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Volume Nro. III., Literarischer und artistischer Anzeiger zum Freimüthigen, für 1809

Full text: Der Freimüthige oder Berlinisches Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser (Public Domain) Issue6.1809 (Public Domain)

Nro. III. 
Literarischer und artistischer Anzeiger 
zum Freimüthigen, für 1609. 
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*V ?. 
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Die französischen 
Kunst-Annalen 
Ton Landen 
mit den Kupfern des französischen Originals 
hauen sich bei ihrer ersten Erscheinung des Bei 
falls des Publikums in Deutschland zu erfreuen, 
und ein beträchtlicher Absatz bewies den Un 
ternehmern den Werih, den die Freunde der 
Kunst auf dieses Werk legten. Unvorhergesehe 
ne Umstände und mancherlei Unfälle haben die 
Fortsetzung verzögert, und der 6te Band ist der 
letzte dieser Sammlung, der in deutscher Spra 
che erschienen ist. Nicht blos den Besitzern die 
ser 6 Bände, sondern jedem Liebhaber der zeich 
nenden Künste, glaubt die unterzeichnete Buch 
handlung ein Vergnügen zu machen, indem sie 
anzeigt, dass sie den Verlag des ganzen Wer 
kes übernommen, und durch die getroffenen 
Maassregeln die folgenden Theile bis zur Vol 
lendung des Werks ununterbrochen und schnell 
aufeinander folgend erscheinen lassen wird. 
Es ist bekanntlich die vollständigste Samm 
lung aller Werke der Malerei und Bildhauer 
kunst der reichsten Kunstsammlung des ganzen 
Erdbodens, des Museums Nopoleon; in 
möglichst gedrängtem Umfang und für einen 
sehr geringen Preis erhält man die gesammten 
Schätze des Cabinets des Louvre, das heisst, die 
meisten und vorzüglichsten Werke aller Künst 
ler, die in alten und neuen Zeiten der Mensch 
heit Ehre machten. Es kann als eine vollstän 
dige Encyclopädie des kenntnisswürdigsten in 
diesem Fache angesehen werden, und ist nicht 
bloss ein belehrendes, und wir dürfen wohl sa 
gen unentbehrliche* Handbuch für den eigentli 
chen Künstler, sondern für einen jeden, der 
den Werth der zeichnenden Künste kennt, und 
ihren Einfluss auf das ganze bürgerliche Leben, 
auf alle Gewerbe und Manufacturen, und auf 
die ganze Industrie einer Nation zu schätzen 
io- t Ueber die Güte der Kupferstiche und 
die Richtigkeit der Zeichnung haben die Ken 
ner schon längst entschieden, und wenn sie 
schon nur in Umrissen bestehen, so gewährt 
diese Manier bei den grossem historischen Com- 
positionen nur einen desto hohem Werth, in- 
dem die Zeichnung um so besser geachtet wer- 
den muss, und dem Auge auch ein geringer 
Fehler, bei der Abwesenheit von Schatten und 
Licht, nicht so leicht verborgen bleibt. 
Das ganze Werk zerfällt nach seiner jetzi 
gen Einrichtung in 3 Abtheilungen, die zusam 
men ein Ganzes machen, aber doch jede als 
von der andern unabhängig betrachtet werden 
kann. Die erste grössere Abtheilung, unter dem 
Titel Kunstannalen, liefert alle historischen Ge 
mählde, alle Antiken des Museums Napoleon; 
ferner die besten neuen Kunstwerke der neuern 
französischen Schule in Malerei, Bildhauerei 
und Baukunst bis zum Jahr 1607. Diese wird 
mit dem töten Band beschlossen. 
Die 2te Abtheilung giebt die Landschaften 
und kleineren Gemählde häuslicher Scenen, 
(Gesellschafts-Gemählde, tableaux de gerne), 
meist aus den niederländischen Schulen , eben 
falls aus der Sammlung des Museums. Die Ge 
genstände dieser Abtheilung, deren vorzüglich 
ster Werth von der Beleuchtung und Ausarbei 
tung abhängt, konnte natürlicher Weise nicht 
in Umrissen dargestellt werden; sie sind völlig 
ausgearbeitet, und gewähren alles, was man 
von der Radier-Nadel erwarten kann. Diese 
Abtheilung wird 4 Bände ausmachen. 
Die 3te Abtheilung giebt die vorzüglichsten 
Werke der neuern Künstler, wie sie die öffent 
liche Ausstellung im Salon zu Paris im Jahr 
igo8- darbot. Diese füllt nur Einen Band. Da 
die Ausstellung der Products der neuern Kunst 
alle 2 Jahre im Louvre statt findet, so werden 
wir auch alle 2 Jahre einen Band liefern, und 
in demselben jedesmal das vorzüglichste dar 
stellen. 
In einigen bis jezt noch nicht zu bestimmen 
den Bänden werden wir die aus den Bilder- 
Gallerien Deutschlands und Preussens gesammel 
ten, bis jezt in Paris noch nicht öffentlich auf 
gestellten, Werke der Kunst nachtragen. Man 
sieht aus diesem Plan, dass dieses Werk das 
reichhaltigste ist: und dass wir es mit Recht, 
als das vollständigste Magazin des schätzenswür- 
digsten im Fache der zeichnenden Künste em 
pfehlen können. 
Jeder Band enthält 72 Kupfer, und mit dem 
Titel-Kupfer 73. und etwa 12 Bogen Text, mehr 
oder weniger. 
Zur Ostermesse 1809 wird der 71c Band der 
Kunstannalen; der ite Band der Landschaften 
gleich darauf, die ite Härlft© des iten Bandes der
	        
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