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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

VEKUNNMtrlyMtg. 
Auslau döeier für Kranke gibt c* am Mon 
tag, den 2. und Dienstag, den 3. Februar gegen Bezugs^ 
schein beim Eierhändler Neumann, Hertelstr. 3. Diejeni 
gen Kranken, die keine Eierbezugsscheine besitzen, können 
solche in Zimmer 28a deS Rachauses beantragen. Ern- 
Ei kostet 1,60 M.- Berlin-Friedenau, den 30- Januar 
1920. Der Gemeindevorstand. I. V.: Friede!. 
Bekarrcktmachung. 
In der Woche vom 2.-8. Februar gibt eS auf die 
Abschnitte 6a und b der Kartoffelkarte 2 Pfd. Kartoffeln. 
An Stelle der fehlenden 'Kartoffeln werden verabfolgt: 
a) 2 Pfund Kohlrüben auf die Abschnitte c—d der Kar- 
tofselkarte. 
d) 4M Gramm Kartoffelmehl auf die Mschnitte e--g 
der Kartoffelkarte. 
Die Krhlrüben. können in den Gemcindeverkaufsstellen 
Niedstraße und Rheingausttaße entnommen werden. Die 
Nährmittel werden an die Haushalte mit nachstehenden 
Nummern der Berlin-Friedeauer Ausweiskarte in fol 
genden Geschäften ausgegeben: 
Nr. 1— 10M bei Karl Richard Schinidt, Rheinstt. 19 
10M— 2 OM bei Tengelmann, Lauterstraße 18 
2 Ml— 3000 bei Böhm, Saarstraße 7 
3 Ml— 4 OM bei Hüttmann, Rheinstraße 20 
4 001— ö 000 bei Wiedehöft, Handjerystraße 65 
5 Ml— 6000 bei Heckmann, Handjerystraße 86 
6 Ml— 7 000 bei Feldbinder, Evastraße 1 
7 Ml— 8 OM bei Zinn, Südwestkorso 5 
8 Ml— 9 OM bei Sy, Stubenrauchstraße 23 
9 Ml—10 OM bei Schäfer, .Wiesbadenerstraßc 83 
10 Ml—11000 bei Nold, Wilhelmshöherstraße 1 
11 Ml—12 OM bei H. Schulz, Kaiserallee 78 
12 001—13000 bei Willnow, Bornstraße 4 
13 Ml—14 000 bei Richter, Südwestkorso 11a 
14 Ml—Schluß bei Schuster, Rheinganstraße 4. 
Berlin-Friedenau, den 30. Januar 1920. 
Der Gemeindevorstand. I. B. Friede!. 
Bekanntmachung 
über die Festsetzung von Richtpreisen für den Großhandel 
mit Wild. Vom 6. Januar 1920. Auf Grund des § 1 
der Verordnung über die Regelung der Wildprcisc vom 
20. Dezember 1919 (RGBl. S. 2131) wird bestimmt: 
I. Für den Großhandel mit Wild werden folgende Richt 
preise festgesetzt: I. bei Rehwild je 0,3 Kilogramm 4,50 
Mark, 2. bei Rot-, Dam- und Schwarzwild je 0,5 Kilo 
gramm 4 M., 3. bei Hasen je Stück 24 M., 4. bei wilden 
Kaninchen je Stück 0 M., 5. bei Fasanen: a) Hähne je 
Stück 14 M.. b) Hennen je Stück 10 M. Die Preise ver 
stehen sich vorbehaltlich einer etwaigen anderweitcn Fest 
setzung durch die Reichssleischstelle gemäß § 3 der Ver 
ordnung über die Regelung der Wildpreisc einschließlich 
Decke oder Balg. II. Diese Bekanntmachung tritt mit 
dem Tage der Verküirdung in Kraft. Berlin, den 6. Jan. 
1920. Der Reichswirtschaftsminister. Veröffentlicht: 
Berlin, den 15. Januar 1920. Der Vorsitzende deS Krers- 
ausschusses des Kreises Teltow, v. Achenbach. K. L. 
F. Ila. 88. Veröffentlicht: Bln.-Friedcnau, den 22. Jan. 
1920. Der Gemcindevorstand. I. V.: Friedet. 
Verordnung 
betr. Zucker höchst preise im Kleinhandel. 
Auf Grund der Verordnung über den Verkehr mit Zucker 
vom 17. Oktober 1917 (RGBl-- S. 914) in der Fassung 
der Verordnung vom 30. September 1918 (RGBl. S. 1217) 
und vom 14. Oktober 1919 (RGBl. S. 1789) und der dazu 
erlassenen Ausführungsbestimmungen vom 14. Oktober 
1919 wird hiermit, für den Gemeindebezirk Bln.-Fricdenau 
folgendes bestimmt: § 1. Im Kleinhandel darf der Preis 
für 1 Pfund für Melis oder gem. Kristallzucker 1,40 M., 
für gem. Raffinade, Würfelzucker, Brotzucker 1,44 M. nicht 
übersteigen. Hiernach dars höchstens gefordert und gezahlt 
werden: bei einem Pfundpreise von 1,40 M. für 375 Gr. 
1,05 M., für 750 Gr. 2,10 M.z bei einem Pfundpreise von 
1,44 M. für 375 Gr. 1,08 M. für 750 Gr. 2,16 M. Ein 
Zuschlag für Verpackung darf nichl berechnet werden. § 2. 
Als Kleinhandel im Sinne dieser Verordnung gilt der Ver 
kauf unmittelbar an den Verbraucher in der in offenen 
Läden üblichen Art. § 3. Wer dieser Verordnung zu 
widerhandelt, wird gemäß § 6 des Gesetzes betr-. Höchst 
preise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekannt 
„Hauptmann von Born hielt diese Gelegenheit für 
geeignet, sich Ihrer Fümilie und dem Oberst von Leppel 
zu nähern, denn er folgte dem Sarge, machte dann 
mehrere zunächst vergebliche Besuche auf Schloß Elchkamp 
und setzte es, als dort eine Expedition zu Ihrer Befreiung 
organisiert wurde. . . ." 
»Ist das wirklich geschehen?" rief Werner überrascht. 
„Jawohl, sie ist schon seit mehr als vierzehn Tagen 
unterwegs. Aber hören Sie weiter: Er hat "cs durchge 
setzt, daß er sich dieser Expedition anschließen durste I" 
„Unmöglich!" rief Werner überrascht. 
„Aber dennoch wahr! Die Expedition besteht aus 
Oberst von Leppel. . . 
„Er selbst kommt?" 
»Es sein Sohn. Ihr Sohn, seine Tochter, 
Ihre Tochter, der 5)auptmann und zehn Freiwillige, alle 
bis an die Zähne bewaffnet und vom Deutschen Reiche 
dem besonderen Schutze der persischen Regierung cmp. 
fohlen.". 
„Und das alles, denken Sie, soll ich Ihnen glauben?" 
„Sie werden es wohl müssen. Sehen Sie dies lange 
Telegramm, das gestern aus Trier in Shiraz für mich 
ankam." 
Er überreichte ihni das in deutscher Sprache abgefaßte 
Dokument. 
„Das stimmt allerdings," sagte Werner überrascht. 
„Aber aus welchem Grunde soll der Hauptmann Mötzlich 
so seinen Standpunit gewechselt haben?" 
„Weiß ich's? Bielleicht gibt Ihnen dieser Brief meines 
Gewährsmannes einen Anhalt. Hier heißt es zum Schluß: 
Man erzählt sich, daß Hauptinarin von Born Fräulein 
Alice auf Tod und Leben die Cour inacht, natürlich soweit 
es bei den obwaltenden Verhältnissen möglich ist, und 
man munkelt sogar von einer geheimen Verlobung." 
Werner sprang zornig auf. 
<• <. "® sls Lügen oder ganz gemeiner Klatsch. Ich 
stehe dafür, daß sic diesen Menschen von Grund ihrer 
Seele verachtet!" 
„Das mag, alles zutreffen, was Lch-Mrce vetrifft, ja 
ich glaube es.selbst. Iy bezug auf den Hauptmann aber 
habe ,ch guten Grund anders zu denken. Denn aus 
dlesem mir von ihm zugegangenen Telegramm geht, in 
Verbindung mit dem andern, klar hervor daß er mich 
machung vom 17. Dezember 1914 (RGBl. S. 516),in Ver 
bindung mit den Bekanntmachungen vom 31. Januar und 
»/September 1915 (RGBl. S.'S5. 603), vom 13. März 
1916 (RGBl. S. 183) und vom 22. März 1917 (RGBl. 
S. 253) mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geld 
strafe bis zu 10000 M. oder mit einer dieser Strafen be 
straft, auch kann die Schließung solcher. Betriebe ange 
ordnet werden-, deren Unternehmer oder Leiter sich in 
der Befolgung der ihnen durch diese Verordnung aufer 
legten Pflichten unzuverlässig erweisen. Bei Zuwider 
handlungen gegen Nr. 1 und 2 des § 6 des Gesetzes kann 
neben der Strafe angeordner werden, daß die Verurteilung 
auf Kosten des Schuldige» öffentlich bekannt zu machen ist. 
Auch kann neben Gefängnisstrafe auf Verlust der bürger 
lichen Ehrenrechte erkannt werden. § 4. Diese Verordnung 
tritt mit dem 1. Februar 1920 in Kraft. Zu gleicher Zeit 
verliert die Verordnung vom 31. 10. 19/3. 11. 19 ihre 
Gültigkeit. Berlin-Friedenau, den 30. Januar 1920 Der 
Gemeindevorstand. I. V.: Friede!. _____ 
Bekanntmachung. 
über Festsetzung von Kokspreiscn. 
Unter Aufhebung der durch die Bekanntmachung des 
Kohlenverbandes Groß-Berlin vom 3. Jan. 1920 — 
J.-Nr. L. 13/20 — festgesetzten Höchstpreise für Gaskoks 
wiü> auf Grund der Bekanntmachung des Bundesrats 
über Errichtung von Preisprüfungsstetlen und die Ver- 
sorgungsregelung vom 25. September/4. Nüvcmber 1915 
(Ncichsgesetzblatt S. 607 und 728) in Verbindung mit 
der Anordnung der Landeszentralbehörden über die Er 
richtung des Kohlenverbandes Groß-Berlin vom 2! Aug. 
1917 für die Stadtkreise Berlin, Charlottcnburg, Neu- 
taHu, Bcrlin-Schöneberg, Berlin-Lichtenberg. Berlin-Wil- 
mersdors, sowie die Landkreise Teltow und Mederbarnim 
mit Genehmigung der Staatlichen Verteilungsstclle für 
Groß- Berlin folgendes bestimmt: § 1- Preise für 
Kokslieferungen an das Kleingewerbe, sowie für Zentral- 
heizungs- und Warmwasserbcreitnngsanlagen in Fuhren 
nicht unter 30 Zen Wern. Es dürfen folgende Preise 
nicht überschritten werden: l. Westfälischer oder Lichten - 
bergcr Schmelzkoks M. 12,95 je Ztr., 2. Oberschlcsischer 
Schmelzkoks a) soweit die Lieferungen nach den: 1. und 
vor dem 15. Januar 1920 ausgeführt sind M. 11,60 je 
Ztr., b) soweit die Lieferungen nach dem 14. Januar 
1920 ausgeführt sind M. 13,30 je Ztr., 3. Niedcrschle- 
sischer Schmelzkoks M. 13,20. je Zentner. Die Preise 
gelten siir Lieferungen frei Keller. Sie ermäßigen 
sich soweit der Koks von dem auf den Hof des 
Grundstückes gefahrenen Wagen durch den Wagenführer 
ohne Mitwirkung anderer Arbeiter abgeworfen wird, um 
10 Pfg. je Zentner, soweit der Koks auf dem Straßendamm 
vor dem Grundstück des Verbrauchers abgeworfen wird, 
um 15 Pfg. je Zentner, bei Selbstabholung durch den Ver 
braucher um 55 Psg. je Zentner, bei Lieferung ganzer 
Waggonladungen ab Erzcugungsstelle im Gebiet des 
Kohlenverbandes sowie frei Waggon aller Bahnhöse im 
Gebiet des Kohlcnvcrbandes um 75 Pfg. je Ztr. § 2. Zu 
widerhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Bekannt 
machung unterliegen der Bestrafung gemäß § 17 Ziffer 2 
der Bekanntmachung des Bundesrats über die-Errichtung 
von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 
25. September und 4. November 1915. § 3. Die Preis 
festsetzungen des § 1 finden, soweit durch den Paragraphen 
selbst keine andere Regelung getroffen ist, auf alle seir dem 
1. Januar 1920 ausgeführten Kokslieferungen Anwen 
dung. Im übrigen tritt diese Bekanntmachung mit dem 
Tage der Veröffentlichung in Kraft. Berlin, den 2! Ja 
nuar 1920. Der Kohlenverband Groß-Berlin. Wcrmuth. 
Veröffentlicht. Bln.-Friedenau, d. 30. Jan. 1920. 'Der Ge 
meindevorstand. Kohlenkommission. 
Bekanntmach» ng. 
Anordnung über den Ver ka nf von Koin in n » a I. 
wäre n. 
Auf Grund der-Ziffer 5 der Neuen Richtlinien und Liefe 
rungsbedingungen der - Reichsbekleidnngsstelle zuin Bezüge von 
Textilwaren für die in Kleidungsnot befindliche Bevölkerung 
-Kommunalware) vom 19. Juli 1919 (vorstehend auszugsweise ver 
öffentlicht) wird für den Bereich des Kreises Teltow folgendes 
angeordnet: 
1. Als Kommunalwaren gelten alle vom Reichskleiderlager 
Nr. 12 Groß-Berlin, in Berlin C. 2, Rosenstr. 9/13, gelieferten 
Textilien (Stoffe und fertige Bekleidungsstücke), zu deren Be 
stellung ein „J.-Ankaujsschein" erforderlich ist. Als Kommu- 
oon hier forthabcn will und daß ich ihm hier Im Wege 
bin. Lesen L-ie selbst." 
Werner las die Depesche. Sie lautete: Sofort nach 
Brindisi zu einer Besprechung mit mir aufbrechen. Born. 
Werner blickte fragend zu Iennings hinüber, indem 
er sagte: „Wozu dies alles?" 
„Nun, da sind doch meines Erachtens überhaupt nur 
zwei Möglichkeiten. Entweder er will durch seine Teil 
nahme die Zwecke der Expedition fordern oder hinter 
treiben. Wäre letzteres der Fall, so wurde, er nicht 
daran denken, mich zu beseitigen. Offenbar will er also 
Ihre Befreiung bewirken und Ihnen die Vorlegung des 
Testamentes erleichtern. Da er aber den Inhalt des Testa 
mentes kennt, so wäre das ein Akt der Selbstentsagung, 
deren :ch ihn für ganz unfähig halte." 
Werner nickte beistimmend, während Iennings fort- 
fuhr: 
„Er hat also offenbar ein Mittel im Sinne, das dis 
Auffindung des Testamentes unbedenklich für ihn macht. 
Gibt es da ein einfacheres, als wenn er Ihr Schwiegersohn 
wird? Zwar belommt er dadurch nur die Hälfte des 
Raubes, aber das ist immerhin besser als nichts im Falle 
der Auffindung des Testamentes. Dann kommt aber noch 
ein anderer Umstand hinzu, der meines Erachtens den 
Ausschlag gegeben hat." 
Er atmete tie; auf. Dann sagte er in besonders ein 
dringlichem Tone: 
„Herr Werner, ich kenne den Hauptmann aus unserer 
kameradschaftliche:! Zeit von Eirund aus. Gewiß, Habaier 
ist eines seiner Hauptlaster. Aber »och des mehr "be 
herrscht ihn die Neigung für das schöne Gc'chlcwt. Ihr 
opfert er alles. Selbst Mädchen vom bedenklichsten Rufe 
konnten mit ihm machen, was sie wollten, wenn sie nur 
schön genug waren. Und nun denken Sie, Herr Werner 
tauchte plötzlich vor ihm Ihre Tochter, dieser unvcroleich.- 
liche Engel an Gute und Schönheit, auf. Da war mit 
einem Schlage allSs in ihtn verändert. Die Hoffnung 
diesen Edelstein gewinnen zu können, spornte ihn zu dev 
energischsten Schritten an. Auf der langen Reise-hoffte 
/ich Ihrer Tochter Neigung gewinnen zu können- und 
die Vcroienste, die er sich um Ihre Befreiung- erwerben 
wurde sollten alle anderen, nicht zum letzten auch Sie, 
dieser Verbindung geneigt machen." 
Nalwaren gelten außerdem die durch dcu Kommnnälverbaiid 
de« Kreises Teltow gelieferten Waren. — 2. Die Abgabe von 
Komnmnalwaven dars nur gegen Berechtigungsschein erfolgen. 
Ausnahmen sind nur mit Zustimmung des Kommunalverbandes 
zulässig. — 3. Berechtigungsscheine werden durch die OrtSbe. 
Hörde deS Wohnsitzes ausgestellt. Sic sind vom Kleinhändler zu 
rückzuweisen: a) wenn Dienststempel oder Unterschrift der OrtS- 
behörde fehlen; b) wenn sie in der Benennung des Inhabers oder 
der Bezeichnung des bewilligten Gegenstandes zu Zweifeln Anlaß 
geben; c) wenn an den Eintragungen irgendwelche -lenderungcn 
vorgenommen worden sind. Die Kleinhändler dü^.n Kommnnal- 
ware an Verbraucher nur gegen Berechtigungsscheine der Ortsbe 
hörde ihres Betriebssitzes abgeben. Die Berechtigungsscheine smd 
nicht übertragbar. — 4. The Kleinhändler sind verpflichtet, die 
Kommunalwaren von ihren übrigen Warenbeständen getrennt zu 
lagern — 5 An allen Waren sind vom Kleinhändler Stückzettel 
mit-der Ausschrift „Reichsbekleidnngsstelle (Kommunalware)" und 
ferner die Verkaufspreise in Zahlen deutlich erkennbar anzubringen 
und solange daran zu belasten, bis sie an den Verbraucher ver 
kauft werden. Für . Strümpfe besteht keine Verpflichtung, an 
jedem einzelnen Paare die Aufschrift anzubringen; jedoch müssen 
die vom Reichskleiderlager gelieferten Strümpfe abseits von 
anderen Strümpfen gehalten, durch sichtbare Aufschrift an der 
betreffenden Lagerstclle als, Kommunalware gekennzeichnet und 
mit Preistafeln für alle Größen versehen sein. Das gleiche gilt, 
wenn solche Strümpfe in den Fenstern ausgelegt werden. — 6. Die 
Gewerbetreibenden sind verpflichtet, den Bestand an Kommunal- 
wäre durch ein im Schaufenster oder an sonstiger von außen 
deutlich sichtbarer Stelle anzubringendes Plakat nach folgendem 
Muster bekanntzugeben: 
Kommunalware. 
Es stehen zur Zeit zum Verlauf: 
Anzüge zum Preise von ... M. bis ... M. 
Joppen zum Preise von ... M. bis ... M. 
7 Ueber den Zu- und Abgang von Kommunalwaren hat der 
Kleinhändler besonders Buch zu führen. — 8. Kommunalwaren 
dürfen nur zu den vorgeschriebenen Preisen und unmittelbar 
an die Verbraucher verkauft werden. — 9. Unmittelbar nach dem 
Verkauf hat der Verkäufer auf dem Berechtigungsschein an der 
vorgeschriebenen Stelle Gegenstand, Menge (Maß oder Anzahl 
end Preis der verkauften Ware, sowie auch den Tag des Ver 
kaufs zu vermerken und dies durch Unterschrift und Firmen 
stempel zu bescheinigen. Dieser Vermerk gilt zugleich als Ent 
wertung des Scheines. Eine weitere Entwertung ist zu unter 
lassen. — 10. Die eingelösten Berechtigungsscheine sind, nach 
Warcnorten geordnet, innerhalb der drcr ersten Tage eines jeden 
Monats an die zuständige Aussertigungsstelle (Ortsüehörde des 
Bctriebsbesitzes) gegen Empfangsbescheinigung abzuliefern. — 
11. Die Gewerbetreibenden haben den mit Ausweis verjeheneit 
Beauftragten des Krciskommunalverbandes und der Ortsbehörde 
während der Geschäftsstunden Eintritt in die Geschäfts- und Lager 
räume, sowie Einblick in die Rechnungen, Geschäftsbücher (Ziffer 
7), Berechtigungsscheine und Wlieferuiigsqnittnngen (Ziffer 10/ 
zu gewähren. Sie süid auch verpflichtet, auf Verlangen des 
Kommunalverbandes und der Ortsbehörde die vorgenannten Be 
weismittel den Beauftragten auszuhändigen und ihnen jede zweck 
dienliche 2lusknnjt zu erteilen. — 12. Im Falle der Ucbertretung 
vorstehender Bestimmungen erfolgt die zeitweilige oder dauernde 
Ausschließung der Zuwiderhandelnden von der Belieferung mit 
Kommunalwären. Berlin, den 24. Dezember 1919. Der Landrat 
deS Kreises Teltow, v. Achenbach. Zentralstelle der kommu 
nalen Arbeiterräte des Kreises Teltow. Kreske. G. M. II3764. — 
Veröffentlicht. Berlin-Friedenau, den 21. Januar 1920. Der 
Gemcindcvorstmtd. I. V.: Ott. » . 
Bekanntmachung. 
Betrifft Anmeldung zur Urn sa tz st cucr. 
Die unten auszugsweise abgedruckten §§ 15, 21 und 
25 des neuen Umsatzsteuergesetzes vom 24. Dezember 1919 
unterwerfen bestimmte Erwerbszweige einer erhöhten Um 
satzsteuer. Diese Steuerpflichtigen haben nach dein Gesetz 
im Monat Januar 1920 der zuständigen Tteuerstelle ihre 
steuerpflichtige Tätigkeit anzuzeigen. 
Da diese Anzeigen bisher nur vereinzelt bei uns cin- 
gegaugen sind, fordern wir auf Grund der Bestimmung des 
§ 30 deS Umsatzsteuergesetzes vorn 24. Dezember 1919 
diejenigen Personen, Firmen, Gesellschaften usw., die nach 
Vorstehendem vom 1. Januar 1020 ab erhöht umsatz- 
steuerpflichtig geioordeu sind und deren gewerbliche Rieder- 
:as,ung im Bezirk der Gemeinde Berlin-Friedenau gelegen 
ist, uns bis spätestens Ende Januar 1920 Anzeige von 
dem Bestehen des gewerblichen Betriebes zu machen. 
Die Eröffnung eines Gewerbebetriebes oder der Be 
ginn einer umsatzsteuerpflichtigen Tätigkeit im Laufe des 
Jahres ist beim Umsatzsteueramt innerhalb zweier Wochen 
nach Eröffnung oder Beginn anzuzeigen. 
Die Hinterziehung der Umsatzsteuer wird mit einer 
Geldstrafe bis zum zwanzigsacheu Betrage der hinterzoge 
nen Steuer oder mit Gefängnis bestraft. 
Werner schüttelte bedenklich den Kopf und sagte: 
„Ich glaube, Sie überschätzen den' Einfluß, den die 
Schönheit meiner Tochter auf Männer auszuüben ver 
mag." 
„Sie sind in, größten Irrtum. Als Vater haben Sie 
hwrfür eben kein Verständnis. Ich aber saae Ihnen, daß 
ich diesen Einfluß an inir selbst empfunden habe und noch 
empfinde I" 
Werner blickte seinen Gegner verständnislos an. 
Dieser fuhr iu crrcgtcin Tone fort: 
„Es hat keinen Zweck, länger mit der Wahrheit 
hinter dem Berge zu halten. Herr Werner, nicht nur 
Ihr Vetter tritt als Bewerber rnn die.Hand von Miß 
Alice auf,, ich bin sein Nebenbuhler und inache ältere 
und bessere Rechte geltend." 
Werner faßte sich mir beiden Händen an den Kopf. 
Träumte oder wachte er? Dieser Mensch, der ihm und 
den Seinen nach dem Leben getrachtet hatte, sprach von 
Rechten auf die Hand seiner Tochter? Unerhört! Das 
Blut stieg ihm ins Gesicht, und er wollte zornig losbrechen, 
als Iennings, der ihn sorgfältig beobachtet batte, wieder 
begann: 
„Erhitzen Sic sich nicht unnütz, sondern hören Sie 
erst ruhig, was ich Ihnen zu berickucii habe. Ich werde 
- Zhncn reinen Wein einschenken. Als ich von Herrn von 
Born zu Ihrer Uebcrwachnng nach Bombay geschickt 
wurde, mußte ich wohl oder Übel gehorchen. Er hatte 
mich ganz in der Hand." 
Er stockte einen Augenblick, räusperte sich und fuhr mit 
heiserer Stimme fort: 
„Ich will mich nichl besser : > en, als ich bin. Er 
) war mein böser Dämon. In einer Stunde schwerer Be 
drängnis verleitete er mich, einen Wechsel auf Ihren Herrn 
Onkel zu ziehen und das Akzept zu falschen. Er ver- 
sprach mir auf Ehrenwort, ihn vor dem Fülligkeilstermin 
‘ ~ a5 . har er auch wirklich getan, denn sein 
„Ehrenwort" bricht er nicht. Aber stait den Wechsel zu 
vernichten, wie ich erwarte» mußte, hat er ibn soraiam auf 
bewahrt, und seitdem bin ich sein willenloses Werkzeug 
ge^ns"" tmc ^ dagegen aufgebäumt! Ber- 
(Fortjetzuna folgt.)
        
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