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Volume H. 12

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 1.1904 (Public Domain)

171 
1.Jahrgang 
1904 
12. Heft 
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INHALTSVERZEICHNIS: Bebauungsplan für den südlichen Stadtteil von Flensburg. Im Aufträge der Firma N. Ringe bearbeitet von Karl 
Henrici, Aachen. — Vom inneren Zusammenhänge der Höhenunterschiede und Straßenzüge im Plane historischer Städte. Von Adolf Zeller, Darmstadt. 
Vom fünften Tag für Denkmalpflege. Von Dr.-Ing. Ernst Vetterlein, Darmstadt. — Chronik. 
Nachdruck der Aufsätze ohne ausdrückliche Zustimmung der Schriftleitung verboten. 
BEBAUUNGSPLAN FÜR DEN 
SÜDLICHEN STADTTEIL VON FLENSBURG. 
Im Aufträge der Firma N. Ringe bearbeitet von KARL HENRICI, Aachen. 
Das Gelände, dem der auf Tafel 89/90 dargestellte Be 
bauungsplan gilt, liegt im Süden der Stadt Flensburg und 
bildet in Verlängerung der Flensburger Föhrde einen 
tiefen Einschnitt in das hochliegende Geestland, das den 
östlichen Teil Schleswig - Holsteins einnimmt. Bis vor 
kurzem war die ganze Talsohle (vergl. die Meßtisch- 
Aufnahme auf Tafel 91) von Teichen eingenommen, deren 
Grenzen im Plan mit punktierten Linien angedeutet sind. 
Es waren Stauweiher, die einem großen Mühlenbetriebe 
dienten, und deren Bestand zumteil auf natürliche Vorgänge, 
zumteil auf künstliche Vorkehrungen zurückzuführen war. 
Ihre Speisung erhielten diese Teiche früher durch Quellen, 
kleine Wasserläufe und sogenannte Söte, später aber, nach 
dem diese versiegt — zumteil auch künstlich zum Versiegen 
gebracht waren, fast ausschließlich durch artesische 
Brunnen. 
Die Besitzerin der Mühlenteiche Firma N. Ringe — 
hat jedoch nach Einführung des Dampfbetriebes in ihren 
Mühlen auch die artesischen Brunnen zum größeren Teil 
eingehen lassen, und den Entschluß gefaßt, die Teiche 
trocken zu legen und in Baugelände umzuwandeln. 
Ein von Stübben im Aufträge der Stadt Flensburg auf 
gestellter Bebauungsplan, (der auch in Dresden ausgestellt 
war), behält eine so große Wasserfläche bei, daß damit die 
Rentabilität des von der Firma N. Ringe beabsichtigten 
Unternehmens infrage gestellt worden wäre. Um bei der 
Stadt in geeigneter Form gegen die im Stübbenschen Plan 
enthaltenen Zumutungen vorstellig zu werden, beauftragte 
mich die Firma Ringe die Sache zu begutachten und einen 
Gegenplan aufzustellen. 
Ich habe diesen Auftrag unter der ausdrücklichen Be 
dingung angenommen, daß von mir keine Vorschläge er 
wartet werden dürften, die nicht zugleich auch im Interesse 
der Stadt lägen, und daß ich die Sache so behandeln dürfte, 
als wenn ich unmittelbar von der Stadt den Auftrag erhalten 
hätte. Mit dieser Bedingung begegnete ich vollkommen 
den Wünschen der Firma, und so ist der hier wieder 
gegebene Plan und das Gutachten, dem die folgenden 
Darlegungen entnommen sind, entstanden. 
Die Voraussetzungen, die meiner Arbeit zugrunde zu 
legen waren, sind folgende: 
1. Der große Mühlenteich, um dessen Zuschüttung und 
Umwandlung in ein Bebauungsgelände es sich jetzt noch 
handelt, nachdem die beiden kleineren Teiche bereits zu 
geschüttet sind, befindet sich in unbeschränktem Besitze der 
Firma N. Ringe, derart, daß sich weder an das Wasser 
des Teiches noch an die Grundfläche, die er einnimmt, 
irgendwelche Gerechtsame, die das freie Verfügungsrecht 
in Frage stellen könnten, knüpfen. 
Die Firma N. Ringe besitzt demnach das unbestreitbare 
Recht, mit dem Teiche zu machen, was sie will' soweit 
mit den von ihr vorzunehmenden Änderungen weder die 
Stadt noch Privatpersonen in gesundheitlicher oder mate 
rieller Weise geschädigt werden. 
2. Der Teich bildet ein wahrscheinlich künstlich 
hergestelltes Sammelbecken, das nach dem Versiegen
	        
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