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Volume H. 4

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 3.1906 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
Die Entwürfe müssen bis Montag« den 5. Februar, unter der Adresse: 
„Bayerischer Verein für Volkskunst und Volkskunde“ im Studiengebäude des 
Bayerischen Natlonalmuseums eingereicht oder doch einer bayerischen Post 
station postfrei übergeben sein. Für Modelle sind die nödgenUntergestellemit- 
zuliefem. Die eingesandten Entwürfe werden nach dem Zusammentritt des Preis 
gerichts acht Tage ebendaselbst zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. 
Verlangt werden: ein Modell des Denkmals im Maßstab 1 : 10, 
nebst einem Modell des Hauptbildwerks im Maßstab x : 5, oder Zeich 
nungen im Maßstab x: 10, und zwar Grundriß, geometrische Ansicht 
und Schaubild, wobei im Lageplan der Standpunkt des Beschauers anzu 
geben ist, ferner ein Lageplan, ein Erläuterungsbericht mit Angabe der zur 
Verwendung in Aussicht genommenen Materialien und ein Kosten-Ausweis. 
Für die drei besten Arbeiten sind ein 
I. Preis mit 300 Mark, ein 
II. „ ,, 200 „ und ein 
III. „ „ 100 „. 
vorgesehen. Auf einstimmigen Beschluß des Preisgerichts kann die 
verfügbare Summe von 600 Mark auch in anderer Weise zur Verteilung 
gelangen. 
Das Preisrichteramt haben Übernommen die Vertreter der Stadt 
Rosenheim: Bürgermeister k. Hofrat Josef Wüst, Vorstand des Gemeinde 
kollegiums Johann Finsterwalder, Stadtbaumeister Ferdinand Schlögl, 
sämtliche in Rosenheim; die Bildhauer: k. Professor Anton Pruska, 
k, Professor Balthasar Schmidt; die Architekten; städt. Oberingenieur 
August Blößner, städt. Baurat Hans Grassel, k. Direktionsrat Dr. Julius 
Gröschel, k. Professor Karl Hocheder, sämtliche in München. Die preis 
gekrönten Entwürfe gehen in das Eigentum der Stadt Rosenheim Uber. 
Das Recht der Veröffentlichung haben auch die Verfasser, Das Aus 
schreiben nebst Lageplan kann von den Vereinsmitgliedern von der Ge 
schäftsstelle des Vereins, Schillerstraße 38/0, RUckgebäude, in MUnchen, 
kostenlos bezogen werden. 
BÜCHER UND ZEITSCHRIFTEN. 
-T\ie DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR VOLKSBÄDER 
•L' versendet wieder ein Heft ihrer Veröffentlichungen. Es enthält Auf 
sätze vom Stadtbaumeister Luthardt über die städtischen Volksbäder in 
Chemnitz, von Hans Becker (Wien) Uber Badeanstalten beim Eisenbahn 
betriebe, eine Schilderung des neuen Stadtbades zu Markirch im Elsaß, 
ferner Beiträge vom Direktor Dr. Czaplewski (Cöln) über technische Bäder 
fragen und von Professor Dr. O. Lassar „Die Bäder als hygienische Auf 
gabe“. Bemerkenswert sind die abgedruckten Gutachten, welche von der 
Gesellschaft an Gemeinden und einzelne Fragesteller Uber alle praktischen 
Angelegenheiten des öffentlichen Badewesens, von Autoritäten auf diesem 
Gebiete verfaßt, unentgeltlich abgegeben werden, — In der „Chronik“ 
liegen Nachrichten Über neue oder zu gründende Badeanstalten aus nicht 
weniger als 143 deutschen Städten vor. Gewiß ein Anzeichen, daß die 
augenblicklich unter führender Mitwirkung der Reichsregierung in Bear 
beitung begriffene Statistik Uber die Zahl der öffentlichen Bäder in Deutsch 
land voraussichtlich eine erfreuliche Zunahme gegenüber der Zählung vom 
Jahre 1900 ergeben wird. Auch bedeutende Stiftungen und Schenkungen 
sind zu verzeichnen. So gedenkt Kommerzienrat Cattien in Forst i. L. 
auf seine Kosten ein Volksbrausebad mit 14 Brause- und 10 Wannenbädern 
zu errichten. Zu dem in Freiberg i, Schl, im Bau begriffenen städtischen 
Bade bat die Aktiengesellschaft für Schlesische Leinen-Induetrie den Bau 
platz und Fräulein von Kramsta auf Murau die Summe von 10000 Mark 
hergegeben. Zu Friedberg i. H. hat ein dortiger Bürger 50000 Mark für 
ein Bad zur Verfügung gestellt. Die gleiche Summe gleichfalls von einem 
Ungenannten ist der Stadt Heidelberg zur Errichtung eines Volksbades 
geschenkt und Mannheim ist durch Legat des Kommerzienrats Herschel 
mit einer halben Million Mark zur Errichtung eines Hallenschwimmbades 
bedacht worden. Ebenso hat der verstorbene Sanitätsrat Dr. Goburek die 
Summe, von 150000 Mark für ein Volksbad in Tilsit hinterlassen. In 
Wetzlar .wollen die Buderus’schen Kohlenwerke 30 000 Mark für das städ 
tische ' Volksbad beisteuern. In Ulm opferte die Frau Kommerzienrat 
Ebener 25 000 Mark für das dort projektierte Volksbad, In Zeitz schenkte 
für ein Volksbad Kommerzienrat Naether 50 000 Mark und gab weitere 
250000 Mark als langfristiges Darlehn, das später Eigentum der Stadt 
wird, Zielenzig verdankt sein neues Familienbad dem Münchener Kom 
merzienrat Dr. Arendt, der damit seiner Vaterstadt ein Geschenk gemacht 
hat. So mehrt sich überall die Bewegung zu gemeinnütziger Förderung 
des öffentlichen Badewesens. Eine weitere Handhabe hierfür soll das 
Plakat der Gesellschaft bilden, das, von der Künstlerhand des Malers Ko 
berstein entworfen, in sprechender Deutlichkeit dem Volke die Badelust 
vor Augen führt. Es ist von der Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin 
NW,, Karlstraße 19, für den geringen Selbstkostenpreis von einer Mark 
zu beziehen. Dorthin sind auch Anmeldungen für Mitgliedschaft (von 
drei Mark jährlich aufwärts) und für die am 23. Mai 1906 in Worms ta 
gende Hauptversammlung zu richten. Schließlich sei noch zu erwähnen, 
daß die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder jetzt der Einführung von 
Bädern auf dem flachen Lande näher getreten ist. Es handelt sich darum, 
das „Dorfbad“ zu schaffen. Lautet doch der Wahlspruch der Gesellschaft: 
„Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad 1 *. 
T^AMILIENHÄUSER MIT GARTEN FÜR BEDIENSTETE 
UND ARBEITER. Die bauliche Entwicklung unserer Groß 
städte drängt den größten Teil unserer Bevölkerung in ein hohes und dicht 
bebautes Häusermeer mit wenig Hofräumen und fast ohne Gärten zu 
sammen, das immer mehr die Verbindung des Menschen mit der Natur, 
dem Jungbrunnen der Gesundheit, verhindert. Zu zeigen, daß dies keine 
Naturnotwendigkeit ist, sondern daß auch mit einem Geldaufwand und unter 
Raumanspriichen, wie sie der Bedienstete und gelernte' ständige Arbeiter 
stellen kann, die Beschaffung eines eigenen Heims mit Garten mit seinen 
großen hygienischen Vorzügen auch in Bayern und Insbesondere in München 
noch möglich ist, ist Aufgabe eines Aufsatzes von Dr. K. Singer, der in 
No, 7 der „Zeitschrift für Wohnungswesen in Bayern“ veröffentlicht ist. 
Dieser Aufsatz, der im Wesentlichen auf einem kürzlich im Münchener 
Architekten- und Ingenieur-Verein gehaltenen, mit Beifall aufgenommenen 
Vortrag beruht, sei insbesondere auch der Aufmerksamkeit der privaten 
Grund- und Hausbesitzer empfohlen, die im sozialen- und hygienischen 
Interesse zweckmäßige Einfamilienhäuser errichten möchten. Die mit 
zahlreichen Grundrissen und einem fertigen Plan versehene Nummer kann 
auch einzeln zum Preis von 40 Pfg. durch die Geschäftsstelle des Wohnungs 
vereins, München Rosental 14, bezogen werden. 
"D ERICHTIGUN G. . Die in No. x mitgeteilten Wettbewerbscnt- 
würfe zur Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes in Eisen a. Ruhr 
„Die Stätte, die ein guter Mensch betrat“ vom Architekt W. Venhofen 
und „Dem Höchsten zugewandt“ vom Architekten H. Emschermann 
haben zu unserem Bedauern insofern eine irrtümliche Bezeichnung er 
halten, als ein erster Preis Überhaupt nicht, sondern nur je die Hälfte des 
aus dem ersten und zweiten Preise zusamxnengeworfenen Betrages den 
beiden Verfassern zuerkannt worden ist. 
Verantwortlich für die SchriWeitung; Theodor Goecke, Berlin. — Verlag von Emst Wasrauth A.-G., Berlin W„ Markgrafenstraße 35. 
Inscfatenannabme C, Behling, Berlin W. 66. — Gedruckt bei Julius Sittenfeld, Berlin W, — Klischees von Carl Schütte, Berlin W.
	        
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