Path:
Periodical volume

Full text: Krebs in Sachsen Issue 2014/15

Krebs in Sachsen 2014-2015 - Landesbericht Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze Barrierefreie Kurzversion Registrierungstand 30. November 2017 Herausgeber Gemeinsames Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg–Vorpommern, Sachsen–Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen (GKR) Brodauer Str. 16-22 12621 Berlin Kontakt Registerstelle Tel.: 030-56581 100 Fax: 030-56581 199 E-Mail: registerstelle@gkr.berlin.de Internet: http://www.krebsregister.berlin.de Hinweis Dieser Bericht ist ein Auszug aus dem Landes-Bericht „Krebs in Sachsen 20142015“. Er enthält die wichtigsten Aussagen und Texte aus dem Landes-Bericht. Aber er verzichtet auf Tabellen und Grafiken. Haben Sie Fragen zu Krebs in Ost-Deutschland, die nicht in diesem Bericht beantwortet werden? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an registerstelle@gkr.berlin.de. Oder rufen Sie uns an unter der Telefon-Nummer 030-56581 100. Neuerkrankungen Im Berichtszeitraum 2014 bis 2015 wurden in Sachsen durchschnittlich jährlich rund 26200 neue Krebsfälle diagnostiziert, davon 14700 Männer und 11500 Frauen. Das bedeutet, dass jährlich etwa 7,4 von 1000 Männern und 5,6 von 1000 Frauen in Sachsen die Diagnose Krebs gestellt wurde. Darin ist weißer Hautkrebs nicht eingerechnet. Im Jahr 2018 werden etwa 29000 Krebsneuerkrankungen erwartet, wenn sich der bis 2015 beobachtete Erkrankungstrend fortsetzt. Das sind rund 10% mehr als im Berichtszeitraum. Sollte sich der Trend weiter fortsetzen, wird diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf etwa 29500 steigen, was einen weiteren Zuwachs von 2% gegenüber dem Jahr 2018 bedeutet. Die häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern betreffen Prostata mit einem Anteil von 22% an allen Krebsneuerkrankungen, Darm mit 13% und Lunge mit 12%. Bei Frauen sind es Brustdrüse mit einem Anteil von 27%, Darm mit 13% und Lunge mit 6%. Somit entfällt sowohl bei Männern als auch bei Frauen etwa die Hälfte aller Krebsneuerkrankungen auf die jeweils drei häufigsten Krebsarten. In den letzten 10 Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen bei Männern um 7% zugenommen und blieb bei Frauen in etwa gleich. Das ist zumeist auf den wachsenden Anteil älterer Menschen zurückzuführen. Berücksichtigt man diese Veränderungen in der Altersstruktur durch die Berechnung altersstandardisierter Raten, zeigt sich bei Männern und Frauen ein stabiler Verlauf. Die Inzidenztrends der häufigsten Lokalisationen verlaufen in den letzten 10 Jahren unterschiedlich. Von den häufigsten Lokalisationen bei Männern sinken Darm um durchschnittlich jährlich -1,9% und Lunge um -1,6% rückläufig, während Prostata einen stabilen Verlauf hat. Bei Frauen gibt es einen Rückgang bei Darm um -2,1%, einen Anstieg bei Lunge um +2,5% und bei Brustdrüse einen stabilen Verlauf. Im Vergleich mit Deutschland ist die Krebsneuerkrankungsrate bei Männern etwa gleich hoch und bei Frauen niedriger (-10%). Die Krebsneuerkrankungsrate bewegt sich in den Kreisen in Sachsen bei Männern im Bereich von 83% bis 111% und bei Frauen im Bereich von 86% bis 117% im Vergleich zur Krebsneuerkrankungsrate des Landes. 42% aller Männer und 34% aller Frauen in Sachsen erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs, die meisten davon im höheren Lebensalter. Drei Viertel aller neu auftretenden Krebsfälle betreffen Menschen, die 60 Jahre oder älter sind. Etwa ein Prozent aller Krebsfälle betreffen Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene unter 30 Jahren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt sowohl bei Männern als auch bei Frauen 71 Jahre. In Sachsen lebten Ende 2015 etwa 70600 Männer und 64400 Frauen, bei denen in den letzten 10 Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das sind 3,5% aller Männer und 3,1% aller Frauen des Landes. Die größten Anteile haben Brustkrebs mit 26700, Prostatakrebs mit 26000 und Darmkrebs mit 18500 Menschen. Im Alter über 70 Jahren sind es 13% der Männer und 7% der Frauen, die mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung leben. Nicht eingerechnet in diese Zahlen sind weitere 33000 Männer und 29400 Frauen, die mit einem in den letzten 10 Jahren diagnostizierten nicht-melanotischen Hautkrebs, auch weißer Hautkrebs genannt, leben. Sterblichkeit Im Berichtszeitraum 2014 bis 2015 sind durchschnittlich jährlich rund 12600 Menschen in Sachsen an Krebs gestorben, davon 7100 Männer und 5500 Frauen. Das sind etwa 3,6 von 1000 Männern und 2,7 von 1000 Frauen. Im Jahr 2018 werden etwa 12700 Krebstodesfälle erwartet, wenn sich der bis 2015 beobachtete Mortalitätstrend fortsetzt. Die häufigsten zum Tode führenden Krebsarten sind bei Männern Lunge mit einem Anteil von 21% an allen Krebstodesursachen, Darm mit 12% und Prostata mit 10% und bei Frauen Brustdrüse mit 14%, Darm mit 12% und Lunge mit 10%. Die Zahl der Krebstodesfälle ist in den letzten 10 Jahren bei Männern um 12% gestiegen und bei Frauen etwa gleich geblieben. Wie bei den Krebsneuerkrankungen ist der Anstieg zumeist auf den wachsenden Anteil älterer Menschen zurückzuführen. Allein bei den über 75-jährigen Männern ist die Zahl der Krebstodesfälle um 48% und bei den gleichaltrigen Frauen um 12% gestiegen. Bei den altersstandardisierten Sterberaten, die den Einfluss der veränderten Altersstruktur herausrechnen, zeigt sich bei Männern ein Rückgang um durchschnittlich jährlich -0,7% und bei Frauen um -0,9%. Die Sterberaten der häufigsten Lokalisationen verlaufen in den letzten 10 Jahren bei Männern bei Darm rückläufig um durchschnittlich jährlich -1,8% und bei Lunge rückläufig um -1,8%. Bei Prostata sind die Sterberaten stabil. Bei Frauen ist ein Anstieg bei Lunge um 2,6%, ein Rückgang bei Darm um -2,7% und ein stabiler Verlauf bei Brustdrüse zu sehen. Im Vergleich mit Deutschland ist die Krebssterberate bei Männern in Sachsen geringfügig höher (4%) und bei Frauen niedriger (-10%). 86% aller Krebstodesfälle bei Männern und 88% bei Frauen treten im Alter von 60 Jahren oder älter auf. Überlebensraten Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen zu immer längeren Überlebenszeiten. Inzwischen überleben etwa 58% der männlichen und 63% der weiblichen Krebspatienten ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27% aller Männer und 41% aller Frauen. Der wichtigste Prognosefaktor ist das Stadium, in dem der Krebs diagnostiziert und behandelt wird. Frühzeitig erkannt, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei vielen Krebsarten beinahe 100%. Zu den Krebslokalisationen mit guter Prognose zählen Haut, Prostata, Melanom, Hoden, Schilddrüse, Brustdrüse, Hodgkin-Lymphom und Gebärmutterkörper. Mehr als 80% dieser Patienten überleben mindestens 5 Jahre, da diese Tumoren heute oft in einem frühen Stadium erkannt werden. Eine schlechte Prognose haben die Krebslokalisationen Bauchspeicheldrüse, Leber, Lunge, Speiseröhre und Gallenblase, zusätzlich bei Männern Mesotheliom. Da diese Tumoren oft erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden, sind es hier weniger als 20% der Patienten, die 5 Jahre überleben. Zu den Tumorlokalisationen mit den größten absoluten Zugewinnen an Überlebenszeit gegenüber dem Ende der 1980er Jahre gehören Niere mit einer Steigerung um 46%, Prostata um 44%, Leukämien um 36%, Non-HodgkinLymphom um 34%, Plasmozytom um 32% und Darm um 32%. Die geringsten Fortschritte in der Überlebenszeit gegenüber dem Ende der 1980er Jahre gibt es bei den Lokalisationen Gebärmutterhals um 3%, Mund/Rachen um 5%, Kehlkopf um 7%, Bauchspeicheldrüse um 8%, Lunge um 9%, Gehirn um 12% und Leber um 13%. Ausgewählte Tumorentitäten In diesem Kapitel werden Ergebnisse zu Krebs gesamt und den vier häufigsten Krebslokalisationen beschrieben. Für die Berechnung der berichteten Maßzahlen gelten folgende Methodische Hinweise. Die Trendverläufe über die letzten 10 Jahre wurden mittels Joinpoint Regression Program berechnet und als durchschnittliche prozentuale Änderung pro Jahr, auch AAPC genannt, angegeben. Um Neuerkrankungsraten und Sterberaten regional oder zeitlich miteinander zu vergleichen, ist eine Altersstandardisierung notwendig, da unterschiedliche Regionen oder eine Region zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedene Alterszusammensetzungen der Bevölkerung aufweisen können. Bei der Berechnung wird die Europastandardbevölkerung verwendet. Der berechnete Wert drückt aus, wie hoch die Rate wäre, wenn die Bevölkerung die Altersstruktur der verwendeten Standardbevölkerung hätte. Relative Überlebensraten berechnet. werden ebenfalls als altersstandardisierte Raten Krebs gesamt Pro Jahr treten in Sachsen rund 26200 Krebsneuerkrankungen (C00-C97 ohne C44, inklusive D09.0 und D41.4) auf, davon 14700 bei Männern und 11500 bei Frauen. Die altersstandardisierte Rate bei Männern ist mit 444 je 100000 ungefähr 1,4-mal so hoch wie bei Frauen mit 309 je 100000. Die höheren Inzidenzen der Männer treten jedoch erst bei den über 55-Jährigen auf. Im Zeitvergleich sind die altersspezifischen Raten der über 60-jährigen Männer und der über 75-jährigen Frauen heute niedriger als vor 10 Jahren. Die Joinpoint-Analyse für den aktuellen Zeitraum 2005-2015 zeigt für die Männer keinen Trend von -0,5% jährlich, für Frauen keinen Trend. Die Mortalität sinkt aktuell mit -0,7% bei Männern und mit -0,9% bei Frauen. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist bei Frauen in Sachsen die Mortalität niedriger und die Inzidenz leicht niedriger. Bei den Männern liegen Inzidenz und Mortalität auf gleicher Höhe mit dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die relativen 5- beziehungsweise 10-Jahre-Überlebensraten liegen aktuell (Periode 2011-2015) für Männer bei 58% beziehungsweise 54% und für Frauen bei 64% beziehungsweise 59%. Darm Mit jährlich rund 1900 Neuerkrankungen bei Männern und rund 1440 bei Frauen gehört Darmkrebs bei beiden Geschlechtern zu den drei häufigsten Lokalisationen. Die altersstandardisierte Rate ist mit 55 je 100000 bei Männern um 74% höher als bei Frauen mit 32 je 100000. Für den Zeitraum 2005-2015 ist ein sinkender Trend zu sehen um durchschnittlich jährlich -1,9% bei Männern und -2,1% bei Frauen. Ähnlich verhält sich die Mortalitätsrate. Sie sinkt seit Mitte der 1990er Jahre. Der aktuelle Zehnjahrestrend liegt für Männer bei -1,8% und für Frauen bei -2,7%. Im innerdeutschen Vergleich liegen die Männer Sachsens bei der Inzidenz gleich hoch wie der Bundesdurchschnitt, wohingegen die Mortalität leicht erhöht ist. Bei den Frauen ist die Inzidenz leicht unterhalb des Bundesdurchschnitts, die Mortalität gleich hoch. Die 10-Jahre-Überlebens-rate ist bei Frauen mit 60% höher als bei Männern mit 57%. Insbesondere bei einer Diagnose im Stadium UICC 1 haben Frauen mit 93% gegenüber Männern mit 87% eine bessere Überlebensrate. Die 5-JahreÜberlebensraten unterscheiden sich nicht signifikant. Sie beträgt bei Männern 63% und bei Frauen 65%. Lunge Lungenkrebs ist bei Männern mit 21% die häufigste und bei Frauen mit 10% die dritthäufigste Krebstodesursache. Jährlich erkranken rund 1790 Männer und rund 680 Frauen neu an Lungenkrebs. Die Trends bei den Männern sind rückläufig. Die Mortalität sank von 2005-2015 mit jährlich -1,8% und die Inzidenz mit jährlich -1,6%. Die Raten bei Frauen hingegen weisen einen steigenden Trend auf. Die Inzidenz stieg um +2,5% pro Jahr und die Mortalität um +2,6%. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt liegen Inzidenz und Mortalität in Sachsen bei Männern etwa gleich hoch beziehungsweise leicht unterhalb des Bundesdurchschnitts und bei Frauen deutlich unterhalb. Lungenkrebs ist mit einer relativen 5-Jahre-Überlebensrate von 16% bei Männern und 24% bei Frauen nach wie vor eine Lokalisation mit sehr schlechter Prognose. Nur im Stadium UICC 1 überleben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zumindest 62% der Männer und 77% der Frauen die ersten 5 Jahre nach der Diagnose. Leider werden nur 13% der Männer und 17% der betroffenen Frauen in diesem prognostisch günstigen Stadium diagnostiziert. Weibliche Brust Brustkrebs ist seit 1970 die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 27% aller Krebsdiagnosen der Frauen in Sachsen betreffen die Brust. Das sind rund 3150 Fälle im Jahr. Die Trendanalyse für den Zeitraum 2005-2015 weist keinen eindeutigen Trend für die Inzidenz aus. Bei der Mortalität ist ebenfalls kein Trend zu beobachten. Die Brustkrebsinzidenz und -mortalität der sächsischen Frauen liegen aktuell rund 12% unterhalb beziehungsweise 20% unterhalb des Bundesdurchschnitts. Die relative 5-Jahre-Überlebensrate liegt bei 86%, die relative 10-JahreÜberlebensrate bei 81%. Im UICC-Stadium 1 diagnostizierte Patientinnen überleben die ersten 5 und auch 10 Jahre ungefähr so gut wie die nichterkrankte Allgemeinbevölkerung. Das betrifft 36% beziehungsweise zusammen mit den in situ-Fällen 46% der Patientinnen. Prostata Prostatakrebs ist mit rund 3200 Fällen im Jahr die häufigste Tumorlokalisation bei Männern und liegt mit jährlich rund 730 Verstorbenen auf Platz drei der Krebstodesfälle. Die altersstandardisierte Inzidenz liegt bei 90 je 100000, die Mortalität bei 18 je 100000. Vor dem 50sten Lebensjahr ist Prostatakrebs eher selten. Die Inzidenzrate, die in Sachsen bis 2007 anstieg, zeigt im aktuellen Zeitraum keinen Trend. Der starke Anstieg von Mitte der 1990er Jahre bis 2007 war unter anderem auf den verbreiteten Einsatz des PSA-Tests zurückzuführen. Der aktuelle Mortalitätstrend (2005-2015) ist ebenfalls konstant. Nachdem sich die Mortalität in Sachsen dem Bundesdurchschnitt immer mehr angenähert hat, gibt es seit 2006 kaum noch Unterschiede. Für die Inzidenzkurven gilt gleiches. Mit einer relativen 5-Jahre-Überlebensrate von 91% und einer 10-JahreÜberlebensrate von 89% hat Prostatakrebs insgesamt eine äußerst gute Prognose. In den UICC-Stadien 1 bis 3 sind die 5-Jahre-Überlebensraten sogar besser als die der altersgleichen Allgemeinbevölkerung. Vollzähligkeit der Registrierung Nach internationalen Standards sollten mindestens 90% der im Erfassungsgebiet aufgetretenen Tumoren registriert sein, um wissenschaftlich fundierte Aussagen treffen zu können. Das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut stellt den epidemiologischen Krebsregistern jährlich die zu erwartende Zahl an Krebsfällen zur Verfügung. Dabei fasst das Zentrum für Krebsregisterdaten sämtliche Tumorarten in 17 Gruppen zusammen. Im Berichtszeitraum 2014-2015 weisen in Sachsen 11 Tumorarten/-gruppen eine Vollzähligkeit von 90% oder höher auf, darunter drei der in diesem Bericht in Einzelkapiteln ausgewerteten Lokalisationen (Lunge, Brustdrüse, Prostata). Die Vollzähligkeit von Darm wird auf 89% und von Krebs insgesamt ohne sonstige Haut auf 93% geschätzt.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.