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Full text: Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland (Rights reserved) Issue 4.2020 (Rights reserved)

4. Atlas zur ­Gleich­stellung von Frauen und Männern in Deutschland  Inhalt Einleitung  5 Hinweise zur Benutzung  6 Partizipation  7 I. II. 1.1 Mandate in den Landesparlamenten  1.2 Mandate in den kommunalen Vertretungen  1.3 Regierungen in den Ländern  1.4 Staatsbeamtinnen und Staatsbeamte in den Ländern  1.5 Verwaltungsspitzen in den Land- und ­Stadtkreisen sowie in den Bezirken der Stadtstaaten  1.6 Führungspositionen in den obersten ­Landesbehörden  1.7 Führungspositionen in der Justiz  1.8 Hochschulprofessuren  1.9 Juniorprofessuren  1.10 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, oberste Ebene  1.11 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, zweite Ebene  1.12 Hauptamtliche kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte  8 10 12 14 Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes I. Partizipation  32 Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung  33 2.1 Abgängerinnen und Abgänger ohne ­schulischen Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen  2.2 Absolventinnen und Absolventen mit ­Hauptschulabschluss aus allgemeinbildenden ­Schulen  2.3 Absolventinnen und Absolventen mit ­Hochschulreife aus allgemeinbildenden Schulen  2.4 Studienberechtigtenquote  2.5 Berufswahl: Nichtakademische medizinische Gesundheitsberufe  2.6 Berufswahl: MINT-Ausbildungsberufe  2.7 Studienwahl: Abschlussprüfungen in den ­Ingenieurwissenschaften  2.8 Studienwahl: Abschlussprüfungen im Lehramt Primarbereich  2.9 Promotionen  2.10 Habilitationen  Überblick über die Indikatoren des Themen­feldes II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche ­Qualifizierung  16 18 20 22 24 26 28 30 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 3 III. Arbeit und ­Einkommen  IV. V. 56 58 60 62 64 66 68 70 72 74 Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes III. Arbeit und Einkommen  76 Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit  77 4.1 Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kind(ern) unter drei Jahren  4.2 Berufliche Arbeitszeitkonstellationen von ­Elternpaaren  4.3 Elterngeldbezug  4.4 Armutsgefährdungsquote von Personen in ­Alleinerziehenden-Haushalten  4.5 Betreuung von Kindern unter drei Jahren  4.6 Betreuungspersonal in ­Kindertages­einrichtungen  78 80 82 84 86 88 Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes IV. Erwerbsarbeit und Sorgearbeit  90 Lebenswelt  91 5.1 5.2 5.3 92 94 96 Ältere Menschen in Einpersonenhaushalten  Lebenserwartung  Partnerschaftsgewalt  Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes V. Lebenswelt  4 55 3.1 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (­Beschäftigungsquote)  3.2 Teilzeitarbeit sozialversicherungspflichtig ­Beschäftigter  3.3 Minijobs  3.4 Existenzgründungen  3.5 Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote)  3.6 Langzeitarbeitslosigkeit  3.7 Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit  3.8 Verdienstunterschiede (Gender Pay Gap)  3.9 Unterschiede in den eigenen ­Alterssicherungseinkommen (Gender Pension Gap)  3.10 Grundsicherung im Alter  98  Einleitung Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine Aufgabe der Politik. Sie soll für Frauen und Männer in unserer Gesellschaft gleiche Verwirklichungschancen schaffen. Gleiche Verwirklichungschancen sind die Voraussetzung dafür, dass die grundgesetzlich festgeschriebene Gleichstellung von Frauen und Männern auch tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt. Die statistisch nachweisbaren Unter­schiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern sind aber ein Indiz dafür, dass Gleichstellung im Sinne verwirklichter Lebensplanungen noch nicht erreicht ist. Frauen finden sich seltener in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und P ­ olitik, sie werden schlechter bezahlt, arbeiten häufiger in Teilzeit und leisten den L ­ öwenanteil an Sorgearbeit. Gleichzeitig ergreifen Männer seltener Berufe wie Erzieher und Grundschullehrer. Hinter den Befunden verbirgt sich jedoch eine enorme geografische Vielfalt inner­halb Deutschlands. Der Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern gibt einen um­fassenden Überblick über die regionalen Unterschiede auf Landes- und Kreisebene in Deutschland. Er basiert überwiegend auf Angaben der amtlichen Statistik, die zu l­ ändereinheitlichen Indikatoren zusammengeführt wurden. Stand und Entwicklung der Gleichstellung werden anhand von Karten, Diagrammen und Tabellen aufgezeigt. Diese vergleichende Erfassung unterstützt so die Gleichstellungspolitik von Bund und Ländern. Der nun vorliegende 4. Atlas ist eine aktualisierte Version des erstmals 2009 heraus­gegebenen Atlas. Ziel des Atlas ist es, die Entwicklung im Zeitverlauf zu verfolgen.1 Mit jeder Aktualisierung waren auch eine Weiterentwicklung des Atlas verbunden sowie die Aufnahme neuer Indikatoren. Im 4. Atlas hat sich dadurch die Struktur des Atlas noch einmal verändert. Indikatoren mit Bezug zum Spannungsfeld „Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit“ sind jetzt zu einem eigenständigen Kapitel zusammengefasst. Der Atlas wurde im Rahmen einer Länderfachgruppe2 unter dem Vorsitz des Landes Berlin entwickelt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und ­Jugend (BMFSFJ) veröffentlicht. 1 2 Der 2. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland wurde im Jahr 2013 veröffentlicht, der 3. Atlas erschien 2016. Alle Atlanten stehen auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Download zur Verfügung. Zu den Mitgliedern der Fachgruppe zählen Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleich­stellungsstellen (BAG), die Statistischen Ämter der Länder Niedersachsen sowie Hamburg und Schleswig-Holstein, das Statistische Bundesamt sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 5  Hinweise zur Benutzung Das Konzept des 4. Gleichstellungsatlas stellt sich wie folgt dar: •• Ein Balkendiagramm zeigt die aktuellen Anteilswerte des jeweiligen Indikators auf ­Länderebene. •• Ein ergänzendes Balkendiagramm pro Indi­kator verdeutlicht die Veränderungen, die sich bei dem jeweiligen Indikator seit dem Berichtsjahr des 1. Gleichstellungsatlas (in der Regel 2007) ergeben haben. •• Karten auf Länder- und Kreisebene sind ein wesentlicher Bestandteil des Gleichstellungsatlas und geben den jeweils aktuellsten Berichtsstand (in der Regel 2018) wieder. •• Für den 4. Gleichstellungsatlas steht – ebenso wie für den 1., 2. und 3. Gleichstellungsatlas – ein Tabellenband online zur Verfügung. Die Tabellen zu den Indikatoren mit Zahlenteilen und Erläuterungen zur spezifischen Datenlage in den ­Ländern sind im Internet abrufbar unter www.gleichstellungsministerkonferenz.de sowie unter https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gleichstellungsatlas. Die farbliche Gestaltung der Landkarten orientiert sich an der Art der Indikatoren: •• „Rot“ steht für Aussagen zum Frauenanteil; •• „Blau“ für Aussagen zum Männeranteil; •• „Orange“ für Aussagen zur Differenz zwischen Frauen- und Männeranteilen. Bei den farblichen Abstufungen der Landkarten zum Frauen- beziehungsweise zum Männer­ anteil (rot und blau) wird der Bundesdurchschnitt zugrunde gelegt und die Abweichungen der Werte für die Länder beziehungsweise Kreise in jeweils vier beziehungsweise fünf Kategorien farblich differenziert dargestellt. Bei den Landkarten, die die Differenz zwischen den Werten von Frauen und Männern aufzeigen (orange), erfolgt die Abstufung, indem der Wert für die Männer auf 100 gesetzt wird und die Abweichungen des Wertes für die Frauen farblich gestuft dargestellt werden. Zur besseren Verständlichkeit befin­den sich Lesebeispiele unter diesen Abbildungen. Die Diagramme sind auf Basis von Werten mit einer Nachkommastelle erstellt. Diese können in den Tabellen zu den Indikatoren im Internet einge­sehen werden. Statistische Hinweise, zum Beispiel zur unterschiedlichen Datenlage in den einzelnen Ländern, finden sich bei den methodischen Hinweisen zu den einzelnen Indikatoren beziehungsweise den Diagrammen. Indikatoren, die in die Bevölkerungsdaten ein­fließen, basieren ab dem Berichtsjahr 2011 auf den Ergebnissen der Fortschreibung des Bevöl­kerungsstandes auf Grundlage des Zensus 2011. Den verwendeten Bevölkerungsdaten bis einschließlich 2010 liegen die Ergebnisse der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis der Volkszählung 1987 (früheres Bundesgebiet) beziehungsweise die Daten des zentralen Ein­wohnerregisters der ehemaligen DDR vom ­ 3. Oktober 1990 zugrunde. 6 I. Partizipation Einer der am häufigsten in der Öffentlichkeit verwendeten Gradmesser für die Gleichstellung ist die ­Repräsentanz von Frauen und Männern in Führungspositionen und Entscheidungsfunktionen. Dies gilt für die Mit­wirkung am Entscheidungsprozess auf allen Ebenen des politischen, wirtschaft­lichen, gesellschaftlichen und kultu­rellen Lebens. Insgesamt wird im Folgenden die Repräsentanz von Frauen in Führungs- und ­Entscheidungspositionen in der Politik, in Ver­waltungen, in der Justiz, in der Wirtschaft sowie in Forschung und Lehre dargestellt. Doch wann ist Gleichstellung erreicht? Reicht die Marke von 30 Prozent, die hin und wieder als Mindest­ standard für die Repräsentation von Frauen genannt wird?3 Zumindest ist sie, wenn es um das Erreichen einer kritischen Masse geht, ein sinnvoller Zwischenschritt. Die Schwelle von 30 Prozent wird im bundesweiten Durchschnitt beim Frauenanteil in den Landesparlamenten (31 Prozent), beim Anteil der Ministerinnen und Senatorinnen (40 Prozent), bei den Juniorprofessuren (47 Prozent) u ­ nd bei der zweiten Ebene der Führungspositionen in der Pri­vatwirtschaft (40 Prozent) erreicht. Und auch in den Führungspositionen der obersten Landesbehörden hat der Frauenanteil die 30-Prozent-Schwelle bereits in vielen Bundesländern erreicht. In allen anderen in dieser Kategorie dargestellten Entscheidungsfeldern liegt der Frauenanteil im bundes­ weiten Durchschnitt zum Teil erheblich darunter. Eine Parität ist bundesweit noch lange nicht erreicht. Besonders deutlich ist der geringe Frauenanteil in Führungspositionen in der Justiz und auf der ersten Ebene der Privatwirtschaft. Hier ist nur etwa jede vierte Position mit einer Frau besetzt. Auf regionaler Ebene erzielen manche Länder in einigen Indikatoren allerdings beachtlich hohe Frauenanteile bis hin zur Parität. Das gilt für einige Länderregierungen und deren Staatsbe­amtinnen und Staatsbeamte und vor allem für Juniorprofes­suren; hier liegt der Frauenanteil in neun Ländern über dem Bundesdurchschnitt von 47 Prozent. Zu einer nachhaltigen Gleichstellungspolitik gehören nicht nur objektive Informationen, sondern auch Akteurinnen und Akteure, die darauf hinwirken, die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft zu gewährleisten und zu sichern. Wegen der Bedeutung, die den hauptamtlichen kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten dabei zukommt, ist auch ein Indikator aufgenommen, der über das Vorhandensein von hauptamtlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten informiert. 3 Siehe zum Beispiel den Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuss über die Umsetzung der Empfehlung 96/694 des Rates vom 2. Dezember 1996 über die ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern am Entscheidungsprozess KOM/2000/0120 endg. 7 1.1 Mandate in den Landesparlamenten Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an den Mandaten in den Landesparlamenten Methodische Hinweise: Landesparlamente sind Landtage in den Flächenländern sowie Abgeord­netenhaus (Berlin) und ­Bürgerschaften (Hamburg und Bremen) in den Stadtstaaten. In Bremen wird unter diesem Indikator ausschließlich die Bremische Bürgerschaft erfasst, nicht dagegen die Stadtver­ordnetenversammlung Bremerhaven. Erfasst sind die ­bei der letzten Wahl gewählten Vertreterinnen und Vertreter. Von der Berücksichtigung von Nachrückerinnen und Nach­rückern wurde abgesehen. Datenquelle: Amtliche Wahlstatistiken (Stand: ­November 2008 und Oktober 2019) Der Indikator steht für die Vertretung von Frauen in den Landesparlamenten. Er gibt Hinweise auf die ­Entwicklung hin zu einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen an landespolitischen Meinungsbildungsund Entscheidungsprozessen. Frauenanteil an den Mandaten in den Landesparlamenten, 2019 in % Baden-Württemberg Bayern +0,8 24,5 -4,2 26,8 Berlin -6,5 33,1 Brandenburg -9,1 31,8 Bremen Hamburg -3,3 29,8 ±0,0 33,6 ±0,0 25,4 Niedersachsen 27,7 Nordrhein-Westfalen 27,6 -3,2 +0,3 Rheinland-Pfalz 35,6 Saarland 35,3 Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Deutscher Bundestag -2,0 +2,0 +0,3 27,7 -4,5 26,4 -0,3 30,1 Thüringen Deutschland +1,4 40,0 Hessen Mecklenburg-Vorpommern Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten +4,4 38,5 -2,1 29,9 31,2 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. In den Parlamenten der Länder waren zum Zeitpunkt der Auswertung insgesamt 1.866 Abgeordnete vertreten. Davon waren 558 Frauen. Dies entsprach einem Anteil von durchschnittlich 29,9 Prozent mit einer Spannweite von 24,5 bis 40,0 Prozent. Zum Vergleich: Der 19. Deutsche Bundestag ­hatte einen Frauenanteil von 31,2 Prozent (Stand: ­September 2017). 8 I. Partizipation Frauenanteil an den Mandaten in den Landesparlamenten, 2019 Frauenanteil in % unter 25 25 bis unter 30 30 bis unter 35 35 bis unter 40 40 und mehr Durchschnitt: 29,9 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−01 © GeoBasis−DE/BKG 2020 9 1.2 Mandate in den kommunalen Vertretungen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an den Man­daten in den jeweiligen kommunalen Vertretungen Methodische Hinweise: Erhoben wurde die Gesamtzahl der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in den Kreis­­tagen der Landkreise und in den Stadt- beziehungsweise Gemeinderäten der Stadtkreise beziehungsweise kreisfreien Städte sowie die Anzahl der Frauen, die diese Mandate innehaben. Für die Stadtstaaten werden als Hilfsindikator die Mandate in der Stadtbürgerschaft Bremen sowie der Stadt­ver­ordnetenversammlung Bremerhaven beziehungsweise Mandate in den Bezirks(verordneten)versammlungen (Hamburg und Berlin) ausgewiesen. Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden und Städten werden nicht erfasst. Berücksichtigt sind die bei der letzten Wahl gewählten Vertreterinnen und Vertreter. Von der Erfassung von Nachrückerinnen und Nachrückern wurde abgesehen. Datenquelle: Amtliche Wahlstatistiken (Stand: ­November 2008 und Oktober 2019) Der Indikator zeigt auf, in welchem Umfang Frauen an den kommunalen Vertretungen beteiligt sind. ­ Er gibt Hinweise auf: •• Entwicklung der „politisch-gesellschaftlichen Kultur“; •• politische Einflussnahme von Frauen auf ­kommunaler Ebene; •• Besetzung der kommunalen Vertretungen; •• Aufstellung von Listen und den Wahlmodus; •• Wahlverhalten der Wählerinnen und Wähler. Frauenanteil an den Mandaten in den kommunalen Vertretungen, 2019 in % Baden-Württemberg +6,7 24,9 Bayern +0,8 26,0 Berlin +0,5 39,4 Brandenburg Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten +2,4 28,4 Bremen +6,5 41,9 Hamburg +8,2 38,4 Hessen +0,1 32,4 Mecklenburg-Vorpommern +2,1 24,8 Niedersachsen +2,1 26,5 Nordrhein-Westfalen +0,9 30,1 Rheinland-Pfalz +3,9 31,0 Saarland +4,6 28,4 Sachsen 20,0 +1,0 Sachsen-Anhalt 20,3 +0,7 Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland +2,4 26,0 +2,1 27,7 50 % In Schleswig-Holstein wird das Geschlecht der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger nur für die kreisfreien Städte und die kreisangehörigen Gemeinden erfasst. Daher liegt kein Wert auf Bundeslandebene vor. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2019 lag die Beteiligung der Frauen an den kommunalen Vertretungen für Deutschland bei 27,7 Prozent. In den Ländern reichte sie von 20,0 bis 41,9 Prozent. 10 I. Partizipation Frauenanteil an den Mandaten in den kommunalen Vertretungen, 2019 Frauenanteil in % unter 25 25 bis unter 30 30 bis unter 35 35 bis unter 40 40 und mehr Durchschnitt: 27,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg In Schleswig-Holstein wird das Geschlecht der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger nur für die kreisfreien Städte und die kreisangehörigen Gemeinden erfasst. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−01−02 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 11 1.3 Regierungen in den Ländern Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an den Regierungschefinnen beziehungsweise Regierungschefs, Minister­ innen beziehungsweise Ministern und Senatorinnen beziehungsweise Senatoren in den Regierungen der Länder Methodische Hinweise: Erfasst ist die Gesamtzahl der Regierungschefinnen beziehungsweise Regierungschefs, ­Minis­terinnen beziehungsweise Minister, Senatorinnen beziehungsweise Senatoren in den Ländern sowie die Anzahl von ­Frauen, die diese Funktion wahrnehmen. Staatsministerinnen und Staatsminister werden einbezogen, wenn diese ein Stimmrecht haben. Der Indikator erstreckt sich nicht auf Staatssekretärinnen beziehungsweise Staatssekretäre, unabhängig davon, ob ein Kabinettsrang besteht (siehe Indikator 1.4). Datenquelle: Eigene Erhebung der GFMK (Stand: November 2008, Dezember 2011 und Oktober 2019) Der Indikator zeigt auf, in welchem Maß poli­tische Spitzenämter in den Regierungen der Länder von Frauen wahrgenommen werden. Er gibt Hinweise auf die Entwicklungen hin zu einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen bei der Besetzung dieser Ämter. Anteil der Regierungschefinnen, Ministerinnen und Senatorinnen in den Ländern, 2019 in % Baden-Württemberg Bayern 42,9 +24,7 28,6 +3,6 Berlin 54,5 Brandenburg +10,1 40,0 +10,0 Bremen 66,7 Hamburg 33,3 Hessen +18,3 36,4 44,4 Niedersachsen ♀ +16,4 30,8 +5,8 60,0 Saarland Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein ♀ +22,5 37,5 +25,0 27,3 +7,3 ±0,0 30,0 37,5 +12,5 Thüringen 40,0 Deutschland 39,8 Bundesregierung** +11,1 36,4 Rheinland-Pfalz Sachsen +23,8 -3,1 Mecklenburg-Vorpommern Nordrhein-Westfalen Veränderung zu 2008* in Prozentpunkten +30,0 ♀ 43,8 +14,3 ♀ 50 % ♀ In diesen Ländern stand 2019 eine Frau an der Spitze der Landesregierung. *Für Bremen lagen zum Erstellungszeitpunkt 2008 keine Daten vor, deshalb Vergleich zu 2011. **Bundeskanzlerin und Bundesministerinnen © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. In den Ländern gab es Ende 2019 insgesamt 171 Regierungschefinnen beziehungsweise Regierungschefs, Ministerinnen beziehungs­weise Minister sowie Senatorinnen beziehungsweise Senatoren. Der Frauenanteil betrug im Durchschnitt 39,8 Prozent. Die Spanne reichte von 27,3 bis 66,7 Prozent. Zwei der 16 Bundesländer hatten Ende 2019 eine Frau an der Spitze, nämlich Mecklenburg-­Vorpom­mern und Rheinland-Pfalz. Der Frauenanteil in der Bundesregierung (Bundeskabinett) betrug zu diesem Zeitpunkt 47,8 Prozent. 12 I. Partizipation Anteil der Regierungschefinnen, Ministerinnen und Senatorinnen in den Ländern, 2019 Frauenanteil in % unter 30 30 bis unter 40 40 bis unter 50 50 bis unter 60 60 und mehr Durchschnitt: 39,8 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−03 © GeoBasis−DE/BKG 2020 13 1.4 Staatsbeamtinnen und Staatsbeamte in den Ländern Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an den Staatssekretärinnen beziehungsweise Staatssekre­tären, Staatsrätinnen beziehungsweise Staatsräten und Ministerialdirektorinnen beziehungsweise Ministerialdirektoren in den Regierungen der Länder Methodische Hinweise: Abgebildet wird die „zweite“ politische Führungsebene. Da die Regelungen in den einzelnen Ländern unterschiedlich sind, bleibt unbe­rücksichtigt, ob ein Kabinettsrang besteht oder nicht. Datenquelle: Eigene Erhebung der GFMK (Stand: November 2008, Dezember 2011 und Oktober 2019) Der Indikator zeigt auf, in welchem Maß hohe politische Ämter der Länder von Frauen wahr­genommen werden. Er gibt Hinweise auf: •• Entwicklungen hin zu einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen bei der Besetzung dieser Ämter; •• Repräsentanz von Frauen in der beschriebenen Führungsebene; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Anteil der Staatssekretärinnen, Staatsrätinnen und Ministerialdirektorinnen in den Regierungen der Länder, 2019 in % Baden-Württemberg +33,3 50,0 Bayern +13,0 28,0 Berlin ±0,0 40,0 Brandenburg +45,4 45,4 Bremen +5,9 35,7 Hamburg +23,3 40,0 Hessen +30,0 30,0 Mecklenburg-Vorpommern +25,0 33,3 Niedersachsen +20,3 38,5 Nordrhein-Westfalen +4,5 18,8 Rheinland-Pfalz +7,1 28,6 Saarland 10,0 Sachsen 8,3 -15,0 -9,9 Sachsen-Anhalt +19,5 28,6 Schleswig-Holstein +20,8 30,8 Thüringen +38,5 38,5 Deutschland Bundesregierung Veränderung zu 2008* in Prozentpunkten +16,7 31,7 16,7 50 % *Für Bremen lagen zum Erstellungszeitpunkt 2008 keine Daten vor, deshalb Vergleich zu 2011. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. In den Ländern gab es Ende 2019 insgesamt 227 Staatssekretärinnen beziehungsweise Staats­sekretäre, ­Staatsrätinnen beziehungsweise Staats­räte sowie Ministerialdirektorinnen beziehungs­weise Ministerial­ direktoren. Der Frauenanteil betrug im Durchschnitt 31,7 Prozent. Die Spanne reichte von 8,3 bis 50,0 Prozent. Der Frauenanteil auf Bundesebene an den ­beamteten Staatssekretärinnen beziehungs­weise Staatssekretären betrug zu diesem Zeitpunkt 16,7 Prozent. 14 I. Partizipation Anteil der Staatssekretärinnen, Staatsrätinnen und Ministerialdirektorinnen in den Regierungen der Länder, 2019 Frauenanteil in % unter 20 20 bis unter 30 30 bis unter 40 40 und mehr Durchschnitt: 31,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−04 © GeoBasis−DE/BKG 2020 15 1.5 Verwaltungsspitzen in den Land- und ­Stadtkreisen sowie in den Bezirken der Stadtstaaten Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen besetzten Verwaltungsspitzenpositionen in den Stadt- und Land­kreisen beziehungsweise kreis­freien Städten sowie in Bezirken der Stadtstaaten Methodische Hinweise: Erfasst werden die Zahl der Verwaltungsspitzen in den Land- und Stadtkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten sowie in den Bezirken der Stadtstaaten und die Anzahl der Frauen, die diese Position einnehmen. Zu den Verwaltungsspitzen in den Land- und Stadtkreisen beziehungs­weise kreisfreien Städten gehören insbesondere Land­rätinnen und Landräte sowie Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister. In den Stadtstaaten werden ausschließlich die Verwaltungsspitzenpositionen in den Bezirken erfasst; in Berlin und Hamburg die Bezirksamtsleitungen. Nicht miteinbezogen ist die Bremerhavener Kommunalebene. Kreisangehörige Gemeinden und Städte werden nicht berücksichtigt. Erfasst werden die bei der letzten Wahl gewählten Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber. Datenquelle: Eigene Erhebung der GFMK (Stand: November 2008 und Oktober 2019) Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an der Verwaltungsspitze von Landkreisen, Stadtkreisen oder kreisfreien Städten sowie in den Bezirken der Stadtstaaten. Er gibt Hinweise auf: •• Repräsentanz von Frauen an der Spitze von kommunalen Gebietskörperschaften; •• gesellschaftliche Anerkennung kommunal­politischer Führungs- und Leitungskompetenzen von Frauen durch die Wählerinnen und Wähler beziehungsweise die für die Wahl verantwort­lichen politischen Organe; •• Bereitschaft von Frauen, sich auf solche Ämter zu bewerben; Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Frauenanteil in den Verwaltungsspitzenpositionen von Landkreisen, kreisfreien Städten und Bezirken (Stadtstaaten), 2019 in % Baden-Württemberg Bayern 6,8 +2,3 8,3 +2,0 Berlin Brandenburg 33,3 31,3 Hamburg Nordrhein-Westfalen +3,9 12,5 -20,8 6,7 +4,5 3,7 -7,4 ±0,0 13,9 Saarland 16,7 Sachsen 7,7 Sachsen-Anhalt 7,1 -16,6 -7,7 ±0,0 ±0,0 13,3 Thüringen Deutschland +14,3 7,7 Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein +13,1 28,6 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen -8,4 11,1 Bremen Hessen Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten 26,1 11,1 +13,1 +0,6 50 % In Niedersachsen ohne Erfassung der Landeshauptstadt Hannover und der Stadt Göttingen (wegen Sonderstatus) In Brandenburg keine Berücksichtigung von Beigeordneten mehr, sondern nur der Hauptverwaltungsbeamtinnen; insofern keine Veränderung darstellbar © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Insgesamt waren zum Stand Oktober 2019 von 433 Verwaltungsspitzen 11,1 Prozent (absolut 48) mit Frauen besetzt. Dabei reichte die Spanne von 3,7 bis zu 33,3 Prozent. 16 I. Partizipation Frauenanteil in den Verwaltungsspitzenpositionen von Landkreisen, kreisfreien Städten und Bezirken (Stadtstaaten), 2019 Frauenanteil in % unter 10 10 bis unter 20 20 bis unter 30 30 und mehr Durchschnitt: 11,1 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg In Niedersachsen ohne Erfassung der Landeshauptstadt Hannover und der Stadt Göttingen (wegen Sonderstatus) In Brandenburg keine Berücksichtigung von Beigeordneten mehr, sondern nur der Hauptverwaltungsbeamtinnen © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−01−05 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 17 1.6 Führungspositionen in den obersten L ­ andesbehörden Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen besetzten Abteilungsleitungspositionen in den obersten Landes­behörden Methodische Hinweise: Welche Dienststellen der Länder oberste Landesbehörden sind, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Hierzu gehören in der Regel die Staatskanzleien beziehungsweise die Staatsministerien, die Fachministerien beziehungsweise Fachsenate sowie die Landesrechnungshöfe. Dabei sind lediglich die im Geschäftsverteilungsbeziehungs­weise Organisationsplan ausgewiesenen Abteilungsleitungen berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden dagegen andere Funktionsebenen, wie zum Beispiel Unterabteilungsleitungen, Referats­gruppenleitungen oder auch Stabsstellenleitungen. Für Hamburg wird die Amtsleitungsebene abgebildet. Datenquelle: Eigene Erhebung der GFMK (Stand: ­November 2008 und Oktober 2019) Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an herausgehobenen Führungs- und Leitungsaufgaben in den Länderministerien beziehungsweise Senatsverwaltungen. Er gibt Hinweise auf: •• Repräsentanz von Frauen in der beschriebenen Führungsebene; •• Personalplanung und -entwicklung in den darunterliegenden Hierarchieebenen; •• Verwaltungskultur, die Frauen den Aufstieg in Spitzenpositionen ermöglicht; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Frauenanteil in Führungspositionen bei obersten Landesbehörden, 2019 in % Baden-Württemberg +13,6 22,3 Berlin +11,8 26,8 Bremen +21,9 33,3 +9,7 17,2 Mecklenburg-Vorpommern +24,4 34,1 Niedersachsen +10,7 35,2 Nordrhein-Westfalen +6,5 25,9 Rheinland-Pfalz +9,0 30,9 Saarland +7,3 25,5 -2,9 18,4 Sachsen-Anhalt Thüringen +30,6 46,7 Hamburg Schleswig-Holstein +22,8 38,9 Brandenburg Sachsen +43,4 54,1 Bayern Hessen Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten +20,8 30,8 -14,8 20,0 +16,4 18,8 Deutschland 29,7 Oberste Bundesbehörden 29,7 +14,3 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von den insgesamt 908 Abteilungen der obersten Landesbehörden wurden im Dezember 2019 270 von Frauen geleitet. Der Frauenanteil lag somit im Bundesdurchschnitt bei 29,7 Prozent. Im Län­der­vergleich reichte die Spanne von 17,2 bis zu 54,1 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden lag im Oktober 2019 bei 29,7 Prozent. 18 I. Partizipation Frauenanteil in Führungspositionen bei obersten Landesbehörden, 2019 Frauenanteil in % unter 20 20 bis unter 25 25 bis unter 30 30 bis unter 35 35 und mehr Durchschnitt: 29,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−06 © GeoBasis−DE/BKG 2020 19 1.7 Führungspositionen in der Justiz Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen besetzten Führungspositionen in der Justiz (Richterschaft und ­Staatsanwaltschaft) Methodische Hinweise: Als Führungspositionen werden die Ämter von Richterinnen und Richtern sowie Staats­ anwältinnen und Staatsanwälten ange­sehen, die mindestens in der Besoldungsgruppe R 3 bis maximal R 10 (nach ­Bundesbesoldungsordnung) eingestuft sind. Datenquelle: Personalstandstatistik 2007 und 2018 Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an herausgehobenen Führungs- und Leitungsaufgaben in der Judikative. Er gibt Hinweise auf: •• Repräsentanz von Frauen in der beschriebenen Führungsebene; •• Personalplanung und -entwicklung in den darunterliegenden Hierarchieebenen; •• Kultur, die Frauen den Aufstieg in Spitzen­positionen ermöglicht; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Frauenanteil in Führungspositionen in der Justiz, 2018 in % Baden-Württemberg +2,0 16,6 Bayern +14,2 21,4 Berlin Sachsen-Anhalt +5,1 13,2 +10,5 25,9 +11,1 28,8 +27,6 31,8 +11,6 26,9 +18,0 28,6 30,8 Thüringen 30,6 Oberste Bundesgerichte +13,9 29,1 Schleswig-Holstein Deutschland +16,3 33,1 Saarland Sachsen +10,8 37,3 Hessen Rheinland-Pfalz +14,2 30,0 Hamburg Nordrhein-Westfalen +13,9 33,3 Bremen Niedersachsen +8,3 38,5 Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +13,8 +22,7 +11,8 26,9 31,5 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 gab es im Landesbereich 1.575 Führungs­positionen in der Richter- und Staatsanwaltschaft. Davon waren 425 von Frauen besetzt, was einem Frauenanteil von 26,9 Prozent entsprach. In den einzelnen Ländern reichte die Spanne von 13,2 bis zu 38,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesbereich waren von den 430 Führungspositionen (ohne Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts) 135 und somit 31,5 Prozent von Frauen besetzt. 20 I. Partizipation Frauenanteil in Führungspositionen in der Justiz, 2018 Frauenanteil in % unter 20 20 bis unter 25 25 bis unter 30 30 bis unter 35 35 und mehr Durchschnitt: 26,9 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−07 © GeoBasis−DE/BKG 2020 21 1.8 Hochschulprofessuren Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der mit Frauen besetzten Hochschulprofessuren Methodische Hinweise: Beschrieben werden die Zahl der Hochschulprofessuren insgesamt und die Zahl der Frauen, die eine Hochschulprofessur wahrnehmen. Umfasst sind die Besoldungsgruppen C 4, C 3, C 2 sowie W 3, W 2 und W 1/AT (Juniorprofessuren). Ab 2010 sind die hauptberuflichen Gastprofessuren miteinbezogen. Erfasst wurden alle nach Landesrecht anerkannten Hochschulen, unabhängig von der Trägerschaft. Datenquelle: Hochschulpersonalstatistik 2007 und 2018 Der Indikator steht für den Anteil von Frauen an Hochschulprofessuren. Er gibt Hinweise auf: •• Beteiligung von Frauen an den Professuren der Hochschulen; •• Bereitschaft der Hochschulen, Frauen an ­Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen in Forschung und Lehre teilhaben zu lassen; •• strukturelle Hindernisse im Wissenschafts­betrieb, die eine wissenschaftliche Karriere für Frauen und ihren Zugang zu Spitzenpositionen in Forschung und Lehre erschweren; •• „akademische Kultur“ an den Hochschulen; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Frauenanteil an den Hochschulprofessuren, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern 22,2 +7,6 20,5 +8,5 Berlin 32,3 Brandenburg 28,9 Hamburg 29,1 Hessen +8,5 +9,5 +7,9 22,0 +8,2 26,6 Nordrhein-Westfalen 26,3 Saarland +11,2 26,0 Niedersachsen Rheinland-Pfalz +8,4 29,6 Bremen Mecklenburg-Vorpommern Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +5,8 +10,5 22,6 +9,3 21,0 +6,8 Sachsen 22,5 +6,7 Sachsen-Anhalt 22,9 +6,2 Schleswig-Holstein 22,6 +11,5 Thüringen 22,7 +9,4 Deutschland 24,7 +8,5 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von den insgesamt 48.111 Professuren an deutschen Hochschulen im Jahr 2018 waren 11.902 von Frauen besetzt. Der Frauenanteil lag im Bundesdurchschnitt damit bei 24,7 Prozent. Im Ländervergleich reichte die Spanne von 20,5 bis zu 32,3 Prozent. 22 I. Partizipation Frauenanteil an den Hochschulprofessuren, 2018 Frauenanteil in % unter 21 21 bis unter 24 24 bis unter 27 27 bis unter 30 30 und mehr Durchschnitt: 24,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−08 © GeoBasis−DE/BKG 2020 23 1.9 Juniorprofessuren Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der mit Frauen besetzten Juniorprofessuren Methodische Hinweise: Erfasst wurden alle an Uni­ver­si­täten und gleichrangigen wissenschaftlichen Hochschulen ­besetzten Juniorprofessuren. Neben der Juniorprofessur qualifiziert auch die Habilitation zur Übernahme einer ­ordent­lichen Professur (Indi­kator 2.10). Datenquelle: Hochschulpersonalstatistik 2007 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• bestehendes Potenzial an Frauen, die sich für die Übernahme einer (ordentlichen) Professur wissenschaftlich qualifizieren; •• Bereitschaft der Hochschulen, Frauen an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen in Forschung ­ und ­Lehre teilhaben zu lassen; •• strukturelle Hindernisse im Wissenschafts­betrieb, die Frauen perspektivisch den Zugang zu ­Spitzen­positionen in Wissenschaft und Forschung erschweren. Frauenanteil an den Juniorprofessuren, 2018 in % Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten Baden-Württemberg 49,8 Bayern 52,1 Berlin -1,9 59,3 Bremen +7,4 43,0 Mecklenburg-Vorpommern 42,1 Niedersachsen 41,6 Nordrhein-Westfalen +17,2 +14,8 +1,8 46,8 Rheinland-Pfalz +23,2 48,6 Saarland +21,9 45,5 Sachsen Deutschland +25,5 48,2 Hessen Thüringen +42,1 62,5 Hamburg Schleswig-Holstein +13,0 46,8 Brandenburg Sachsen-Anhalt +16,5 +5,5 41,2 +20,4 28,1 -3,7 45,5 +6,0 50,0 46,6 +33,9 +13,1 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 waren von den insgesamt 1.580 Juniorprofessuren 737 mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil lag somit im Bundesdurchschnitt bei 46,6 Prozent. Im Ländervergleich reichte die Spanne von 28,1 bis zu 62,5 Prozent. 24 I. Partizipation Frauenanteil an den Juniorprofessuren, 2018 Frauenanteil in % unter 40 40 bis unter 45 45 bis unter 50 50 bis unter 55 55 und mehr Durchschnitt: 46,6 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−09 © GeoBasis−DE/BKG 2020 25 1.10 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, oberste Ebene Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen an Personen mit Führungsaufgaben in der „obersten Ebene“ Methodische Hinweise: Führungspositionen der obersten Ebene sind in der Regel die Geschäftsführung, die Vorstände, Filial- und Betriebsleitung sowie Eigentümerinnen und Eigentümer. Den Befragten wurde die Zuordnung selbst überlassen. Dabei werden nur Betriebe mit mindestens einer beziehungsweise einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt. Unberücksichtigt ist der öffentliche Dienst. Datenquelle: IAB-Betriebspanel 2008 und 2018 Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an Führungs- und Leitungsaufgaben in der Privatwirtschaft. Er gibt Hinweise auf: •• Repräsentanz von Frauen in der beschriebenen Führungsebene; •• Personalplanung und -entwicklung in den darunterliegenden Hierarchieebenen; •• Unternehmenskultur, die Frauen den Aufstieg in Spitzenpositionen ermöglicht; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen. Frauenanteil in den Führungspositionen in der Privatwirtschaft, 2018, oberste Ebene in % Baden-Württemberg Bayern 25,7 +2,6 23,7 Berlin +1,0 30,6 Brandenburg Bremen 27,5 Hessen 23,5 +0,1 +1,2 Mecklenburg-Vorpommern 33,4 23,8 24,1 Saarland 23,5 -2,3 +4,0 +1,0 -5,1 Sachsen 33,3 Sachsen-Anhalt Thüringen Deutschland +5,0 26,4 Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein -0,7 +1,8 24,2 Nordrhein-Westfalen +1,2 22,0 Hamburg Niedersachsen Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten 31,0 +1,9 -0,6 24,2 26,9 +0,1 -0,3 25,9 50 % Aus statistisch-methodischen Gründen werden die Werte für Hamburg und Schleswig-Holstein zusammengefasst, auch bei der Veränderungsrate. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 waren von den insgesamt 2,5 Millionen Führungspositionen in der obersten Ebene der ­Privat­wirtschaft 650.000 von Frauen besetzt. Das entsprach einem Frauenanteil von 25,9 Prozent. ­ Im Ländervergleich reichte diese Spanne von 22,0 bis 33,3 Prozent. Mit steigender Betriebsgröße sank der Frauen­anteil in den Führungspositionen der obersten Ebene. 26 +1,4 I. Partizipation Frauenanteil in den Führungspositionen in der Privatwirtschaft, 2018, oberste Ebene Frauenanteil in % unter 24 24 bis unter 27 27 bis unter 30 30 bis unter 33 33 und mehr Durchschnitt: 25,9 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Aus statistisch-methodischen Gründen werden die Werte für Hamburg und Schleswig-Holstein zusammengefasst. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−01−10 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 27 1.11 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, zweite Ebene Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen an Personen mit Führungsaufgaben in der „zweiten Ebene“ Methodische Hinweise: Die zweite Führungsebene ist die Ebene direkt unter der „obersten Führungsebene“ ­ (­siehe Indi­kator 1.10). Eine nähere Spezifizierung der zweiten Führungsebene wurde in der Befragung nicht vorgenommen. Datenquelle: IAB-Betriebspanel 2008 und 2018 Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an Führungs- und Leitungsaufgaben in der Privatwirtschaft. Er gibt Hinweise auf: •• Repräsentanz von Frauen in der beschriebenen Führungsebene; •• Personalplanung und -entwicklung in den darunterliegenden Hierarchieebenen; •• Unternehmenskultur, die Frauen den Aufstieg in Spitzenpositionen ermöglicht; •• Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen; •• „Gläserne Decke“. Frauenanteil in den Führungspositionen in der Privatwirtschaft, 2018, zweite Ebene in % Baden-Württemberg 37,9 Bayern +8,9 41,9 Berlin Nordrhein-Westfalen +6,0 41,5 +0,8 36,9 +2,5 51,3 +3,3 36,4 +0,5 39,4 Rheinland-Pfalz Saarland +2,5 36,7 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen +6,0 50,1 Hamburg Hessen +8,4 46,0 Brandenburg Bremen Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten +6,2 43,1 +11,7 37,7 -0,7 Sachsen 40,6 -1,4 Sachsen-Anhalt 41,2 -1,4 Schleswig-Holstein 41,5 Thüringen Deutschland +0,8 48,7 40,4 +7,2 +5,2 50 % Aus statistisch-methodischen Gründen werden die Werte für Hamburg und Schleswig-Holstein zusammengefasst, auch bei der Veränderungsrate. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 waren von den insgesamt 1,2 Millionen Führungspositionen in der zweiten Ebene der ­Privat­wirtschaft 484.000 von Frauen besetzt. Das entsprach einem Frauenanteil von 40,4 Prozent. Im Ländervergleich reichte diese Spanne von 36,4 bis 51,3 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene lag der Frauenanteil um rund 14 Prozentpunkte höher als auf der ersten Führungsebene (25,9 Prozent). Mit steigender Betriebsgröße sank der Frauenanteil in den Führungspositionen der zweiten Ebene. 28 I. Partizipation Frauenanteil in den Führungspositionen in der Privatwirtschaft, 2018, zweite Ebene Frauenanteil in % unter 38 38 bis unter 42 42 bis unter 46 46 bis unter 50 50 und mehr Durchschnitt: 40,4 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Aus statistisch-methodischen Gründen werden die Werte für Hamburg und Schleswig-Holstein zusammengefasst. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−01−11 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 29 1.12 Hauptamtliche kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Beschreibung des Indikators: Definition: Anzahl der hauptamtlichen kommunalen Frauen- beziehungsweise Gleichstellungsbeauftragten je 100.000 ­Einwohnerinnen und Einwohner Methodische Hinweise: Erfasst werden Gleichstellungsbeauftragte (ab einer Bestellung mit 19,25 Wochenstunden). Die Aussagekraft des Indikators ist aufgrund nicht einheitlicher gesetzlicher Aufgaben­definitionen in den Ländern ­eingeschränkt. Datenquelle: Erhebung der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros; Fortschreibung des Bevölkerungs­ standes 2008 und 2019 Der Indikator gibt Hinweise auf die Umsetzung des Verfassungsauftrags nach Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz und dessen politische Unterstützung einer nachhaltigen Professionalisierung der gleichstellungspoli­tischen Kompetenz in Kommunalverwaltungen. Dies gilt auch angesichts nicht einheitlicher gesetzlicher Aufgaben­ definitionen in den Ländern, insbesondere in den Stadtstaaten. Hauptamtliche kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, 2019 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner Baden-Württemberg Bayern Berlin 0,5 +0,1 0,4 -0,2 ±0,0 0,3 Brandenburg Bremen Veränderung zu 2008 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner ±0,0 1,0 ±0,0 0,1 Hamburg Hessen 1,4 Mecklenburg-Vorpommern 1,2 Niedersachsen ±0,0 1,3 Rheinland-Pfalz +0,1 1,2 Saarland +0,1 1,7 -0,2 ±0,0 0,8 Sachsen-Anhalt 1,5 Schleswig-Holstein +0,1 2,0 Thüringen Deutschland -0,9 1,6 Nordrhein-Westfalen Sachsen -0,1 1,7 1,0 -0,1 -0,4 ±0,0 5 In Hamburg gibt es keine hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten. Die Daten aus Nordrhein-Westfalen basieren auf einer separaten Telefonumfrage, 2008 ist ein Schätzwert. Der Durchschnitt für Deutschland ist ohne Hamburg berechnet. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Deutschlandweit kamen 2019 auf 100.000 Einwoh­nerinnen und Einwohner 1,0 hauptamtliche ­Gleichstellungsbeauftragte. Dieser Wert variierte in den Ländern von 0,1 bis zu 2,0. 30 I. Partizipation Hauptamtliche kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, 2019 Anzahl je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner unter 0,5 0,5 bis unter 1,0 1,0 bis unter 1,5 1,5 und mehr Durchschnitt: 1,0 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg In Hamburg gibt es keine hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten. Der Durchschnitt für Deutschland ist ohne Hamburg berechnet. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−01−12 © GeoBasis−DE/BKG 2020 31 I. Partizipation Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes I. Partizipation Indikator Deutschland Veränderung in Prozentpunkten 1.1 Mandate in den Landesparlamenten 29,9 % -2,1** 1.2 Mandate in den kommunalen Vertretungen 27,7 % +2,1** 1.3 Regierungen in den Ländern 39,8 % +14,3** 1.4 Staatsbeamtinnen und Staatsbeamte in den Ländern 31,7 % +16,7** 1.5 Verwaltungsspitzen in den Land- und Stadtkreisen sowie Bezirken 11,1 % +0,6** 1.6 Führungspositionen in den obersten Landesbehörden 29,7 % +14,3** 1.7 Führungspositionen in der Justiz 26,9 % +11,8* 1.8 Hochschulprofessuren 24,7 % +8,5* 1.9 Juniorprofessuren 46,6 % +13,1* 1.10 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, oberste Ebene 25,9 % +1,4** 1.11 Führungspositionen in der Privatwirtschaft, zweite Ebene 40,4 % +5,2** 1.12 Hauptamtliche kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte 1,0*** +-0,0** * Veränderung zu 2007   ** Veränderung zu 2008   *** Anzahl der Beauftragten auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner 32 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Bildung und Ausbildung werden im Zuge der weiter fortschreitenden Entwicklung von der Industrie- z­ ur Wissensgesellschaft immer wichtiger. Dabei geht es um die Sicherung der Wettbewerbs- und Innovations­ fähigkeit unseres Landes und seinen sozialen Zusammenhalt, aber auch um die individuellen Perspektiven: gesellschaftliche und Arbeitsmarktteilhabe sowie Verdienstchancen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Junge Frauen haben höhere Bildungs­ abschlüsse als junge Männer. Beim Mittleren Schulabschluss gibt es fast keinen Unterschied z­ wischen Frauen und Männern. Deshalb wird er nicht gesondert aufgeführt. Zu beachten ist allerdings, dass die Daten der Abgänge aus den allgemeinbildenden Schulen die „2. Chance“ beziehungsweise das Aufholen nicht wiedergeben. Hier sind es eher die Jungen als die Mädchen, die Schulabschlüsse nach­holen. Das ist nur zu erkennen, wenn man eine Lebensverlaufsperspektive einnimmt, wie zum Beispiel im Ersten Gleichstellungsbericht der ­Bundesregierung.4 Ungleiche Chancen in der beruflichen Entwicklung sind oft auch Folge einer geschlechterstereotypen ­Berufswahl. Für die Berufswahl wurden als Indikatoren exemplarisch die „nichtakademischen Gesundheitsdienstberufe“ und die „technischen Ausbildungsberufe“ ausgewählt. Das Berufsbildungssystem der Bundes­ republik ist traditionell zweigeteilt: einerseits in den dualen Zweig, in dem Männer in der Überzahl sind, und andererseits in einen schulischen Zweig, in dem Frauen die Mehrheit bilden. Die schulische Berufsausbildung, vor allem in den personenbezogenen Dienstleistungen, festigt den geringeren Professionalisierungsgrad vieler Berufe, in denen Frauen überproportional vertreten sind. Dies geschieht durch uneinheitliche Qualifikationsprofile und zum Teil fehlende bundesweite Standards und führt im Durchschnitt zu einer geringeren ­Entlohnung in diesen Berufen. Hiervon nicht betroffen sind allerdings die zahlenmäßig wichtigsten schulisch ausgebildeten Berufe der Erzieherinnen und Erzieher, für die Qualitätsstandards durch KMK-Beschluss ­verbindlich festgesetzt wurden. Für die Alten- und Krankenpflege besteht eine bundesgesetzliche Regelung. Für die Studienfächerwahl wurden als Indikatoren exemplarisch die „Fächergruppe Ingenieurwissenschaften“ und „Lehramt Primarbereich“ ausgewählt. Der Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung führt zu wachsendem Fachkräftemangel. Das gilt für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich ebenso wie für soziale, ­erzieherische und pädagogische Berufe. Deshalb ist es notwendig, dass Berufe nach Neigung und Eignung gewählt werden und Frauen und Männer nicht durch Geschlechterstereo­type in geschlechtstypische Berufe gedrängt werden, die ihren Talenten nicht entsprechen. Zwei weitere Indikatoren zielen auf die Beteiligung von Frauen und Männern an einer weiterführenden wissenschaftlichen Qualifikation durch Promotion beziehungsweise Habilitation. 4 Erster Gleichstellungsbericht der Bundesregierung „Neue Wege – Gleiche Chancen – Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“, Seite 87 33 2.1 Abgängerinnen und Abgänger ohne ­schulischen Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Jungen an den Abgängerinnen und Abgängern ohne schulischen Abschluss aus ­allgemeinbildenden Schulen Methodische Hinweise: Erfasst werden Abgänge­rinnen und Abgänger aus öffentlichen und privaten ­allgemein­bildenden Schulen. Datenquelle: Statistik der allgemeinbildenden Schulen (Abgangsjahr 2006 und 2017) Der Indikator bildet den Anteil von Jungen an den Abgängerinnen und Abgängern ohne schulischen Abschluss ab. Er gibt Hinweise auf: •• Vorhandensein einer geschlechtsspezifischen Schullandschaft; •• Stand der Umsetzung geschlechtsspezifischer Unterrichtskonzepte; •• Gender-Kompetenz im Schulalltag. Jungenanteil an den Abgängerinnen und Abgängern ohne schulischen Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen, 2017 in % Baden-Württemberg +2,3 65,8 57,7 Brandenburg -2,9 64,6 Bremen Hamburg +0,6 62,2 Bayern Berlin Veränderung zu 2006 in Prozentpunkten 60,7 -3,6 -1,4 +0,3 57,1 Hessen 60,5 Mecklenburg-Vorpommern -0,2 64,1 Niedersachsen -1,7 63,0 Nordrhein-Westfalen 60,8 Rheinland-Pfalz -1,1 61,6 Saarland -0,1 -3,2 +6,3 65,4 Sachsen 61,5 Sachsen-Anhalt -3,7 63,0 Schleswig-Holstein 63,8 Thüringen -2,3 -0,4 +1,3 67,2 Deutschland 62,4 -0,7 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von 52.680 Abgängerinnen und Abgängern, die im Abgangsjahr 2017 eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen haben, waren 32.853 Jungen. Dies waren im bundesweiten Durchschnitt 62,4 Prozent. Im Ländervergleich lag die Quote zwischen 57,1 und 67,2 Prozent. 34 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Jungenanteil an den Abgängerinnen und Abgängern ohne schulischen Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2017 Jungenanteil in % unter 60 60 bis unter 62 62 bis unter 64 64 bis unter 66 66 und mehr Durchschnitt: 62,4 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−01 © GeoBasis−DE/BKG 2020 35 2.2 Absolventinnen und Absolventen mit H ­ auptschulabschluss aus allgemeinbildenden ­Schulen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Jungen an den Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschul­abschluss aus allgemeinbildenden Schulen Methodische Hinweise: Erfasst werden Absolven­tinnen und Absolventen mit Hauptschulabschluss aus öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen. Der Hauptschulabschluss kann zum Teil auch an beruflichen Schulen erworben werden. Diese Möglichkeit wird in der Praxis stärker von Jungen als von Mädchen genutzt. Dies wird mit dem Indikator nicht abgebildet. Auf Landesebene werden in der Regel auch externe Absolventinnen und Absolventen gezählt, während auf Kreisebene keine Zahlen hierzu vorliegen. Externe sind Schülerinnen und Schüler von nichtstaatlichen Ersatzschulen, die einen Abschluss über eine Externenprüfung an einer öffentlichen Schule erhalten haben. Datenquelle: Statistik der allgemeinbildenden Schulen (Abgangsjahr 2006 und 2017) Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Vorhandensein einer geschlechtsspezifischen Schullandschaft; •• Stand der Umsetzung geschlechtsspezifischer Unterrichtskonzepte; •• Gender-Kompetenz im Schulalltag. Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschulabschluss aus allgemeinbildenden Schulen (inklusive Externe), 2017 in % Baden-Württemberg +2,1 58,5 Bayern Berlin Veränderung zu 2006 in Prozentpunkten +3,1 60,0 55,2 -1,1 Brandenburg +0,1 61,8 Bremen +5,9 59,5 Hamburg 60,3 +3,3 Hessen 60,0 +3,0 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen +2,5 61,6 +0,6 59,0 Rheinland-Pfalz Saarland +4,8 62,3 +4,7 61,8 ±0,0 56,9 Sachsen 61,6 ±0,0 Sachsen-Anhalt 60,9 -0,1 Schleswig-Holstein 59,4 Thüringen 58,7 Deutschland +4,3 -2,9 59,7 +2,1 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von 134.389 Absolventinnen und Absolventen (inklusive Externe), die im Abgangsjahr 2017 die allgemein­ bildende Schule mit Hauptschul­abschluss verlassen haben, waren 80.198 männlich. Dies waren im ­bundes­weiten Durchschnitt 59,7 Prozent. Im Ländervergleich betrug die niedrigste Quote 55,2 und die höchste 62,3 Prozent. 36 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschulabschluss aus allgemeinbildenden Schulen in den Landkreisen und kreisfreien Städten (exklusive Externe), 2017 Jungenanteil in % unter 56 56 bis unter 58 58 bis unter 60 60 bis unter 62 62 und mehr Durchschnitt: 59,7 % (inklusive Externe) Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Auf Kreisebene liegen keine Daten zu externen Absolventinnen und Absolventen vor, daher sind diese in der Kartenabbildung nicht enthalten. Bundes- und Landesergebnisse im zugehörigen Balkendiagramm sowie der in der Kartenlegende angegebene Durchschnitt beziehen Externe ein, um möglichst alle Absolventinnen und Absolventen berücksichtigen zu können. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−02−02 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 37 2.3 Absolventinnen und Absolventen mit H ­ ochschulreife aus allgemeinbildenden Schulen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Jungen an den Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife aus ­allgemein­bildenden Schulen Methodische Hinweise: Erfasst werden Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife aus öffent­lichen und privaten allgemeinbildenden Schulen. Die Fachhochschulreife bleibt unberücksichtigt, da diese nicht in allen Ländern an allgemeinbildenden Schulen erworben werden kann. Auf Landesebene werden in der Regel auch externe Absolventinnen und Absolventen gezählt, während auf Kreisebene keine Zahlen hierzu vorliegen. Externe sind Schülerinnen und Schüler von nichtstaatlichen Ersatzschulen, die einen Abschluss über eine Externenprüfung an einer öffent­lichen Schule erhalten haben. Datenquelle: Statistik der allgemeinbildenden Schulen (Abgangsjahr 2006 und 2017) Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Vorhandensein einer geschlechtsspezifischen Schullandschaft; •• Stand der Umsetzung geschlechtsspezifischer Unterrichtskonzepte; •• Gender-Kompetenz im Schulalltag; •• geschlechtsspezifisches Bildungsgefälle im oberen Segment. Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife aus allgemeinbildenden Schulen (inklusive Externe), 2017 in % Baden-Württemberg 46,7 Bayern 46,4 Berlin 46,5 Veränderung zu 2006 in Prozentpunkten -0,7 +1,7 +2,7 Brandenburg 45,3 +3,6 Bremen 45,9 +1,4 Hamburg 46,9 Hessen 44,6 Mecklenburg-Vorpommern 44,8 Niedersachsen 44,8 Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland 45,3 44,3 45,3 46,0 44,7 47,3 44,8 45,6 +3,1 +1,5 +2,4 +0,9 +1,3 +2,8 +2,5 +3,5 +3,6 +2,7 +2,0 +1,7 50 % In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden keine Zahlen zu externen Absolventinnen und Absolventen erhoben. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von 287.298 Absolventinnen und Absolventen (inklusive Externer), die im Abgangsjahr 2017 eine allgemein­ bildende Schule mit Hochschulreife ver­lassen haben, waren 131.138 männlich. Dies waren im bundesweiten Durchschnitt 45,6 Prozent. Im Ländervergleich betrug die niedrigste Quote 44,3 und die höchste 47,3 Prozent. 38 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife aus allgemeinbildenden Schulen in den Landkreisen und kreisfreien Städten (exklusive Externe), 2017 Jungenanteil in % unter 45 45 bis unter 46 46 bis unter 47 47 und mehr Durchschnitt: 45,6 % (inklusive Externe) Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Auf Kreisebene liegen keine Daten zu externen Absolventinnen und Absolventen vor, daher sind diese in der Kartenabbildung nicht enthalten. Bundes- und Landesergebnisse im zugehörigen Balkendiagramm sowie der in der Kartenlegende angegebene Durchschnitt beziehen Externe ein, um möglichst alle Absolventinnen und Absolventen berücksichtigen zu können. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche 20−02−03 Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. © GeoBasis−DE/BKG 2020 39 2.4 Studienberechtigtenquote Beschreibung des Indikators: Definition: Anteil der Schulabgängerinnen und Schul­abgänger im Alter von 18 bis unter 21 Jahren mit einem ­Schulabschluss (Fachhochschulreife und allgemeine Hochschulreife), der zum Studium berechtigt, an den jeweils Gleichaltrigen in der Bevölkerung Methodische Hinweise: Die Quote gibt den Anteil der studienberechtigten Schulabgängerinnen und Schul­abgänger an der entsprechenden Bevölkerung am 31. Dezember des Vorjahres an. Es werden Quoten für einzelne Altersjahrgänge berechnet und anschließend aufsummiert (Quotensummenverfahren). Datenquelle: Statistik der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (Schuljahr 2007/2008, 2010/2011 und 2018/2019); Fortschreibung des Bevölkerungs­standes 2006, 2009 und 2017 Der Indikator bildet differenziert nach Geschlecht die Quote aller Studienberechtigten (18- bis unter 21-Jährige) an den Gleichaltrigen in der Bevölkerung ab. Er gibt Hinweise auf die geschlechtsspe­zifischen Unterschiede der Schulabgängerinnen und Schul­abgänger, die einen Schulabschluss erreicht haben, der zum Studium qualifiziert. Studienberechtigtenquote 2018 in % Veränderung zu 2007* in Prozentpunkten Baden-Württemberg 60,5 51,1 Bayern 51,7 41,3 Berlin +14,1 +8,2 62,8 54,3 Brandenburg Hamburg +4,2 +1,6 55,9 Niedersachsen Nordrhein-Westfalen +15,2 +8,4 Saarland 51,1 37,8 Thüringen Deutschland 44,8 Frauen Männer +5,7 +4,2 53,7 54,5 38,4 +15,6 +8,8 +9,2 +5,4 46,4 46,9 +0,9 +9,7 +4,3 69,4 52,7 Schleswig-Holstein -3,2 55,0 41,9 34,0 +12,6 +3,7 59,0 43,9 Sachsen-Anhalt +6,6 +2,3 58,3 43,5 Sachsen +17,6 +13,0 53,5 37,1 Rheinland-Pfalz 67,3 57,2 46,3 Mecklenburg-Vorpommern +11,8 +13,3 52,0 41,0 Hessen +15,4 +15,1 61,4 47,3 Bremen +12,6 +4,7 57,1 +10,5 +7,3 +6,9 +3,3 +8,6 +4,2 50 % *In Sachsen-Anhalt Zeitvergleich mit 2010, da 2007 doppelter Abiturientenjahrgang © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Abgangsjahr 2018 betrug die Studienberech­tigtenquote in Deutschland durchschnittlich 50,6 Prozent. Mit 57,1 Prozent war die Studien­berechtigtenquote der Frauen höher als bei den Männern (44,8 Prozent). Im Ländervergleich reichte die Quote der Frauen von 46,4 bis 69,4 Prozent und bei den Männern von 34,0 bis 55,9 Prozent. In allen Ländern lag die Studienberechtigtenquote der Frauen höher als die der Männer. 40 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Studienberechtigtenquote 2018 (Indexwerte) Index: Studienberechtigtenquote der Frauen, wenn die Quote der Männer = 100 gesetzt wird unter 120 120 bis unter 130 130 bis unter 140 140 und mehr Durchschnitt: 127,5 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Studienberechtigtenquote der Frauen lag 2018 in Mecklenburg-Vorpommern bei 53,5 %, die der Männer bei 37,1 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen 2018 in Mecklenburg-Vorpommern um 44,0 % häufiger studienberechtigt als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 144,0. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−04 © GeoBasis−DE/BKG 2020 41 2.5 Berufswahl: Nichtakademische medizinische Gesundheitsberufe Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Männern an allen Personen, die sich in einer nichtakademischen Aus­bildung zu einem medizinischen Gesundheitsberuf befinden Methodische Hinweise: Nichtakademische medizi­nische Gesundheitsberufe sind Berufe im Gesundheitswesen, die neben der ärztlichen Tätigkeit an Gesundheitsförderung, medizinischer Therapie und Rehabilitation beteiligt sind. Die Ausbildung in diesen Berufen erfolgt überwiegend in schulischer Form. Nach der von der Bundesag­entur für Arbeit entwickelten Klassifizierung der Berufe 2010 (KldB 2010) sind das die Berufe der Berufsgruppen 811, 812, 813, 817 und seit 2015/2016 818 (ohne 8114 und 8124). Datenquelle: Statistik der beruflichen Schulen (Schuljahr 2012/2013, 2014/2015 und 2018/2019) Der Indikator steht für das Interesse von Männern an der Ausbildungswahl zu einem nichtakade­mischen medizinischen Gesundheitsberuf. Er gibt Hinweise auf: •• geschlechtsspezifische Berufswahl; •• Entwicklungen bei der Überwindung der ­Segregation in typisch männliche und ­typisch weibliche ­Berufsfelder. Männeranteil an den Schülerinnen und Schülern der nichtakademischen medizinischen Gesundheitsberufe, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern 15,2 -4,8 14,0 +1,6 Berlin 19,5 Brandenburg Bremen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland -0,1 19,1 -1,2 22,5 +1,8 14,9 +0,8 13,7 -2,1 16,3 +0,4 18,8 +4,1 22,1 Sachsen-Anhalt +0,6 23,7 +1,2 16,8 Thüringen Deutschland -0,6 13,5 Sachsen Schleswig-Holstein +1,5 10,7 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen -1,9 22,2 Hamburg Hessen Veränderung zu 2012* in Prozentpunkten 20,6 16,0 +1,0 -1,4 -0,5 50 % *Für Mecklenburg-Vorpommern lagen für das Schuljahr 2012/2013 keine Daten vor, deshalb Vergleich zu 2014/2015. Seit Schuljahr 2015/2016 einschließlich Ausbildung zu pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 gab es 222.000 Schülerinnen und Schüler, die sich in einer nichtakademischen Ausbildung zu einem medizinischen Gesund­heitsberuf befanden. Davon waren 35.475 oder 16,0 Prozent Männer. In den Ländern reichte dieser Männeranteil von 10,7 bis 23,7 Prozent. 42 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Männeranteil an den Schülerinnen und Schülern der nichtakademischen medizinischen Gesundheitsberufe, 2018 Männeranteil in % unter 14 14 bis unter 17 17 bis unter 20 20 bis unter 23 23 und mehr Durchschnitt: 16,0 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−05 © GeoBasis−DE/BKG 2020 43 2.6 Berufswahl: MINT-Ausbildungsberufe5 Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an allen Personen, die sich in einer Ausbildung zu einem ­MINT-­Ausbildungsberuf im dualen System befinden Methodische Hinweise: Die Auswahl der Berufe erfolgt nach der Liste „MINT-Erhebungsberufe im dualen System (BBiG/HwO), Deutschland 2017“ des Bundes­instituts für Berufsbildung (BIBB). Diese Liste gibt keinen Hinweis darauf, dass die aufgeführten Berufe in allen Ländern angeboten werden. Datenquelle: Berufsbildungsstatistik 2007 und 2018 Der Indikator steht für das Interesse von Frauen an MINT-Ausbildungsberufen. Er gibt Hinweise auf: •• geschlechtsspezifisches Berufswahlverhalten; •• Entwicklungen bei der Überwindung der ­Segregation in typisch männliche und typisch weibliche ­Berufsfelder. Frauenanteil an den Auszubildenden in MINT-Ausbildungsberufen, 2018 in % Baden-Württemberg 11,1 Bayern 12,0 Berlin 12,6 Brandenburg Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +2,1 +3,5 -0,1 8,9 +2,0 Bremen 12,4 +0,6 Hamburg 11,8 +0,4 Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen 10,5 +1,5 8,4 +2,6 11,6 +2,2 Nordrhein-Westfalen 9,4 +1,6 Rheinland-Pfalz 9,2 +1,7 Saarland 9,7 +2,4 Sachsen 10,5 +2,8 Sachsen-Anhalt 9,6 +2,6 Schleswig-Holstein 10,8 Thüringen 9,6 Deutschland 10,7 +2,3 +2,8 +2,3 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 gab es 516.429 Auszubildende in einem MINT-Ausbildungsberuf. Davon waren 55.161 oder 10,7 Prozent Frauen. In den Ländern reichte dieser Frauenanteil von 8,4 bis 12,6 Prozent. 5 44 MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Frauenanteil an den Auszubildenden in MINT-Ausbildungsberufen, 2018 Frauenanteil in % unter 9 9 bis unter 10 10 bis unter 11 11 bis unter 12 12 und mehr Durchschnitt: 10,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−06 © GeoBasis−DE/BKG 2020 45 2.7 Studienwahl: Abschlussprüfungen in den I­ ngenieurwissenschaften Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen erfolgreich abgelegten Abschlussprüfungen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften Methodische Hinweise: Zur Gruppe der Ingenieur­wissenschaften gehören insbesondere die Studien­bereiche ­Ingenieurwesen (allgemein), Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Informations­technik, Architektur/­ Innenarchitektur und Bauingenieurwesen. Der Studienbereich Informatik ist seit dem Wintersemester 2015/2016 ­ebenfalls der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften und nicht mehr der Fächergruppe Mathematik, Naturwissen­ schaften zugeordnet. Prüfungen wurden erstmals 2016 nach neuer Systematik dar­gestellt. Die Angaben für die ­Vor­jahre ­wurden an die neue Systematik angepasst. Erfasst wurden erfolgreich abgelegte Abschlussprüfungen, die ein ­Hochschulstudium beenden (inklusive Promotionen). Datenquelle: Prüfungsstatistik 2007 und 2018 Der Indikator steht für das erfolgreiche Absolvieren eines Studiums von Frauen in einer von Männern ­dominierten Fächergruppe. Er weist hin auf: •• geschlechtsspezifische Studienwahl von Frauen und Männern; •• Einfluss traditioneller Rollenbilder bei der Berufswahl von Frauen und Männern; •• geschlechtsspezifische Segregation in typisch weibliche und typisch männliche Studienfächer ­beziehungsweise Studienfächergruppen und des Arbeitsmarktes. Frauenanteil an den abgelegten Abschlussprüfungen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften, 2018 in % Baden-Württemberg 23,6 Bayern 23,0 Berlin Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +3,6 +6,1 28,8 Brandenburg +5,9 29,5 +5,3 Bremen 22,9 +3,2 Hamburg 22,2 +2,9 Hessen Mecklenburg-Vorpommern 23,9 25,2 Niedersachsen 22,1 Nordrhein-Westfalen 22,7 Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland +2,5 +6,0 +0,4 +1,3 24,6 -0,6 21,9 +9,4 23,4 +4,0 27,1 +5,3 23,5 +3,6 26,5 +2,1 23,7 +3,2 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 wurden von 129.190 Abschlussprüfungen in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften 30.682 von Frauen abgelegt; das entsprach einem Anteil von bundesweit 23,7 Prozent. Die Spanne in den Ländern reichte von 21,9 bis zu 29,5 Prozent. 46 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Frauenanteil an den abgelegten Abschlussprüfungen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften, 2018 Frauenanteil in % unter 22 22 bis unter 24 24 bis unter 26 26 bis unter 28 28 und mehr Durchschnitt: 23,7 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−07 © GeoBasis−DE/BKG 2020 47 2.8 Studienwahl: Abschlussprüfungen im Lehramt Primarbereich Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Männern erfolgreich abgelegten Abschlussprüfungen für das Lehramt im ­Primarbereich (Grundschulen) Methodische Hinweise: Erfasst wird die Zahl der erfolgreich abgelegten Abschlussprüfungen für das Lehramt im ­Primarbereich beziehungsweise für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Im Saarland gibt es keine gesonderte Prüfung ausschließlich für das Lehramt im Primarbereich. Datenquelle: Prüfungsstatistik 2007 und 2018 Der Indikator steht für die erfolgreiche Partizipation der Männer an einer Lehrkräfteausbildung im ­Grundschulbereich, die ganz überwiegend von Frauen ausgeübt wird. Er weist hin auf: •• geschlechtsspezifische Studienwahl von Frauen und Männern; •• Einfluss traditioneller Rollenbilder bei der Berufswahl von Frauen und Männern; •• geschlechtsspezifische Segregation in typisch weibliche und typisch männliche Studienfächer ­beziehungsweise Studienfächergruppen und des Arbeitsmarktes; •• höhere Erwartungen der Männer an die berufliche Position und das Einkommen. Männeranteil an den abgelegten Abschlussprüfungen für das Lehramt Primarbereich, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern Berlin 10,0 +2,9 10,3 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz +6,3 10,8 12,2 +4,1 -4,4 10,3 11,8 10,4 Deutschland +2,0 14,3 Sachsen Thüringen +3,0 18,3 10,5 Schleswig-Holstein +11,8 12,3 Saarland Sachsen-Anhalt -3,4 18,3 Hamburg Hessen +0,4 8,1 Brandenburg Bremen Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +2,2 -1,0 +1,5 13,7 10,2 13,6 11,1 +7,7 +2,7 +6,3 +0,8 50 % Im Saarland gab es 2007 keine Pädagogische Hochschule. Ein Vergleich mit einem späteren Jahr ist aus methodischen Gründen nicht möglich. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Von insgesamt 10.058 Studierenden, die im Jahr 2018 die Prüfung für ein Lehramt im Primarbereich ablegten, waren bundesweit nur 1.113 oder 11,1 Prozent Männer. In den Ländern lag die Spannweite zwischen 8,1 und 18,3 Prozent. 48 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Männeranteil an den abgelegten Abschlussprüfungen für das Lehramt Primarbereich, 2018 Männeranteil in % unter 9 9 bis unter 11 11 bis unter 13 13 bis unter 15 15 und mehr Durchschnitt: 11,1 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−08 © GeoBasis−DE/BKG 2020 49 2.9 Promotionen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen erfolgreich absolvierten Promotionen Datenquelle: Prüfungsstatistik 2007 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Partizipation von Frauen an der wissenschaft­lichen Qualifikation; •• strukturelle Hindernisse im Wissenschafts­betrieb, die Frauen perspektivisch den Zugang zu ­Spitzen­positionen in Wissenschaft, Forschung und freier Wirtschaft erschweren; •• Notwendigkeit der Steuerung bei der Bildungs­planung; •• gesellschaftliche Rahmenbedingungen (­schwierige Vereinbarkeit einer akademischen Laufbahn mit Familie/Kindern). Frauenanteil an den absolvierten Promotionen, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten 42,5 +2,8 46,5 Berlin Brandenburg Bremen 50,0 42,7 -1,0 +2,4 47,4 44,9 Niedersachsen 45,1 -5,3 +1,4 +3,5 49,6 Saarland Sachsen-Anhalt +5,2 43,3 Rheinland-Pfalz Sachsen +1,2 45,9 Mecklenburg-Vorpommern Nordrhein-Westfalen +2,6 43,5 Hamburg Hessen +5,3 +5,7 51,7 +14,3 42,0 -0,4 43,8 Schleswig-Holstein +2,6 51,3 Thüringen 45,7 Deutschland 45,2 -1,3 -4,0 +3,0 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 wurden von den insgesamt 27.750 Promotionen an den Hochschulen 12.540 von Frauen ­erfolgreich abgelegt. Der Frauenanteil lag damit im Bundesdurchschnitt bei 45,2 Prozent. Im Ländervergleich reichte die Spanne von 42,0 bis zu 51,7 Prozent. 50 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Frauenanteil an den absolvierten Promotionen, 2018 Frauenanteil in % unter 44 44 bis unter 46 46 bis unter 48 48 bis unter 50 50 und mehr Durchschnitt: 45,2 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−09 © GeoBasis−DE/BKG 2020 51 2.10 Habilitationen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der von Frauen erfolgreich absolvierten Habilitationen Methodische Hinweise: Neben der Habilitation kann die Übernahme einer (ordentlichen) Professur durch die ­gleichwertige Qualifizierungsstufe als Juniorprofessur (Indikator 1.9) erreicht werden. Datenquelle: Habilitationsstatistik 2007 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• bestehendes Potenzial an Frauen, die sich für die Übernahme einer (ordentlichen) Professur wissenschaftlich qualifizieren; •• Partizipation von Frauen an der wissenschaft­lichen Qualifikation; •• strukturelle Hindernisse im Wissenschafts­betrieb, die Frauen perspektivisch den Zugang zu ­Spitzen­positionen in Wissenschaft und Forschung erschweren; •• Notwendigkeit der Steuerung bei der Bildungs­planung; •• gesellschaftliche Rahmenbedingungen (schwierige Vereinbarkeit einer akademischen Laufbahn mit Familie/Kindern). Frauenanteil an den absolvierten Habilitationen, 2018 in % Baden-Württemberg 27,3 Bayern +6,7 33,4 +8,2 Berlin 38,0 Brandenburg 38,5 Bremen 34,4 +15,8 31,0 Niedersachsen +16,4 32,6 Nordrhein-Westfalen +0,6 26,8 +6,0 Rheinland-Pfalz 43,9 +15,5 10,0 -19,0 Sachsen 36,3 Sachsen-Anhalt Deutschland +8,5 42,2 Mecklenburg-Vorpommern Thüringen +9,9 ±0,0 Hessen Schleswig-Holstein +6,4 23,5 Hamburg Saarland Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +17,5 33,3 +13,8 20,6 -4,4 29,4 +8,6 31,6 +7,3 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 wurden von den insgesamt 1.529 erfolgreich abgeschlossenen Habilitationsverfahren 483 von Frauen abgelegt. Der Frauenanteil lag damit im Bundesdurchschnitt bei 31,6 Prozent. Im Länder­vergleich reichte die Spanne von 10,0 bis zu 43,9 ­Prozent. 52 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Frauenanteil an den absolvierten Habilitationen, 2018 Frauenanteil in % unter 20 20 bis unter 26 26 bis unter 32 32 bis unter 38 38 und mehr Durchschnitt: 31,6 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−02−10 © GeoBasis−DE/BKG 2020 53 II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Qualifizierung Überblick über die Indikatoren des Themen­feldes II. Bildung, Berufswahl und wissenschaftliche Q ­ ualifizierung Indikator Veränderung in Prozentpunkten 2.1 Jungenanteil an den Abgängerinnen und Abgängern ohne schulischen Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen, 2017 62,4 % -0,7* 2.2 Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschulabschluss aus allgemeinbildenden Schulen, 2017 59,7 % +2,1* 2.3 Jungenanteil an den Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife aus allgemeinbildenden Schulen, 2017 45,6 % +1,7* 2.4 Studienberechtigtenquoten, 2018 – Frauen – Männer 57,1 % 44,8 % +8,6** +4,2** 2.5 Männeranteil an den Schülerinnen und Schülern der ­nichtaka­demischen medizinischen Gesundheitsdienstberufe, 2018 16,0 % -0,5*** 2.6 Frauenanteil an den Auszubildenden in technischen ­Ausbildungsberufen, 2018 10,7 % +2,3** 2.7 Frauenanteil an den abgelegten Abschlussprüfungen der ­Fächergruppe Ingenieurwissenschaften, 2018 23,7 % +3,2** 2.8 Männeranteil an den abgelegten Abschlussprüfungen für das ­Lehramt Primarbereich, 2018 11,1 % +0,8** 2.9 Frauenanteil an den absolvierten Promotionen, 2018 45,2 % +3,0** 2.10 Frauenanteil an den absolvierten Habilitationen, 2018 31,6 % +7,3** * Veränderung zu 2006   ** Veränderung zu 2007   *** Veränderung zu 2012 54 Deutschland III. Arbeit und ­Einkommen Der seit der Jahrtausendwende nahezu konti­nuierliche Anstieg der Erwerbstätigenquote der Frauen ist in großen Teilen auf die Zunahme flexibler Beschäftigungsformen zurückzuführen. Dazu gehören geringfügige und befristete Beschäftigung, Leiharbeit und vor allem Teilzeitarbeit in geringem Umfang. Frauen arbeiten mehr als doppelt so häufig wie Männer in solchen atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Dieser ­Zusammenhang wird durch den Indikator „Minijobs“ abgebildet. Teilzeitarbeit hat auch bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen die Vollzeitarbeit weiter verdrängt. Der hohe Teilzeitanteil der Frauen weist insbesondere aber auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Familien hin. Noch sind es vor allem Frauen, die die Ver­antwortung für die Familie übernehmen und damit auch die Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie tragen. Die Folgen dieser Doppelbelastung sind geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Erwerbsunterbrechungen sowie Beschäftigung in Formen, die vielfach keine eigenständige Existenzsicherung erlauben und damit ein höheres Risiko für Altersarmut mit sich bringen. Darauf weisen die Indikatoren „Grundsicherung im Alter“ und „Gender ­Pension Gap“ hin. Die folgenden Indikatoren sind eine Auswahl wichtiger Daten zur Beschreibung der Unterschiede in der Erwerbs- und Einkommenssituation von Frauen und Männern sowie des Einflusses familiärer Rahmen­ bedingungen und geschlechtertypischer Rollenzuschreibungen. Sie bieten Ansatzpunkte für eine Politik zugunsten existenz­sichernder Beschäftigung für Frauen und Männer und besserer Möglichkeiten für eine ausgewogene Beteiligung beider am Familienleben. Neu hinzugekommen ist der Indikator „Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit“. Um Frauen und Männern gleiche Chancen am Arbeitsmarkt zu sichern, besteht eine wichtige Aufgabe darin, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Eine familienfreundliche Ausgestaltung der Erwerbsarbeit ist zu ergänzen durch den Ausbau rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen für eine gleichstellungsorientierte „Sorgearbeit“. Die Indikatoren zu diesem Thema sind im Folgenden erstmals in einem eigenen Kapitel zusammengefasst. 55 3.1 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (­Beschäftigungsquote) Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männern an der jeweiligen Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren (Beschäftigungsquoten von Frauen und Männern) Methodische Hinweise: Die Beschäftigungsstatistik umfasst Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (am Wohnort) im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die ­kranken- oder rentenversicherungspflichtig oder versicherungs­pflichtig nach dem Dritten Buch Sozial­gesetzbuch (SGB III) sind. Geringfügig entlohnte Beschäftigte („Minijobs“), Beamtinnen beziehungs­weise Beamte, Selbstständige und unbezahlt mithelfende Familienangehörige werden nicht erfasst. Datenquelle: Beschäftigungsstatistik der Bundes­agentur für Arbeit 2007 und 2018; Fortschreibung des ­Bevölkerungs­standes 2007 und 2017 Der Indikator zeigt quantitative Unterschiede bei der Partizipation von Frauen und Männern an der ­sozial­versicherungspflichtigen Beschäftigung auf. Er gibt Hinweise auf: •• Unterschiede hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern; •• gesellschaftliche Situation beziehungsweise Veränderungen der traditionellen geschlechts­spezifischen Arbeitsteilung. Beschäftigungsquote von Frauen und Männern, 2018 in % Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten 57,5 Baden-Württemberg 65,9 59,4 Bayern 67,0 54,4 55,3 Berlin 62,4 61,8 50,4 57,9 61,7 55,1 Hessen 63,2 61,1 59,2 Mecklenburg-Vorpommern 55,1 Niedersachsen 63,6 52,2 Nordrhein-Westfalen 53,7 Rheinland-Pfalz 52,3 Saarland +10,8 +5,6 55,8 59,9 56,5 Frauen Männer +11,5 +9,6 +8,8 +6,3 61,7 63,3 Deutschland +10,6 +10,7 61,7 64,6 64,4 Thüringen +9,0 +8,0 +10,1 +7,4 Sachsen Schleswig-Holstein +11,8 +13,3 61,9 60,0 Sachsen-Anhalt +10,9 +11,4 +8,4 +9,1 57,6 Hamburg +11,1 +9,5 +12,4 +15,6 Brandenburg Bremen +10,6 +8,2 +13,3 +12,2 +11,0 +10,6 +10,4 +8,8 62,9 64,8 +11,6 +10,4 63,3 +10,6 +9,2 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Die Beschäftigungsquote betrug 2018 deutsch­landweit bei den Frauen 56,5 Prozent und bei den Männern 63,3 Prozent. Sie variierte bei den Frauen über die Länder hinweg von 50,4 bis 64,6 Prozent. Bei den Männern reichte die Spannweite von 55,3 bis 67,0 Prozent. 56 III. Arbeit und ­Einkommen Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen und Männer in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2018 (Indexwerte) Index: Beschäftigungsquote der Frauen, wenn die Beschäftigungsquote der Männer = 100 gesetzt wird unter 80 80 bis unter 90 90 bis unter 100 100 und mehr Durchschnitt: 89,3 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Beschäftigungsquote von Frauen lag 2018 im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern bei 61,4 %, die der Männer bei 57,5 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen 2018 in Vorpommern-Rügen um 6,7 % häufiger sozialversicherungspflichtig beschäftigt als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 106,7. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−01 © GeoBasis−DE/BKG 2020 57 3.2 Teilzeitarbeit sozialversicherungspflichtig ­Beschäftigter Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der in Teilzeit be­schäf­tigten Frauen beziehungsweise Männer an allen sozial­ versicherungspflichtig beschäftigten Frauen beziehungsweise Männern (Teilzeitquoten) Methodische Hinweise: Die Beschäftigungsstatistik umfasst Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (am Wohnort) im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die ­kranken- oder rentenversicherungspflichtig oder versicherungspflichtig nach dem Dritten Buch Sozial­gesetzbuch (SGB III) sind. Geringfügig entlohnte Beschäftigte („Minijobs“), Beamtinnen ­beziehungs­weise Beamte, Selbstständige und unbezahlt mithelfende Familienangehörige werden nicht erfasst. Datenquelle: Beschäftigungsstatistik der Bundes­agentur für Arbeit 2007 und 2018 Der Indikator zeigt die erheblichen geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich der Beschäftigung in Teilzeit auf. Er gibt Hinweise auf: •• Teilzeitarbeit als frauentypische Beschäftigungsform (modifiziertes sogenanntes Ernährermodell mit Hinzuverdienst der Frau); •• überwiegende innerfamiliäre Verantwortung von Frauen für Kinder und/oder pflegebedürftige Angehörige; •• ungünstigere berufliche Entwicklungs- und Karrierechancen für Frauen, die auch mit der ­Beschäftigungsform Teilzeitarbeit zusammen­hängen können. Teilzeitbeschäftigtenquote von Frauen und Männern, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern 47,1 8,9 23,6 Brandenburg Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland 51,2 43,8 16,8 46,3 12,2 47,2 48,1 48,5 12,2 47,4 11,4 51,6 12,2 45,6 9,5 48,0 11,2 Frauen Männer +11,5 +5,7 +12,7 +4,6 +12,7 +5,7 50,3 9,8 9,6 +12,4 +8,1 +14,7 +6,2 51,5 9,8 11,1 +16,9 +6,5 +11,2 +7,2 48,6 12,5 +12,3 +3,9 +12,8 +11,4 16,8 Hamburg Mecklenburg-Vorpommern 44,5 47,2 12,6 Bremen +12,1 +4,0 48,0 9,7 Berlin Hessen Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +12,4 +4,3 +13,1 +4,2 +15,7 +6,1 +16,3 +6,0 +13,7 +5,6 +15,4 +4,9 +13,0 +5,3 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 übten 48,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Deutschland ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Die Teilzeitquote der Männer war mit 11,2 Prozent deutlich niedriger. In den Ländern reichte die Spanne der teilzeitbeschäftigten Männer von 8,9 bis 23,6 Prozent, bei Frauen von 43,8 bis 51,6 Prozent. 58 III. Arbeit und ­Einkommen Sozialversicherungspflichtig teilzeitbeschäftigte Frauen und Männer in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2018 (Indexwerte) Index: Teilzeitbeschäftigtenquote der Frauen, wenn die Teilzeitbeschäftigtenquote der Männer = 100 gesetzt wird unter 250 250 bis unter 500 500 bis unter 750 750 und mehr Durchschnitt: 380,6 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Teilzeitbeschäftigtenquote der Frauen lag 2018 im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen bei 43,7 %, die der Männer bei 4,4 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen 2018 in Olpe um 883,1 % häufiger sozialversicherungspflichtig teilzeitbeschäftigt als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 983,1. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−02 © GeoBasis−DE/BKG 2020 59 3.3 Minijobs Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen beziehungsweise Männer mit Minijobs an allen beschäf­tigten Frauen ­beziehungsweise Männern Methodische Hinweise: Als Personen mit Minijobs werden hier ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte (am Wohnort) im Alter von 30 bis unter 55 Jahren (Kernerwerbsphase) betrachtet. Alle Be­schäf­tigten berechnen sich als Summe von sozial­versiche­rungspflichtig und ausschließlich gering­fügig Beschäftigten. Eine Person kann mehrere Minijobs haben, solange der Gesamtverdienst unter 450 Euro pro Monat liegt. Datenquelle: Beschäftigungsstatistik der Bundes­agentur für Arbeit 2007 und 2018 Der Indikator zeigt, in welchem Maße die Arbeitsmarktintegration von Frauen und Männern in der ­Kernerwerbsphase durch geringfügig entlohnte Beschäftigung geprägt ist. Er gibt Hinweise auf: •• Minijobs als frauentypische Beschäftigung („Zuverdienst-Modell“); •• vorwiegende Verantwortung von Frauen für ­Familie/Pflege. Anteil der Frauen und Männer von 30 bis unter 55 Jahren in Minijobs, 2018 in % Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland 12,0 2,6 -12,8 11,3 2,4 Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten 5,3 4,0 -0,8 -5,1 -4,0 4,1 2,8 -5,9 -2,6 5,2 11,9 -10,3 -1,8 7,3 3,4 -0,5 -13,1 -7,1 -1,7 11,0 3,2 -11,3 -0,9 4,8 3,4 -6,8 -3,1 12,5 3,3 3,9 -16,4 14,1 13,1 3,3 3,9 -1,3 -15,8 -0,9 -14,7 13,4 -0,7 -18,2 -0,6 Sachsen 4,0 2,4 -7,2 -2,5 Sachsen-Anhalt 4,6 2,5 -6,5 -2,0 Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland 3,9 10,8 -13,9 4,1 2,3 3,1 -1,5 -7,2 -2,0 10,7 Frauen -12,1 -1,2 Männer 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 hatten 10,7 Prozent der 30- bis 54-jährigen beschäftigten Frauen und 3,1 Prozent der beschäf­tigten Männer dieser Altersklasse mindestens einen Minijob. Der Anteil der Frauen mit Minijob erstreckte sich in den Ländern von 4,0 bis 14,1 Prozent. Bei den Männern reichte die Spanne von 2,3 bis 5,2 Prozent. 60 III. Arbeit und ­Einkommen Frauen und Männer im Alter von 30 bis unter 55 Jahren in Minijobs in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2018 (Indexwerte) Index: Anteil der Frauen in Minijobs, wenn der Anteil der Männer in Minijobs = 100 gesetzt wird unter 200 200 bis unter 400 400 bis unter 600 600 bis unter 800 800 und mehr Durchschnitt: 341,3 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Der Anteil der Frauen im Alter von 30 bis unter 55 Jahren in Minijobs lag 2018 im Kreis Dingolfing-Landau in Bayern bei 15,4 %, der Anteil der Männer bei 1,5 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen in dieser Altersgruppe 2018 in Dingolfing-Landau um 928,0 % häufiger in Minijobs tätig als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 1028,0. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−03 © GeoBasis−DE/BKG 2020 61 3.4 Existenzgründungen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Personen, die an entsprechenden Existenzgründungen beteiligt waren (Gründer­­personen) Methodische Hinweise: Die Aussagekraft des Indikators ist begrenzt, weil das Gewerbe nicht in allen Fällen, in denen eine Neugründung angezeigt wird, auch tatsächlich aufgenommen wird. Unberücksichtigt bleiben zudem Gründer­­personen in Bereichen, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (zum Beispiel freie Berufe, Urproduktion, ­Verwaltung eigenen Vermögens). Datenquelle: Gewerbeanzeigenstatistik 2007 und 2019 Der Indikator steht für die Beteiligung von Frauen an Existenzgründungen. Er gibt Hinweise auf: •• Gründungswillen und den Unternehmermut von Frauen; •• zielgruppenspezifische Beratungsleistungen; •• zielgruppenspezifischen Unterstützungsbedarf; •• gründungsbeeinflussende Rahmenbedingungen (zum Beispiel wirtschaftliche Bedingungen, ­Arbeitslosigkeit); •• Praxis der Kreditbewilligung (Banken) beziehungsweise die Gewährung von Zuschüssen durch die ­Bundesagentur für Arbeit; •• eigenständigen Verdienst von Frauen. Frauenanteil an den Gründerpersonen, 2019 in % Baden-Württemberg 31,0 Bayern 31,6 Berlin Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten ±0,0 +0,1 25,7 Brandenburg -3,1 +1,9 31,3 Bremen 25,1 -2,4 Hamburg 25,3 -5,4 Hessen 30,9 Mecklenburg-Vorpommern 30,8 Niedersachsen 30,3 -0,4 Nordrhein-Westfalen 30,5 -0,8 Rheinland-Pfalz 32,3 Saarland 32,2 Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland -1,0 +0,7 -0,6 +0,8 27,5 -3,3 28,5 -2,8 30,9 -0,9 29,1 -1,8 30,2 -0,9 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2019 waren von den insgesamt 608.954 anzeigepflichtigen Personen (Gründerpersonen), die eine Neugründung vorgenommen haben, 183.746 Frauen. Der Frauenanteil lag damit im bundesweiten ­Durchschnitt bei 30,2 Prozent. Im Ländervergleich reichte die Spanne von 25,1 bis 32,3 Prozent. 62 III. Arbeit und ­Einkommen Frauenanteil an den Gründerpersonen in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2019 Frauenanteil in % unter 27 27 bis unter 30 30 bis unter 33 33 bis unter 36 36 und mehr Durchschnitt: 30,2 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−04 © GeoBasis−DE/BKG 2020 63 3.5 Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote) Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen, differenziert nach Geschlecht Methodische Hinweise: Arbeitslos ist, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos ge­meldet ist. Zu den zivilen Erwerbspersonen zählen Arbeitslose, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, geringfügig Beschäftigte und Beamtinnen beziehungsweise Beamte ohne Soldatinnen beziehungsweise Soldaten. Zur Ermittlung der Zahlen zu den zivilen Erwerbspersonen wird auf verschiedene Statistiken (Beschäftigungsstatistik, Arbeitslosenund Förderstatistik, Personalstandstatistik und Mikrozensus) zugegriffen. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede können nicht unmittelbar als Unterschiede in den Ar­beitsmarktchancen interpretiert werden, da nicht erwerbstätige Frauen mit Erwerbswunsch sich häufiger als Männer vom Arbeitsmarkt zurückziehen, das heißt, sich nicht arbeitslos melden und dementsprechend nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden. Datenquelle: Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit 2008 und 2018 Die Arbeitslosenquote stellt einen der zentralen Indikatoren für die Beurteilung der Arbeitsmarkt­lage dar. Die getrennte Ausweisung von Arbeits­losenquoten für Frauen und Männer vermittelt Anhaltspunkte für geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitslosenquote von Frauen und Männern, 2018 in % Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten Baden-Württemberg 3,1 3,2 -1,5 -0,5 Bayern 2,8 3,0 -1,7 -0,9 Berlin Brandenburg 7,4 8,8 5,8 6,8 Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz -2,0 -1,2 5,8 6,8 -1,9 -1,7 4,5 4,7 -2,4 -1,5 7,2 8,6 -6,9 -5,4 5,1 5,5 -3,0 -1,7 6,6 7,0 -2,3 -1,1 4,3 4,6 Saarland 5,6 6,5 Sachsen 5,5 6,4 Sachsen-Anhalt -7,4 -6,0 9,3 10,3 Bremen Hamburg -5,2 -6,2 -1,7 -0,7 -2,2 -0,3 -8,0 -5,7 7,3 8,1 Schleswig-Holstein 5,1 5,8 Thüringen 5,2 5,8 Deutschland 5,0 5,4 Frauen -7,5 -5,1 -2,6 -1,7 -7,2 -4,4 -3,2 -2,0 Männer 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 waren 5,0 Prozent der weiblichen und 5,4 Prozent der männlichen Erwerbspersonen in Deutschland entsprechend der oben genannten Definition arbeitslos. Die Arbeitslosenquote der Frauen erstreckte sich in den Ländern von 2,8 bis 9,3 Prozent. Bei den Männern reichten die Arbeitslosenquoten von 3,0 bis 10,3 Prozent. 64 III. Arbeit und ­Einkommen Arbeitslose Frauen und Männer in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2018 (Indexwerte) Index: Arbeitslosenquote der Frauen, wenn die Arbeitslosenquote der Männer = 100 gesetzt wird unter 80 80 bis unter 90 90 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr Durchschnitt: 91,3 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Arbeitslosenquote der Frauen lag 2018 in Offenbach am Main in Hessen bei 11,0 %, die der Männer bei 8,6 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen 2018 in Offenbach am Main um 27,9 % häufiger arbeitslos als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 127,9. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−05 © GeoBasis−DE/BKG 2020 65 3.6 Langzeitarbeitslosigkeit Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Langzeitarbeitslosen an den Arbeitslosen, differenziert nach Geschlecht Methodische Hinweise: Arbeitslos ist, wer keine Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist. Berücksichtigt sind auch kommunale Träger. Langzeitarbeitslose sind Arbeit suchende Frauen und Männer, deren Arbeitslosigkeit länger als zwölf Monate andauert. Die geschlechtsspe­zifischen Unterschiede können nicht unmittelbar als Unterschiede in den Arbeitsmarktchancen interpretiert werden, da nicht erwerbstätige Frauen mit Erwerbswunsch sich häufiger als Männer vom Arbeitsmarkt zurückziehen, das heißt, sich nicht arbeitslos melden und dementsprechend nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden. Datenquelle: Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit 2008 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt; •• mögliche Hemmnisse für den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt; •• ein unterschiedliches Armutsrisiko für Frauen und Männer, insbesondere auch einer aus ­Langzeitarbeits­losigkeit resultierenden Armut im Alter. Anteil der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer an allen Arbeitslosen, 2018 in % 29,6 27,0 Baden-Württemberg -5,9 -2,5 24,1 21,7 Bayern -9,2 -3,6 26,0 28,5 Berlin -14,7 -14,4 39,8 39,4 Brandenburg -8,1 45,7 42,0 Bremen 27,6 29,8 Hamburg -10,0 -7,7 35,2 34,5 Mecklenburg-Vorpommern -1,9 37,5 35,4 Niedersachsen 32,6 29,0 -7,6 -3,3 37,7 35,7 -10,0 -1,8 38,4 35,2 Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein 34,7 34,4 Thüringen 34,8 32,7 -9,3 -2,0 -5,8 -0,1 -10,3 36,0 33,7 Deutschland Frauen Männer -6,6 -4,1 -6,3 -1,2 37,0 32,7 Sachsen +5,0 -7,6 -2,0 43,5 40,0 Nordrhein-Westfalen Saarland +0,6 -4,7 -4,3 -11,2 -7,9 37,0 32,8 Hessen Rheinland-Pfalz Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten -0,3 -8,1 -3,7 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 waren deutschlandweit 36,0 Prozent der arbeitslos gemeldeten Frauen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Bei den arbeitslos gemeldeten Männern betrug dieser Anteil 33,7 Prozent. Bei den Frauen reichte der Anteil der Langzeitarbeits­losen an allen Arbeitslosen in den Ländern von 24,1 bis 45,7 Prozent, bei den Männern von 21,7 bis 42,0 ­Prozent. 66 III. Arbeit und ­Einkommen Langzeitarbeitslose Frauen und Männer in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2018 (Indexwerte) Index: Anteil der langzeitarbeitslosen Frauen, wenn der Anteil der langzeitarbeitslosen Männer = 100 gesetzt wird unter 100 100 bis unter 110 110 bis unter 120 120 bis unter 130 130 und mehr Durchschnitt: 106,8 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Der Anteil von langzeitarbeitslosen Frauen an allen arbeitslosen Frauen lag 2018 im Landkreis Regen in Bayern bei 22,8 %, der Anteil der Männer bei 14,1 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren arbeitslose Frauen 2018 in Regen um 61,7 % häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als arbeitslose Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 161,7. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−06 © GeoBasis−DE/BKG 2020 67 3.7 Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen beziehungsweise Männer, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die eigene Erwerbstätigkeit finanzieren, an der jeweiligen Bevölkerung im ­Alter von 15 bis unter 65 Jahren Methodische Hinweise: Der Indikator basiert auf einer Selbstauskunft der Befragten zur Hauptfinanzierungsquelle ihres Lebensunterhalts. Er trifft keine Aussage darüber, ob und wie viele weitere Einkommensquellen für die Sicherung des Lebensunterhalts herangezogen werden. Datenquelle: Mikrozensus 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Möglichkeit beider Geschlechter, sich hauptsächlich auf ihre eigene Erwerbstätigkeit als ­Einkommens­quelle zu stützen; •• geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich persönlicher und/oder sozialstaatlicher ­Abhängigkeits­verhältnisse; •• Geschlechterdifferenzen hinsichtlich der Möglich­keit gesellschaftlicher Teilhabe und der ­Gefahr von A ­ ltersarmut. Anteil von Frauen und Männern, die ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit bestreiten, 2018 in % Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten 64,2 Baden-Württemberg 78,6 Bayern 65,7 Berlin 65,9 80,4 73,4 72,1 75,3 Brandenburg 60,2 Bremen 68,1 76,7 62,6 Hessen 75,0 67,0 70,6 Mecklenburg-Vorpommern 61,9 Niedersachsen 73,0 62,2 Rheinland-Pfalz 76,1 63,6 Saarland 73,1 70,0 Sachsen 68,8 Sachsen-Anhalt 74,6 70,2 Thüringen 64,0 Deutschland Frauen Männer 76,6 73,5 64,7 Schleswig-Holstein +9,7 +5,7 +8,8 +5,8 +8,1 +2,1 +10,4 +3,5 +10,2 +2,6 +7,2 +1,4 +9,9 +2,1 +8,9 +8,4 +9,9 +6,6 +9,6 +3,0 76,0 +9,2 +4,3 75,8 +8,6 +3,7 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 erwirtschafteten 64,0 Prozent der Frauen und 75,8 Prozent der Männer in Deutschland ihren ­überwiegenden Lebensunterhalt aus der eigenen Erwerbstätigkeit. Dabei erstreckte sich die Quote für Frauen im Ländervergleich von 60,0 bis 72,1 Prozent. Bei den Männern reichte die Quote von 70,5 bis 80,4 Prozent. 68 +9,8 +12,5 +7,4 +4,8 75,0 60,0 Nordrhein-Westfalen +6,9 +3,0 +7,1 +6,7 70,5 Hamburg +7,1 +1,8 III. Arbeit und ­Einkommen Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit, 2018 (Indexwerte) Index: Quote der Frauen, die ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit bestreiten, wenn die Quote der Männer, die ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit bestreiten, = 100 gesetzt wird unter 82 82 bis unter 88 88 bis unter 94 94 und mehr Durchschnitt: 84,4 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Quote der Frauen, die ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit bestreiten, lag 2018 in Baden-Württemberg bei 64,2 %, die der Männer bei 78,6 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), bestritten Frauen 2018 in Baden-Württemberg 18,3 % seltener ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 81,7. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−07 © GeoBasis−DE/BKG 2020 69 3.8 Verdienstunterschiede (Gender Pay Gap) Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern Methodische Hinweise: Der Gender Pay Gap wird ermittelt aus der Differenz des durchschnittlichen Bruttostunden­ verdienstes der Männer und Frauen (abzüglich der erzielten Sonderzahlungen) ins Verhältnis gesetzt zum Brutto­stunden­ verdienst der Männer. In die Berechnung werden abhängige Beschäftigungsverhältnisse aller Wirtschaftsabschnitte und Unternehmensgrößen einbezogen, ausgenommen die Wirtschaftsabschnitte „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“, „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung“, „Private Haushalte mit Haus­personal“ und „Exterritoriale Organisationen und Körperschaften“ sowie Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Dies entspricht der ein­heitlichen Definition des Gender Pay Gaps der EU. Betrachtet wird hier der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap, ­welcher die verschiedenen Ursachen des Lohnunterschieds unberücksichtigt lässt. Datenquelle: Verdienststrukturerhebung 2006, 2010 und 2014, fortgeschrieben mit Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung Der Indikator beschreibt den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern und gibt insbeson­dere Hinweise auf: •• unterschiedliches Berufswahlverhalten bei Frauen und Männern; •• niedrigere Verdienste in Berufen und in einigen Branchen, in denen Frauen überproportional vertreten sind (zum Beispiel soziale Dienstleistungen); •• unterschiedliche Formen der Beschäftigung (zum Beispiel Vollzeit, Teilzeit, Minijobs); •• diskontinuierlichere Erwerbsverläufe bei Frauen (Unterbrechungen oft familienbedingt); •• Umstand, dass Frauen seltener Führungsposi­tionen erreichen (sogenannte „Gläserne Decke“). Verdienstunterschiede von Frauen und Männern, 2019 (unbereinigter Gender Pay Gap) in % Baden-Württemberg 25 Bayern 3 -4 23 Hamburg 20 Hessen 22 20 21 Rheinland-Pfalz 19 Saarland 21 Sachsen -2 -4 -3 -3 -5 10 +1 ±0,0 3 Schleswig-Holstein Deutschland -2 +2 Nordrhein-Westfalen Thüringen -4 6 Niedersachsen Sachsen-Anhalt -1 ±0,0 14 Bremen Mecklenburg-Vorpommern -3 23 Berlin Brandenburg Veränderung zu 2007* in Prozentpunkten 14 -4 8 +3 20 -3 50 % Vorläufige Zahlen für 2019 auf Basis einer Fortschätzung mithilfe der Vierteljährlichen Verdiensterhebung *Mecklenburg-Vorpommern 2007 ohne geringfügig Beschäftigte, deshalb Zeitvergleich mit 2010 © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2019 verdienten Frauen im Bundesdurchschnitt 20,0 Prozent weniger als Männer. Im Län­dervergleich reichte die Spanne der Verdienst­unterschiede von 3 bis zu 25 Prozent. Setzt man vergleichbare Strukturen bei der Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen voraus, also vergleichbare Berufe und Tätigkeiten, gleichen Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder gleiche Anteile von Frauen und Männern in Führungspositionen, betrug der Verdienstabstand 2014 rund 6 Prozent (bereinigter Gender Pay Gap). 70 III. Arbeit und ­Einkommen Verdienstunterschiede von Frauen und Männern, 2019 (unbereinigter Gender Pay Gap) Verdienstunterschiede in % unter 10 10 bis unter 15 15 bis unter 20 20 bis unter 25 25 und mehr Durchschnitt: 20 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Vorläufige Zahlen für 2019 auf Basis einer Fortschätzung mithilfe der Vierteljährlichen Verdiensterhebung © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−08 © GeoBasis−DE/BKG 2020 71 3.9 Unterschiede in den eigenen ­A lterssicherungseinkommen (Gender Pension Gap) Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Unterschied zwischen den durchschnittlichen eigenen Alterssicherungseinkommen von Frauen gegenüber Männern ab 65 Jahren Methodische Hinweise: Zur Ermittlung des Gender Pension Gaps wird der relative Abstand der durchschnittlichen eigenen Alterssicherungseinkommen aller betrachteten Frauen denen der entsprechenden Gruppe der Männer ­gegenübergestellt. Der Indikator lässt keine Aussagen zur tatsächlichen Einkommenslage im Alter zu. Hierfür müssten andere Einkunftsarten berücksichtigt werden. Zudem bleiben abgeleitete Alterssicherungsansprüche (zum Beispiel Hinterbliebenenrente) und der für die wirtschaftliche Situation wichtige Haushaltskontext außer Betracht. In der Datenquelle für das Berichtsjahr 2015 (Alterssicherungsbericht 2016) werden Ergebnisse getrennt nach Westdeutschland und Ostdeutschland ausgewiesen. Anders als in vorherigen Jahren werden hierbei die Werte für West- und Ostberlin getrennt jeweils den Gesamtergebnissen für West- und Ostdeutschland zugeordnet. Aufgrund dieser methodischen Differenzen wird auf einen Zeitvergleich der Ergebnisse verzichtet. Datenquelle: Studie „Alterssicherung in Deutschland (ASID)“ 2007 und 2015 von TNS Infratest Der Indikator zeigt die Differenz zwischen den persönlichen eigenen Alterssicherungseinkommen von Frauen und Männern ab 65 Jahren. Ursachen hierfür können insbesondere sein: •• ungleiche Alterseinkommen durch deutlich g­ eringere Erwerbschancen über den gesamten ­Erwerbs­lebensverlauf hinweg; •• langfristige Wirkung von Unterschieden im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern (Gender Pay Gap); •• im Durchschnitt familienbedingt häufigere Phasen von Teilzeitarbeit oder Nichterwerbs­tätigkeit von Frauen; •• unterschiedliche Auswirkungen der gemeinsam getroffenen Entscheidung von Paaren für Kinder: Es sind die Frauen, die mit ihren Erwerbseinschränkungen die langfristigen Risiken niedriger eigener Alterssicherungs­einkommen tragen; •• Effekte unterschiedlicher Erwerbsverläufe von Frauen in Ost und West auf deren eigene ­Alterssicherungseinkommen. Unterschiede in den eigenen Alterssicherungseinkommen von Frauen und Männern ab 65 Jahren, 2015 (Gender Pension Gap) in % Ostdeutschland 28 Westdeutschland Deutschland 58 53 50 % Ostdeutschland inklusive Ostberlin, Westdeutschland inklusive Westberlin. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2015 hatten Frauen eigene Alterssiche­rungseinkünfte, die nicht einmal halb so hoch waren wie die der Männer. Der Gender Pension Gap betrug 53 Prozent, das heißt, Frauen erhielten um 53 Prozent geringere eigene Alterssicherungseinkommen als Männer. Im Vergleich zwischen West und Ost zeigen sich dabei ­erhebliche Unterschiede: Der Gender Pension Gap betrug in Westdeutschland 58 und in Ostdeutschland 28 Prozent. 72 III. Arbeit und ­Einkommen Unterschiede in den eigenen Alterssicherungseinkommen von Frauen und Männern ab 65 Jahren, 2015 (Gender Pension Gap) Unterschiede in % 28 58 Durchschnitt: 53 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Regional differenziert liegen nur Ergebnisse für Ost- und Westdeutschland vor, wobei Westberlin dem früheren Bundesgebiet zugeordnet ist und die neuen Länder Ostberlin einschließen. Berlin ist entsprechend in der Darstellung auf der Karte ausgespart. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−09 © GeoBasis−DE/BKG 2020 73 3.10 Grundsicherung im Alter Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen beziehungsweise Männer ab dem Renteneintrittsalter mit Bezug von Leistungen der Grundsicherung an allen Frauen beziehungsweise Männern dieser Altersgruppe Methodische Hinweise: Die Grundsicherung ist eine steuerfinanzierte, bedarfsorientierte Basisleistung im Alter. Grund­sicherungsleistungen bekommen nur Bedürftige, die ihren Lebensunterhalt aus dem eigenen Einkommen und Vermögen oder dem Einkommen und Vermögen der (Ehe-)Partnerin beziehungsweise des (Ehe-)Partners nicht oder nicht vollständig bestreiten können. Durch den Indikator werden nur diejenigen erfasst, die ihren Grundsicherungs­ anspruch auch tatsächlich geltend machen. Die „verdeckte“ oder „verschämte“ Armut älterer Menschen, die zwar ­anspruchsberechtigt sind, diesen Anspruch aber nicht geltend machen, wird nicht erfasst. Datenquelle: Statistik der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes; jeweils 2008 und 2018 Die Quote der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter ist ein Indikator für Altersarmut. Der Indikator gibt Hinweise auf: •• geringere Tariflöhne beziehungsweise Ein­kommen in Berufen, in denen Frauen über­proportional vertreten sind; •• niedrigere Verdienste in Branchen und Betrieben, in denen Frauen überproportional vertreten sind; •• unterschiedliche Formen der Beschäftigung (von der Vollzeitbeschäftigung über Teilzeit­beschäf­tigung bis hin zu Minijobs beziehungsweise prekären Beschäftigungsverhältnissen); •• diskontinuierliche Berufsverläufe. Grundsicherungsquote von Frauen und Männern ab dem Renteneintrittsalter, 2018 in % Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten Baden-Württemberg 2,6 2,4 +0,4 +0,8 Bayern 2,9 2,7 +0,5 +0,9 6,0 7,1 Berlin Brandenburg 1,2 1,5 -0,4 6,8 6,5 Bremen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland +2,5 +3,5 4,2 3,9 +0,8 +1,5 1,5 1,8 -0,4 3,3 3,1 4,5 3,9 +0,9 +1,6 3,0 2,6 +0,3 +0,9 4,1 3,5 +0,7 +1,5 1,0 1,3 -0,1 Sachsen-Anhalt 1,2 1,5 -0,3 Thüringen Deutschland +0,6 +0,3 +1,1 Sachsen Schleswig-Holstein +0,5 +1,3 +2,9 7,8 8,6 Hamburg Hessen +0,9 +2,6 3,4 3,1 +0,6 +0,5 +0,4 +1,2 0,9 1,1 -0,2 3,3 3,1 +0,4 +0,5 +1,1 Frauen Männer 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Ende 2018 empfingen 3,3 Prozent der Frauen und 3,1 Prozent der Männer zum Renteneintrittsalter eine Leistung zur Grundsicherung. In den Ländern reichte die Grundsicherungsquote der Frauen von 0,9 bis 7,8 Prozent. Bei den Männern im Renteneintrittsalter erstreckte sie sich von 1,1 bis 8,6 Prozent. 74 III. Arbeit und ­Einkommen Grundsicherungsbezug von Frauen und Männern ab dem Renteneintrittsalter, 2018 (Indexwerte) Index: Grundsicherungsquote der Frauen, wenn die Grundsicherungsquote der Männer = 100 gesetzt wird unter 85 85 bis unter 100 100 bis unter 115 115 und mehr Durchschnitt: 106,5 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Der Anteil von Frauen mit Grundsicherung ab dem Renteneintrittsalter an allen Frauen dieser Altersgruppe lag 2018 im Saarland bei 4,1 %, der Anteil der Männer bei 3,5 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), bezogen Frauen 2018 im Saarland ab dem Renteneintrittsalter 17,1 % häufiger Leistungen der Grundsicherung als Männer dieser Altersgruppe. Dies entspricht einem Indexwert von 117,1. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−03−10 © GeoBasis−DE/BKG 2020 75 III. Arbeit und ­Einkommen Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes III. Arbeit und Einkommen Indikator 3.1 3.2 3.3 Deutschland Veränderung in Prozentpunkten Beschäftigungsquote von Frauen und Männern, 2018 – Frauen – Männer 56,5 % 63,3 % +10,6* +9,2* Teilzeitbeschäftigtenquote von Frauen und Männern, 2018 – Frauen – Männer 48,0 % 11,2 % +13,0* +5,3* Anteil der Frauen und Männer von 30 bis unter 55 Jahren in Minijobs, 2018 – Frauen – Männer 10,7 % 3,1 % 3.4 Anteil der Existenzgründungen von Frauen, 2019 30,2 % -0,9* 3.5 Arbeitslosenquote von Frauen und Männern, 2018 – Frauen – Männer 5,0 % 5,4 % -3,2** -2,0** Anteil der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer, 2018 – Frauen – Männer 36,0 % 33,7 % -8,1** -3,7** Lebensunterhalt 2018 durch eigene Erwerbstätigkeit von – Frauen – Männern 64,0 % 75,8 % +8,6** +3,7** 3.8 Verdienstunterschiede (Gender Pay Gap), 2019 20,0 % -3,0* 3.9 Unterschiede in den eigenen Alterssicherungseinkommen (Gender Pension Gap) 53,0 % *** 3.10 Grundsicherungsquote im Alter von – Frauen – Männern 3,3 % 3,1 % +0,5** +1,1** 3.6 3.7 -0,9* * Veränderung zu 2007   ** Veränderung zu 2008   *** Wegen methodischer Differenzen zwischen Berichtsjahren keine Veränderung ausgewiesen 76 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Gleichstellungsorientierte Gestaltung von Erwerbsarbeit ist nicht isoliert zu sehen. Probleme und ­Ungleichheiten verweisen immer auch auf andere Lebensbereiche. So besteht im Lebensverlauf ein enger Zusammenhang in der Organisation von Erwerbs- und Sorgearbeit. Wie sich bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Sorgearbeit auf Frauen und Männer aufteilt, wird von politischen Entscheidungen, rechtlichen Regelungen und gesellschaftlichen Normen stark beeinflusst. Im Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wurde der Gender Care Gap6 als Kennzahl ­ent­wickelt. Aus diesem ergibt sich, dass Frauen täglich 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf­wenden als Männer. Dieser Mehraufwand geht mit einer geringeren Partizipation von Frauen ­ an bezahlter Arbeit und einer Einschränkung ihrer wirtschaftlichen Eigenständigkeit einher. Im ­Umkehrschluss fehlt Männern aufgrund dieser Ungleichverteilung oft Zeit für die Familie. Im folgenden Abschnitt sind Indikatoren aufgeführt, die den Zusammenhang zwischen Erwerbsarbeit und Sorge für Kinder verdeutlichen. Vier dieser Indikatoren waren schon in früheren Ausgaben des Atlas enthalten. Zusätzlich aufgenommen wurden die Indikatoren „Berufliche Arbeitszeitkonstellationen von Elternpaaren“ und „Armutsgefährdungsquote von Personen in Alleinerziehenden-Haushalten“. 6 Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, Stand: November 2018; Berechnung auf Basis der Daten der dritten Zeitverwendungserhebung aus den Jahren 2012 und 2013 77 4.1 Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kind(ern) unter drei Jahren Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von erwerbstätigen Müttern sowie von erwerbstätigen Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren an allen Müttern und Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren Methodische Hinweise: Betrachtet werden Mütter und Väter im Alter von 15 bis unter 65 Jahren mit mindestens einem Kind unter drei Jahren. Erfasst wird die realisierte Erwerbstätigkeit, das heißt, Personen, die ihr bestehendes Erwerbs­ verhältnis aufgrund von Mutterschutz oder Elternzeit unterbrechen, werden nicht berücksichtigt, wohl aber Personen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Krankheit oder Urlaub zum Stichtag nicht aktiv ausüben. Datenquelle: Mikrozensus 2007 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Erwerbsorientierung von Müttern und Vätern mit Kleinkindern; •• Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehungsweise Pflege; •• vorherrschende Familienmodelle und die gesellschaftliche Entwicklung. Erwerbstätigenquote von Müttern und Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren, 2018 in % Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten 34,8 Baden-Württemberg 91,9 35,6 Bayern +6,9 +6,9 84,1 51,8 Brandenburg Bremen 87,3 -1,4 84,5 38,3 Hamburg 43,6 86,0 33,1 Rheinland-Pfalz 88,8 39,9 Saarland 88,0 42,4 Sachsen 44,6 Sachsen-Anhalt 38,7 Schleswig-Holstein 36,3 Deutschland Mütter Väter +7,1 +0,4 -2,2 -1,6 +5,3 +2,9 +11,1 -5,4 +7,5 +3,0 87,4 +8,5 +4,5 83,4 87,5 44,6 Thüringen +6,4 +6,8 +2,4 88,1 32,4 Nordrhein-Westfalen -1,1 82,9 36,7 Niedersachsen +7,5 89,2 Mecklenburg-Vorpommern +5,7 +4,3 +0,1 86,1 35,8 Hessen +2,6 +4,7 +0,1 93,2 37,8 Berlin -1,4 -0,7 +13,0 +6,7 88,0 88,6 +8,7 -0,3 +5,5 50 % Aus statistisch-methodischen Gründen keine Angabe zu Müttern in Bremen © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 waren 36,3 Prozent der Mütter mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter drei Jahren erwerbstätig. Der Anteil bei den Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren betrug 88,6 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Mütter variierte in den Ländern von 32,4 bis 51,8 Prozent, bei den Vätern von 82,9 bis 93,2 Prozent. 78 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Erwerbsbeteiligung von Müttern und Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren, 2018 (Indexwerte) Index: Erwerbstätigenquote der Mütter, wenn die Erwerbstätigenquote der Väter = 100 gesetzt wird unter 40 40 bis unter 45 45 bis unter 50 50 und mehr Durchschnitt: 41,0 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Erwerbstätigenquote der Mütter lag 2018 in Nordrhein-Westfalen bei 32,4 %, die der Väter bei 86,0 %. Zieht man den Wert der Väter als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Mütter 2018 in Nordrhein-Westfalen um 62,3 % seltener erwerbstätig als Väter. Dies entspricht einem Indexwert von 37,7. Aus statistisch-methodischen Gründen keine Angabe zu Müttern in Bremen © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−01 © GeoBasis−DE/BKG 2020 79 4.2 Berufliche Arbeitszeitkonstellationen von ­Elternpaaren Beschreibung des Indikators: Definition: Durchschnittliche Differenz der normalerweise geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden zwischen Vätern und Müttern mit Kindern unter drei Jahren in gemischtgeschlechtlichen Elternpaaren im Alter von 15 bis unter 65 Jahren Methodische Hinweise: Der Indikator basiert auf einer Selbstauskunft der befragten Erwerbstätigen zu den normalerweise pro Woche geleisteten Arbeitsstunden, einschließlich regelmäßiger Mehrstunden und Be­reit­schaftszeiten. Angegeben werden können ganze Stunden. Der Durchschnitt wird auf Basis der Elternpaare ermittelt, bei denen mindestens ein Elternteil erwerbstätig ist. Einbezogen werden nur Paare, bei denen mindestens ein Elternteil zwischen 15 und unter 65 Jahren alt ist und die mindestens ein Kind unter drei Jahren im gemeinsamen Haushalt haben. Betrachtet werden nur gemischtgeschlechtliche Elternpaare, da nur so sinnvollerweise eine Differenz zwischen den Geschlechtern berechnet werden kann. Es wird vom Konzept der realisierten Erwerbstätigkeit ausgegangen. Es werden lediglich solche Personen als Erwerbstätige gewertet, die ihre Erwerbstätigkeit nicht aufgrund von Vereinbarkeitsarrangements von Familie und Beruf (Mutterschutz oder Elternzeit) unterbrechen. Hierdurch kann besser herausgestellt werden, wie sich die Geschlechter hinsichtlich der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit wegen Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterscheiden. Datenquelle: Mikrozensus 2008 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• (Un-)Gleichgewicht bei der Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern; •• Dauerhaftigkeit oder Aufbrechen traditioneller Geschlechterstereotypen („der Ernährer“ beziehungsweise „die Sorgende“); •• Rahmenbedingungen für partnerschaftliche Vereinbarkeitsarrangements; •• Einkommensunterschiede zwischen „Frauen- und Männerberufen” sowie -arbeitsbereichen. Durchschnittliche Differenz der normalerweise geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden, 2018 Veränderung zu 2008 in Stunden Baden-Württemberg 26,4 -5,2 Bayern 26,2 -5,7 Berlin 17,2 Brandenburg -6,5 14,0 -5,5 Bremen 24,5 Hamburg 20,5 -7,9 Hessen Mecklenburg-Vorpommern 24,1 -7,7 Niedersachsen 24,2 Nordrhein-Westfalen 26,1 Saarland 23,0 15,9 -6,6 -5,0 -5,7 -7,7 12,3 -7,6 Schleswig-Holstein Thüringen -6,9 25,5 Rheinland-Pfalz Sachsen-Anhalt -5,3 11,9 Sachsen -6,2 22,1 14,9 -7,6 -10,4 Deutschland 23,5 -6,4 20 © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 arbeiteten Väter im Beruf im Durchschnitt 23,5 Stunden mehr als Mütter in Deutschland. Im Vergleich zwischen den Ländern ergab sich eine Spannweite von 11,9 bis zu 26,5 Stunden. 80 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Durchschnittliche Differenz der normalerweise geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden, 2018 Differenz in Stunden unter 15 15 bis unter 20 20 bis unter 25 25 und mehr Durchschnitt: 23,5 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−02 © GeoBasis−DE/BKG 2020 81 4.3 Elterngeldbezug Beschreibung des Indikators: Definition: Väterbeteiligung am Elterngeld (Anteil der Kinder, deren Vater Elterngeld bezogen hat, an allen geborenen Kindern, für die (mindestens) ein Elterngeldbezug gemeldet wurde (antragsbegründende Kinder)) Methodische Hinweise: Erfasst werden alle Personen mit beendeten Elterngeldbezügen für ihre im Jahr 2008 beziehungsweise 2016 geborenen Kinder, für die (mindestens) ein Elterngeldbezug gemeldet wurde (antragsbegründende Kinder). Datenquelle: Bundesstatistik zum Elterngeld Der Indikator zeigt die Beteiligung von Vätern am Elterngeld und gibt Hinweise auf: •• familiäre Orientierung von jungen Vätern; •• Aufbrechen von traditionellen Rollenmustern beziehungsweise Geschlechterstereotypen; •• gesellschaftliche und betriebliche Akzeptanz der „neuen Väter“. Väterbeteiligung am Elterngeld für im Jahr 2016 geborene, antragsbegründende Kinder in % Baden-Württemberg Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten +21,6 42,2 Bayern +19,1 46,5 Berlin 42,9 +15,4 Brandenburg 42,5 +17,1 Bremen +12,7 31,0 Hamburg +18,1 41,0 Hessen 35,8 +15,5 Mecklenburg-Vorpommern 35,2 +14,7 Niedersachsen Nordrhein-Westfalen +14,9 31,7 Rheinland-Pfalz Saarland +16,1 33,5 +15,6 28,5 Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein 49,1 +22,2 +17,5 35,1 +15,1 33,4 Thüringen Deutschland +17,5 36,7 +20,3 45,2 +17,6 38,8 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Für 752.864 Kinder, die im Jahr 2016 in Deutschland geboren wurden, wurde Elterngeld bewilligt. 292.058 Väter dieser Kinder hatten Elterngeld bezogen. Somit lag die Väterbeteiligung am Elterngeld durchschnittlich bei 38,8 Prozent. Dabei reichte die Spanne in den Kreisen und ­kreisfreien Städten von 13,2 bis 60,0 Prozent. In den Länderdurchschnitten variierte die Väter­beteiligung am Elterngeld zwischen 28,5 und 49,1 Prozent. Die Bezugsdauer des Elterngeldes betrug für Väter, deren Kinder 2016 geboren wurden, durchschnittlich 3,4 Monate; bei den Müttern lag die Bezugsdauer im Durchschnitt bei 13,4 Monaten. 82 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Väterbeteiligung am Elterngeld für im Jahr 2016 geborene, antragsbegründende Kinder in den Landkreisen und kreisfreien Städten Männeranteil in % unter 30 30 bis unter 35 35 bis unter 40 40 bis unter 45 45 und mehr Durchschnitt: 38,8 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−03 © GeoBasis−DE/BKG 2020 83 4.4 Armutsgefährdungsquote von Personen in A ­ lleinerziehenden-Haushalten Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Personen in Alleinerziehenden-Haushalten, deren Nettoäquivalenzeinkommen weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens der jeweiligen Landesbevölkerung beträgt, an allen Alleinerziehenden-Haushalten Methodische Hinweise: Als armutsgefährdet gilt eine Person, deren Nettoäquivalenzeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung beträgt. Das Nettoäquivalenzeinkommen ist ein auf der Basis des Haushaltsnettoeinkommens berechnetes bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied. Es wird entsprechend der modifizierten OECD-Skala berechnet. Die Armutsgefährdungsquote wird hier anhand des mittleren Einkommens der Bevölkerung des jeweiligen Bundeslandes (Landesmedian) ermittelt. Dadurch wird den Unterschieden im Einkommensniveau zwischen den Bundesländern Rechnung getragen. Als Alleinerziehenden-Haushalte gelten hier Haus­halte, in denen eine erwachsene Person mit mindestens einer minder­jährigen Person zusammenlebt. Abweichend von der Alleinerziehenden-Definition nach dem Lebens­formenkonzept bleibt dabei unberücksichtigt, ob eine Eltern-­­ Kind-Beziehung im Haushalt besteht. Datenquelle: Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik/Mikrozensus 2018 Der Indikator gibt Hinweis auf soziale und wirtschaftliche Risiken der alleinigen beziehungsweise weit ­überwiegend alleinigen Erziehungsverantwortung. Das Risiko wird zu großer Mehrheit von Frauen getragen: Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen. Armutsgefährdungsquote von Personen in Alleinerziehenden-Haushalten, 2018 in % Baden-Württemberg 43,2 Bayern Berlin +8,2 40,0 +5,2 32,7 +4,1 45,6 Hessen +1,4 40,8 Niedersachsen +9,2 38,7 Nordrhein-Westfalen -1,9 41,6 Rheinland-Pfalz +1,6 49,1 Saarland +5,4 42,2 +4,4 31,2 -1,9 Sachsen-Anhalt 40,4 Schleswig-Holstein 41,0 Deutschland +9,0 41,9 Mecklenburg-Vorpommern Thüringen +0,3 30,3 Hamburg Sachsen +2,6 41,7 Brandenburg Bremen Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +5,4 -0,9 32,5 -2,6 41,5 +2,5 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2018 waren 41,5 Prozent der Personen in Deutschland, die in Alleinerziehenden-Haushalten lebten, ­armuts­gefährdet, dabei reichte die Spanne im Ländervergleich von 30,3 bis 49,1 Prozent. 84 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Armutsgefährdungsquote von Personen in Alleinerziehenden-Haushalten, 2018 Armutsgefährdungsquote in % unter 35 35 bis unter 40 40 bis unter 45 45 und mehr Durchschnitt: 41,5 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−04 © GeoBasis−DE/BKG 2020 85 4.5 Betreuung von Kindern unter drei Jahren Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Kinder im Alter von unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung (Tageseinrichtungen oder Kindertagespflege) an allen Kindern dieser Altersgruppe Methodische Hinweise: Betreuungseinrichtungen beziehungsweise -angebote im Sinne dieses Indikators sind ­Kinder­krippen (Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren), altersgemischte Gruppen in Kindergärten und die Kindertages­pflege. Erfasst wird die Zahl der betreuten Kinder. Datenquelle: Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen; Statistik der Kinder und tätigen Personen in öffentlich geförderter Kindertagespflege; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes; jeweils 2007 und 2019 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• die aktuelle Situation beziehungsweise Veränderung der Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehungsweise Pflege; •• die „Wahlfreiheit“ zwischen der Betreuung in der Familie und der Betreuung in Krippen, altersgemischten Kinderbetreuungsgruppen oder in der Tagespflege. Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung, 2019 in % Baden-Württemberg Bayern +18,0 29,5 +17,8 28,5 Berlin +4,0 43,8 Brandenburg Bremen 56,9 +24,6 46,6 +19,0 31,4 Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland 56,9 +21,3 28,2 +19,3 31,3 +17,8 29,9 +17,7 52,3 Sachsen-Anhalt 58,2 +6,4 +26,6 34,8 Thüringen Deutschland +12,8 +25,2 32,1 Sachsen Schleswig-Holstein +13,5 +17,9 28,4 Hamburg Hessen Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten 54,6 +17,1 +18,8 34,3 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Bei den Kreisen und kreisfreien Städten lagen die Betreuungsquoten 2019 zwischen 14,5 und 62,4 Prozent. In den Ländern erstreckte sich die Betreuungsquote von 28,2 bis 58,2 Prozent und im Bundesdurchschnitt lag sie bei 34,3 Prozent. 86 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung in den Landkreisen und kreisfreien Städten, 2019 Betreuungsquote in % unter 30 30 bis unter 40 40 bis unter 50 50 bis unter 60 60 und mehr Durchschnitt: 34,3 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−05 © GeoBasis−DE/BKG 2020 87 4.6 Betreuungspersonal in ­K indertages­einrichtungen Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil von Männern an allen unmittelbar mit Kindern unter 14 Jahren tätigen Personen in Tageseinrichtungen Methodische Hinweise: Berücksichtigt werden nur Personen, die mit der Betreuung von Kindern zu tun haben. ­Un­berücksichtigt bleibt das Personal in Leitung, Verwaltung und so weiter. Datenquelle: Statistik der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen 2007 und 2019 Der Indikator steht für den Anteil der Männer an einer erzieherischen Tätigkeit in Kindertagesein­richtungen für die Altersgruppe unter 14 Jahren. Er weist hin auf: •• geschlechtsspezifisches Berufswahlverhalten von Frauen und Männern; •• Einfluss traditioneller Rollenbilder bei der Berufswahl von Frauen und Männern; •• geschlechtsspezifische Segregation in typisch weibliche und typisch männliche Berufe und des ­Arbeitsmarktes; •• unterschiedliche Häufigkeit weiblicher und männlicher Vorbilder in der frühkindlichen Bildung ­ und Erziehung; •• Erweiterung des in der frühkindlichen Bildung und Erziehung vermittelten männlichen Rollenbildes. Männeranteil an den unmittelbar mit Kindern tätigen Personen in Tageseinrichtungen, 2019 in % Baden-Württemberg 5,6 +3,3 Bayern 4,7 Berlin +6,6 10,8 Hamburg +1,9 12,3 Hessen +4,5 8,4 Mecklenburg-Vorpommern 6,8 Niedersachsen 6,4 Nordrhein-Westfalen 5,3 Rheinland-Pfalz 5,6 Saarland 5,1 Sachsen +3,5 +5,1 +2,9 +2,3 +3,0 +2,2 8,7 +6,9 6,1 Schleswig-Holstein Deutschland +7,5 8,5 Bremen Thüringen +2,9 11,6 Brandenburg Sachsen-Anhalt Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten +4,9 9,0 +3,7 5,3 +4,5 6,6 +3,7 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 2019 gab es 611.274 Personen, die mit der Betreuung von Kindern zu tun hatten. Davon waren 40.470 Männer. Der Männeranteil lag damit im bundesweiten Durchschnitt bei 6,6 Prozent. Im Ländervergleich reichte die Spanne von 4,7 bis 12,3 Prozent. Von allen bundesweit 35.671 Personen, die 2019 ganz oder teilweise eine Leitungsfunktion in einer ­Tageseinrichtung innehatten, waren 2.495 oder 7,0 Prozent Männer. 88 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Männeranteil an den unmittelbar mit Kindern tätigen Personen in Tageseinrichtungen, 2019 Männeranteil in % unter 5 5 bis unter 7 7 bis unter 9 9 bis unter 11 11 und mehr Durchschnitt: 6,6 % Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−04−06 © GeoBasis−DE/BKG 2020 89 IV. Erwerbsarbeit und ­Sorgearbeit Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes IV. Erwerbsarbeit und Sorgearbeit Indikator 4.1 4.2 Deutschland Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kind(ern) unter drei Jahren, 2018 - Mütter - Väter Berufliche Arbeitszeitkonstellationen von Elternpaaren, 2018 (Unterschied in Stunden) 36,3 % 88,6 % 23,5 Stunden +5,5** -0,3** -6,4 Stunden*** 4.3 Elterngeldbezug Väterbeteiligung, 2016 38,8 % +17,6** 4.4 Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden, 2018 41,5 % +2,5* 4.5 Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren, 2019 34,3 % +18,8* 4.6 Betreuungspersonal 2019 in Kindertageseinrichtungen, ­Männeranteil 6,6 % +3,7* * Veränderung zu 2007   ** Veränderung zu 2008   *** Veränderung zu 2008 in Stunden 90 Veränderung in Prozentpunkten V. Lebenswelt Zur Beschreibung der Lebenswelt von Frauen und Männern werden drei Indikatoren herangezogen: Dazu gehört erstens die Wohn- beziehungsweise Lebenssituation im Alter. Es wird deutlich: Alleine Leben betrifft im Alter nach wie vor ganz überwiegend Frauen. Dies hängt vor allem mit ihrer höheren Lebenserwartung zusammen, die im zweiten Indikator dargestellt ist. Dazu gehört auch, dass Frauen bei einsetzender Pflegebedürftigkeit häufiger auf professionelle Unterstützung und Hilfe angewiesen sind. Um die große Bedeutung des Themenkomplexes „Partnerschaftsgewalt“ für die Gleichstellung der Geschlechter zu dokumentieren, wurde dieser Indikator bereits in den 3. Atlas zur Gleichstellung ­aufgenommen und wird nun als ein Aspekt für die Lebenswelt von Frauen herangezogen. Es zeigt sich, dass weit überwiegend Frauen die Opfer sind. Sich sicher zu fühlen und zu sein, sind zentrale Faktoren der Lebensqualität, und sie gelten gerade für den sozialen Nahraum. Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, ist eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. Es ist wichtig, dass dieses Problem von der Gesellschaft ernst genommen und bekämpft wird. Bund, Länder und Gemeinden arbeiten gemeinsam daran, zusammen mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern schnelle Hilfe und qualifizierte Unterstützung und Beratung zu sichern. 91 5.1 Ältere Menschen in Einpersonenhaushalten Beschreibung des Indikators: Definition: Prozentualer Anteil der Frauen beziehungsweise Männer im Alter von 65 Jahren und älter in ­Einpersonen­haushalten an allen Frauen beziehungs­weise Männern dieser Altersgruppe Datenquelle: Mikrozensus 2007 und 2018 Der Indikator gibt Hinweise auf: •• überwiegend für Frauen typische Lebens­situation im Alter; •• Unterstützungs- und Hilfebedarf bei fort­schreitendem Alter; •• notwendige Förderung sozialer Kontakte. Ältere Menschen in Einpersonenhaushalten an allen Personen ab 65 Jahren, 2018 in % Baden-Württemberg 41,8 19,1 Bayern -1,6 43,7 20,8 Berlin -0,5 52,7 29,1 Brandenburg -0,2 49,4 25,8 Hamburg 49,7 26,5 Hessen 20,0 Mecklenburg-Vorpommern 18,8 Niedersachsen 20,4 Nordrhein-Westfalen 21,3 Rheinland-Pfalz 19,3 Saarland 20,0 Sachsen-Anhalt 18,0 Schleswig-Holstein 21,4 Thüringen 20,3 Deutschland 20,8 Frauen Männer -4,3 44,3 -0,4 45,5 41,5 -0,1 -1,9 47,2 45,7 43,0 44,3 +7,1 +3,2 +6,2 +1,7 +2,7 +2,7 +3,9 +1,6 +1,5 +3,6 -1,8 44,5 42,7 +3,3 +0,4 +3,0 -3,0 22,0 Sachsen ±0,0 43,4 41,1 +2,5 -0,3 41,5 18,3 Bremen Veränderung zu 2007 in Prozentpunkten ±0,0 -1,6 -0,8 -0,7 +4,9 +2,2 +5,2 +4,2 +3,5 50 % © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der allein­lebenden Frauen im Alter von 65 Jahren und älter im Jahr 2018 bei 44,3 Prozent. Unter den Männern dieses Alters lebten deutschlandweit 20,8 Prozent in einem Einpersonenhaushalt. In allen Bundesländern waren ältere Frauen deutlich häufiger alleinlebend als ältere Männer. Bei den Frauen reichte die Spanne im Ländervergleich von 41,1 bis 52,7 Prozent, bei den Männern von 18,0 bis 29,1 Prozent. 92 V. Lebenswelt Ältere Menschen in Einpersonenhaushalten, 2018 (Indexwerte) Index: Quote der Frauen in Einpersonenhaushalten, wenn die Quote der Männer in Einpersonenhaushalten = 100 gesetzt wird unter 190 190 bis unter 210 210 bis unter 230 230 und mehr Durchschnitt: 213,2 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: Die Quote der Frauen im Alter von 65 Jahren und älter, die in Einpersonenhaushalten lebten, lag 2018 in Sachsen-Anhalt bei 44,5 %, die der Männer bei 18,0 %. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), lebten ältere Frauen 2018 in Sachsen-Anhalt um 146,7 % häufiger in Einpersonenhaushalten als ältere Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 246,7. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−05−01 © GeoBasis−DE/BKG 2020 93 5.2 Lebenserwartung Beschreibung des Indikators: Definition: Durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen und Männern bei der Geburt Datenquelle: Sterbetafeln 2005/2007 und 2016/2018 Der Indikator zeigt die Unterschiede in der durchschnittlichen Lebenserwartung bei der Geburt zwischen Frauen und Männern auf. Er gibt Hinweise auf: •• „verlorene Lebensjahre“ bei den Männern aufgrund geschlechtsorientierter Rollen­muster, wie •• höheres Risikoverhalten; •• nicht adäquates Ernährungsverhalten; •• tödliche Verkehrsunfälle; •• berufliche Belastungen; •• weniger Gesundheitsvorsorge. Lebenserwartung 2016/2018 in Jahren Veränderung zu 2005/2007 in Monaten Baden-Württemberg 79,7 Bayern 78,3 Brandenburg 77,8 Bremen +17 +26 83,2 +16 +20 83,3 +18 +24 82,5 77,2 Hamburg Mecklenburg-Vorpommern +14 +18 83,5 79,1 +13 +20 83,1 76,8 Niedersachsen 78,1 Nordrhein-Westfalen 78,2 Rheinland-Pfalz 82,8 77,6 Sachsen 83,1 +15 +22 82,1 76,3 Schleswig-Holstein 78,2 Thüringen 83,9 +17 +19 +16 +17 82,8 +9 +15 78,5 Frauen +14 +24 82,6 77,4 Deutschland +8 +17 +12 +21 78,0 Sachsen-Anhalt +19 +23 82,8 78,6 Saarland +9 +17 83,4 78,5 Hessen +11 +16 83,8 79,3 Berlin 84,1 83,0 +15 +21 83,3 +12 +19 Männer © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Bundesdurchschnitt lag die Lebenserwartung 2016/2018 von Frauen bei 83,3 Jahren und von Männern bei 78,5 Jahren. Im Ländervergleich reichte die Spanne der Lebenserwartung bei den Frauen von 82,1 bis zu 84,1 Jahren. Bei den Männern reichte die Spanne im Ländervergleich von 76,3 bis zu 79,7 Jahren. 94 V. Lebenswelt 95 5.3 Partnerschaftsgewalt Beschreibung des Indikators: Definition: Weibliche und männliche Opfer polizeilich registrierter Partnerschaftsgewalt je 100.000 Frauen ­beziehungs­weise Männer Methodische Hinweise: Partnerschaftsgewalt ist definiert als physische, sexuelle und psychische Gewalt in aktuellen oder ehemaligen Paarbeziehungen (Ehen, nichteheliche Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Partnerschaften), unabhängig vom Tatort. Ein gemeinsamer Wohnsitz ist nicht Voraussetzung für das Vorliegen von Partnerschaftsgewalt. Nicht berücksichtigt werden Zwangsheirat und Menschenhandel. Erfasst werden Opfer ab 16 Jahren. Da nur angezeigte Taten erfasst sind, wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Datenquelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, jeweils 2011 und 2018 81,3 Prozent aller Opfer von Partnerschaftsgewalt sind Frauen. Der Indikator gibt Hinweise auf: •• Einschränkung der Lebensqualität; •• Auswirkungen auf die gesundheitliche ­Situation und mögliche Langzeitfolgen; •• Mortalitätsrate; •• gesellschaftliche Folgekosten; •• Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und Männer. Veränderung zu 2011 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner Weibliche und männliche Opfer von Partnerschaftsgewalt, 2018 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner Baden-Württemberg Bayern 205,4 46,7 228,1 67,1 Berlin Brandenburg Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen Deutschland 515,8 -7,3 288,5 72,5 544,2 508,0 122,9 -33,7 -2,5 +25,5 +12,6 303,0 83,0 +23,5 +24,8 326,3 76,9 +13,5 +23,1 367,8 97,7 +48,5 +25,6 394,2 97,2 +17,5 +11,7 237,4 +47,3 +16,8 334,2 82,9 +68,4 +31,8 303,2 81,2 +45,7 +8,2 345,3 89,8 +160,8 +48,7 317,1 76,1 Frauen +44,7 +21,6 399,0 85,7 56,0 Männer +20,7 +66,3 +10,2 264,2 49,5 +6,4 +45,2 +26,4 95,2 Hamburg Mecklenburg-Vorpommern -3,7 144,4 Bremen Hessen +6,7 +9,7 +23,7 +17,3 500 © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. Im Jahr 2018 waren deutschlandweit 76 Männer je 100.000 Einwohner Opfer von Partnerschaftsgewalt. Bei den Frauen wurden 317 Opfer von Partnerschaftsgewalt je 100.000 Einwohnerinnen registriert. In den Ländern variierte dieser Wert bei den Männern von 47 bis 144, bei den Frauen von 205 bis 544. Insgesamt gab es in Deutschland 141.041 Opfer von Partnerschaftsgewalt, 26.413 bei Männern und 114.628 bei Frauen. Der Anteil der Delikte von Partnerschaftsgewalt an allen Delikten lag im Jahr 2018 bei 17,7 Prozent. 96 V. Lebenswelt Weibliche und männliche Opfer von Partnerschaftsgewalt je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, 2018 (Indexwerte) Index: Weibliche Opfer je 100.000 Einwohnerinnen, wenn die männlichen Opfer je 100.000 Einwohner = 100 gesetzt werden unter 400 400 bis unter 450 450 bis unter 500 500 bis unter 550 550 und mehr Durchschnitt: 416,7 Hamburg Schleswig−Holstein Mecklenburg−Vorpommern Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen−Anhalt Nordrhein−Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland−Pfalz Saarland Bayern Baden−Württemberg Lesebeispiel: 2018 waren in Bremen 544,2 Frauen und 95,2 Männer je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner Opfer von Partnerschaftsgewalt. Zieht man den Wert der Männer als Vergleichsbasis heran (Indexwert 100), waren Frauen 2018 in Bremen um 471,7 % häufiger von Gewalt in der Partnerschaft betroffen als Männer. Dies entspricht einem Indexwert von 571,7. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2020. Für nicht gewerbliche Zwecke sind Vervielfältigung und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet. 20−05−02 © GeoBasis−DE/BKG 2020 97 Überblick über die Indikatoren des Themenfeldes V. Lebenswelt Indikator 5.1 5.2 5.3 Deutschland Ältere Menschen in Einpersonenhaushalten – Frauen – Männer Lebenserwartung – Frauen – Männer Opfer von Partnerschaftsgewalt je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – Frauen – Männer * Veränderung zu 2007   ** Veränderung zu 2005/2007 in Monaten   *** je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Vergleich zu 2011 98 44,3 % 20,8 % 83,3 Jahre 78,5 Jahre 317,1 76,1 Veränderung in Prozentpunkten -0,7* +3,5* 12 Monate** 19 Monate** +23,7*** +17,3*** Impressum Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung; sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Herausgeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Referat Öffentlichkeitsarbeit 11018 Berlin www.bmfsfj.de Bezugsstelle: Publikationsversand der Bundesregierung Postfach 48 10 09, 18132 Rostock Tel.: 030 18 272 2721 Fax: 030 18 10 272 2721 Gebärdentelefon: gebaerdentelefon@sip.bundesregierung.de E-Mail: publikationen@bundesregierung.de www.bmfsfj.de Für weitere Fragen nutzen Sie unser Servicetelefon: 030 20 179 130 Montag–Donnerstag: 9–18 Uhr Fax: 030 18 555-4400 E-Mail: info@bmfsfjservice.bund.de Einheitliche Behördennummer: 115* Artikelnummer: 4BR229 Stand: Juli 2020, 1. Auflage Gestaltung: www.zweiband.de Druck: MKL Druck GmbH & Co. KG * Für allgemeine Fragen an alle Ämter und Behörden steht Ihnen auch die einheitliche Behörden­­ rufnummer 115 zur Verfügung. In den teilnehmenden Regionen erreichen Sie die 115 von Montag bis ­Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Die 115 ist sowohl aus dem Festnetz als auch aus vielen Mobilfunk­ netzen zum Ortstarif und damit kostenlos über Flatrates erreichbar. Gehörlose haben die Möglichkeit, über die SIP-Adresse 1­ 15@gebaerdentelefon.d115.de Informationen zu erhalten. Angaben dazu, ob in Ihrer Region die 115 erreichbar ist, und ­weitere Informationen zur einheitlichen Behördenrufnummer finden Sie unter http://www.d115.de. Engagement Familie Ältere Menschen Gleichstellung Kinder und Jugend
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