter 
nehmer Karl Burgemelster, Ingenieur F, Rexroth, St. Johann a. S., 
Architekt H. Güth, B. D. A., St. Johann, Stadtbaumeister Fr. Kulemann, 
Frist bis zum 7. Dezember 1908, vormittags u Uhr, Ablieferung 
beim Bürgermeister-Amt zu St. Johann a. S , von dem auch die Pro 
gramme und Zeichnungen gegen bestellgeldfreie Hinterlegung von 5 M., 
welche auf Wunsch bei Einreichung eines Entwurfes zurückgegeben 
werden, zu beziehen sind. 
Die umzugestaitende Straße bildet die Verbindung zwischen der 
Mainzerstraße, einer *8 m breiten Hauptlandstraße, und dem Markt 
platze. Auf der entgegengesetzten Seite des Marktes mündet die 
Bahnhofstraße, die Hauptgeschäftsstraße der drei Saarstädte mit ihren 
rd. 100 000 Einwohnern, die für durchgehendes Lastfuhrwerk gesperrt 
ist. Die Geschäfte ziehen sich an den Marktseiten entlang bis an die 
Obertorstraße. Da nun in Kürze über die Saar eine Brücke erbaut 
werden soll, so wird sich der Geschäftsverkehr in der Mainzer- und 
Obertorstraße steigern. Eine Erweiterung der Obertorstraße auf die 
gleiche Breite der Mainzerstraße (18,00 m), wie sie der Fluchtlinien- 
plan vom 25. September 1890 (siehe die blaue Linie) vorsieht, würde 
das geschlossene Marktbild völlig zerstören. Es soll daher Aufgabe 
des Künstlers sein, eine Lösung zu schaffen, die sowohl dem erforder 
lichen Verkehr als auch den ästhetischen Anforderungen entspricht. 
Verantwortlich für die Schriftleitung: Theodor Goecke, Berlin. — Verlag von Emst Waamüth A.-Q., Berlin W., Markgrafenstraßo 35. 
Inseratenannafame C. Behling, Berlin W. 66. — Gedruckt bei Julius Sittenfeld, Hofbuchdmcker., Berlin W. — Klischees von Carl Schütte, Berlin W.
	        
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