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Periodical volume Nr. 28, 02.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

drucken" und die ev. Aufgabe des Akkords, falls sich der 
Betrieb bei fehlerhafter Berechnung als unrentabel er- 
wies, find hier zu nennen, während die von den Arbeit 
nehmern früher geäußerte Klage, Akkordlohn fei „Mord- 
lohn", er untergrabe/die Gesundhett der Arbeiter, durch 
die gesetzliche Einführung beZ Achtstundentages gegenstands 
los geworden ist. DieMißstände können vertnieLrn werden, 
wenn für die Handhabung des Akkorbsystems die nachfol 
genden Grundsätze beobachtet werden: a) die Akkorde 
müssen vor Beginn der Arbeit festgesetzt und zur Kenntnis 
der Arbeiter gebracht werden, b) die Akkorde sollen in 
größeren Betrieben nicht mehr von den Meistern aufge 
teilt werden, sondern von besonders möglichst in Fach- 
chulen vorgebildeten Mkordkalkulatoren. c) Der einmal 
verabredete Akkord muß unter allen Umständen durchge 
hallen werden, auch wenn sich die Arbeit dadurch für oen 
Unternehmer unrentabel gestaltet. Für Arbeitnehmer, deren 
Tätigkeit sich der Akkordlöhnung entzieht, muß anstelle 
des Akkordes ein vereinigtes Zeitlohn- und Prämien- 
system den nötigen Ansporn zur intensiven Arbeitsleistung 
bieten. Hier., kommen kaufmännische Angestellte aller Art 
und Hiljskräfte, die nur unmittelbar produktiv tätig sind. 
(Reinigungsarbeiter, Heizer usw.) in Frage. Eine Ge 
winnbeteiligung der Arbeitnehmer am Ertrage, ist 
in größerem Umfange bei der heutigen wirtschaftlichen 
Lage sticht möglich, da Gewinne entweder garnicht ver 
teilt werden, könnten oder nur gering und deshalb ein 
flußlos ..sein würden. 
o Das Eiserne Kreuz 2. Kl. am weiß-schwarzen Barche 
ist dem Rentmeister Dietrich, Wielcnrdstr. 33, bei der 
L and esv er sich ernngs an statt Brandenburg verliehen worden. 
o Gefangenenerleüuisse. Major Hans Weberstädt, Ber 
lin-Friedenau, Stubenrauchstr. 9, Schriftleiter beim „Dtsch. 
Offizier-Bl", beabsichtigt, von zwei Kriegsbeschädigten eine 
Sammlung von Schilderungen aus der Gefangenschaft 
bearbeiten zu lassen und in Buchform herauszugeben. Er 
Littet-.die aus der Gefangenschaft heimkehrenden Mann- 
schäften, Unteroffiziere und Offiziere, ihm kurze Schilde 
rungen über besonders packende Erlebnisse, möglichst unter 
Nennung der Namen der Beteiligten, einzusenden. 
ö Der preußische Mfietcrtag, zu Leni gestern rund 
1ü0 Abgeordnete.preußischer Metervereine in Haverlands 
Festsälen zusammentraten, wurde mit Ausführungen des 
VerbändssyndikUs Dr. Me her über die Höchstmiete-Ver- 
ordnung eröffnet. Mit 15 bis 29 v. H. Aufschlag auf 
die Friedensmieten sei auszukommen. Nicht unberechtigt 
sei eine Wohnungsstencr für große Wohnungen, die nur 
von wenigen Personen bewohnt werden. Ueber die dänischen 
Mieterschutzverordnnngen berichtete Dr. Nielsen-Kopen 
hagen. Dort sei das System der Meteinigungsämter 
ausgebaut und jede Provinz habe ihr Obermietsamt. 
In England sei man noch schärfer in dem Schutze der 
Mieter vorgegangen. Bis 6 Monate nach Friedensschluß 
dürfen. in England überhaupt keine Metssteigerungjen 
stattfinden. In der am Schluß der Aussprache angenomme 
nen Entschließung wird u. a. die strikte Durchsetzung der 
Hvchsigrenzenvcrordnung für Meten gefordert und ver 
langt, daß die gemeingefährlichen' Grundstücksschiebungen 
verhindert werden. Es soll deshalb ein gesetzlich über 
tragbares Vorkaufsrecht für die Gemeinden zu dem Preise 
der Selbstschätzung zum Wehrbeitrag 1913 zuzüglich nach 
weisbare Kosten für Verbesserungen und der Zwang zur 
Genehmigung jeden Grundstückverkaufes durch Staat und 
Gemeinde eingeführt werden. In einer zweiten Ent 
schließung fordert die Meterschaft mindestens 5 Sitze im 
Rcichswirtschaftsrat. 
o Max Hofpauer, der Münchener Vortragsmeister, 
erschien am 30. Januar im 11. Knnstgcmeindcabcnd im 
Steglitzer Lyzeum. Ernst — Humor — Satire kündete 
der Vortragszettel an und die Dichtcrnamen, die er ver 
zeichnete, bürgten dafür, daß diese Ankündigung berech 
tigt war. Die Hauptsache bleibt aber immer die Aus 
führung. Und da war es Max H o sp aner, der alle 
Erwartungen voll erfüllte, ja übertraf. Er ist ein Meister 
der Dialektik und der feinen Geste. Seine Gebärden, sein 
Mienenspiel besagen das, was der Dichter nicht in Worte 
kleidet; die mundartliche Aussprache, der Wechsel iu der 
Tonfärbung macht ihm keine Beschwerde und so genießen 
wir bei ihm die Werke iu ihrer plastischen Schönheit und 
in der Natürlichkeit der Sprache. Im ersten Teil waren 
es ernste.Gedichte, von denen besonders Peter Roseggers 
„Der Orgler von St. Thomas" und „Der Weichensteller" 
von Frhr. v. Berlepsch tiefen Eindruck machten. Fremd 
wörtelei von Ostini war eine bissige Satire. Ant besten 
aber gefielen des Meisters humoristische Gaben. ES lvurde 
wohl nie so herzhaft und schallend in diesem Saale gelacht 
als am Freitag. Ob er Caruso von Karlchen, Im Schlaf 
wagen .von Paul Schüler, Der Sachverständige von 
Roda-Roda, Am Telefon von Presber oder anderes sprach, 
immer. wiederholten sich die Lachsalven, und laute Bei 
fallsstürme brausten durch den Saal nach seinem Vor 
trag ftnd zum Schluß seiner Darbietungen. Ms. 
o Gesellige Kaffcczusammentstnft. An, Donnerstag, 
den 22. d. Mts. veranstaltete die in weiten Kreisen un 
seres Ortes bekannte Konzertsängerin Frau Margarete 
Henke.zum 3. Male eine gesellige Kaffeezusammeukunft 
mit künstlerischen Beiträgen. Wir hörten einen jugend 
lichen Klavierspieler Wolfgang Rupc, der mit anerken 
nenswerter Geschicklichkeit Schumanns „Aufschwung" und 
eine Grieg'sche Sonate zum Vortrag brachte. Frau Mar 
garete .Henke führte uns zu einigen köstlichen, kleinen 
Tonstüüen der allen.. Meister Mozart und Haydn. Der 
Bortrag des. Mendelssohn'schen „Auf Flügeln des Ge 
sanges" erntete allgemein reichen Beifall. Frl. Wanda 
Taube, begleitet von ihrer Schwester Magdalcne, spielte 
auf der Geige zwei Tänze von Vazzini und Anton Reh. 
seid und. zeigte dabei eine gute Bogentechnik. Zum 1. 
Male hatten wir dann Gelegenheit, an diesem Rachmirtag 
eine Lriedenauer Bürgerin, die schon. verschiedentüch in 
der Singakademie und der Hochschule für Musik ausge- 
tteten ist, Frau Lotti Neve-Menz, kennen zu lernen, 
eine Vortragskünstlerin, die unter starkem Beifall des 
Publikums vornehmlich heitere Dichtungen von Goethe, 
Facharzt 'für Haut-, Harri - 
«. Geschlechtskrankheiten. 
Menst., Dann., Tonn. 4—-C 
Uhr. 
Rheinstr. 24. ' 
MlMMzM 
- '.Zahnarzt Wjttuer, v 
u? Kaiser-AP^83 ' 
Kaufutt Unterricht 
BMerrev, B.t r e m p e I» 
Schipalbacherjlr 7 Mfalzbg. 
ffm , «chrWerlehr, Schön- 
schrtst, Kurzschrift* (Stolze* 
Höhensonne. 
Fontane, Storm uirü Groth zu Gehör brachte. Drr Vor 
trag zeugte von guter Sprachtechnik und einer starken 
individuellen Gestaltungskraft. Vi, Veranstaltung war 
verhältnismäßig gut besucht, und »S wurde vielfach der 
Wunsch laut, eine weitere bald folgen zu lassen. 
o Gemeinnützige Baugenossenschaft der westlichen Der. 
liner Vorsrtt. ' (Geschäft-Bttu-Steglitz, Humboldt 
sttaße 2)."'Ist. der Mon'ütMrsammlung am 29. Januar 
erstattete der Vorsitzende,'Here Syndikus Dr. F. I. Pf ei 
f e r, den Tätigkeitsberichts dem zu entnehmen ist, daß nach 
mannigfachen Vorbereitungen und Verhandlungen mit 
allen in Frage kommenden Behörden demnächst auch die 
eigentliche Tätigkeit der Genossenschaft, nämlich das Bauen, 
begonnen werden kann. Eine größere Anzahl von Bau 
parzellen ist bereits von den Mitgliedern übernommen und 
die ersten Bauprojekte sind den zuständigen Stellen zur 
Genehmigung bezw. zur Gewährung der Uebcrteuerungs- 
zuschüsse eingerecht. Die verkauften Parzellen werden zur 
Zeit mit dem vorschriftsmäßigen Drahtzaun umgeben und 
mit Obstbäumen bepflanzt. Auch die Finanzierung der 
Siedlungsbauten ist nach Rücksprache mit den zuständigen 
Organisationen gesichert. Im Anschluß an diesen Bericht 
hielt Herr Ingenieur Bo fing einen interessanten Vor- 
ttag über Luftheizungsanlagen, dem zu entnehmen ist, 
daß für die Stahnsdorfer Siedlung derartige Anlagen 
unbedingt zu empfehlen sind, weil sie gegenüber atten 
anderen Heizsystemen große Vorzüge besitzen, die sich vor 
allem an einer rattonellen Verteilung und Umschaltung 
der Wärme auf diejenigen Räume, die jeweils benutzt !vr:° 
den, zeigen. 
o Vortrag. Am 3. Februar, abends 8 Uhr, hält im 
Hohenzollernsaal. Handjcrystr., Hauptschriftleiter B e r g e l 
einen Vortrag über: „Valutasorgen und Putschtaktit". Wir 
können unseren Lesern nur dringend empfehlen, den Dor 
ttag zu besuchen. 
o Zu dcnr^Enchruch im Hause Rheinstr. 9, über den 
wir, in der Sonntagnummer berichteten, erhalten wir 
von dem Leiter der Einwohnerwehr und dem Geschäfts 
führer der Ortskrankenkasse die folgende Darstellung des 
Tatbestandes: Die Wehr wurde von Herrn Zahnarzt Ncu- 
baur, der das Klopfen im Hause horte, telephonisch her 
beigerufen. -Gleichzeitig rief Herr Neubaur auch den Ge 
schäftsführer der Ortskrankcnkasse, Herrn BreweS, nachts 
%2 Uhr durch Fernsprecher an und bat diesen, mit den 
erforderlichen Schlüsseln zu kommen, um so den Zutritt 
zu den Kassenräumen zu ermöglichen. Als Herr BreweS 
nach knapp 10 Mnutcu zur'Stelle war, hatte die Wehr 
bereits alle Ausgänge des Hauses besetzt und der Gruppen 
führer gab die erforderlichen Anweisungen. Hierauf nahm 
der Gruppenführer selbst mit zwei weiteren Wehrmännern 
und Herrn Brewes die Durchsuchung sämtlicher Büro- 
räume der Zahnklinik und der im Erdgeschoß gelegenen 
Badeanstalt vor. Weil diese durchaus gewissenhaftt Durch 
suchung keinerlei Verdachtsmomente zu Tage förderte, an 
dererseits aber auch nach den Angaben des Herrn Nenbaur 
nur die Räume der Ortskrankenkasse als Tatort in Frage 
kamen, kam selbstverständlich keiner der Teilnehmer auf 
den Gedanken, den.Keller des Vorderhauses zu durchsuchen 
und zuvor umsomehr, als dieser nach den eigenen Wahr 
nehmungen aller Beteiligten verschlossen war. Davon, daß 
niemand es gewagt hätte, in den 'Keller einzudringen, 
könne keine Rede sein. Erft dcS morgens nach 8 Uhr 
entdeckte der Hauswart (nicht Herr Buchycimer) gelegentlich 
einer Verrichtung im Keller, daß Einbrecher ein etwa 
30 Zentimeter großes Loch in eine Wand gestemmt hatten, 
die zu den Räumen deS Herrn Buchheimer führt. Wenn 
nun auch bedauerlicher Weise die Einbrecher nicht er 
griffen wurden, so steht doch das eine fest, daß durch das 
Erscheinen der Wehr ein Einbruch in das Echoll'sche Geschäft 
verhindert wurde. — Wir haben diesen Erklärungen unit 
Aufklärungen gern Raum gegeben und bemerken, daß cs 
uns natürlich vollständig fern liegt, die Männer, die in 
uneigennütziger Weise sich für die Sicherheit Friedenaus 
aufopfern und die dafür ihr Leben einsetzen, irgendwie zu 
kränken. Wir empfehlen aber der Leitung der Wehr, in 
zukünftigen Fallen uns selbst umgehend Mttcilung zu 
machen. 
o Als gefunden ist der Fundstelle im Rathaufe ge 
meldet: Schlüssel und Kinderschuhe, und als zugelaufen 
2 Schäferhunde. 
V ereitts-Dacbridtfen 
)( Orchester-Vereinigung des Westens (lO Mitgl.) Ucbungs- 
abende jeden Dienstag Vs8—Vs 10 Uhr im Saal Rheinstraße U4. 
Musikfreunde willkommen. 
)( Deutsch-Nationaler-Jugcndburid. Der Vortrag der 
Geschichtsgruppe von Herrn Tr. Oestreich, welcher morgen stattfinden 
sollte, wird verschoben. Die Mitgliederversammlung, welche am 
Mittwoch, den b. Februar stattfinden sollte, wird desgleichen ver 
schoben. Näheres wird noch bekannt gegeben. 
)( „Friedenancr Gesangverein für gemischten Chor". (Chor- 
meister: Gesanglehrer Walter Schmidt). Dir nächste Uebungs 
stunde findet ausnahmsweise am Donnerstag, den ü. Februar von. 
8—10 Uhr im Gesangsaal des Luisen-Lyzeums statt. 
X Der Vaterländische Frauenvcrein Friedenau har sich dem 
Z!§ Mitglieder der MUurWer-Wehr werde» Darauf 
tzingMiese», vatz am Msrttag, Leu S. Februar 1880, 
Ms erste MturrMelL 
der Anmoljrier-Weyr Ireftramm« Walen, Mdegaröstrrltze, 
VlinktlM um 8Mr atzends MWdet. 
SJiüSüeüer mit ihren Angehörigen unk? Mannten sind 
irerMst eiHQCIaöen! 
Ausgezeichnere- Programm! ANmerlirngerGiemelu 
Pianift Hans Böhm. —KsuMelle de; 3. Bezirkes. 
0BP“ Soll! "YW 
f Eintritt 2 M. Karten m durch Mitglieder auf der 
f mse im Rathause zu jeder Tageszeit zu beziehe». 
schen Lyzeumtlub, Lützoivplatz 8 stattfindenden Vortrags- und Dis- 
kussisnSabendm ein. ... ar j,' 
)( Verein der Beamten und Lehrer t. N. Am Mrtwoch 
den 4. Februar nachmittag 4 Uhr, findet im früheren Herrenhause, 
An 
Für beide Versammlungen erbitten wir recht zahlreiche Beteiligung. 
Der Vorsitzende: Lehrer a. D. Rudolf Dickmann, Bln.-WilmerS- 
dorf, Lauenburgerstr. 20 
Berlin rmä Vororte 
J A Steglitz tötn Lankwitz haben. Die Steglitzer Ge- 
»ederttetung beschäfttgie sich mit einem Dringlichkcits- 
anttage der Demokratischen Fraktion, bei der Regierung 
dahin vorstellig zu werden, daß die Gemeinde Lankwitz 
dem Bezirk Steglitz-Lichterselde zugeteilt wird. Gemeinde 
vertreter Frenz (Dem.) wies daraufhin, daß die Gemeinde 
vertretung sich bereits für den Anschluß der Gemeind« 
Lankwitz ausgesprochen, aber Bürgermeister Bnhrow nach 
Zeitungsnottzen sich in der beim Minister stattgesundcnen 
Konferenz nicht warm genug für den Anschluß eingesetzt 
habe. Auch die Bevölkerung von Lankwitz habe sich für eine 
Zusammenlegung ausgesprochen. Gcmcindcverordn. Schulz 
schloß sich den Ausführungen an und wies darauf hin, 
daß eine in Lankwitz herumgereichte Petition mehr als 
4000 Unterschriften ergeben habe. DcbatteloZ wurde dem 
Antrage zugestimmt. 
§o „Die Schätze des Meeres" lautet das Thema des 
mit zahlreichen Lichtbildern ausgestatteten Vortrages, den 
Herr Pros. Dr. Ludwig Brühl am Mittwoch, den 4. Fe 
bruar 'ün großen Hörsaal der Treptow-Steritwarte hält. 
Bei klarem Wetter wird abend der Mond mit seinen Kratern 
beobachtet. Kleinere Fernrohre stehen zur Beobachtung 
beliebiger Objekte kostenlos zu» Verfügung. 
§o Eine gestörte Kommunistenvcrsammlung. Gestern 
vormittag zwischen 9 und 10 Uhr ist, wie wir erfahren, 
eine im 'Parkschloß Jungfcrnheide tagende Versammlung 
von etwa 100 bis 130 Mitgliedern der „Kommunistischen 
Partei Deutschlands" aufgehoben worden. Die Mitglieder 
sind auf Lastkraftwagen nach dem Polizeipräsidium gc- 
brack't worden. 
axis 
kaissr-Ane« Ü4£. 
Ffi? 
10—5. 
Pla^enloser Zahnersatz 
Beraubn. Schriftleiter: 
Her nt. 
MartiniuS in Friedenau. 
Vcklnmtmachung. 
In der Woche vom 2.-8. Februar gibt cs aus 10 
Absmniltc der RcichSfleischkarie Nr. 6 250 Gramm Riudcr- 
gcfrierflcisch mit cingewachscnen Knochen zum Preise von 
3,10 M oder 200 Gr. ausgewog. amcrik. Bnchsenfleisch 
(Corned-Beef) zum Preise vpn 2,44 M. Der Verlauf be 
ginnt in dieser Woche am Mitttvoch. Berlin-Friedenau, 
den 2. Februar 1920. Der Gcmeindcvorstaud. I. V.: 
Friede!. 
Verordnung über Milch-Höchstpreise. 
Aus Grund -es H 8 der Verordnung des Herrn Staats- 
sekrctärs des Reickiscrnährungsamts vom 3. November 
1917 über die Bewirtschaftung von Milch und den Verkehr 
mit Milch (Reichsgesetzblatt Seite 1005 
den 
wird tur 
Bezirk der Fettstelle Groß-Berlin bestimmt: § 1. 
Kleinhandel (Abgabe unmittelbar an den Verbraucher) darf 
der Preis für i Liter Vollmilch 2,00 Mark nicht 
überschreiten. Der Preis versteht sich für die Abgabe ab 
Luden, Wagen oder Kuhstall. Für das Znttagen ins 
Haus darf ein Aufschlag von 4 Pfennig für das Liter, 
für den Verkauf in Flaschen, wenn die Flaschen ver 
schlossen sind und der Verschluß den Nanien des Milch- 
bändlers ausweist, ein Aufschlag von 6 Pfennig für das 
Liter genommen werden, tz 2. Im Großhandel (Abgabe 
an den Kleinhändler '(frei Laden) darf der Preis für 
Liter Vollmilch 1,85 Mark nicht übersteigen. § 3. Für 
Teile von Litern gelten diese Preise entsprechend mit der 
Maßgabe, daß Bruchteile von Pfennigen als volle Pfennige 
gerechnet werden, st- 4. Soweit die Milcki in den Bezirk 
der Fcttstclle Groß-Berlin zu geringeren Preisen gelangt, 
als die Höchstpreise in den Anordnungen dcS Vorsitzenden 
der Staatlichen Bertcilungsstelle für Groß-Berlin betref 
fend .Milchhöchstpreise vom 28. Januar 1920 betragen, 
ist die Differenz an die Fettstelle Groß-Berlin (M^lch) 
abzuführen. Die Differenz wird berechnet nach den Preisen, 
die sich für die Milch frei Bahnhof oder sonstige,Bc- 
sttmmungsstelle innerhalb der Fettstelle Groß-Berlin er 
geben, st 5. Die Fettstelle < -roß-Berlin (Milch) trifft die 
näheren Anordnungen zur Durchführung dieser 'Verord 
nung. Sie ist berechtigt, im einzelnen Fall, insbesondere 
für Kinder- und Kurmilch, Abweichungen zu bestimmen. 
8 6. Wer gegen diese Verordnung oder gegen die auf 
Grund der Verordnung gettosfenen Bestimmungen oder 
Anordnungen verstößt, wird gemäß der Verordnung 
des Staatssekretärs des Reichsernährungsamts vom 3. No 
vember 1017 über die Bewirtschaftung von Milch und 
den Verkehr mit Milch mit Gefäygnis bis zu einem 
Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10 009 Mark oder mit 
einer dieser Strafen bestraft. § 7. Diese Verordnung tritt 
am 2. Februar 1020 in Kraft. Die Verordnung über 
Milckrhöchftpreisc vom 5. November 1919 tritt ruft diesem 
Tage außer Kraft. Berlin, den 30. Januar 1920. Fett- 
stelle Groß-Berlin (Milch). Veröffentlicht. Berlin-Frie 
denau, den 2. Februar 1920. Der Gemeindevorstand 
I. V.: Friede!. 
»SVK4miz-C.:im 
MW)..? 
|»elU!ißsniFflsf. 
bnb gesunder,!!! Näh: 
„Voftlagttkatts: 2!8“ 
' o. w. i Frlttrnau. * 
Deg. Mnftrü» ong ». L M 
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8» ^ A ^ 6) ö ü 1 f 111, Kürfchnermeister, 
Steglitz, Friedrichsruherstt. 4. link. Aufg. 3 Tr.
        
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