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Volume H. 5

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 4.1907 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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KLEINE MITTEILUNGEN. 
A uf den Tafeln 37 bis 40 wird der seinerzeit zum Ankauf empfohlene 
Wettbewerbsentwurf mitgeteilt, den FR, BAUER in Magdeburg für 
die Neuanlage eines Friedhofes zu Hameln, wie es in der Amtssprache 
heißen würde, aufgestellt hat. Doch dieses Zeitwort träfe hier noch 
weniger, als sonst schon so oft zu. Ersonnen, erträumt, erdichtet 
hat, ohne den festen Boden der Wirklichkeit unter den Füßen zu ver 
lieren, Bauer zeigt sich auch in diesem Entwürfe wieder als Raumbüdner» 
dem Städtebauer gegenüber mit dem Vorzüge, über den Aufbau seiner 
Wandungen und Gewölbe freier verfügen zu können, im übrigen aber 
diesem gleich, mit den einfachen Mitteln sachlicher Wegeführung und 
Platzgestaltung. Wie der Vergleich mit dem, dem Texte beigegebenen 
Lageplan erkennen läßt, folgt er dem Uber Eck ansteigendem Gelände 
unter Versetzung der Hauptachse und scharfer Herausarbeitung einer 
flachen Bodenwelle durch eine Querallee bis zum höchsten Punkte, auf 
dem eine Kreuzgruppe errichtet werden soll. Den Mittelpunkt bildet die 
Kapelle an der QueraUec, die ebenso wie den Weg zur Kreuzgruppe 
Erbbegräbnisse begleiten. — Die Hauptschmuckstücke vereinigen sich hier 
zu feierlicher Vertretung der Gemeinde im Frieden des Todes. Daneben 
bieten die Knotenpunkte der Wegekreuzungen und Platzabschlüsse be 
schauliche Ecken und Winkel für Einzelgräber und Sitzplätze, die im 
Verein mit mancherlei fließenden Brunnen und Wasserbecken die Gleich 
förmigkeit der in zweckmäßiger Flächenverteilung angeordneten Reihen 
gräber unterbrechen. In Masse und Umrißlinie erscheinen die einge 
streuten Bauwerke mit den Baumreihen und Parkgruppen wie rusammen- 
gewachsen. Der Gartenkünstler oder in diesem Falle sicherlich zutreffender 
gesagt, der Gartenarchitekt hat mit dem Entwürfe gezeigt, daß eine 
architektonische Behandlung des Friedhofes dem praktischen Zwecke und 
ernsten Charakter seiner Anlage wohl entspricht und daß sich darüber 
hinaus eine architektonische Gartenbehandlung auf die künstlerische 
Ordnung der sonst einer möglichst freien Entwicklung zu überlassenden 
Natur beschränken kann. 
W ettbewerb um Entwürfe zu einem KRIEGER-DENKMAL IN 
GLOGAU IN SCHLESIEN. § 1, Auf dem in beiliegenden 
Lageplane bezeiebneten Platze soll ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an 
die großen Kriege in den Jahren 1864, 1866 und 1870/71 errichtet werden. 
Dieser Gedanke ist als künstlerischer Ausdruck der Ausgestaltung zu 
Grunde zu legen. Zur Gewinnung von Entwürfen wird unter den Archi 
tekten und Bildhauern deutscher Nationalität ein öffentlicher Wettbewerb 
ausgeschrieben. 
§ 2. Die von der Hohenzollernstraße aus sichtbare, nach den Pro 
menadenanlagen sich erstreckende Platzanlage wird an beiden Seiten von 
zwei schräg zusammenlaufenden Straßenzügen begrenzt. Den Hinter 
grund bilden schöne Baumgruppen der Promenadenanlagen, die erst in 
späterer Zukunft der Bebauung freigegeben werden. 
§ 3. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, mit Rücksicht auf die 
noch zu schaffende Umgebung eine mehr architektonische Anlage zu er 
halten in Verbindung mit gärtnerischem Schmuck, ohne jedoch den 
plastischen Schmuck ganz auszuschließen. Das Denkmal soll etwa an der 
im Lageplan mit A näher bezeichneten Stelle am Schluß der sanft an 
steigenden Platzanlage Aufstellung Anden und weithin von allen an 
grenzenden Straßen sichtbar sein. 
§ 4. Die Kosten des Denkmals sollen 18000M. nicht überschreiten. 
Hierbei sind die Kosten für Erdarbeiten, Fundamente und gärtnerische 
Anlagen außer Ansatz zu lassen,* 
§ 5. Für die Preisbewerbung sind einzureichen: 
I. für Architekten: 
a) 1 Lageplan. — Der beigefügte Lageplan kann hierfür Verwendung 
Anden. Jedenfalls ist die Neuanlage einzutragen, b) Geometrische An 
sichten des Denkmals, soweit solche zum Verständnisse der Gesamtanlage 
notwendig erscheinen, im Maßstab 1:50, c) Die erforderlichen Grund 
risse und Schnitte im Maßstab 1 : 50. d) Eine perspektivische Ansicht
	        
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