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Volume H. 4

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 2.1905 (Public Domain)

48 
DER STÄDTEBAU 
Abb. 3—s. 
Abb. 3 
Kirchplatz 
und 
Umgebung. 
Abb. 4 
Führung der 
Viktoriastr. 
am 
Floraportal 
Abb. 5 
Marktplatz 
Zu Tafel 33 
gehörig. 
Architekt: 
Hans 
Bernoulli- 
Berlin. 
liehe Überlassung der in sein Eigentum übergegangenen 
Pläne zum Zwecke unserer Veröffentlichung hiermit abge 
stattet und zu den außerdem dargestellten Plänen noch die 
Bemerkung gestattet, daß es versehentlich verabsäumt 
wurde, den auch in engerer Wahl gewesenen Entwurf 
„Cosi“ aufzunehmen; er ist zwar weniger gut durchge 
bildet als der ihm nahestehende Entwurf „Städtebau“, 
verdient aber doch hier noch einmal ausdrücklich erwähnt 
zu werden. Die Abbildung des Entwurfs „Uebersichtlich“ 
mußte aus Mangel an Platz in den Text aufgenommen 
werden. 
Der mit dem I. Preise ausgezeichnete Entwurf des 
Geometer Rudolf Linkenheil zu Mannheim (Tafel 25) 
zeigt zwar klare Hauptstraßenzüge, aber auch viele Stern 
oder Halbsternplätze. Eine recht fleißige Arbeit in sauberer 
Darstellung, doch ohne Verständnis für die architektonische 
Gestaltung der Straßen- und Platzwandungen. Zwar meinte 
Verfasser in seinem vom Verkehrsgeiste erfüllten Erläute 
rungsberichte, auch möglichste Rücksicht auf die vorhan 
denen Grundstücksgrenzen genommen zu haben. Dem ent 
spricht jedoch der Entwurf nicht, der im Gegenteil die 
Grundstücke arg zerstückelt hat. 
Von dem Entwürfe des Bauingenieurs Adolf Knispel 
in Wiesbaden, der den III. Preis errungen hat (siehe 
Tafel 27), ist im wesentlichen dasselbe zu sagen, wenn 
auch die durchgehenden Verkehrslinien großzügiger ge 
dacht und die Platzanlagen besser geformt sind. Die 
reichlich beigegebenen Schaubilder verraten zwar eine 
architektonisch geschulte Hand, bieten inhaltlich jedoch 
weiter nichts als die üblichen Mietkasernen und eine 
geschmacklos aufgestellte Kirche. 
Der zum Ankauf empfohlene, hier im Texte mitgeteilte 
Entwurf „Übersichtlich“ der „Allgemeinen Städte 
reinigungsgesellschaft“ zu Wiesbaden ähnelt stark 
dem vorgenannten, doch ist die Blockteilung schematischer; 
selbst die rechtwinkligen Ecken sind durchweg verbrochen, 
Die übermäßige Straßenbreite wird durch die beigegebenen 
Schaubilder, namentlich bei offener Bauweise, treffend als 
verfehlt illustriert. 
Hieran sei gleich auch der Entwurf „Havel“ der 
Geometer Schumacher & Locher in Stuttgart gefügt, 
der größere Rücksicht auf die Grundstückgrenzen ge 
nommen hat. Der Kirchplatz ist mißlungen, ein Park 
streifen mit Reitweg an der Treuenbrietzener Bahn entlang 
jedoch sehr beachtenswert. 
Zu Tafel 26 zurückkehrend wird der mit dem II. Preise 
gekrönte Entwurf der Regierungsbaumeister Robert 
Weyrauch (Bauingenieur) in Frankfurt a. M. und Martin 
Mayer (Architekt) in Hamburg, beide jedoch aus Stutt 
gart stammend (aus der Schule von Theodor Fischer?), 
mit dem Bemerken vorgeführt, daß die geschickt durch 
geführten Straßenzüge und die langgestreckten Baublocks 
den Verhältnissen gut angepaßt sind. Der Platz vor dem 
Bahnhofe „Wildpark“ ist zu lang geraten, worunter seine 
Ausbildung leidet. Dagegen sind gute Architekturplätze 
für öffentliche Gebäude vorgesehen. Einige zu lang durch 
laufende Wohnstraßen könnten noch durch Versetzung ge 
winnen. Mehr dem Prunke und der Erholung soll die von 
der Villa Ingenheim nach dem Kirchplatze, der besonders 
schön angeordnet ist, führende Straße dienen. Eine Ver 
minderung der Straßenbreite ist im Erläuterungsberichte 
warm befürwortet worden.
	        
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