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Volume H. 11

Full text: Städtebau (Public Domain) Issue 1.1904 (Public Domain)

DER STÄDTEBAU 
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Abb. 8. 
Niederländer Hubert Gerhard herrührend, 
hat ein Becken in Form eines Vierpasses, 
auf dessen Ecken die Gestalten von zwei 
männlichen und zwei weiblichen Fluß 
göttern ruhen. Aus der Mitte des Beckens 
erhebt sich der zweifach abgestufte Unter 
satz, der am unteren Teile vier in Kon 
solenform auslaufende Sirenen zeigt, die 
aus den Brüsten Wasser spritzen. An den 
Ecken des oberen Teils sitzen auf Voluten 
vier nackte Kindergestalten und auf einem 
Sockel steht die Statue des Kaisers Au- 
gustus, des Gründers der Stadt. (Abbil 
dung 7. Augsburg, Augustusbrunnen.) Das 
Steinwerk des Brunnens lieferten Simon 
Zwitzel und Konrad Kreitzer. Der Her 
kulesbrunnen auf dem ehemaligen Wein 
markte, 1596 in Bronze von Adrian de Vries 
ausgeführt, besteht aus dem auf Stufen er 
höhten Becken und der im Grundriß ein 
gleichseitiges Dreieck bildenden Mittel 
säule, an deren unterem Teile die Büsten 
von drei Tritonen, die Muscheln in den 
Händen halten und Wasser ausspritzen, 
vortreten. Zwischen ihnen auf dem Schaft 
gesimse sitzen drei Knaben mit wasser 
gebenden Schwänen. An den Ecken der 
Säule sitzen drei Nymphen von Marmor, zwischen ihnen sind 
drei Reliefs aus der römischen Geschichte angebracht und 
oberhalb speien drei Löwenköpfe je zweiWasserstrahlen in 
das Hauptbecken. Als Bekrönung dient die Figur des Herku 
les, der den Cerberus bekämpft. Gleichfalls von Adrian de 
Vries um 1599 rührt der Merkursbrunnen her. Der bekrö 
nende Merkur hält in der Hand den Caduceus, während ihm 
ein Amorin die Flügelschuhe befestigt. Unten vermitteln 
Hundsköpfe den Ausfluß desWassers, weiter oben zwei Me 
dusenhäupter und zwei Löwenköpfe, endlich am Fußgestell 
des Merkurs vier Adlerköpfe, Der Neptunsbrunnen auf dem 
Fischmarkt ist 1638 von Johannes Gerold gefertigt, gehört 
also seiner Entstehungszeit nach bereits in die Barock 
periode. Die Augsburger Brunnen sind von prachtvollen, 
geschmiedeten Eisengittern umgeben. 
Den Brunnenhof der Neuen Residenz in München 
schmückt der Wittelsbacher Brunnen, ein Werk Peter 
Candids und Hans Krümpers von 1618. Am Rande des 
Beckens sind die vier Elemente durch Vulkan, Neptun, 
Juno und Ceres sowie die vier Hauptflüsse Bayerns, Isar, 
Inn, Donau und Lech personifiziert, dazwischen zeigen 
sich Wassergottheiten und allegorische Gestalten. Auf der 
Mittelsäule steht die Figur Ottos von Wittelsbach. Der 
Perseusbrunnen in der Residenz, um 1600 nach Motiven 
Cellinis hergestellt, hat ein flaches Becken und inmitten 
desselben eine Schale, welche die Gruppe des Perseus und 
der Medusa bekrönt, 
Basel besitzt mehrere Brunnen; in der Steintorstraße 
ein großes viereckiges Becken, im mittleren Teile von 
einem Rundtempel auf Säulen mit Kuppeldach überbaut; 
(Abbildung 8. Basel, Brunnen in der Steintorstraße) den 
Rebhausbrunnen, ein Becken, hinter dem eine Kande 
labersäule aufsteigt, die mit Figuren am Schaft und mit 
einem bekrönenden Löwen ausgestattet ist; ein Brunnen 
becken in der Steinenvorstadt, hinter dem ein Pfeiler 
Basel. Brunnen in der Steintorstraße. 
Abb, 9. 
Braunschweig. Brunnen auf dem Kohlmarkt.
	        
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