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Volume H. 11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 2.1905 (Public Domain)

149 
DER STÄDT e BAU 
Tabelle 3. Angaben, betreffend die wirtschaftliche Lage 
einiger Städte. 
% 
Stadt 
Auf 
1000 
Ein 
woh 
ner 
ent 
fielen 
Steuer 
zahler 
0 
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3000 
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6000 
>6/97 
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an M. 
Uber 
6000 
Barmen .... 
113 
7,3 
3i4 
350—400 
83,7 
10,1 
6,2 
Eaöen 
161 
12,4 
401 
500—550 
88,8 
6,7 
4,5 
Bochum .... 
230 
6,3 
366 
400—450 
92,8 
4,2 
3,o 
Chemnitz . . . 
365 
9,9 
554 
550—600 
— 
— 
— 
Crcfcld .... 
96 
6,4 
275 
350—400 
81,2 
11,1 
7,7 
Dortmund , , , 
186 
7,7 
349 
450 - 500 
90,3 
5,9 
3,8 
Hamburg . . . 
242 
21,7 
613 
700— 750 
— 
— 
— 
Frankfurt a. M. . 
171 
26,1 
792 
1000 . 
73.7 
T 3,9 
12,4 
Lübeck .... 
— 
— 
— 
. _ 
— 
— 
— 
Mannheim . . . 
283 
— 
7X3 
750—800 
— 
— 
— 
Stettin .... 
129 
9,9 
366 
450—500 
79,5 
”,5 
9,0 
Bremen . . , . 
*57 
22 
687 
700—750 
— 
— 
— 
Metz ..... 
— 
— 
.— 
— 
— 
— 
Potsdam .... 
139 
11,4 
450 
550—600 
7i,i 
18,9 
10,0 
Kiel 
136 
4.8 
241 
35O—40O 
83,3 
xo,6 
6,1 
Straßburg . . . 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
•- 
Freiburg i. Br. , 
239 
— 
542 
550—600 
— . 
— 
— 
Wiesbaden . . 
170 
18 
669 
800—850 
68,0 
16,7 
X5,3 
Darmstadt . . . 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
Karlsruhe i. B. 
260 
— 
612 
600—650 
— 
— 
— 
Berlin 
202 
13,7 
532 
650—700 
87,1 
6,7 
6,2 
München.... 
— 
— 
— 
— 
— 
— 
Dresden .... 
475 
16 
841 
800—850 
— 
— 
— 
Stuttgart .... 
— 
— 
— 
-- 
— 
~ 
— 
Mittel aus den 33 
pteuß. Städten mit 
über 50 000 Ein 
wohnern 
14S 
9,8 
43 x 
* 
— 
während die Zahl der ein kleineres Einkommen als 800 M. 
besitzenden Einwohner in denselben Jahren 76,39, 65,3 und 
55,69 % betrug. 
Was nun insbesondere die Einkommenverhältnisse der 
Lohnarbeiter betrifft, so verdiente im Jahre 1901 in der 
deutschen Textilindustrie ein Arbeiter im Mittel 634 bis 
695 M., in der Ziegelfabrikation 548 M., in den Tabake 
fabriken 657 M., im Schornsteinfegergewerbe 689 M. usw. 
Der Verdienst der gewöhnlichen, ungelernten Arbeiter be 
trug nur in 5 Zählbezirken mehr als täglich 3 M., in zahl 
reichen Bezirken dagegen nur a M. Bei einem Tagelohne von 
2,50 M. und 300 Arbeitstagen ergibt sich ein jährliches 
Einkommen von 750 M., wovon jedoch infolge von Arbeits 
losigkeit und Krankheit ein beträchtlicher Teil abgezogen 
werden muß. Die in manchen Gegenden immer noch 
*) Kn dem Jahre, auf das sich vorstehende Tabelle bezieht, be 
trug das steuerpflichtige Mindesteinkommen in Preußen goo M., in den 
Hanaaa&dten 600 M., in Hessen und Baden 500 M. und in Sachsen 
300 M. Dies erklärt die großen Unterschiede in der Anzahl der Steuer 
zahler in den Städten der- verschiedenen Bundesstaaten. 
recht zahlreichen Hausarbeiter haben zum Teil noch ein 
viel geringeres Einkommen aufzuweisen. 
In Tabelle 3 sind nun einige sich auf die wirtschaftliche 
Lage derselben Städte beziehende Angaben enthalten, die 
auch in Tabelle 1 angeführt worden sind. Die ersten 
4 Kolonnen der Tabelle geben ein vergleichendes Bild des 
durchschnittlichen Reichtums der angeführten Städte, 
während inbezug auf die Verteilung der verschieden großen 
Einkommen innerhalb der steuerpflichtigen Bevölkerung 
die letzten 3 Kolonnen Aufschluß geben. Inbetreff der 
angegebenen Durchschnittszahlen ist auch hier der allen 
solchen Berechnungen anhaftende Mangel zu betonen, daß 
eine ganz kleine Anzahl ausnahmsweise großer Werte, 
wofern sie nicht vor der Berechnung ausgeschieden werden, 
schon eine erhebliche Verschiebung des Durchschnitts zur 
Folge haben können, ohne daß dies in der allgemeinen 
Lage der Bevölkerung begründet wäre. Die bedeutende 
Höhe des durchschnittlichen Einkommens für 1 Kopf der 
Bevölkerung z. B. in Frankfurt a. M. dürfte wohl auf 
diesen Umstand zürückzuführen sein. 
Wenn demnach die in der 4. Kolonne der Tabelle 3 
angegebenen durchschnittlichen Einkommen für 1 Kopf der 
Bevölkerung, die überdies auf Grund des zur Verfügung 
stehenden statistischen Materials nur schätzungsweise er 
mittelt worden sind, auch nur ein annähernd zutreffendes 
Bild von dem vergleichsweisen Reichtume der angezogenen 
Städte zu geben imstande sind, so ergibt sich aus dem 
Vergleiche der Zahlen dieser Kolonne dennoch eine Tat 
sache, die der Aufmerksamkeit auch des Städtebauers in 
hohem Maße wert ist. 
Die höchsten Ziffern sowohl für das steuerpflichtige, 
als auch für das durchschnittliche Einkommen finden wir 
nämlich bei den in der zweiten Gruppe der Tabelle zu 
sammengefaßten Handelstädten, welche, wie wir gesehen 
haben, durchweg See- oder Binnenhafenplätze sind. 
Während von den sechs Städten der ersten Gruppe der 
Steuerbetrag und das steuerpflichtige Einkommen für 
1 Kopf der Bevölkerung den aus den 33 größten preußischen 
Städten berechnetenMittelwert nur in einem Falle erreichten, 
bleibt von den Städten der zweiten Gruppe nur eine hinter 
diesem Mittel zurück. Auch das durchschnittliche Ein 
kommen für 1 Kopf der Bevölkerung ist am größten bei 
den Städten der zweiten Gruppe. Diese Beobachtung trägt 
bei zur Begründung der Behauptung, daß der durch die 
modernen Hafenanlagen mit bedingte Aufschwung im 
Handelsverkehr auf die wirtschaftliche Entwicklung der 
Städte einen günstigen Einfluß ausübt, daß mithin bei 
solchen Städten, für welche die Möglichkeit der Ausnutzung 
einer Wasserstraße gegeben ist, der Verfasser des Stadt 
bauplanes die Erzielung einer leichten und lebhaften 
Wechselwirkung zwischen Land- und Wasserverkehr in 
möglichst ausgedehntem Maße als eine seiner wichtigsten 
Aufgaben betrachten und bereits bei Aufstellung des Ent 
wurfes berücksichtigen muß. 
Die drei letzten Kolonnen der Tabelle 3 zeigen die 
Verteilung der verschieden großen Einkommen unter der 
steuerzahlenden Bevölkerung der in Preußen gelegenen 
Städte der Tabelle, in welchen das steuerpflichtige Mindest 
einkommen zu der Zelt, auf welche sich die Zusammen 
stellung bezieht, 900 M. betrug. Es entfielen nach Maß 
gabe dieser Zahlen auf die unterste Stufe des steuer 
pflichtigen Einkommens k von_ 900—3000 M. in den ver-
	        
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