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Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 3.1906 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
nismäßig gut verzinsen. Daraus erklärt sich auch, daß bereits so viele 
Stadtverwaltungen, Behörden und Private eine Benoidgasanstalt in Betrieb 
genommen haben. Innerhalb der letzten drei Jahre sind von der Firma 
Thiem und Töwe, Halle a. S. mehr als Soo Apparate für verschiedenartigste 
Verwendung geliefert worden, darunter an die Stadtverwaltungen Laage i. M., 
Sülze i. M., Wasungen i. Th., Bad Berka, Gollantsch i. P., Erfde i. Holst,, 
Arendsee i. Meckl., Vinderup uud Hornboek i. Dänem., an die. Königlichen 
Eisenbahndireklionen Halle und Cassel, für die Bahnhöfe Fried'and, Warschau, 
Minsk, Lublin und zwar sind die beiden letzteren Zentralen im Aufträge der 
russischen Regierung ausgeführt worden. Im Bau befinden sich zurzeit die 
Benoidgasanstalten in Kostschin i. Posen, Albersdorf i. Holst., Aszod in 
Ungarn, sowie der Übergangsbahnhof Skalmierzyse i, Posen. Die Abbil 
dungen der Zentralen in Wasungen und Berka lassen erkennen, daß dem 
Baumeister für die architektonische Ausgestaltung der weiteste Spielraum 
gelassen ist, so daß diese gefälligen Gebäude jeder Ortschaft zum Schmuck 
gereichen können. 
ACUUM-REINIGUNGSAPPARATE. Auf dem Gebiete der Woh 
nungsreinigung sind in letzter Zeit bedeutende Vorteile gezeitigt. Wäh 
rend die bisherige Reinigung durch Kehren oder Klopfen die Gesundheit der 
Menschen in höchste Gefahr brachte, da beim Ausklopfen oder Kehren ein 
Aufwirbeln des Staubes stattfand und der beabsichtigte Zweck nicht erreicht 
wurde, weil sich der Staub wieder auf die umstehenden Möbel setzte, hat die 
Firma H. Hammelrath & Co., G. m. b. H., Cöln-Lindenthal einen Vacuum- 
Reinigungsapparat in den Handel gebracht, der allen Anforderungen der Neu 
zeit entspricht. Bei Anwendung dieses Rcinigungssystems ist viel Arbeit er 
spart, da ein Verrücken der Möbel, Aufnahme der Teppiche und Ausklopfen 
im Freien nicht mehr nötig wird. 
Der Apparat wird als stationäre Entstaubungsanlage gewöhnlich im Keller 
untergebracht und entweder durch Elektromotor oder durch einen Wasser-, 
Gjs- oder Benzinmotor angetrieben. Ist bereits Krafibetrieb vorhanden, so 
kann der Apparat auch mit diesem, da nur ein geringer Kraftverbrauch in 
Frage kommt und da es sich auch nur um eine kurze Betriebszeit handelt, 
in Verbindung gebracht werden. 
Das Saugrohr des Apparates wird ähnlich wie das Druckrohr einer Wasser 
leitung zu den Etagen bezw. zu den einzelnen Räumen, welche für die Rei 
nigung in Frage kommen, geleitet und wird entweder auf die Wand gelegt 
oder in die Wand eingemauert. Es ist nun zweckmäßig, im Korridor der 
Etagen oder auch in jedem Raume eine Anschlußstelle mit luftdicht ver 
schlossener Kapsel anzubringen, an welcher beim Reinigen ein entsprechend 
weiter Spiralschlauch m t Schnüffelrohr angeschlossen werden kann. 
Die Entstaubungsanlage kann aber auch besonders für Wagenreinigung usw. 
transportabel eingerichtet werden. 
IE TECHNISCHE HOCHSCHULE HANNOVER hat vom 
24. bis 26. Mai dieses Jahres unter starker Beteiligung, auch von aus 
wärts, den Tag ihres 75 jährigen Bestehens festlich begangen. Das Programm 
umfaßte u. a. auch die Besichtigung hervorragender Sehenswürdigkeiten der 
Leinestadt. Dem Besuch der Fabrikanlagen von Günther Wagner seitens 
einer großen Zahl alter Herren und von Hochschülern wurde allein ein Vor 
mittag gewidmet. Der konstruktiv und architektonisch hervorragende Neubau, 
unter der Oberleitung des Herrn Baurat O. Taaks erstanden, und ebenso der 
vor Augen geführte Fabrikationsgang fand das größte Interesse und wird 
zweifellos in technischen Kreisen, welchen die Besucher angehören, in vielen 
Punkten als Vorbild dienen. 
WETTBEWERB 
zur Erlangung von Plänen für die Erweiterung der Stadt Pforzheim. 
Der Stadtrat Pforzheim wünscht, Entwürfe für einen generellen Stadterweiterungsplan über das ganze Stadtgebiet 
und einen speziellen Bebauungsplan über einen Teil des Stadtgebietes zu erhalten und ladet reichsdeutsche Architekten 
und Ingenieure zur Einreichung von Plänen ein. 
Die drei besten Entwürfe werden durch Preise im Betrage von 3000 bezw. 2000 bezw. 1000 Mark ausgezeichnet, 
doch bleibt es dem Preisgericht Vorbehalten, die Gesamtsumme der Preise auch auf vier Entwürfe nach freiem Ermessen 
zu verteilen, wenn über diese Art der Preisverteilung ein einstimmiger Beschluß erzielt wird. Weitere Entwürfe können 
auf Empfehlung des Preisgerichtes zu je 750 Mark angekauft werden. 
Das Preisgericht besteht aus folgenden Herren: 
Geheimer Regierungsrat Professor Dr. ing. Henrici in Aachen, 
Baurat Kuhn, Beigeordneter in Mainz, 
Professor Theodor Fischer in Stuttgart, 
Oberbürgermeister Habermehl in Pforzheim, 
Stadtverordneten-Obmann Kommerzienrat H. Gessel in Pforzheim, 
Stadtrat Kern, Architekt in Pforzheim, 
Stadtbaumeister Herzberger in Pforzheim. 
Die Pläne sind, mit einem Kennwort versehen, spätestens am 5. Januar 1907 Abends 6 Uhr an den Stadtrat der 
Stadt Pforzheim einzusenden. 
Die Unterlagen sind bei dem städt. Tiefbauamt in Pforzheim gegen Entrichtung von 10 Mark in bar zu beziehen 
Pforzheim, den 27. Juni 1906. Der Stadtrat 
Habermehl
	        
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