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Volume H. 11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 2.1905 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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würde demgemäß die Bebauungshöhe zu beiden Seiten 
dieser Straße, wenigstens aus hygienischen Gründen, frei 
willig oder, falls die Straße als eine öffentliche angelegt 
werden sollte, auf Grund der polizeilichen Bestimmungen 
Abb. i. 
währen, Privatstraßen und Wohnhöfe anlegen zu können. 
Dazu gehörte aber eine andere Regelung der Rechtsver 
hältnisse und dementsprechende baupolizeiliche Hand 
habung. Im übrigen sind kleinere Baublöcke für die ver 
schiedenen Wohnformen vorzuziehen. 
Große Blöcke im freigehaltenen Blockinnern sind in 
gesundheitlicher Beziehung zweifellos vorteilhafter * als 
Bauwiche bei hoher Bebauung. Ein älteres Beispiel aus der 
Landgrafenstraße sei im Textbilde i zur Erläuterung wieder 
gegeben, ohne es jedoch damit empfehlen zu wollen (Römer 
& Herbig). Da die Bauwiche nur 2*/„ m breit sind, konnten 
noch große zusammenhängende Höfe geschaffen werden. 
Jetzt müssen aber die Bauwiche 6 m breit sein; was dabei 
Abb. 3* 
: ] — - - j 
* Manenstraße 
auf drei Geschosse eingeschränkt werden müssen. Diese 
Art der Bebauung ergibt noch 6360 qm fünfgeschossige und 
2433 qm dreigeschossige Bebauung, also 39 296 qm Wohn 
fläche gegen 35 165 qm des Vorentwurfes und gegen 41295 qm 
bezw. 38 895 des Entwurfes nach Abb. a u. b. Es fragt sich 
Abb, %. 
Annastraßs 
nun, ob ein derartiger Vermittlungsvorschlag zur Folge 
haben könnte, daß ihn das Baugewerbe folgen würde, an 
derenfalls bleibt der Entwurf der Baugenossenschaft der 
bessere. Die Baugenossenschaft hat schließlich den Plan laut 
(Abb. a, Tafel 88) zur Ausführung angenommen, zumal der 
Nachbar, der Militärfiskus, wünschte, daß die Höfe durch 
eine hohe Mauer gegen das Kasernengrundstück abge 
schlossen würden. 
Wie aus allem hervorgeht, kann die Freihaltung des 
Blockinneren, die Anlage und dauernde Erhaltung von 
inneren Gärten, abgesehen von den Fällen, wo durch frei 
willige Beschränkung der Bebauung zur Anlage von Spiel 
plätzen und Erholungsanlagen, zur Luftversorgung usw. 
nur die rückwärtige Baufluchtlinie verhelfen. Ein 
geglücktes Beispiel aus einem rheinischen Orte soll dem 
nächst im „Städtebau“ veröffentlicht werden. In diesem 
Falle sind große Baublöcke zu empfehlen. Wünschens 
wert wäre es jedoch, daneben die Möglichkeit zu ge 
Mhh* 1 f h—I—H -rl -I 
herauskommt, zeigt der im Wettbewerbe um die Bebauung 
von Neu-Westend mit dem I, Preise bewertete Plan von 
Reinh, Koch (Textbild 2). Von Hof und Garten ist da keine 
Rede mehr, und doch sollen die Hinterwohnungen Garten 
wohnungen sein. Wie viel mehr wäre hier gewonnen, 
wenn die Bauwiche zur Vergrößerung eines frei zu 
lassenden Blockinnern hätten verwendet werden können. 
Unter Umständen kann es überdies erwünscht sein, 
daß die Gärten des Blockinnern, soweit sie nicht öffent 
liche sind, durch einen in der Mitte hindurchgehenden 
Wirtschaftsweg miteinander verbunden werden. Das dies 
zeigende Textbild 3 ist aus Ohmcke „Gesunde und weit 
räumige Stadtbebauung“ entnommen; die Anlage rührt aus 
dem Jahre 1892 vom Architekten Hinz her, und besteht 
aus Dreifensterhäusern und Hintergärten.
	        
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