DER STÄDTEBAU
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ettenbeck-
Strafe e
dem Rindermarkte bezw. nach der
Rosenstraße, die auch den Verkehr der
Sendlingerstraße bis zum Marienplatz,
zum Rathause hin, vermittelt. In leich
ter Krümmung angelegt, wird diese
Durchbruchstraße mit Geschäftshäu
sern besetzt, die sich auch schon rund
um den dreieckigen Baublock er
heben, der jetzt aber noch unverbaut
den Wunsch rege macht, an seiner
Stelle eine Platzanlage zu schaffen.
Ganz auf demselben Arbeitsgebiete liegen die Nürnberg
und Darmstadt betreffenden Pläne, Lösungen, die nicht zu
den vorherzusehenden gehören, sondern auch nur zu den
von Fall zu Fall eintretenden, bei denen man also ganz
nach den künstlerischen Grundsätzen des Mittelalters ver
fahren kann. Sehen wir zunächst die Nürnberger Pläne
an, so finden wir auf Tafel 6 eine in der Ausführung begriffene
Verkehrsverbesserung am Weißen Thurm. Die Ab
bildungen A, B und C stellen den bisherigen Zustand dar mit
dem in den Baublock eingebauten Turm, dessen Durchfahrt
dem nach innen gehenden Verkehre diente, während in die
seitlich davon durchgelegte Ludwigstraße die Ausfahrt ge
leitet war, und zwar für die Straßenbahn sowohl wie für den
gewöhnlichen Fahr- und den Fußverkehr. Nach den Ab
bildungen D, E und F ist nun die an den Turm sich südlich
anlehnende Bebauung mit ihrer Fortsetzung nach außen hin
abgebrochen worden, die Einfahrtsstraße bedeutend verbrei
tert und die neue Überbauung zwischen dem Turme und dem
stehengebliebenen Teile des Baublocks an der Breiten Gasse
von zwei Durchfahrten durchbrochen, so daß man die alte
Einfahrt durch den Turm ausschließlich dem gewöhnlichen
Fährverkehr zuweisen, durch die daneben liegende neue
Durchfahrt die Straßenbahn in beiden Richtungen führen und
endlich in die zweite neue Durchfahrt den Fußverkehr hin-
^UR GESCHICHTE DES STÄDTEBAUS. Auf der General-
Versammlung Deutscher Geschichts- und Altertumsvereine im Sep
tember 1903 zu Erfurt ist von der Gesellschaft für Lothringische Geschichte
und Altertumskunde der Antrag gestellt worden, dass über die Befestigung
römischer Städte, wie sie im 3. Jahrhundert vielfach nachgewiesen sei, ein
heitliche Untersuchungen angestellt werden mögen. In derselben Versamm
lung hielt Herr Museumsdirektor Professor Schuchardt aus Hannover einen
Vortrag über alte Befestigungen in Deutschland und England.
’C' NTFESTIGUNGEN. Die Entfestigung von Posen ist bereits im
Gange; nun ist auch vom Kriegsminister genehmigt worden, dass auf
der West- und Nordseite der Stadt Thom zwei Strassen durch die Festungs
lenken konnte. Im Anschluß an diesen neuen Fußweg ist
auch ein überdeckter Zugang zum Tuchmacherzwinger her
gestellt worden. Die Ludwigstraße dient dann noch lediglich
der Ausfahrt bezw. dem Ausgang für den gewöhnlichen
Fahr- und den Fußverkehr. Hierdurch ist in gleicher Weise
der Denkmalpflege sowohl als den Verkehrsanforderungen
und auch der wirtschaftlichen Ausnutzung des kostbaren
Baugeländes Rechnung getragen und dabei ein geschlosse
ner Platz vor dem Tore hinzugewonnen worden.
Tafel 7 stellt eine Studie dar, die am Lauferschlag
turm in der Altstadt eine ähnliche Lösung herbeizuführen
sucht. Die umränderten Flächen des Lageplanes bezeichnen
die vorhandene Bebauung, die durch eine solche mit drei
Durchfahrten ersetzt werden soll, um wieder eine Scheidung
der Straßenbahn, des sonstigen Fahr- und des Fußverkehrs
zu ermöglichen. Die Abbildungen A und B geben die An
sichten nach dem beabsichtigten Umbau, während die Ab
bildungen D und E den bisherigen Zustand darstellen.
Ein weiteres Beispiel für die künstlerische Behandlung
derartiger Aufgaben bietet Darmstadt (siehe Tafel 8). Die
Stadtkirche wird nach der Südostseite durch Erweiterung
der schmalen Kirchstraße freigelegt, wozu die Errichtung
eines Neubaues in dieser Straße Anlaß geboten hatte. Der
zur Straße hingewandte Chor wird dadurch freigestellt —
Lageplan, von E aus gesehen — und der Baublock in der
neuen zurückgelegten Flucht durch einen Torweg mit dem
Querschiff der Kirche verbunden, wodurch ein Vorplatz
vor der sonst zwar freistehenden, aber von allen Seiten doch
eng umbauten Kirche entsteht, eine glückliche Lösung, die
namentlich auch der Einmündung der Pädagogstraße zu
gute kommt, an deren Ecke nun ein guter Standpunkt F zur
Betrachtung der Kirche gewonnen wird. Beachtung verdient
noch dabei, daß die neue Flucht der Kirchstraße nicht bis
zur Schulstraße grade durchgeführt ist, sondern an dem
dort etwas vorspringenden Eckhause endigt.
(Fortsetzung in Heft 2.)
umwallung nach der Bromberger und Kulmer Vorstadt hindurchgelUhrt
werden. Endlich soll die jetzt mit Köln a, Rh. vereinigte Stadt Deutz, die
bekanntlich einem römischen Castrum seine Entstehung verdankt, entfestigt
werden.
IE INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG IN
DÜSSELDORF 1Q°4 soll mit einer grofsenGartenbau-Ausstellung
verbunden werden, wofür längs des Rheinstromes ein Gelände von über
20 ha Fläche zur Verfügung steht. Als Beirat für die Gesamtanordnung
und die besonderen Anordnungen der Pflanzen- und Blumengruppen steht
dem Vorstande der Garteningenieur R. Juergens aus Hamburg zur Seite.
Damit ist die Sache in guten Händen. In bezug auf die Anlage des Haus-
Abb. 2.