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Volume H. 4

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 4.1907 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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Grut, Stockholm und Stadtingenieur Sigfrid Ewald, 
Helsingborg (III. Preis. Vergl, Tafeln 29 u. 30.) 
Das Strandgebiet ist zweckmäßig angeordnet, doch 
wäre eine offene Bebauungswelse vorzuziehen, wenn man 
von der östlichen Fluchtlinie des Strandweges absieht. 
Für die Eisenbahn ist die verlangte breite Straße an 
gelegt, aber die Verfasser meinen, es wäre vorzuziehen, 
daß diese breite Straße, wie ein Boulevard, frei von Eisen 
bahngleisen angeordnet würde. 
Die Auffahrt zur Hochfläche und besonders die Aus 
sichtstraßen sind vortrefflich angeordnet. Die großen Ver 
kehrstraßen sind gut gedacht und durch ein zweckmäßiges 
Netz von Straßenbahnen eng verbunden; auch die Park 
anlagen sind sehr geschmackvoll angeordnet. Die Eintei 
lung der Blöcke ist meist zweckmäßig, aber das Villen 
viertel beim Hochbehälter muß noch besser durchgebildet 
werden. In dem Entwurf erscheint ein Übermaß von offe 
nen Plätzen und öffentlichen Gebäuden. Die monumenta 
len Anordnungen müssen ersichtlich eingeschränkt werden. 
In den meisten Fällen ist dies dadurch zu erreichen, daß 
die für öffentliche Gebäude gedachte Blöcke für gewöhn 
liche Bebauung eingeteilt werden. 
Der ganze Entwurf ist, wenn man von einigen allzu 
geometrischen Figuren absieht, zufriedenstellend. 
Der zum Ankäufe empfohlene Entwurf: „Allom härd 
och skönhet“ von Ingenieur Albert Lilienberg zu Halm- 
stad (Vergl. Tafel 31, Abb. a) zeigt eine besonders schöne 
und zweckentsprechende Anordnung des Strandweges. Die 
Blöcke dahinter werden sich dagegen besser für offene 
Bauweise eignen. 
Die Auffahrtstraßen nach der Hochfläche lassen ver 
schiedenes zu wünschen übrig. Nur an der nördlichen 
Seite ist eine Straße mit Aussicht angelegt. Die großen Ver 
kehrswege sind dagegen vortrefflich angeordnet. Die Ein 
teilung der Häuserblöcke und die Bauweise sind gut durch 
dacht und zweckentsprechend. Nur könnte gegen das 
Durcheinander offener und geschlossener Bauweise, wie 
es der Verfasser an mehreren Stellen vorgeschlagen hat, 
etwas einzuwenden sein. Die öffentlichen Plätze sind im 
allgemeinen gut angeordnet, die vorgeschlagenen Lagen der 
öffentlichen Gebäude aber etwas abgelegen. Ebenso ge 
lungen sind die Parkanlagen, doch erscheint 
die Anordnung eines „Forum“ hinter Kärnan 
unvorteilhaft, wenn auch der Vorschlag an 
sich in künstlerischer Hinsicht zufriedenstel 
lend durchgeführt ist. 
Der Verfasser ist vollständig vom Pro 
gramm abgewichen, indem er die Eisenbahn 
vor die Stadt verlegt und sich dadurch die 
Aufgabe leichter gemacht hat. 
Dieser Vorschlag verdient jedenfalls eine 
ernsthafte Prüfung. Ist der Vorschlag aus 
führbar, so verdient er den Vorzug mit Rück 
sicht auf die spätere Entwicklung der Stadt. 
Doch konnte dem Verfasser kein Preis be 
willigt werden, weil er vom Programm ab 
gewichen ist. 
Zum Schluß stellt das Preisgericht an 
heim, als Ausgangspunkte für die weitere 
Bearbeitung des Stadtplans die Vorschläge 
der mit dem I. und II. Preise gekrönten 
Entwürfe vorzugsweise anzunehmen und er- Abb, 3 u. 4. 
klärt es für wünschenswert, daß bei etwaigen Veränderun 
gen der alten Stadt gebührliche Rücksicht, besonders auf die 
interessanten alten Gebäude an „Norra Storgatan“, das 
Holzgebäude von 1641, sowie die Henckelsche Gruppe mit 
ihrer in diesem Lande alleinstehenden Terrasse, der so 
genannten „Fontäne“, genommen wird. 
Hierzu ist inbetreff der Eisenbahnfrage noch zu be 
merken, daß es selbst die mit dem I. Preise bedachten 
Herren Nils Gellerstedt und Axel Bergman für untunlich 
gehalten haben, buchstäblich der Programmbestimmung zu 
folgen. Sie haben vielmehr vorgeschlagen, die Eisenbahn 
in einen Einschnitt zu versenken und durch Bepflanzung 
seiner Böschungen möglichst zu verdecken. Die quer 
dazu verlaufenden Straßen sollen dann mit Brücken her 
übergeführt werden. Nach demselben, der Anlage hollän 
discher Grachten folgenden Gedanken, sind die an II, Stelle 
Preisgekrönten in der Variante A verfahren, während sie 
in der Variante B die Straßenführung von der Eisenbahn 
unabhängig gemacht und ihr eine freiere, der Natur des 
Geländes folgende Ausgestaltung gegeben haben. Die Eisen 
bahn soll durch Gärten geführt werden, die sie bis zu 
20 m Tiefe auf beiden Seiten begleiten. An den Straßen- 
Abb. 3. 
Lageplan und Schaubild an der Stelle P des Entwurfs zu b) auf Tafel 3a,
	        
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